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LuWe
Rechtsform
Gründung 1921
Auflösung 1928
Sitz Freiburg im Breisgau, Deutschland
Leitung Ludwig Weber
Branche Kraftfahrzeughersteller

Werbeplakat der Firma
Ein LuWe Motorrad im Volante Oldtimermuseum in Kirchzarten

LuWe war ein Hersteller für Motorräder und Automobile in Freiburg im Breisgau, benannt nach dem Mitgründer Ludwig Weber.

Inhaltsverzeichnis

EntstehungBearbeiten

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es viele kleine und große Hersteller von Motorrädern. Fast jeder renommierte Automobilhersteller der damaligen Zeit befasste sich auch mit Motorrädern. Als Beispiel wären BMW, DKW, NSU, Wanderer, Zündapp, Peugeot und Puch zu nennen. Durch die rasante Entwicklung des Automobils kam die Entwicklung des Motorrades ins Hintertreffen; viele gaben das Projekt Motorrad auf.

Einer der kleinen Hersteller war LuWe. Ludwig Weber und sein Bruder Anton begannen nach dem Ersten Weltkrieg Autos und Motorräder in Freiburg im Breisgau zu bauen. Da Ludwig Weber der ältere der beiden Brüder war und auch den Titel eines Ingenieurs trug, lag nahe, die ersten Buchstaben seines Vor- und Nachnamens als Fahrzeugbezeichnung zu nehmen – somit war die Fahrzeugmarke LuWe geboren. Ludwig Weber war Ingenieur, Pilot und Konstrukteur. Anton Weber, sein um fünf Jahre jüngerer Bruder, war gelernter Schneider.

Der AnfangBearbeiten

1921 gründeten die beiden Brüder die Firma mit Sitz in der Schusterstraße 29, im "Haus zum weißen Monen".[1] Ihre erste Versuchswerkstätte befand sich 1921[2] im Saal des Gasthauses Felsenkeller in der Schlossbergstraße 7[3][4] in Freiburg, ab 1925 in der Schloßbergstraße 16.[1] Beide hatten das Ziel, große Automobile zu bauen. Dafür kauften sie neue 12-Liter-Flugzeugmotoren beim Mercedes-Benz-Flugmotorenwerk, die im Krieg nicht mehr zur Verwendung kamen. Die Motoren waren zu groß für einen PKW, deshalb wurden diese durch Einziehen von Laufbuchsen auf 6 Liter modifiziert. 6-Liter-Motoren waren damals eine gute Größe für mittelschwere Personenwagen. Die Karosserie wurde von Dierks & Wroblewski aus Offenburg und von Schlenker & Zeller aus Freiburg gebaut.

Ein weiterer Fahrzeugtyp war ein Kleinwagen mit einem 600-cm³-Boxermotor von der Maschinenfabrik Immendingen. Diese Größenklasse war damals sehr gefragt. Nach dem Bau diverser Personenwagen bauten die Gebrüder Weber, die zwischenzeitlich in größere Fabrikationsräume umgezogen waren, auch Motorräder unter dem Namen LuWe.

MotorräderBearbeiten

 
Typenschild des LuWe Motorrads in Kirchzarten

Das erste war eine 200 cm³ große Maschine mit einem Einzylinder-Motor von dem Augsburger Hersteller Paqué. Das besondere daran war das eingebaute Getriebe.

Es folgten Motorräder mit 350- und 500-cm³-Motoren, mit den damals weltbekannten Motosacoche-Motoren aus Genf. Als schwerste Maschine bauten sie eine 750er mit einem Zweizylinder-V-Motor. Weitere genutzte Motorenhersteller waren MAG, J.A.P. und Blackburne.[2]

Die LuWe Automobile und Motorräder wurden zu Werbezwecken auf den verschiedensten regionalen Ausstellungen, Korsos und besonders auf Rennsportveranstaltungen zur Schau gestellt, und auch bei Rennveranstaltungen kamen die LuWe-Motorräder zum Einsatz.

Einige LUWE Motorräder sind heute noch, in mehr oder weniger gutem Zustand, in privatem Besitz mehrere Personen. Unter anderem findet sich auch die Rennmaschine, die Ludwig Weber selbst, bei Rennen gefahren hat in privater Hand. Im Oldtimer-Museum Volante in Kirchzarten war ein Motorrad von 1931 ausgestellt, welches in Kirchzarten bei Steinhardt & Wunderle zusammengebaut wurde.

Rennen mit LuWe-MotorrädernBearbeiten

LuWe beteiligte sich mit Motorrädern vorrangig in Süddeutschland an verschiedenen Rennen:

Es sind noch viele weitere Rennen, bei denen die LuWe-Motorräder ehrenvoll teilnahmen und oftmals mit ersten Preisen abschlossen.

Sehr beliebt waren die Rennen auf dem Freiburger Exerzierplatz, von den Freiburgern liebevoll „Exi“ genannt: der „Exi“ lag nahe beim Freiburger Flugplatz. Die erste Rennveranstaltung des damals erst zehn Tage alten Motorrad-Clubs in Freiburg am 28. Oktober 1923 bescherte den teilnehmenden LuWe-Motorrädern gleich einen großen Erfolg. 1924 bei zwei weiteren Motorsportveranstaltungen um den „Exi“ holten die Gebrüder dreimal erste Preise und je einen zweiten und dritten Preis in verschiedenen Disziplinen mit LuWe-Motorrädern.

RennergebnisseBearbeiten

Die folgenden Tabellen geben auszugsweise die Ergebnisse des Motorradrennens "Exi" wieder.

Rennergebnisse 17. August 1924
Platzierung Fahrer Motorradtyp Zeit (Minuten)
Klasse 2: bis 250 cm³ (8 Runden, 16 km)
1. Weber A. LuWe 17:07
2. Haberer Zündapp 19:01
3. Birkenmeier LuWe 19:06
Klasse 4: bis 350 cm³ (12 Runden, 24 km)
1. Hetzel P und P 22:42
2. Fiebig Hecker 22:50
3. Weber L LuWe 23:40
Rennergebnisse 12. Oktober 1924
Platzierung Fahrer Motorradtyp Zeit (Minuten)
Klasse 3: bis 250 cm³ (6 Runden)
1. Boetting Horex 11:11
2. Schätzle DKW 13:08
3. Weber A. LuWe Fehlt
Klasse 6: bis 750 cm³ (8 Runden)
1. Heck Triumph 14:03
2. Weber A. LuWe Fehlt
Klasse 7: über 750 cm³ (8 Runden)
1. Weber L P. und P. 13:18
2. Ißlinger Horex 13:25

Das FinaleBearbeiten

1928 und 1929, nach intensivem Drängen und Mitwirken von Anton Weber, veranstaltete der ADAC in Zusammenarbeit mit dem Motorrad-Club Freiburg auf dem Titisee ein Eisrennen auf dem zugefrorenen See. 1928 waren nur Solo- und Beiwagenmaschinen beteiligt. Die Fahrer Toni Fleischmann auf Triumph-Motosacoche und Otto Ley auf einer Standard Motosacoche gewannen das Rennen. 1929 wurde die Veranstaltung ausgeweitet, in diesem Jahr wirkten sogar Flugzeuge mit. Einer der bekanntesten Flieger dieser Ära, Ernst Udet, war mit spektakulären Flugeinlagen ebenfalls dabei.

Die Werkstore der LuWe-Motorradfabrikation wurden 1928 für immer geschlossen, denn die kleine LuWe-Fabrikation konnte mit den großen Herstellern nicht konkurrieren. Die Automobilherstellung wurde schon einige Jahre vorher aufgegeben.

Anton Weber ließ sich im Zweiten Weltkrieg zum KFZ-Ingenieur ausbilden und hatte nach dem Zweiten Weltkrieg eine Tankstelle im Bärental, das heute zur Gemeinde Feldberg gehört.

WeblinksBearbeiten

  Commons: LuWe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Der Maybach vom Schlossberg. Luxuskarossen made in Freiburg, Frank Thomas Uhrig, Badische Zeitung 30. Dezember 2014, abgerufen 23. August 2016
  2. a b motorradphoto.de: Luwe motorrad oldtimer foto freiburg im breisgau Luwe 498 ccm ohv 1925 lu-251 lu-251, Zugriff am 25. Februar 2011
  3. Adreßbuch der Hauptstadt Freiburg im Breisgau: für das Jahr 1921 Seite 350 Weber Ludwig, Ingenieur, Schusterstr. 29. 3, BHI, P31172 (Werkst. u. Garagen Schloßbergstr. 7), abgerufen 7. Februar 2014
  4. Wie aus der Schlossbergstraße eine Hauptverkehrsader wurde, Joachim Scheck, Badische Zeitung, 13. Juli 2009, abgerufen 7. Februar 2014

Koordinaten: 47° 59′ 35,7″ N, 7° 51′ 16,5″ O