Tarjei Bø

norwegischer Biathlet
Tarjei Bø Biathlon
Tarjei Bø (2015)
Verband NorwegenNorwegen Norwegen
Geburtstag 29. Juli 1988 (31 Jahre)
Geburtsort Stryn, Norwegen
Größe 186[1] cm
Gewicht 77 kg
Karriere
Beruf Biathlet
Verein Markane IL
Trainer Egil Kristiansen
Siegfried Mazet
Debüt im Europacup/IBU-Cup 2006
Europacup-/IBU-Cup-Siege 4 (3 Einzelsiege)
Debüt im Weltcup 2009
Weltcupsiege 33 (9 Einzelsiege)
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 10 × Gold 2 × Silber 8 × Bronze
EM-Medaillen 3 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
JWM-Medaillen 1 × Gold 3 × Silber 2 × Bronze
JEM-Medaillen 3 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold 2010 Vancouver Staffel
Silber 2018 Pyeongchang Staffel
IBU Biathlon-Weltmeisterschaften
Gold 2011 Chanty-Mansijsk Einzel
Gold 2011 Chanty-Mansijsk Staffel
Gold 2011 Chanty-Mansijsk Mixedstaffel
Bronze 2011 Chanty-Mansijsk Sprint
Bronze 2011 Chanty-Mansijsk Verfolgung
Gold 2012 Ruhpolding Staffel
Gold 2013 Nové Město Mixedstaffel
Gold 2013 Nové Město Staffel
Gold 2013 Nové Město Massenstart
Silber 2015 Kontiolahti Staffel
Bronze 2015 Kontiolahti Mixedstaffel
Bronze 2015 Kontiolahti Sprint
Bronze 2015 Kontiolahti Verfolgung
Bronze 2015 Kontiolahti Massenstart
Gold 2016 Oslo Staffel
Bronze 2016 Oslo Mixedstaffel
Bronze 2019 Östersund Einzel
Gold 2019 Östersund Staffel
Gold 2020 Antholz Mixedstaffel
Silber 2020 Antholz Staffel
IBU Biathlon-Europameisterschaften
Gold 2009 Ufa Staffel
Gold 2019 Minsk-Raubitschy Sprint
Gold 2019 Minsk-Raubitschy Verfolgung
Silber 2019 Minsk-Raubitschy Einzel
IBU Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften
Gold 2006 Presque Isle Einzel
Silber 2006 Presque Isle Verfolgung
Silber 2007 Martell Verfolgung
Silber 2007 Martell Staffel
Bronze 2009 Canmore Sprint
Bronze 2009 Canmore Verfolgung
IBU Biathlon-Junioreneuropameisterschaften
Gold 2009 Ufa Einzel
Gold 2009 Ufa Sprint
Gold 2009 Ufa Verfolgung
Weltcupbilanz
Gesamtweltcup 1. (2010/11)
Einzelweltcup 2. (2010/11)
Sprintweltcup 1. (2010/11)
Verfolgungsweltcup 1. (2010/11)
Massenstartweltcup 3. (2010/11)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
Einzel 1 0 1
Sprint 5 6 6
Verfolgung 1 4 6
Massenstart 2 1 6
Staffel 25 10 6
letzte Änderung: 18. März 2020

Tarjei Bø (* 29. Juli 1988 in Stryn) ist ein norwegischer Biathlet. Er ist sowohl Olympiasieger als auch mehrfacher Weltmeister. In der Saison 2010/11 stieg er als jüngster Weltcup-Gesamtsieger in die Weltspitze auf.

WerdegangBearbeiten

Tarjei Bø aus Stryn gehört dem Markane IL an, wo er von Kjetil Sæter trainiert wird, und ist einer der erfolgreichsten norwegischen Nachwuchsbiathleten der letzten Jahre. Seit einigen Jahren lebt und trainiert er in Lillehammer. Er ist der ältere Bruder des in derselben Sportart aktiven Johannes Thingnes Bø.

Erste ErfolgeBearbeiten

Bei seiner ersten Junioren-Weltmeisterschaft 2006 in Presque Isle gewann er den Titel im Einzel, wurde in der Verfolgung Zweiter und verpasste im Sprint und im Staffelrennen als Vierter nur knapp eine Medaille. 2007 gewann Bø bei der Junioren-WM in Martell zwei weitere Medaillen. Im Einzel als Vierter und im Sprint als Fünftplatzierter verpasste er die Medaillen knapp, im Verfolgungsrennen wurde er hinter dem Deutschen Florian Graf Zweiter, ebenso mit Espen Årvaag und Magnus L‘Abeé-Lund im Staffelrennen hinter den Österreichern. Schon in seinem jungen Alter musste Bø einige Rückschläge verkraften. Nach der Saison 2006/2007 wurde er krank und konnte ein paar Monate kaum trainieren, sodass er nicht für die Junioren-WM 2008 nominiert wurde. Umso überraschender kam daher der fünfte Rang bei den Norwegischen Meisterschaften bei den Senioren, obwohl er sich vorher den rechten Arm ausgekugelt hatte. Im Frühjahr 2008 ließ sich Bø die Mandeln entfernen. Es traten aber langwierige Blutungen auf, die erst im Herbst endgültig gestoppt werden konnten.

Nach einem Jahr ohne Junioren-WM trat der junge Norweger 2009 in Canmore zum dritten Mal an. Im Einzel mit Platz 23 und in der Staffel mit dem sechsten Rang erreichte er keine guten Ergebnisse. Doch im Sprint und im Verfolgungsrennen konnte Bø die Bronzemedaillen gewinnen. Noch erfolgreicher verliefen die Biathlon-Europameisterschaften 2009 in Ufa. In Einzel, Sprint und Verfolgung trat er in den Junioren-Wettkämpfen an, die er alle drei gewann. Für das Staffelrennen wurde er in die norwegische Herren-Mannschaft berufen. Mit Dag Erik Kokkin, Henrik L’Abée-Lund und Rune Brattsveen gewann er den Titel. Als Lohn für seine guten Leistungen wurde Bø für das Saisonfinale des Biathlon-Weltcups in Chanty-Mansijsk berufen. Er startete im Sprint und verpasste als 61. um einen Platz das Verfolgungsrennen. Eine Woche nach seinem ersten Weltcup-Starts bewies Tarjei Bø nochmals seine starke Form. Er wurde im Einzelrennen norwegischer Meister und verwies den Gesamtweltcup-Dritten der Jahre 2008 und 2009, Emil Hegle Svendsen, auf den zweiten Platz. Im Verfolgungsrennen wurde er Vizemeister und konnte dabei Ole Einar Bjørndalen und weitere Weltklasse-Biathleten hinter sich lassen.

Etablierung und Gesamtsieg im Weltcup (Saison 2009/10 und 2010/11)Bearbeiten

In Pokljuka gewann Bø 2009 als 37. in einem Einzel erstmals Weltcuppunkte. Beim folgenden Sprint erreichte er mit dem vierten Rang seine erste Top-Ten-Platzierung und verpasste nur um 0,3 Sekunden den Sprung aufs Podest. Beim ersten Weltcuprennen 2010 gewann er mit der Staffel Norwegens erstmals im Weltcup. Nach den frühen Erfolgen in der Saison 2009/10 stand Bø schon früh als Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver fest. Dabei setzte er sich etwa gegen die norwegische Biathlon-Legende Frode Andresen durch. Bei den Spielen lief Bø das Einzel, in dem er 21. wurde. Außerdem bildete er mit Halvard Hanevold, Emil Hegle Svendsen und Ole Einar Bjørndalen die norwegische Staffel, die deutlich vor den Österreichern den Olympiasieg errang.

Zu Beginn der Saison 2010/11 konnte Bø mit zwei vierten und einem fünften Platz in Östersund sein Talent erneut unter Beweis stellen und eine Woche später feierte er in Hochfilzen im Sprint seinen ersten Weltcupsieg. Im darauf folgenden Verfolgungsrennen gewann Bø ebenfalls. Nachdem er nach Weihnachten gekränkelt hatte, kehrte er in Oberhof eindrucksvoll in den Weltcup zurück. So gewann er den Sprint und den Massenstart und übernahm zwischenzeitlich die Führung im Gesamtweltcup. Zum Auftakt der Biathlon-Weltmeisterschaften 2011 siegte er mit der norwegischen Mixed-Staffel. Dabei übernahm er als Schlussläufer auf Platz zwei liegend, brachte seine Mannschaft nach dem ersten Schießen in Führung und baute den Vorsprung bis ins Ziel auf 22 Sekunden gegenüber dem Deutschen Michael Greis aus. Im Sprint-Rennen konnte er wie im darauf basierenden Verfolgungsrennen den dritten Platz erreichen. Im Einzelrennen konnte der junge Norweger seine erste Einzel-Goldmedaille gewinnen. Bø gewann zudem mit seinen Teamkollegen Bjørndalen, Os und Svendsen die Staffel und war damit erfolgreichster Teilnehmer dieser WM. Am Ende gewann Bø den Gesamtweltcup und wurde damit zum jüngsten männlichen Gesamtweltcup-Sieger der Biathlongeschichte. Bø wurde am 8. Januar 2011 auf der norwegischen Sportsgala als Newcomer des Jahres ausgezeichnet.[2]

Krankheit und Rückkehr in die Weltspitze (Saison 2011/12 und 2012/13)Bearbeiten

In der darauf folgenden Weltcup-Saison konnte Bø nach seinem Sieg in Hochfilzen erneut das Gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Führenden übernehmen, musste dies aber aufgrund längerer Krankheitsphasen und darauf folgenden mittelmäßigen Ergebnissen wieder abgeben. Auch bei den Biathlon-Weltmeisterschaften 2012 konnte der junge Norweger seine Erfolge aus der vergangenen Saison nicht wiederholen. Er gewann jedoch mit der norwegischen Staffel seinen vierten WM-Titel.

In der Saison 2012/13 konnte Bø nach langen gesundheitlichen Problemen erst ab Januar am Weltcup teilnehmen.[3] So stieg er in Oberhof in die Saison ein und wurde 25. im Sprint und 22. in der anschließenden Verfolgung. Mit seinem siebten Platz im Sprintrennen von Ruhpolding qualifizierte Bø sich schließlich für die Biathlon-Weltmeisterschaften 2013 in Nové Město. Den Weltcup in Antholz ließ Bø daraufhin aus, um sich gezielt auf die WM vorbereiten zu können. Bei der WM wurde Bø im ersten Wettbewerb, der Mixed-Staffel, zusammen mit Tora Berger, Synnøve Solemdal und seinem Freund Svendsen erneut Weltmeister. Weiterhin gewann er in der Herrenstaffel in der Besetzung Bjørndalen, L’Abée-Lund, Bø und Svendsen seinen nächsten WM-Titel. Im letzten Rennen der WM, dem Massenstart, meldete sich Tarjei Bø schließlich endgültig in der Weltspitze zurück.[4] So gewann Bø mit einem fehlerfreien Schießen seine dritte Goldmedaille bei dieser WM und wurde hinter seinen Landsleuten Berger und Svendsen zum Dritterfolgreichsten Athleten. Beim darauf folgenden Weltcup in Oslo konnte Bø abermals seine tolle Form unterstreichen. So gewann er am Holmenkollen das Sprintrennen und belegte im anschließenden Verfolger Rang zwei. Er beendete die Saison auf Rang 15 im Gesamtweltcup.

Olympiapleite in Sotschi (Saison 2013/14)Bearbeiten

Auch die Weltcup-Saison 2013/14 verlief nicht wunschgemäß. Nachdem er sich bereits früh in der Saison für die Olympischen Spiele qualifiziert hatte, verpasste er wieder krankheitsbedingt einige Weltcup-Rennen. Auch bei Olympia, dem diesjährigen Saisonhöhepunkt, gelang ihm kein gutes Ergebnis. Einem 39. Platz im Sprint folgte ein 27. Rang in der daran anknüpfenden Verfolgung. Ein 26. Platz im Einzelrennen über 20 km sollte sein bestes Einzelergebnis dieser Spiele werden. Da er in der erstmals bei diesen Spielen ausgetragenen Mixed-Staffel, die in der Besetzung Berger, Tiril Eckhoff, Svendsen und Bjørndalen Gold gewann, nicht zum Einsatz kam und auch eine Wiederholung des Olympiasiegs in der Staffel von 2010 aufgrund eines Patzers im letzten Schießen durch Svendsen misslang, beendete er diese Saison ohne eine Medaille bei Großereignissen. Es war damit seine erste Saison seit 2009/2010, die er ohne Edelmetall beim Saisonhöhepunkt beendete. Im Gesamtweltcup belegte er abschließend Rang 29.

Medaillensammler in Kontiolahti (Saison 2014/15)Bearbeiten

Zu Beginn der Weltcup-Saison 2014/15 sah es so aus, als ob sich die letzte Saison wiederholen würde. Nach eher durchschnittlichen Ergebnissen, aber einer abermals frühzeitigen Qualifikation für die diesjährigen Weltmeisterschaften im finnischen Kontiolahti, verpasste Bø krankheitsbedingt alle Weltcup-Rennen in Oberhof und Ruhpolding. Auch die Rennen vor heimischer Kulisse am Holmenkollen musste er durch eine erneute Krankheit absagen. Er galt bei den nun folgenden Weltmeisterschaften nicht zum Favoritenkreis. Gleich im ersten Rennen dieser WM, der Mixed-Staffel, gewann er zusammen mit seinem Bruder Johannes sowie Fanny Horn und Tiril Eckhoff die Bronzemedaille. Im 10-km-Sprint, in dem Johannes Weltmeister wurde, schaffte Tarjei als Dritter abermals den Sprung aufs Podest. Es stand somit zum ersten Mal überhaupt bei Biathlon-Weltmeisterschaften ein Brüderpaar gemeinsam auf dem Siegerpodest. Während Johannes in der darauf folgenden Verfolgung durch zu viele Schießfehler aussichtslos aus den Medaillenrängen zurückfiel, erkämpfte sich Tarjei im dritten Rennen der WM die dritte Bronzemedaille. Nach einem durchschnittlichen 25. Platz im Einzelrennen, gewann Bø mit der norwegischen Männerstaffel zusammen mit Ole Einar Bjørndalen, seinem Bruder Johannes sowie Emil Hegle Svendsen hinter Deutschland Silber. Im Massenstart trat Bø als Titelverteidiger an und erkämpfte sich abermals nach einem Schießfehler die nunmehr vierte Bronzemedaille dieser Weltmeisterschaften. Damit gewann Bø in fünf von sechs Rennen eine Medaille, mehr Edelmetall gewann bei diesen WM niemand.

Heimweltmeisterschaften (Saison 2015/16)Bearbeiten

Die folgende Saison begann für die beiden Bø-Brüder, Eckhoff und Horn Birkeland mit einem Sieg im Mixed-Staffelwettbewerb. Höhepunkt dieser Saison waren die Weltmeisterschaften im heimischen Oslo. Nachdem im Verfolgungsrennen das Podest mit einem vierten Platz knapp verfehlte erreichte er im folgenden Sprint in Hochfilzen mit einem dritten Platz im Sprint seinen ersten Podestplatz der Saison. In diesem Jahr gelang es ihm nicht mehr auf das Podest zulaufen. Im ersten Rennen des Jahres 2016 erreichte er mit einem zweiten Platz erneut das Podest im Sprint und auch im Massenstart kam er als dritter ins Ziel. Im vierten Sprintrennen der Saison konnte er mit einem dritten Platz sein drittes Podest in dieser Disziplin erreichen. Bei den Weltcuprennen in Nordamerika nahm Bø nur an den Wettkämpfen in Presque Isle teil und gewann im letzten Rennen vor den Weltmeisterschaften zusammen mit Lars Helge Birkeland, Erlend Bjøntegaard und Johannes Thingnes Bø das Staffelrennen. Die Heimweltmeisterschaften begannen mit einem dritten Platz in Mixed-Staffel mit einer Medaille. Danach ging es für Bø allerdings weniger erfreulich weiter, in Einzel, Sprint und Verfolgung kam er über einen 22. Platz im Sprint nicht hinaus. In der Staffel gelang ihm dann mit Bjørndalen, Svendsen und seinem Bruder der Sieg. Den Massenstart beendete er dann mit einem sechsten Platz, als bestes Ergebnis bei diesen Weltmeisterschaften. Im Rahmen der WM wurde er außerdem mit der Holmenkollen-Medaille geehrt.[5] Auch bei der abschließenden Weltstation in Chanty-Mansijsk erreichte er keine Podestplatz mehr. Nachdem in den drei vorhergehenden Saisons keinen Platz in den Top-Ten hatte erreichen können, beendete er diese Saison als sechster der Welt. Dies war somit, obwohl ohne Sieg, seine zweitbeste Saison.

WM-Pleite und Krankheit (Saison 2016/17)Bearbeiten

Die Saison 2016/17 begann für Bø wenig erfreulich mit Krankheiten zu Beginn der Saison.[6] Aus diesem Grund konnte er vor den Weltmeisterschaften in Hochfilzen kein Weltcuprennen bestreiten und qualifizierte sich in den letzten Rennen vor der WM im IBU-Cup für diese. Die waren dann aber erneut ohne Einzelmedaille, allerdings waren zwei 14. Plätze sein schlechtestes Ergebnis und, womit die Weltmeisterschaften besser liefen als die im Jahr davor. Im Staffelrennen musste er dann nach dem Stehendschießen ein Strafrunde laufen und Norwegen wurde nur achter. An den beiden letzten Weltcupstation nahm er dann teil und konnte mit einem sechsten Platz im Sprint, nach einem neunten Platz in der WM-Verfolgung seinen zweiten Top-Ten-Platz der Saison erreichen.

Dritte Olympische Spiele (Saison 2017/18)Bearbeiten

Die olympische Saison 2017/18 startete Bø mit einem Sieg beim Auftakt des IBU-Cups. Daraufhin startete er auch beim Auftakt des Biathlonweltcups in Oberhof. Nachdem er im Einzel nur 20. geworden war, gelang im Sprint sein erster Sieg seit über vier Jahren. Nach sechs Schießfehlern fiel er in der Verfolgung auf den 19. Platz zurück. Nachdem er in der Verfolgung in Hochfilzen das Podest um knapp 2 Sekunden verfehlt hatte und Fünfter geworden war, kam er erst im neuen Jahr wieder in Podestnähe. Nach einem guten fünften Platz im Sprint, verbesserte er sich in der Verfolgung um zwei Plätze und wurde dritter in Oberhof. Im letzten Wettkampf vor den olympischen Spielen, dem Massenstart in Antholz, schloss er als zweiter, knapp hinter Fourcade ab.

Die olympischen Spielen in Pyeongchang waren seine bisher besten, obwohl er erneut keine Einzelmedaille erreichen konnte. Am nächste kam er ihr mit einem vierten Platz in der Verfolgung. Zusammen mit der norwegischen Staffel konnte er sich aber mit einem zweiten Platz seine zweite Olympiamedaille sichern. Sowohl das Einzel als auch die Verfolgung beendete er auf dem 13. Platz. Im der restlichen Saison konnte er bis auf das letzte Rennen keine Top-Ten-Platzierung mehr erreichen. Im abschließenden Massenstart wurde er sechster und wie auch vor zwei Jahren gehörte er, mit einem siebten Platz im Gesamtweltcup, zu den besten zehn Biathleten der Welt.

Einzelmedaille und Europameisterschaften (Saison 2018/19)Bearbeiten

Die Saison 2018/19 begann für ihn zunächst ohne Podestplätze, erst beim dritten Weltcup in Nové Město wurde er dritter in der Verfolgung. Nach der Weihnachtspaus konnte er dann in Ruhpolding hinter seinem Bruder seinen nächsten Podestplatz im Sprint erreichen. Nachdem er in Antholz außerhalb der Top-Ten gelandet war, ließ er die Wettkämpfe in Nordamerika aus und nahm das erste Mal seit zehn Jahren wieder an den Europameisterschaften teil. Diese begann er mit drei Strafminuten im Einzel, wurde aber dank Laufbestzeit zweiter. Im Sprint und in der Verfolgung gewann er dann zwei Mal die Goldmedaille. Die Weltmeisterschaften fanden in diesem Jahr in Östersund statt. Diese begann er mit einem 13. Platz im Sprint, welchen er in der Verfolgung um neun Plätze verbessern konnte, so dass er nur knapp am Podest vorbeilief. Im folgenden Einzel konnte er dann erstmals seit 2015 wieder eine Einzelmedaille bei Weltmeisterschaften gewinnen und auch mit der norwegischen Staffel gelang ihm wieder ein Sieg. Die Saison beendete er mit einem weiteren Podestplatz und zwei weiteren Top-Ten-Plätzen in Oslo. In der Gesamtwertung wurde er, wie auch 2016, erneut sechster. Sein Bruder Johannes Thingnes Bø gelang es den Gesamtweltcup für sich zu entscheiden. Nachdem Tarjei Bø ihn 2011 gewonnen hatte, gewann in den folgenden Jahren immer Fourcade.

StatistikBearbeiten

WeltcupsiegeBearbeiten

Anmerkung: Im Biathlonsport zählen Rennen bei den Olympischen Spielen von 1998 bis 2010 sowie das Mixedstaffelrennen 2014 (OS) und alle Weltmeisterschaften (WM) seit 1994 zum Weltcup.

Einzelrennen Staffelrennen
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 10. Dezember 2010 Osterreich  Hochfilzen Sprint (10 km)
2. 11. Dezember 2010 Osterreich  Hochfilzen Verfolgung (12,5 km)
3. 7. Januar 2011 Deutschland  Oberhof Sprint (10 km)
4. 9. Januar 2011 Deutschland  Oberhof Massenstart (15 km)
5. 8. März 2011 Russland  Chanty-Mansijsk (WM) Einzel (20 km)
6. 15. Dezember 2011 Osterreich  Hochfilzen Sprint (10 km)
7. 17. Februar 2013 Tschechien  Nové Město (WM) Massenstart (15 km)
8. 28. Februar 2013 Norwegen  Oslo Sprint (10 km)
9. 2. Dezember 2017 Schweden  Östersund Sprint (10 km)
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 7. Januar 2010 Deutschland  Oberhof Staffel1
2. 26. Februar 2010 Kanada  Vancouver-Whistler (OS) Staffel1
3. 12. März 2010 Finnland  Kontiolahti Mixed-Staffel2
4. 12. Dezember 2010 Osterreich  Hochfilzen Staffel3
5. 3. März 2011 Russland  Chanty-Mansijsk (WM) Mixed-Staffel4
6. 11. März 2011 Russland  Chanty-Mansijsk (WM) Staffel3
7. 11. Dezember 2011 Osterreich  Hochfilzen Staffel5
8. 9. März 2012 Deutschland  Ruhpolding (WM) Staffel6
9. 7. Februar 2013 Tschechien  Nové Město (WM) Mixed-Staffel7
10. 16. Februar 2013 Tschechien  Nové Město (WM) Staffel8
11. 7. Dezember 2013 Osterreich  Hochfilzen Staffel9
12. 25. Januar 2015 Italien  Antholz Staffel10
13. 6. Februar 2015 Tschechien  Nové Město na Moravě Mixed-Staffel11
14. 29. November 2015 Schweden  Östersund Mixed-Staffel11
15. 15. Januar 2016 Deutschland  Ruhpolding Staffel10
16. 13. Februar 2016 Vereinigte Staaten  Presque Isle Staffel12
17. 12. März 2016 Norwegen  Oslo (WM) Staffel10
18. 12. Januar 2018 Deutschland  Ruhpolding Staffel13
19. 18. März 2018 Norwegen  Oslo Staffel14
20. 18. Januar 2019 Deutschland  Ruhpolding Staffel15
21. 16. März 2019 Schweden  Östersund (WM) Staffel15
22. 7. Dezember 2019 Schweden  Östersund Staffel16
23. 15. Dezember 2019 Osterreich  Hochfilzen Staffel16
24. 13. Februar 2020 Italien  Antholz (WM) Mixed-Staffel17
25. 7. März 2020 Tschechien  Nové Město na Moravě Staffel18

2 Mit Ann Kristin Flatland, Tora Berger und Halvard Hanevold.
3 Mit Alexander Os, Ole Einar Bjørndalen und Emil Hegle Svendsen.
4 Mit Tora Berger, Ann Kristin Flatland und Ole Einar Bjørndalen.
5 Mit Rune Brattsveen, Lars Berger und Emil Hegle Svendsen.
6 Mit Ole Einar Bjørndalen, Rune Brattsveen und Emil Hegle Svendsen.
7 Mit Tora Berger, Synnøve Solemdal und Emil Hegle Svendsen.
8 Mit Ole Einar Bjørndalen, Henrik L’Abée-Lund und Emil Hegle Svendsen.
9 Mit Vetle Sjåstad Christiansen, Ole Einar Bjørndalen und Emil Hegle Svendsen.
10 Mit Ole Einar Bjørndalen, Johannes Thingnes Bø und Emil Hegle Svendsen.
11 Mit Fanny Horn, Tiril Eckhoff und Johannes Thingnes Bø.
12 Mit Lars Helge Birkeland, Erlend Bjøntegaard und Johannes Thingnes Bø.
13 Mit Lars Helge Birkeland, Emil Hegle Svendsen und Johannes Thingnes Bø.
14 Mit Lars Helge Birkeland, Henrik L’Abée-Lund und Johannes Thingnes Bø.
15 Mit Lars Helge Birkeland, Vetle Sjåstad Christiansen und Johannes Thingnes Bø.
16 Mit Johannes Dale, Erlend Bjøntegaard und Johannes Thingnes Bø.
17 Mit Marte Olsbu Røiseland, Tiril Eckhoff und Johannes Thingnes Bø.
18 Vetle Sjåstad Christiansen, Johannes Dale, Johannes Thingnes Bø.

Weltcup-StatistikBearbeiten

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixedstaffeln
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz 1 5 1 2 25 34
2. Platz 6 4 1 10 21
3. Platz 1 6 6 6 6 25
Top 10 7 39 33 25 45 149
Punkteränge 24 68 60 39 46 237
Starts 24 78 61 39 46 248
Stand: 18. März 2020

Olympische WinterspieleBearbeiten

Ergebnisse bei Olympischen Winterspielen:

Olympische Winterspiele Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Mixedstaffel
Jahr Ort
2010 Kanada  Vancouver 21.   1.
2014 Russland  Sotschi 26. 39. 27. 4.
2018 Korea Sud  Pyeongchang 13. 13. 4. 8.   2.

WeltmeisterschaftenBearbeiten

Ergebnisse bei den Weltmeisterschaften:

Weltmeisterschaften Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Mixedstaffel Single-Mixedstaffel
Jahr Ort
2011 Russland  Chanty-Mansijsk 1. 3. 3. 4. 1. 1.
2012 Deutschland  Ruhpolding 18. 17. 7. 17. 1.
2013 Tschechien  Nové Město 12. 18. 17. 1. 1. 1.
2015 Finnland  Kontiolahti 25. 3. 3. 3. 2. 3.
2016 Norwegen  Oslo 22. 54. 31. 6. 1. 3.
2017 Osterreich  Hochfilzen 14. 9. 14. 8.
2019 Schweden  Östersund 3. 13. 4. 9. 1.
2020 Italien  Antholz 6. 4. 6. 4. 2. 1.

JuniorenweltmeisterschaftenBearbeiten

Ergebnisse bei den Juniorenweltmeisterschaften:

Weltmeisterschaften Einzel Sprint Verfolgung Staffel
Jahr Ort
2006 Vereinigte Staaten  Presque Isle 1. 4. 2. 4.
2007 Italien  Martell 4. 5. 2. 2.
2009 Kanada  Canmore 23. 3. 3. 6.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tarjei Bø. Eurosport, abgerufen am 23. Februar 2020.
  2. Hushovd tok storeslem under Idrettsgallaen (norwegisch, abgerufen am 9. Januar 2011)
  3. Bö: Keine Weltcuprennen 2012 Sport1.de, 1. November 2012, abgerufen am 5. Januar 2013
  4. MassenstartVorlage:Toter Link/!...nourl (Seite nicht mehr abrufbar) auf Sportschau.de, 17. Februar 2013, abgerufen am 21. Februar 2013
  5. Holmenkollmedaljen - tildelinger auf snl.no, abgerufen am 1. Februar 2020
  6. Tarjei Bø sliter med mystiske plager: – Vi vet ikke hva som er galt auf nrk.no, 10. November 2016, abgerufen am 1. Februar 2020