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Aydın ist eine Provinz/Großstadtgemeinde an der Küste der Ägäis, im Westen der Türkei. In der Antike war die Region ein Grenzgebiet von Karien mit Lydien und Phrygien. Hauptstadt der Provinz ist die Stadt Aydın. In den heutigen Grenzen zählt sie mit 8.117 km² zu den kleineren Provinzen des Landes, ist aber mit mehr als 1 Million Einwohnern relativ dicht besiedelt (ca. 133 Einwohner pro km²).

Aydın
Nummer der Provinz: 09
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Über dieses Bild
Landkreise
Aydın location districts.svg
Basisdaten
Koordinaten: 37° 44′ N, 27° 56′ OKoordinaten: 37° 44′ N, 27° 56′ O
Provinzhauptstadt: Aydın
Region: Ägäisregion
Fläche: 8.117 km²
Einwohnerzahl: 1.097.746[1] (2018)
Bevölkerungsdichte: 135,2 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Yavuz Selim Köşger[2]
Sitze im Parlament: 7
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0256
Kennzeichen: 09
Website
www.aydin.gov.tr (Türkisch)

Sie grenzt an die Provinzen İzmir im Norden, Manisa im Nordosten, Denizli im Osten und Muğla im Süden.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Provinz ist in 17 İlçe gegliedert, die vom Siedlungsbild in ländlichen Bereichen einem Landkreis, in städtischen Ballungsräumen einem Stadtbezirk ähneln. 2012 wurde die alte Gemeinde Aydın aufgelöst und an ihrer Stelle eine Großstadtgemeinde (Aydın Büyükşehir Belediyesi) errichtet. Zu diesem Zweck wurde das alte Stadtgebiet auf mehrere Gemeinden (Belediye) aufgeteilt und mit diesen und angrenzenden Gemeinden die Großstadtgemeinde gebildet. Sukzessive wurde durch Gründung und Auflösung von Gemeinden und Überführungen von Dorf (Köy) -Organisationen in Mahalle-Organisationen eine Einräumigkeit von Kommunalverwaltung (durch die Belediye) und staatlicher Verwaltung (durch das İlçe) hergestellt, so dass sich im Ergebnis das Gebiet der Einzelgemeinden mit dem jeweils gleichnamigen staatlichen Verwaltungsbezirk deckt. Nach einer Verwaltungsreform 2014 umfasst das Gebiet der Großstadtgemeinde die gesamte Provinz. Die kommunalen Selbstverwaltungsorgane auf Provinzebene (İl Meclisi) wurden aufgelöst und ihre Zuständigkeiten auf die Verwaltung der Großstadtgemeinde übertragen. Die Provinz wurde damit zu einem rein staatlichen Verwaltungsbezirk.

Die 17 İlçe sind:

İlçe Fläche
in km² 1
Bevölkerung am 31.12.2018 2 Anzahl
der
Mahalle
Bevölkerungs
dichte (Einw. je km²)
Sex Ratio
Frauen auf
1000 Männer
 3
Gründungs
datum 4,5
Gesamt männlich weiblich
Bozdoğan 859 33.843 16.964 16.879 55 39,4 995
Buharkent 124 12.688 6.279 6.409 14 102,3 1021 1987
Çine 820 49.760 24.686 25.074 72 60,7 1016
Didim 424 85.055 43.293 41.762 16 200,6 965 1990
Efeler 624 289.248 143.459 145.789 83 463,5 1016 2012
Germencik 394 43.913 21.761 22.152 36 111,5 1018 1948
İncirliova 188 51.526 25.708 25.818 28 274,1 1004 1987
Karacasu 727 18.706 9.242 9.464 38 25,7 1024
Karpuzlu 286 11.113 5.519 5.594 23 38,9 1014 1990
Koçarlı 455 23.716 11.773 11.943 52 52,1 1014 1946
Köşk 187 27.517 13.930 13.587 28 147,1 975 1990
Kuşadası 265 113.580 56.701 56.879 23 428,6 1003
Kuyucak 544 26.975 13.376 13.599 36 49,6 1017 1953
Nazilli 691 156.748 77.124 79.624 82 226,8 1032
Söke 1.064 120.217 60.225 59.992 49 113,0 996
Sultanhisar 220 20.533 9.977 10.556 18 93,3 1058 1958
Yenipazar 245 12.608 6.075 6.533 18 51,5 1075 1957
PROVINZ Aydın 8.117 1.097.746 546.092 551.654 671 135,2 1010

QuellenBearbeiten

1 Fläche 2014[3]
2 Bevölkerungsfortschreibung am 31. Dezember 2018[4]
3 Geschlechterverhältnis: Anzahl der Frauen auf 1000 Männer (berechnet)
4 PDF des Innenministeriums[5]
5 Landkreise, die erst nach Gründung der Türkei (1923) gebildet wurden.

BevölkerungBearbeiten

Ergebnisse der BevölkerungsfortschreibungBearbeiten

Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Zusätzlich sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (Sex Ratio d. h. die rechnerisch ermittelte Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt. Der Zensus von 2011 ermittelte 999.131 Einwohner, das sind über 48.000 Einwohner mehr als zum Zensus 2000.[6]

Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-
rate der Be-
völkerung
(in %)
Geschlechter
verhältnis
(Frauen auf
1000 Männer)
Rang
(unter den 81 Provinzen)
gesamt männlich weiblich
2018 1097746 546092 551654 1,56 1010 20
2017 1080839 539726 541113 1,18 1003 20
2016 1068260 533004 535256 1,40 1004 20
2015 1053506 525267 528239 1,11 1006 20
2014 1041979 519900 522079 2,06 1004 20
2013 1020957 510512 510445 1,43 1000 20
2012 1006541 502337 504204 0,74 1004 20
2011 999163 499194 499969 0,94 1002 20
2010 989862 495363 494499 1,09 998 20
2009 979155 489857 489298 1,41 999 20
2008 965500 482434 483066 1,96 1001 20
2007 946971 473481 473490 1000 20
2000 950757 475817 474940 998 20

VolkszählungsergebnisseBearbeiten

Nachfolgende Tabellen geben den bei den 15 Volkszählungen dokumentierten Einwohnerstand der Provinz Ankara wieder.
Die Werte der linken Tabelle sind E-Books (der Originaldokumente[7]) entnommen, die Werte der rechten Tabelle entstammen der Datenabfrage des Türkischen Statistikinstituts TÜIK[8]

Jahr Bevölkerung
am Zensustag
Anteil
in %
Rang
Türkei Provinz Ankara
1927 13.648.270 212.541 1,56 26
1935 16.158.018 261.078 1,62 28
1940 17.820.950 281.784 1,58 27
1945 18.790.174 294.407 1,57 27
1950 20.947.188 335.663 1,60 25
1955 24.064.763 427.832 1,78 15
1960 27.754.820 467.341 1,68 13
Jahr Bevölkerung
am Zensustag
Anteil
in %
Rang
Türkei Provinz Ankara
1965 31.391.421 524.918 1,67 17
1970 35.605.176 564.802 1,59 22
1975 40.347.719 609.869 1,51 23
1980 44.736.957 652.488 1,46 23
1985 50.664.458 743.419 1,47 23
1990 56.473.035 824.816 1,46 22
2000 67.803.927 950.757 1,40 20
2011 74.525.696 999.131 1,34 20

Anzahl der Provinzen bezogen auf die Censusjahre:

  • 1927, 1940 bis 1950: 63 Provinzen
  • 1935: 57 Provinzen
  • 1955: 66 Provinzen
  • 1960 bis 1985: 67 Provinzen
  • 1990: 73 Provinzen
  • 2000: 81 Provinzen

VerkehrBearbeiten

Die Provinz wird durch die Autobahn O31 (E87) über Selçuk mit İzmir an der Ägäisküste, verbunden. Landeinwärts führen die E87 und die Bahnlinie weiter über Aydın und biegen später (nach Denizli) südwärts ins Taurusgebirge bis an die türkische Südküste ab.

Geografie und GeschichteBearbeiten

Die zentral gelegene Provinzhauptstadt Aydın hat rund 180.000 Einwohner. Etwa 80 km vom Ägäischen Meer entfernt liegt sie im Tal des Großen Mäander (türkisch Büyuk Menderes), des mit 550 km längsten Flusses von Westanatolien.

Dessen Tal durchzieht die gesamte Provinz in Ost-West-Richtung. Darin liegen die meisten Städte und Orte (z. B. Söke und Nazilli), sein Oberlauf liegt in der östlich angrenzenden Provinz Denizli.

Die Grenze zur nördlichen Provinz İzmir wird vom Aydın-Gebirge (Aydın Dağları) gebildet, das parallel zum Großen Mäander verläuft und mehrmals 1800 m Höhe erreicht. Die Südhälfte der Region ist durch vier große Seitentäler quer dazu gegliedert.

Zwischen Söke und Aydın liegt das alte Magnesia, flussaufwärts bei Sultanhisar die Reste des antiken Nysa.

Die Küstenebene des Großen Mäander hat sich seit der griechisch-ionischen Zeit durch die Sedimente des Flusses um einige Kilometer zum Meer verbreitert. Etwa 15 km nördlich und südlich der Mündung kann man die Reste der Städte Priene, Milet und Didyma besichtigen.

Diese heute nur dünn besiedelte Landschaft war durch zweieinhalb Jahrtausende ein Siedlungszentrum der ionischen Griechen. Die ganze Region wurde von Ephesos geprägt. Die Hauptstadt der römischen Provinz Asia liegt heute einige Kilometer nördlich der Provinzgrenze an der Mündung des Kleinen Mäander (türkisch Küçük Menderes), der auf griechisch Kaystros genannt wurde. Der Name der Provinz rührt von der turkmenischen Dynastie der Aydın-Oğulları her, die Anfang des 14. Jahrhunderts während des Zerfalls des rumseldschukischen Staates diese vormals byzantinischen Gebiete in Südwestkleinasien eroberten und ein Reich mit den Zentren in Ephesos (Ayasoluk) und Birgi (Pyrgion) gründeten, das 1390 und endgültig 1425/1426 dem Osmanischen Reich einverleibt wurde.

Die Provinz Aydın ist berühmt für ihre Feigen, so kommt auch der überwiegende Teil der türkischen Feigenproduktion aus Aydın.

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Aydın Province – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien