Simon Desthieux

französischer Biathlet
Simon Desthieux Biathlon
2020 in Oberhof
Verband FrankreichFrankreich Frankreich
Geburtstag 3. Dezember 1991 (28 Jahre)
Geburtsort Belley, Frankreich
Größe 177[1] cm
Gewicht 68 kg
Karriere
Verein SC Lompnes
Trainer Vincent Vittoz,
Patrick Favre
Debüt im Europacup/IBU-Cup 2011
Debüt im Weltcup 2012
Weltcupsiege 8 Staffelsiege
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
JWM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
JEM-Medaillen 0 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold 2018 Pyeongchang Mixed-Staffel
IBU Biathlon-Weltmeisterschaften
Silber 2017 Hochfilzen Staffel
Gold 2020 Antholz Staffel
IBU Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften
Silber 2010 Torsby Staffel
Gold 2011 Nové Město na Moravě Einzel
Bronze 2012 Kontiolahti Sprint
IBU Biathlon-Junioreneuropameisterschaften
Silber 2011 Ridnaun Einzel
Silber 2011 Ridnaun Staffel
Weltcupbilanz
Gesamtweltcup 4. (2018/19)
Einzelweltcup 6. (2018/19)
Sprintweltcup 3. (2018/19)
Verfolgungsweltcup 4. (2018/19)
Massenstartweltcup 5. (2013/14)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
Einzel 0 1 0
Sprint 0 3 0
Verfolgung 0 0 1
Massenstart 0 0 1
Staffel 8 7 5
letzte Änderung: 22. Februar 2020

Simon Desthieux (* 3. Dezember 1991 in Belley) ist ein französischer Biathlet. Seine größten Erfolge sind der Olympiasieg 2018 mit der Mixed-Staffel und der Staffel-Weltmeistertitel 2020.

Sportliche LaufbahnBearbeiten

Anfänge und Erfolge bei den Junioren (bis 2012)Bearbeiten

Simon Desthieux wuchs als mittlerer von drei Brüdern im Département Ain in der Nähe des Jura-Gebirges auf. Alle drei nahmen das Biathlon-Training auf: Simons älterer Bruder Baptiste startete selbst im IBU-Cup und betreute dort zwischenzeitlich das französische Frauenteam, auch der jüngste Bruder Étienne verfolgte anfangs das Ziel, gemeinsam mit Simon im Weltcup an den Start zu gehen – nach dem Vorbild der Brüder Fourcade.[2] Desthieux’ Vater war bis 2017 Präsident des SC Lompnes, des Heimat-Ski-Clubs der Familie, und bezeichnete Simon später als „besten Botschafter“ des Vereins.[3]

Ab 2006 startete Desthieux bei französischen Biathlon-Jugendwettkämpfen.[4] Sein internationales Debüt gab er im Alter von 18 Jahren bei den Jugendweltmeisterschaften 2010 in Torsby. Dort gewann er mit Antonin Guigonnat und Florent Claude – späteren Teamkollegen im französischen Nationalkader – die Silbermedaille im Staffelrennen. Ein Jahr später startete er erfolgreich bei der Junioren-WM in Nové Město na Moravě und holte neben mehreren Top-Ten-Platzierungen den Titel im Einzel vor Benedikt Doll. Mit wachsendem Erfolg bestritt der Franzose zudem Rennen im IBU-Cup, der zweithöchsten internationalen Wettkampfklasse: 2011 erreichte er dort beim Sprint in Annecy sein erstes Ergebnis unter den besten Zehn und bestätigte dieses Resultat im folgenden Winter mehrmals. Zudem gewann er bei seinen zweiten Welttitelkämpfen im Juniorenbereich eine weitere Bronzemedaille, dieses Mal im Sprint.

Goldmedaillen mit der französischen Staffel und Podiumsplätze im Weltcup (ab 2012)Bearbeiten

Mit Beginn der Saison 2012/2013 gehörte Desthieux dem französischen Weltcup-Kader an. Im vierten Rennen seiner Debütsaison gewann er als 37. des Sprints von Hochfilzen erste Weltcuppunkte. Am Ende des Winters standen acht Platzierungen unter den besten 40 mit einem 19. Rang als bestem Einzelergebnis und zwei Staffeleinsätzen, darunter einem fünften Platz. Über die folgenden Winter etablierte er sich im französischen Nationalteam, in dem Martin Fourcade als Seriensieger im Gesamtweltcup die führende Position einnahm[5] und im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit stand.[6] Dahinter gehörte Desthieux – unter anderem gemeinsam mit dem wenige Monate jüngeren Quentin Fillon Maillet – zum Kern einer immer stärker werdenden verjüngten Mannschaft: Im Dezember 2014 stand er in Hochfilzen mit der Staffel erstmals auf dem Weltcuppodest, zwei Jahre später feierte er auf der Pokljuka gemeinsam mit Fourcade, Fillon Maillet und Jean-Guillaume Béatrix seinen ersten Weltcupsieg. In der gleichen Besetzung gewann die Staffel im Februar 2017 die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft. Bei den olympischen Wettkämpfen 2018 in Pyeongchang gewannen Desthieux, Fourcade, Marie Dorin-Habert und Anaïs Bescond die Mixed-Staffel, Desthieux wurde somit zu einem von sechs französischen Olympiasiegern des Jahres.

Im Vergleich zu den Auftritten mit der Staffel gelangen Desthieux in den Einzelweltcups kleinere Erfolge: Zwar hatte er bereits am Ende seiner zweiten Saison in der höchsten Wettkampfklasse, beim Massenstart von Oslo im März 2014, einen vierten Rang belegt – dieses Resultat blieb jedoch über vier Jahre sein bestes Karriereergebnis. Erst 2018 stand der mittlerweile 26-Jährige in Tjumen als Sprintzweiter erstmals auf dem Weltcup-Podest eines Einzelrennens und erreichte am Saisonende im Gesamtweltcup als Achter ein Top-Ten-Ergebnis. Dennoch sah sich Desthieux noch im Winter 2018/19 „eher als Außenseiter mit Potenzial und nicht als möglicher Sieger“.[7] In ebendieser Saison zeigte Martin Fourcade, nach zuvor sieben Gesamtweltcupsiegen in Folge, größere Schwächen und wurde Zwölfter in der Wertung. Desthieux platzierte sich mit insgesamt konstanteren Leistungen – 17 Top-Ten-Ergebnissen bei 25 Auftritten, darunter zwei weitere Podiumsergebnisse – als Vierter vor Fourcade, aber einen Rang hinter Fillon Maillet, der in diesem Winter seine ersten Weltcupsiege feierte. Die Konstanz behielt Desthieux auch 2019/20 als Sechster des Gesamtweltcups bei – dieses Mal aber lediglich als viertbester Franzose, hinter dem wiedererstarkten Fourcade, Fillon Maillet und dem jüngeren Émilien Jacquelin. Diese vier Athleten gewannen bei den Weltmeisterschaften 2020 in Antholz die Staffel-Goldmedaille.

StatistikBearbeiten

WeltcupsiegeBearbeiten

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 11. Dez. 2016 Slowenien  Pokljuka Staffel 1
2. 5. März 2017 Korea Sud  Pyeongchang Staffel 2
3. 12. März 2017 Finnland  Kontiolahti Mixed-Staffel 3
4. 2. Dez. 2018 Slowenien  Pokljuka Mixed-Staffel 4
5. 17. Feb. 2019 Vereinigte Staaten  Midway Mixed-Staffel 5
6. 18. Jan. 2020 Deutschland  Ruhpolding Staffel 6
7. 25. Jan. 2020 Slowenien  Pokljuka Mixed-Staffel 7
8. 22. Feb. 2020 Italien  Antholz (WM) Staffel 6
2 mit Jean-Guillaume Béatrix, Simon Fourcade und Martin Fourcade
3 mit Marie Dorin-Habert, Anaïs Bescond und Quentin Fillon Maillet
4 mit Anaïs Bescond, Justine Braisaz und Martin Fourcade
5 mit Quentin Fillon Maillet, Célia Aymonier und Anaïs Chevalier
6 mit Émilien Jacquelin, Martin Fourcade und Quentin Fillon Maillet.
7 mit Quentin Fillon Maillet, Justine Braisaz und Julia Simon

WeltcupplatzierungenBearbeiten

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixedstaffeln
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz 8 8
2. Platz 1 3 7 11
3. Platz 1 1 5 7
Top 10 2 21 12 11 39 85
Punkteränge 13 55 47 27 41 183
Starts 20 68 52 27 41 208
Stand: 18. März 2020

Olympische WinterspieleBearbeiten

Ergebnisse bei Olympischen Winterspielen:

Olympische Winterspiele Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Mixedstaffel
Jahr Ort
2014 Russland  Sotschi 45. 21. 8.
2018 Korea Sud  Pyeongchang 27. 12. 7. 22. 5.   1.

WeltmeisterschaftenBearbeiten

Ergebnisse bei den Weltmeisterschaften:

Weltmeisterschaften Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Mixedstaffel Single-Mixedstaffel
Jahr Ort
2013 Tschechien  Nové Město 67.
2015 Finnland  Kontiolahti 49.
2016 Norwegen  Oslo 28. 12. 6. 24. 9.
2017 Osterreich  Hochfilzen 51. 34. 27. 2.
2019 Schweden  Östersund 6. 5. 32. 11. 6. 8.
2020 Italien  Antholz 59. 18. 8. 1.

WeblinksBearbeiten

Commons: Simon Desthieux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Simon Desthieux. Eurosport, abgerufen am 23. Februar 2020.
  2. Nils Louna: Une histoire de famille auf ledauphine.com. Erschienen am 30. Januar 2013. Abgerufen am 30. März 2020.
  3. Pourquoi Jean-Marc Desthieux lâche les rênes du Ski club auf leprogres.fr. Erschienen am 8. November 2017. Abgerufen am 30. März 2020. „Nous avons aussi participé à l’émergence de Simon Desthieux […]. C’est notre meilleur ambassadeur et il amène aussi les plus jeunes vers le biathlon.“ (auf Deutsch: „Wir waren auch am Durchbruch von Simon Desthieux beteiligt. […] Er ist unser bester Botschafter und er bringt auch die Jüngsten zum Biathlon.“)
  4. Palmarès général SimonDesthieux. PDF abrufbar auf der Seite des Instituts de Formation aux Métiers du Sport Hauteville.
  5. Volker Kreisl: Perfekter Zeitpunkt. In: Süddeutsche Zeitung (12. Dezember 2013, S. 33). Aus Munzinger Online. „[…] an Fourcades Erfolgen wird sich eine neue Generation orientieren. Jüngstes Beispiel ist der 22-jährige Simon Desthieux, der zu Saisonbeginn mit einer couragierten Mixed-Staffel-Leistung auffiel […].“
  6. Nicolas Termier: Interview biathlon Simon DESTHIEUX auf altitude-biathlon.org. Erschienen am 27. November 2019. Abgerufen am 30. März 2020. „Pour Martin, cette reconnaissance et ces sollicitations sont nettement plus fortes. Partout où il va, il est reconnu, à l’aéroport… partout.“ (auf Deutsch: „Martin wird viel häufiger wiedererkannt und angesprochen. Wohin er auch geht, er wird erkannt, am Flughafen… überall.“)
  7. Tangi Kerhoas / L’Equipe: Ein super normaler Biathlet. In: Biathlonworld, Nummer 54/2020, S. 84–87. Als PDF abrufbar auf biathlonworld.com.