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Katharina Molitor

deutsche Speerwerferin und Volleyballspielerin
Katharina Molitor Leichtathletik

Katharina Molitor 2015
Katharina Molitor 2015

Voller Name Katharina Molitor
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 8. November 1983 (35 Jahre)
Größe 183 cm
Gewicht 79 kg
Beruf Lehramtsstudentin
Karriere
Disziplin Speerwurf
Bestleistung 67,69 m (2015)
Verein TSV Bayer 04 Leverkusen,
vorm.: LC Jugend 07 Bergheim
Trainer Helge Zöllkau
Status zurückgetreten
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
U23-Europameisterschaften 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Deutsche Meisterschaften 3 × Gold 4 × Silber 2 × Bronze
Logo der IAAF Weltmeisterschaften
0Gold0 Peking 2015 67,69 m
Logo der EAA U23-Europameisterschaften
0Silber0 Erfurt 2005 57,01 m
Logo des DLV Deutsche Meisterschaften
0Bronze0 Ulm 2009 59,64 m
0Gold0 Braunschweig 2010 64,27 m
0Silber0 Kassel 2011 64,67 m
0Bronze0 Ulm 2013 60,68 m
0Silber0 Ulm 2014 63,40 m
0Gold0 Nürnberg 2015 65,40 m
0Silber0 Kassel 2016 62,86 m
0Gold0 Erfurt 2017 61,16 m
0Silber0 Nürnberg 2018 56,75 m

Katharina Molitor (* 8. November 1983 in Bedburg, Nordrhein-Westfalen) ist eine deutsche Volleyballspielerin und ehemalige Speerwerferin. Ihr größter sportlicher Erfolg ist der Titelgewinn im Speerwurf bei den Weltmeisterschaften 2015 in Peking.

Inhaltsverzeichnis

BerufswegBearbeiten

Molitor studierte zunächst auf Lehramt an Gymnasien und Berufskollegs an der Bergischen Universität Wuppertal,[1] wechselte dann auf Grundschul-Lehramt.[2]

Sportliche LaufbahnBearbeiten

Karriere LeichtathletikBearbeiten

Molitor begann in ihrem Heimatort beim TV Bedburg mit der Leichtathletik. Ihr Jugendtrainer Franz Inden sorgte für eine vielseitige Ausbildung.[3] Im Juni 1997 erzielte Katharina Molitor beim Ballwurf eine Weite von 52 Metern, mit der sie noch heute die Bestenlisten im Kreis Köln bei den Schülerinnen AW14 und W15 anführt.[4] Ihre Vielseitigkeit stellte die Rheinländerin auch beim Leichtathletik-Club Jugend 07 Bergheim unter Beweis. So führte sie die Vereinsbestenliste 2000 bei der weiblichen B-Jugend sowohl in sämtlichen Laufdisziplinen an als auch beim Vier- und Siebenkampf, ihre damaligen Leistungen in den Wurfdisziplinen waren sogar in der Frauenklasse führend.[5]

Katharina Molitor wechselte 2003 zu Bayer Leverkusen, wo sie sich unter Helge Zöllkau auf den Speerwurf spezialisierte. 2005 wurde sie bei den U23-Europameisterschaften mit 57,01 m Zweite hinter Annika Suthe. 2007 belegte sie bei der Universiade in Bangkok mit 58,19 m den sechsten Platz. Im März 2008 wurde Molitor beim Winterwurf-Europacup Zweite mit 58,26 m. Am 24. Mai 2008 verbesserte sie ihre Bestleistung in Halle auf 61,74 m. Weil sie im Gegensatz zu Linda Stahl zweimal die Qualifikationsweite für die Olympischen Spiele übertraf, wurde Molitor als dritte deutsche Speerwerferin, neben Christina Obergföll und Steffi Nerius, für die Olympischen Spiele 2008 nominiert, obwohl sie bei den Deutschen Meisterschaften nur Vierte hinter Stahl geworden war. In Peking kam sie nachträglich[6] auf Platz sieben.

Am 25. Juni 2010 erzielte Molitor im heimischen Leverkusener Stadion eine neue persönliche Bestleistung von 64,53 m. Damit übertraf sie die geforderte Europameisterschafts-Norm von 61,00 Metern deutlich und reihte sich auf Platz fünf der europäischen Jahresbestenliste direkt hinter Christina Obergföll ein. Bei den Deutschen Meisterschaften am 18. Juli 2010 in Braunschweig konnte sich die Speerwerferin erfolgreich mit 64,27 m als neue Deutsche Meisterin gegen Christina Obergföll und Linda Stahl durchsetzen. Dieser Erfolg bedeutete zugleich die Teilnahme an den Europameisterschaften 2010 in Barcelona, bei denen sie mit 63,81 m Platz vier belegte.

Bei den Weltmeisterschaften 2011 in Daegu wurde Molitor mit 64,32 m Fünfte. Drei Wochen zuvor hatte sie in Kassel eine neue persönliche Bestleistung von 64,67 m erzielt. Bei den Europameisterschaften 2012 wurde sie mit einer Weite von 60,99 m ebenfalls Fünfte.[7] Bei den Olympischen Spielen 2012 in London erreichte Molitor 62,89 m und errang damit den sechsten Platz. Bei den Weltmeisterschaften 2013 belegte sie in der Qualifikation den 13. Platz.[8]

Im Juli 2015 steigerte sie ihre Bestleistung beim Meeting in Luzern auf 66,40 m.[9] Am 30. August 2015 warf Molitor bei den Weltmeisterschaften in Peking im letzten Wurf des gesamten Wettbewerbs mit persönlicher Bestleistung eine Weite von 67,69 m und gewann damit ihren ersten internationalen Titel.[10] Mit dieser Weite war sie zudem beste deutsche Speerwerferin des Jahres 2015.

Obwohl Molitor 2016 Zweite der der Deutschen Meisterschaften und Vierte der Europameisterschaften war, wurde sie nicht für die Olympischen Spiele in Rio nominiert, da Christina Obergföll in diesem Jahr zwei bessere Weiten vorzuweisen hatte und Linda Stahl als EM-Zweite sowie Christin Hussong als Deutsche Meisterin qualifiziert waren. Sie beantragte deshalb eine Einstweilige Verfügung gegen den DOSB.[11] Eine solche wurde am 18. Juli 2016 vom Landgericht Frankfurt am Main abgelehnt.[12]

2017 wurde Molitor im nordfranzösischen Lille Team-Europameisterin, beim Speerwurf belegte sie den 4. Platz. In Erfurt siegte sie bei den Deutschen Meisterschaften. Die Weltmeisterschaften in London schloss Molitor auf dem 7. Platz ab. In der Qualifikation hatte sie eine Saisonbestleistung von 65,37 m geworfen, eine Weite die im Finale für Bronze gereicht hätte.

2018 kam Molitor mit der Mannschaft auf den 1. Platz beim Winterwurf-Europacup in Leiria, im Einzel belegte sie den 3. Rang. Bei den Europameisterschaften 2018 in Berlin scheiterte sie in der Qualifikation. Anschließend beendete sie ihre Speerwurfkarriere.[2]

Katharina Molitor hatte bei einer Körpergröße von 1,83 m ein Wettkampfgewicht von 79 kg.

LeistungsentwicklungBearbeiten

 
Molitor als Siegerin 2011 beim 18. MONDO Keien Meeting, Niederlande
2001 48,53 m
2002 50,94 m
2003 48,04 m
2004 50,04 m
2005 57,01 m
2006 57,58 m
2007 58,87 m
2008 61,74 m
2009 62,69 m
2010 64,53 m
2011 64,67 m
2012 63,20 m
2013 63,55 m
2014 63,40 m
2015 67,69 m PB
2016 63,20 m
2017 65,37 m
2018 61,91 m

Karriere VolleyballBearbeiten

Als Dreizehnjährige begann Katharina Molitor, beim TV Bedburg Volleyball zu spielen. Ein Jahr später wechselte sie bereits zum Oberaußemer VV. 2006 wechselte die damalige Sport- und Sozialwissenschaftsstudentin auch im Volleyball zum TSV Bayer 04 Leverkusen in die zweite Frauenmannschaft, mit der sie 2008 den Aufstieg in die Zweite Volleyball-Bundesliga Nord schaffte. Anfang des Jahres 2009 wurde die Universalspielerin sogar in der ersten Mannschaft der Leverkuserinnen in der ersten Bundesliga als Mittelblockerin eingesetzt. Da sich Bayer 04 wegen finanzieller Engpässe anschließend aus der höchsten deutschen Spielklasse zurückzog, spielte Katharina Molitor in der Saison 2010/11 wieder in der zweiten Bundesliga, soweit es Leichtathletikwettkämpfe und -training zuließen.[13] 2011 gelang ihr der Wiederaufstieg in die erste Bundesliga. Nach dem Abstieg 2012 belegte Molitor mit den Leverkusenerinnen ausnahmslos Spitzenplätze in der zweiten Bundesliga Nord und konnte hier 2013 und 2016 die Meisterschaft gewinnen.

VereinszugehörigkeitenBearbeiten

Molitor ist seit Herbst 2003 beim TSV Bayer 04 Leverkusen und war die Jahre zuvor beim LC Jugend 07 Bergheim.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Katharina Molitor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zwei Spitzensportlerinnen der Bergischen Uni in Peking dabei. Presse-Archiv der Bergischen Universität Wuppertal, 8. August 2008, abgerufen am 14. Juli 2016.
  2. a b Katharina Molitor: „Speerwurf stand immer an erster Stelle“. Leichtathletik.de, 5. November 2018.
  3. Markus Clemens: Die Jungen abgehängt. Kölner Stadt-Anzeiger, 21. August 2008, archiviert vom Original am 23. August 2008; abgerufen am 14. Juli 2016.
  4. Kreisrekorde 2015. (PDF) Leichtathletik-Verband Nordrhein e.V. Kreis Köln (LVN-Kreis Köln), abgerufen am 14. Juli 2016.
  5. Bestenliste 2000 weibliche B-Jugend Leichtathletikverband Nordrhein. (PDF) Abgerufen am 14. Juli 2016.
  6. Steffi Nerius erreicht vierten Platz bei Olympischen Spielen Leverkusen.com, 13. September 2016.
  7. Ergebnisse EM 2012: Frauen – Speerwurf. Tagesschau.de, 2012, archiviert vom Original am 1. Juli 2012; abgerufen am 14. Juli 2016.
  8. Javelin Throw Summary | 14th IAAF World Championships. IAAF-Website, abgerufen am 14. Juli 2016 (englisch).
  9. TSV: Sieg und Bestleistung für Molitor. RP Online, 17. Juli 2015, abgerufen am 14. Juli 2016.
  10. Morning Session Blog Sat 22 2015 | IAAF World Championships. IAAF-Website, abgerufen am 14. Juli 2016 (englisch).
  11. Einstweilige Verfügung: Weltmeisterin Molitor will Olympiateilnahme erzwingen Spiegel Online, 14. Juli 2016, abgerufen am 15. Juli 2016.
  12. Olympia-Nominierung: Molitor unterliegt im Rechtsstreit gegen Olympia-Verband, rp-online.de, 18. Juli 2016.
  13. Katharina Molitor: Volleyball. Website von Katharina Molitor, abgerufen am 14. Juli 2016.