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Ağrı (armenisch Աղրի, kurdisch Agirî) ist eine Provinz im äußersten Osten der Türkei.

Ağrı
Nummer der Provinz: 04
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Über dieses Bild
Landkreise
Ağrı districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 39° 34′ N, 43° 13′ OKoordinaten: 39° 34′ N, 43° 13′ O
Provinzhauptstadt: Ağrı
Region: Ostanatolien
Fläche: 11.099 km²[1]
Einwohnerzahl: 539.657[2] (2018)
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Süleyman Elba[3]
Sitze im Parlament: 4
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0472
Kennzeichen: 04
Website
www.agri.gov.tr (Türkisch)

Ihre Hauptstadt heißt ebenfalls Ağrı. Zur Zeit der Osmanen hieß die Stadt Şarbulak, was „fließende Quelle“ bedeutet. 1927 wurde der Name in Karaköse geändert, was entweder auf den osmanischen Eroberer 1507 Karagöz Bey oder auf Kara Kilise (dt: „schwarze Kirche“) zurückgeht. Seit 1938 tragen Stadt und Provinz ihren heutigen Namen nach dem Berg Ararat (Ağrı Dağı).

GeographieBearbeiten

Die Provinz Ağrı grenzt im Osten an den Iran, im Norden an die Provinzen Kars und Iğdır, im Westen an die Provinzen Muş und Erzurum und im Süden an die Provinzen Van und Bitlis. Die Provinz Ağrı hat eine Fläche von 11.376 km² und besteht nahezu zur Hälfte aus Bergen. Der Große Ararat (Büyük Ağrı Dağı) ist mit 5137 m der höchste Berg der Türkei. Ihm verdankt die Provinz ihren Namen. Der kleine Bruder des Großen Ararat ist der Kleine Ararat (Küçük Ağrı Dağı) (3896 m). Andere hohe Berge sind der Süphan Dağı (4058 m), der Aşağı Dağı (3270 m), der Karadağ Dağı (3243 m) und der Aladağ Dağı (3250 m). Der wichtigste See in der Provinz Ağrı ist der 2241 m hoch gelegene Balık Gölü („Fischsee“).

GeschichteBearbeiten

Ağrı liegt an der Verbindungsstelle zwischen Kaukasus, Kleinasien und dem Iran. Es finden sich hier Spuren der Hethiter, der Hurriter und der Urartäer (vgl. Anzavurtepe). Die Urartäer hatten die Gegend um den benachbarten Van-See zum Zentrum ihrer Kultur gemacht. Die Kimmerer behaupteten sich auch eine Zeitlang hier (archäologische Spuren fehlen allerdings), bis das Gebiet unter die Herrschaft der Meder kam, die um etwa 550 v. Chr. von den Persern verdrängt wurden. 200 Jahre später eroberte Alexander der Große diese Gegend. Spätestens nach dem Tod von Alexander besiedelten Armenier diese Gegend und hielten sich bis in die Gegenwart. Nach Jahrhunderten abwechselnder Herrschaften kam Ağrı 1071 n. Chr. unter die Herrschaft der Seldschuken. Ab diesem Zeitpunkt waren Turkmenen bzw. Türken hier präsent. Im 16. Jahrhundert wurde Ağrı von den Osmanen erobert. Ağrı wurde zum Schauplatz von Kriegen der Osmanen gegen Perser und Russen. Im Ersten Weltkrieg wurde Ağrı von den Russen besetzt und erst 1920 wieder geräumt. Seit 1923 ist Ağrı Teil der Türkei. Zwischen 1927 und 1930 gab es mehrere kurdische Aufstände, die teilweise von der Xoybûn organisiert wurden (Ararat-Aufstand). Die Türkei konnte den Aufstand erst nach einer Grenzverschiebung in Absprache mit dem Iran beenden. In den 1980er Jahren gab es hier auch Kämpfe zwischen der Armee und der PKK.

1920 wurde ein Teil der Provinz Erzurum abgespaltet und unter dem Namen Bayazıt eigenständige Provinz. Im November 1926 wurde Karaköse Provinzhauptstadt und 1938 Stadt und Provinz in Ağrı umbenannt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Der İshak Paşa Sarayı nahe Doğubeyazıt

Neben dem Ararat sind der armenische Klosterkomplex Bagavan und der İshak-Paşa-Palast die größte Attraktion der Provinz.

BevölkerungBearbeiten

2018 hatte die Provinz Ağrı eine Bevölkerung von 539.657 Einwohnern. Bis zum Völkermord an den Armeniern ab 1915 und zum Völkermord an den Aramäern 1916 lebten in Ağrı viele Armenier und Aramäer. Die heutige Bevölkerung besteht aus Kurden, Türken, Aseris und Tscherkessen.

WirtschaftBearbeiten

2017 betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 12.729 Lira (ca. 3000 Euro). Damit war Ağrı die ärmste Provinz des Landes.[4]

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Provinz Ağrı besteht aus den Landkreisen:

Landkreis Fläche
(km²)1
Bevölkerung (2018) 2 Anzahl der Einheiten Dichte
(Ew/km²)
städtischer
Anteil (in %)
Geschlechter
verhältnis 3
Gründungs-
datum4,5
Landkreis Verwaltungssitz
(Merkez)
Gemeinden
(Belediye)
Stadtviertel
(Mahalle)
Dörfer
(Köy)
Diyadin 1.351 42.123 20.190 1 7 62 31,18 47,93 917
Doğubeyazıt 2.250 121.263 79.493 1 14 85 53,89 65,55 896
Eleşkirt 1.307 34.180 10.537 4 20 55 26,15 49,01 929
Hamur 873 19.115 3.456 1 4 45 21,90 18,08 917 01.04.1958
Merkez Ağrı 1.695 149.188 115.285 1 18 106 88,02 77,27 952
Patnos 1.394 122.833 62.106 2 25 92 88,12 53,55 898 04.01.1936
Taşlıçay 822 20.450 6.729 1 4 37 24,88 32,90 953 01.06.1954
Tutak 1.407 30.505 6.747 1 5 80 21,68 22,12 944
PROVINZ Ağrı 11.099 539.657 12 97 562 48,62 58,26 921

QuellenBearbeiten

1 Fläche 2014[5]
2 Bevölkerungsfortschreibung am 31. Dezember 2018[6]
3 Geschlechterverhältnis (Sex Ratio): Anzahl der Frauen auf 1000 Männer (berechnet)
4 PDF-Datei des Innenministeriums[7]
5 Landkreise, die erst nach Gründung der Türkei (1923) gebildet wurden.

BevölkerungBearbeiten

Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung am Jahresende nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Außerdem sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (Sex Ratio d. h. Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt.
Der Zensus von 2011 ermittelte 553.241 Einwohner, das sind knapp 25.000 mehr als beim Zensus 2000.

Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-
rate der Be-
völkerung
(in %)
Geschlechter
verhältnis
(Frauen auf
1000 Männer)
Rang
(unter den 81 Provinzen)
gesamt männlich weiblich
2018 539.657 280.923 258.734 0,63 921 40
2017 536.285 277.979 258.306 –1,10 929 39
2016 542.255 281.389 260.866 –0,91 927 39
2015 547.210 284.243 262.967 –0,40 925 39
2014 549.435 285.449 263.986 –0,32 925 39
2013 551.177 286.161 265.016 –0,22 926 38
2012 552.404 287.490 264.914 –0,55 921 38
2011 555.479 291.340 264.139 2,48 907 38
2010 542.022 280.518 261.504 0,81 932 38
2009 537.665 280.000 257.665 1,03 920 39
2008 532.180 276.508 255.672 0,25 925 39
2007 530.879 275.243 255.636 929 39
20001 528.744 273.895 254.849 930 40

1 Zensus 2000

VolkszählungsergebnisseBearbeiten

Nachfolgende Tabellen geben die bei den 14 Volkszählungen dokumentierten Einwohnerstände der Provinz Ağrı1 wieder.
Die Werte der linken Tabelle sind E-Books (der Originaldokumente) entnommen, die Werte der rechten Tabelle entstammen der Datenabfrage des Türkischen Statistikinstituts TÜIK – abrufbar über diese Webseite:[8]

Jahr Bevölkerung Rang
Provinz Türkei
1927 57.177 13.648.270 56
1935 107.206 16.158.018 56
1940 121.477 17.820.950 56
1945 133.504 18.790.174 56
1950 155.455 20.947.188 55
1955 185.928 24.064.763 55
1960 215.116 27.754.820 55
Jahr Bevölkerung Rang
Provinz Türkei
1965 246.961 31.391.421 56
1970 290.311 35.605.176 51
1975 330.201 40.347.719 48
1980 368.009 44.736.957 45
1985 421.131 50.664.458 45
1990 437.093 56.473.035 43
2000 528.744 67.803.927 40

1 1927 hieß die Provinz noch Bayazit.
Anzahl der Provinzen bezogen auf die Censusjahre:

  • 1927, 1940 bis 1950: 63 Provinzen
  • 1935: 57 Provinzen
  • 1955: 67 Provinzen
  • 1960 bis 1985: 73 Provinzen
  • 1990: 73 Provinzen
  • 2000: 81 Provinzen

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Provinz Ağrı – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Directorate General of Mapping 2014, abgerufen am 5. Mai 2019
  2. Türkiye Nüfusu İl ve İlçelere Göre Nüfus Bilgileri, abgerufen am 5. Mai 2019
  3. Porträt des Gouverneurs auf der Provinzseite
  4. ..::Welcome to Turkish Statistical Institute(TurkStat)'s Web Pages::.. Abgerufen am 13. Januar 2019.
  5. Directorate General of Mapping PDF-Datei 0,25 MB
  6. Türkiye Nüfusu İl İlçe Mahalle Köy Nüfusu, abgerufen am 5. Mai 2019
  7. [1] TARİH(1).pdf 1,4 MB
  8. Genel Nüfus Sayımları (Volkszählungsergebnisse 1965 bis 2000)