Freia-Automobil

ehemaliger Automobilhersteller
Kleinauto AG
Freia-Automobil AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1920
Auflösung 1927
Sitz Greiz, Deutschland
Leitung Arthur Schuh (Technischer Leiter)
Branche Automobilhersteller

Die Freia-Automobil AG war ein deutscher Automobilhersteller.

BeschreibungBearbeiten

Das Unternehmen wurde am 18. Februar 1920 als Kleinauto AG in Greiz gegründet.[1][2] An einer anderen Stelle wird die Kleinautobau AG genannt.[3] Beteiligt waren Kurt Hempel, Rudolf Göldner, Bruno Pust, Bruno Seibig, Hans Kretzschmar, Carl Menzel, Alfred Roth, Heinrich Geisser, Paul Sarfert, Paul Lorenz, Carl Semper, Georg Kanis, Reinhold Malz und Hermann Schulz.[1] Im Aufsitzsrat saßen Reinhold Malz, Emil Kretzschmar, Alfred Rietzsch, Wilhelm Kaestner und Rudolf Klinger.[1] Ab 1922 wurden in der ehemaligen Spinnerei F. H. Malz (Grüne Linde) unter Leitung von Arthur Schuh Kleinwagen gebaut.

1923 erfolgte die Umfirmierung in Freia-Automobil AG.[3] Das Grundkapital wurde um 4,6 Millionen auf 9,6 Millionen Reichsmark erhöht. Prokurist war der Kaufmann Ernst Braun.[3] Aus wirtschaftlichen Gründen musste 1927 die Fertigung des Freia eingestellt werden. Arthur Schuh wechselte in Rasmussens DKW-Konzern und wurde technischer Direktor von Audi in Zwickau. Heute sind noch zwei existierende Exemplare von Freia-Automobilen bekannt.

ModelleBearbeiten

DreiradBearbeiten

Von 1920 bis 1921 gab es ein Dreirad mit hinterem Einzelrad. Es hatte einen Zweizylinder-Zweitaktmotor. Er trieb über eine Kette das Hinterrad an. Die offene Karosserie bot Platz für zwei Personen. Es blieb bei Prototypen.[4]

Typ S5Bearbeiten

Ab 1921 übernahm Arthur Schuh die technische Leitung und entwickelte bis 1922 einen neuen Kleinwagen, der unter dem Markennamen Freia als Typ S 5 auf den Markt kam, der zunächst einen seitengesteuerten Vierzylinder-Reihenmotor mit 1,3 l Hubraum (64 mm Bohrung und 100 mm Hub) und stehenden Ventilen besaß. Die Kurbelwelle war rollengelagert und der Motor leistete 14 PS. Auffällig war der Underslung-Rahmen, der dem Wagen einen tiefen Schwerpunkt und damit eine sichere Straßenlage verschaffte.

Typ S 23Bearbeiten

1923 erfolgte die Umbenennung in Freia Automobil-AG. Im gleichen Jahr erschien der Typ S 23 mit einem 1,3 l Vierzylinder der rund 25 PS bei 2500/min leistete. Die in dem nicht abnehmbaren Zylinderkopf hängenden Ventile wurden von einer obenliegenden Nockenwelle, die von einer Königswelle angetrieben wurde, betätigt. 1925 wurde der Nockenwellenantrieb geändert und dabei erstmals in Deutschland ein Kettenantrieb verwendet. Die Kurbelwelle wurde in zwei Kugellagern geführt.

Für Sportveranstaltungen wurden die Motoren höher verdichtet (7,5:1) und mit einer Spezialnockenwelle versehen. Diese Motoren erreichten rund 35 PS und wurden in Freia-Sportwagen mit Aluminiumkarosserie und Spitzheck eingebaut, die eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h erreichten.

Typ S 24Bearbeiten

Ab 1926 wurde der Typ S 24 mit einem größeren Motor gebaut. Dieser hatte 1460 cm³ Hubraum und leistete 30 PS, als Wettbewerbsfahrzeug 45 PS. Vom S 24 wurden nur wenige Fahrzeuge gebaut.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Hans Christoph von Seherr-Thoss: Die deutsche Automobilindustrie. Eine Dokumentation von 1886 bis heute. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1974, ISBN 3-421-02284-4, S. 106.
  2. Die Sarfert Briefe (abgerufen am 8. März 2020)
  3. a b c Hans Christoph von Seherr-Thoss: Die deutsche Automobilindustrie. Eine Dokumentation von 1886 bis heute. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1974, ISBN 3-421-02284-4, S. 116.
  4. Michael Wolff Metternich: 100 Jahre auf 3 Rädern. Deutsche Dreispur-Fahrzeuge im Wandel der Zeiten. Neue Kunst Verlag, München, ISBN 3-929956-00-4, S. 143.