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Pascal Mancini bei den Europameisterschaften 2014

Pascal Mancini (* 18. April 1989 in Fribourg) ist ein Schweizer Leichtathlet, spezialisiert auf den Sprint. Er ist Schweizer U23- und Juniorenrekordhalter im 60-Meter-Lauf in der Halle.

JuniorenkarriereBearbeiten

Pascal Mancini zeigte früh sein leichtathletisches Talent, als er mit 13 Jahren beim nationalen Athletic Cup im Dreikampf, bestehend aus Sprint, Sprung und Wurf, die beste Leistung seines Jahrgangs erreichte. 2006 übernahm er als 16-Jähriger den Schweizer Juniorenrekord über 60 Meter in der Halle. Im Freien unterbot er im selben Jahr im 100-Meter-Lauf die Limite für die Junioren-Leichtathletik-Weltmeisterschaften, konnte aber wegen der Teilnehmerbegrenzung (zwei Athleten pro Land) nicht teilnehmen.

2008 senkte er den Juniorenrekord im 60-Meter-Lauf auf 6,78 s und wurde in dieser Distanz Schweizer Hallen-Meister. Bei den U-20-Weltmeisterschaften 2008 belegt Mancini über 100 Meter den 14. Platz.

2009 belegte er bei den Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften im 60-Meter-Lauf den zwölften Rang. Aufgrund seiner Erfolge wurde er im April 2009 in das Förderprogramm World Class Potential von Swiss Athletics aufgenommen. Im Juli desselben Jahres belegte Mancini bei den U23-Europameisterschaften in Kaunas über 100 Meter den zehnten, über 200 Meter den 17. Rang. Zudem gehört er seit diesem Jahr der Schweizer 4-mal-100-Meter-Staffel an. 2009 stellte diese mit Mancini einen neuen Schweizer Rekord mit einer Zeit von 38,78 s auf.

ErwachsenenkarriereBearbeiten

2010 wurde Mancini wieder Schweizer Hallen-Meister über 60 Meter. Bei den Hallenweltmeisterschaften in Doha belegte er über 60 Meter den 17. Rang. Bei den Europameisterschaften belegte er mit der 4-mal-100-Meter-Staffel den 4. Rang mit neuem Schweizer Rekord von 38,69 s.

2011 begann für Mancini mit der Qualifikation für die Halleneuropameisterschaften und dem Schweizer Hallenmeistertitel im 60-Meter-Lauf. Bei den Halleneuropameisterschaften konnte Mancini im Vorlauf seine Bestleistung um sechs Hundertstelsekunden auf 6,61 s senken, schied aber im Halbfinal aus. Auch bei den U23-Leichtathletik-Europameisterschaften konnte sich Mancini im 100-Meter-Lauf nicht für das Finale qualifizieren.

Am 8. September 2011 verbesserte Mancini mit der Schweizer 4-mal-100-Meter-Staffel im Rahmen des Diamond League Meetings im Zürcher Letzigrund den Schweizer Rekord um sieben Hundertstelsekunden auf 38,62 s. Dieser Rekord wurde aber nachträglich aberkannt, da Mancini gegen die Antidopingbestimmungen verstiess. Daraufhin wurde er von der IAAF mit einer Verwarnung bestraft.[1] Am 25. Januar 2012 wurde bekannt, dass Mancini bei Dopingtests vom 22. November und 8. Dezember jeweils positiv auf das Anabolikum 19-Norandosteron, ein Nandrolon, getestet wurde. Daher verzichtete er auf die Hallensaison 2012.[2] Im Juli verhängte die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic rückwirkend zum 30. Januar 2012 eine zweijährige Dopingsperre gegen Mancini.[3] Die IAAF sperrte ihn bis zum 29. Januar 2014.[4]

Nach Ablauf dieser Dopingsperre bestritt Mancini im Winter 2014 einige Hallenwettkämpfe. Zu beginn der Freiluftsaison stellte er seine gute Form unter Beweis und unterbot am 9. Juni 2014 in Basel mit seiner neuen persönlichen Bestzeit von 10,28 s (+1,3) die Schweizer Norm für die Leichtathletik-Europameisterschaften 2014 in Zürich über die 100-Meter. Dort lief er den Vorlauf in 10,43 s und qualifizierte sich dank 2. Rang in seiner Serie für den Halbfinal. Diesen absolvierte er in 10,38 s, was nicht für den Finaleinzug reichte. In der 4-mal-100-Meter-Staffel verpassten Mancini und die Schweizer Männer, den 3. Rang um wenige Hundertstelsekunden.

Im Winter 2015 lief Pascal Mancini im Finallauf der Hallen-Schweizermeisterschaften in Magglingen die 60 Meter in 6,68 s. Mit dieser Zeit gewann er nicht nur die Goldmedaille, sondern unterbot auch die Limite für die Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften 2015 in Prag (6,70 s).

Mancini wurde auch für die 4-mal-100-Meter-Staffel selektioniert, welche vom 2. bis am 3. Mai in Bahamas bei der Staffel Weltmeisterschaft 2015 startete.

Mancini startete in jungen Jahren für den CA Fribourg, wechselte dann aber zu Stade Genève. Er wird trainiert von Laurent Meuwly.

Kontroverse über rechtsextreme PositionenBearbeiten

Da Mancini bei den Schweizer Meisterschaften 2014 und den Europameisterschaften im selben Jahr mit nationalistischen Gesten (Quenelle-Gruss, der auch als umgekehrter Hitlergruss bezeichnet wird)[5], aufgefallen war, musste er nach Vorliegen eines Urteils des Verbandsschiedsgerichts Ende 2016 eine Vereinbarung unterschreiben, wonach er die Plattform der Leichtathletik nicht dazu nutzt, um seine Geisteshaltung zu verbreiten. Im Juli 2018 schloss Swiss Athletics Mancini von der Europameisterschaft 2018 aus und entzog ihm die Lizenz. Mancini hatte auf Facebook und auf seiner offiziellen Fan-Website rechtsextreme Inhalte verbreitet und damit gegen die Vereinbarung mit dem Verband verstossen.[6]

Persönliche BestleistungenBearbeiten

  • 100-Meter-Lauf: 10,28 s, 9. Juni 2014 in Basel
  • 200-Meter-Lauf: 21,18 s, 24. Mai 2010 in Zofingen
  • 60-Meter-Lauf (Halle): 6,61 s, 5. März 2011 in Paris, Schweizer U23-Rekord
    • 60-Meter-Lauf (Halle): 6,78 s, 9. Februar 2008 in Magglingen, Schweizer Junioren-Rekord
    • 60-Meter-Lauf (Halle): 6,79 s, 25. Februar 2006 in Magglingen, Schweizer U18-Rekord
  • 50-Meter-Lauf (Halle): 5,86 s, 17. Januar 2010 in Aigle, Schweizer U23-Bestleistung

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten