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Cyklon Maschinenfabrik

ehemaliger Automobilhersteller
Cyklon Maschinenfabrik GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 1900
Auflösung 1931
Auflösungsgrund Absatzprobleme
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Paul Schauer
Branche Kraftfahrzeughersteller

Die Cyklon Maschinenfabrik GmbH (manchmal auch Cyclon) war ein deutscher Hersteller von Motorrädern und Automobilen mit Sitz in Berlin und Produktionsstätten an der Friedrichshainer Boxhagener Straße im Block 74. Sie gehörte zum Unternehmenskomplex des Unternehmers Siegfried Hirschmann (Deutsche Kabelwerke).

Das nach Plänen des Bauingenieurs Karl Bernhard errichtete Produktionsgebäude stand seit den 1990er Jahren unter Denkmalschutz, wurde aber im Jahr 2006 abgerissen.[1] Unter Hinzunahme weiterer Areale der Umgebung entstand auf der Fläche das neue Wohnquartier Box Seven.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Cyklon von 1900 im Zweirad-Museum Neckarsulm

Motorräder (1900–1905)Bearbeiten

Der Firmengründer Paul Schauer begann 1900 als einer der ersten in Deutschland mit der Serienfertigung von Motorrädern. Dazu verwendete er Einbaumotoren von Werner, Zedel und De Dion-Bouton. Das erste Modell war ein Zweirad mit Frontantrieb. Ein lenkerfester, luftgekühlter, wechselgesteuerter Motor mit einem Einlassschnüffelventil, 300 cm³ und 1,5 PS trieb über einen Riemen das Vorderrad an. Ein beabsichtigter Armeeauftrag kam 1902 nicht zustande, weil die Handhabung zu kompliziert erschien. Die Motorradproduktion wurde 1905 eingestellt.

Automobile (1902–1923, 1927–1931)Bearbeiten

 
Cyklon Cyklonette von 1904

1902 brachte die Firma ein dreirädriges Fahrzeug (ein Rad vorne, Starrachse hinten) mit auf dem Vorderrad aufgebauten Einzylindermotor unter dem Namen Cyklonette heraus. Der Motor hatte 450 cm³ Hubraum und lieferte 3,5 PS (2,6 kW). Ohne Getriebe wurde über einen Riemen, später über eine Rollenkette, das Vorderrad angetrieben. Ein langer Hebel mit Gaszug und Zündverstellung diente zur Lenkung des Gefährts. Zwei Jahre später gab es auch eine Version mit zwei Zylindern (750–1290 cm³, 10 PS (7,4 kW))

Auf den aus I-Trägern geschweißten Rahmen gab es verschiedene Aufbauten mit zwei oder vier Sitzen, zwei oder vier Türen. Vor allen Dingen Lieferfahrzeuge wurden gefertigt. 1914 entfiel die einzylindrige Cyklonette, 1923 wurde auch das Zweizylindermodell eingestellt. Anschließend fertigte man Fahrgestelle für Schebera.

Ab 1927 wurde wieder ein Pkw eigener Konstruktion angeboten. Der 9/40 PS besaß die gleiche Karosserie von Ambi-Budd wie der Adler Standard 6 und war der billigste Sechszylinderwagen Deutschlands. Der Vertrieb des Fahrzeuges wurde von den Dixi-Werken übernommen. Nach der Übernahme dieser Werke durch BMW musste die Produktion des Wagens 1929 mangels Vertriebsmöglichkeiten eingestellt werden. Im gleichen Jahr erschien ein neuer Sechszylinder mit 1,8 Litern Hubraum, von dem aber in zwei Jahren nur wenige Exemplare entstanden. 1931 wurde die Firma im amtlichen Register gelöscht.

FabrikgebäudeBearbeiten

Nach Aufgabe der Cyklon-Produktion wurde das Fabrikgebäude von der Mutterfirma Deutsche Kabelwerke AG für verschiedene Produktionszwecke genutzt.[2]

LiteraturBearbeiten

  • Erwin Tragatsch: Alle Motorräder – 1894 bis heute. 5. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1982.
  • Halwart Schrader: Deutsche Autos 1885–1920. 1. Auflage, Band 1, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02211-7.
  • Kathrin Chod: Cyklon Maschinenfabrik. In: Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon, Friedrichshain-Kreuzberg (= Edition Luisenstadt). Band 1: A bis O. Luisenstädtischer Bildungsverein, Haude und Spener, Berlin 2002, ISBN 3-89542-122-7 (luise-berlin.de – Stand 7. Oktober 2009).
  • Werner Oswald: Deutsche Autos. Band 2: 1920–1945. 2. Neuauflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-02170-6.
  • Christian Burchard: Cyklonette - Kleinmobil mit Traum zur Staatskarosse. In: Archiv-Info. Deutsches Museum. 10. Jg. 2009, Heft Nr. 1, S. 12–13.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Cyklon Maschinenfabrik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heinemann, Sven Verfasser: Boxhagen beginnt Die historische Entwicklung des Grundstücks Boxhagener Straße 79–82 von 1771 bis heute. ISBN 978-3-00-054063-9.
  2. Boxhagener Straße 80. In: Berliner Adreßbuch, 1941, IV, S. 95.