Aydın (Provinz)

Provinz der Türkei

Aydın ist eine Provinz/Großstadtgemeinde an der Küste der Ägäis, im Westen der Türkei. In der Antike war die Region ein Grenzgebiet von Karien mit Lydien und Phrygien. Hauptstadt der Provinz ist die Stadt Aydın. In den heutigen Grenzen zählt sie mit 8117 km² zu den kleineren Provinzen des Landes, ist aber mit mehr als 1 Million Einwohnern relativ dicht besiedelt (ca. 138 Einwohner pro km²).

Aydın
Nummer der Provinz: 09
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Über dieses Bild
Landkreise
Aydın location districts.svg
Basisdaten
Koordinaten: 37° 44′ N, 27° 56′ OKoordinaten: 37° 44′ N, 27° 56′ O
Provinzhauptstadt: Aydın
Region: Ägäisregion
Fläche: 8.117 km²
Einwohnerzahl: 1.119.084[1] (2020)
Bevölkerungsdichte: 137,9 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Hüseyin Aksoy[2]
Sitze im Parlament: 8
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0256
Kennzeichen: 09
Website
www.aydin.gov.tr (Türkisch)

Sie grenzt an die Provinzen İzmir im Norden, Manisa im Nordosten, Denizli im Osten und Muğla im Süden.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Provinz ist in 17 İlçe gegliedert, die vom Siedlungsbild in ländlichen Bereichen einem Landkreis, in städtischen Ballungsräumen einem Stadtbezirk ähneln. 2012 wurde die alte Gemeinde Aydın aufgelöst und an ihrer Stelle eine Großstadtgemeinde (Aydın Büyükşehir Belediyesi) errichtet. Zu diesem Zweck wurde das alte Stadtgebiet auf mehrere Gemeinden (Belediye) aufgeteilt und mit diesen und angrenzenden Gemeinden die Großstadtgemeinde gebildet. Sukzessive wurde durch Gründung und Auflösung von Gemeinden und Überführungen von Dorf (Köy) -Organisationen in Mahalle-Organisationen eine Einräumigkeit von Kommunalverwaltung (durch die Belediye) und staatlicher Verwaltung (durch das İlçe) hergestellt, so dass sich im Ergebnis das Gebiet der Einzelgemeinden mit dem jeweils gleichnamigen staatlichen Verwaltungsbezirk deckt. Nach einer Verwaltungsreform 2014 umfasst das Gebiet der Großstadtgemeinde die gesamte Provinz. Die kommunalen Selbstverwaltungsorgane auf Provinzebene (İl Meclisi) wurden aufgelöst und ihre Zuständigkeiten auf die Verwaltung der Großstadtgemeinde übertragen. Die Provinz wurde damit zu einem rein staatlichen Verwaltungsbezirk.

Die 17 İlçe sind:

İlçe Fläche
in km² 1
Bevölkerung am 31.12.2020 2 Anzahl
der
Mahalle
Bevölkerungs
dichte (Einw. je km²)
Sex Ratio
Frauen auf
1000 Männer
 3
Gründungs
datum 4,5
Gesamt männlich weiblich
Bozdoğan 859 33.056 16.612 16.444 55 38,5 990
Buharkent 124 12.796 6.376 6.420 14 103,2 1007 1987
Çine 820 49.128 24.416 24.712 72 59,9 1012
Didim 424 90.427 45.972 44.455 16 213,3 967 1990
Efeler 624 292.716 145.628 147.088 83 469,1 1010 2012
Germencik 394 44.255 21.961 22.294 36 112,3 1015 1948
İncirliova 188 53.999 26.862 27.137 28 287,2 1010 1987
Karacasu 727 18.129 8.960 9.169 38 24,9 1023
Karpuzlu 286 10.928 5.424 5.504 23 38,2 1015 1990
Koçarlı 455 22.619 11.335 11.284 52 49,7 996 1946
Köşk 187 27.828 14.111 13.717 28 148,8 972 1990
Kuşadası 265 121.493 60.526 60.967 23 458,5 1007
Kuyucak 544 26.624 13.194 13.430 36 48,9 1018 1953
Nazilli 691 160.877 78.818 82.059 82 232,8 1041
Söke 1.064 121.940 61.093 60.847 50 114,6 996
Sultanhisar 220 20.030 9.822 10.208 18 91,0 1039 1958
Yenipazar 245 12.239 5.956 6.283 18 50,0 1055 1957
PROVINZ Aydın 8.117 1.119.084 557.066 562.018 672 137,9 1009

QuellenBearbeiten

1 Fläche 2014[3]
2 Bevölkerungsfortschreibung am 31. Dezember 2020[4]
3 Geschlechterverhältnis: Anzahl der Frauen auf 1000 Männer (berechnet)
4 PDF des Innenministeriums[5]
5 Landkreise, die erst nach Gründung der Türkei (1923) gebildet wurden.

BevölkerungBearbeiten

Ergebnisse der BevölkerungsfortschreibungBearbeiten

Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Zusätzlich sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (Sex Ratio d. h. die rechnerisch ermittelte Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt. Der Zensus von 2011 ermittelte 999.131 Einwohner, das sind über 48.000 Einwohner mehr als zum Zensus 2000.[6]

Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-
rate der Be-
völkerung
(in %)
Geschlechter
verhältnis
(Frauen auf
1000 Männer)
Rang
(unter den 81 Provinzen)
gesamt männlich weiblich
2020 1.119.084 557.066 562.018 0,73 1009 20
2019 1.110.972 552.626 558.346 1,20 1010 20
2018 1.097.746 546.092 551.654 1,56 1010 20
2017 1.080.839 539.726 541.113 1,18 1003 20
2016 1.068.260 533.004 535.256 1,40 1004 20
2015 1.053.506 525.267 528.239 1,11 1006 20
2014 1.041.979 519.900 522.079 2,06 1004 20
2013 1.020.957 510.512 510.445 1,43 1000 20
2012 1.006.541 502.337 504.204 0,74 1004 20
2011 999.163 499.194 499.969 0,94 1002 20
2010 989.862 495.363 494.499 1,09 998 20
2009 979.155 489.857 489.298 1,41 999 20
2008 965.500 482.434 483.066 1,96 1001 20
2007 946.971 473.481 473.490 1000 20
2000 950.757 475.817 474.940 998 20


VerkehrBearbeiten

Die Provinz wird durch die Autobahn O31 (E87) über Selçuk mit İzmir an der Ägäisküste, verbunden. Landeinwärts führen die E87 und die Bahnlinie weiter über Aydın und biegen später (nach Denizli) südwärts ins Taurusgebirge bis an die türkische Südküste ab.

Geografie und GeschichteBearbeiten

Die zentral gelegene Provinzhauptstadt Aydın hat rund 180.000 Einwohner. Etwa 80 km vom Ägäischen Meer entfernt liegt sie im Tal des Großen Mäander (türkisch Büyuk Menderes), des mit 550 km längsten Flusses von Westanatolien.

Dessen Tal durchzieht die gesamte Provinz in Ost-West-Richtung. Darin liegen die meisten Städte und Orte (z. B. Söke und Nazilli), sein Oberlauf liegt in der östlich angrenzenden Provinz Denizli.

Die Grenze zur nördlichen Provinz İzmir wird vom Aydın-Gebirge (Aydın Dağları) gebildet, das parallel zum Großen Mäander verläuft und mehrmals 1800 m Höhe erreicht. Die Südhälfte der Region ist durch vier große Seitentäler quer dazu gegliedert.

Zwischen Söke und Aydın liegt das alte Magnesia, flussaufwärts bei Sultanhisar die Reste des antiken Nysa.

Die Küstenebene des Großen Mäander hat sich seit der griechisch-ionischen Zeit durch die Sedimente des Flusses um einige Kilometer zum Meer verbreitert. Etwa 15 km nördlich und südlich der Mündung kann man die Reste der Städte Priene, Milet und Didyma besichtigen.

Diese heute nur dünn besiedelte Landschaft war durch zweieinhalb Jahrtausende ein Siedlungszentrum der ionischen Griechen. Die ganze Region wurde von Ephesos geprägt. Die Hauptstadt der römischen Provinz Asia liegt heute einige Kilometer nördlich der Provinzgrenze an der Mündung des Kleinen Mäander (türkisch Küçük Menderes), der auf griechisch Kaystros genannt wurde. Der Name der Provinz rührt von der turkmenischen Dynastie der Aydın-Oğulları her, die Anfang des 14. Jahrhunderts während des Zerfalls des rumseldschukischen Staates diese vormals byzantinischen Gebiete in Südwestkleinasien eroberten und ein Reich mit den Zentren in Ephesos (Ayasoluk) und Birgi (Pyrgion) gründeten, das 1390 und endgültig 1425/1426 dem Osmanischen Reich einverleibt wurde.

Die heutige Provinz Aydın darf nicht mit der gleichnamigen osmanischen Großprovinz, dem Vilâyet Aydın, des späten 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts verwechselt werden. Hauptort dieser Großprovinz, die einen Großteil des westlichen Anatolien umfasste, war Izmir. Innerhalb dieser Provinz lag als untergeordnete Verwaltungseinheit der Sandschak Aydın, der Vorläufer der heutigen Provinz. Hauptort dieses Sandschaks war die Kleinstadt Güzelhisar, die den Namen des Sandschaks dann übernahm.

Die Provinz Aydın ist berühmt für ihre Feigen, so kommt auch der überwiegende Teil der türkischen Feigenproduktion aus Aydın.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nufusu.com Aydın Nüfusu, abgerufen am 16. März 2021
  2. Gouverneursporträt auf der Webseite der Provinz Aydın
  3. General Directorate Of Mapping İl ve İlçe Yüzölçümleri (PDF; 0,68 MB).
  4. Aydın Nüfusu İl İlçe Mahalle Köy Nüfusu, abgerufen am 16. März 2021
  5. illeridaresi.gov.tr (PDF; 1,4 MB).
  6. Aydın Nüfusu, abgerufen am 16. März 2021

WeblinksBearbeiten

Commons: Aydın Province – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien