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Elâzığ (kurd. Elazîz) ist eine Provinz (İl) im Osten der Türkei. Östlich davon liegt Bingöl, im Norden Tunceli (kurdisch Dersim), im Westen Malatya und im Süden Diyarbakır. Die Provinz wurde nach der Hauptstadt Elazığ benannt.

Elâzığ
Nummer der Provinz: 23
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Über dieses Bild
Landkreise
Elazığ districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 38° 40′ N, 39° 22′ OKoordinaten: 38° 40′ N, 39° 22′ O
Provinzhauptstadt: Elazığ
Region: Ostanatolien
Fläche: 9.383 km²
Einwohnerzahl: 595.638[1] (2018)
Bevölkerungsdichte: 63,5 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Çetin Oktay Kaldırım[2]
Sitze im Parlament: 4
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0424
Kennzeichen: 23
Website
www.elazig.gov.tr (Türkisch)

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Elâzığ liegt auf einer Höhe von 1060 Metern. 826 km² der Provinz sind Wasserflächen, da in Elâzığ viele Stauseen liegen. Die größten Stauseen sind der Keban- und der Karakaya-Stausee am Flusslauf des Euphrats, der Kralkızı-Stausee am Flusslauf des Tigris und der Özlüce-Stausee am Flusslauf des Peri. Es gibt auch natürliche Seen wie den Hazar-See mit 86 km².

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Einige Orte/Kreise der Provinz haben kurdische Namen:

Die Provinz Elazığ gliedert sich in elf Landkreise:

Landkreis Fläche1
(km²)
Bevölkerung (2018)2 Anzahl der Einheiten Dichte
(Ew/km²)
städt.
Anteil (in %)
Sex
Ratio3
Gründungs-
datum4,5
Landkreis (İlçe) Verwaltungssitz
(Merkez)
Gemeinden
(Belediye)
Stadt-
viertel
(Mahalle)
Dörfer
(Köy)
Ağın 242 2.776 1.690 1 4 16 11,47 60,88 1035 01.06.1954
Alacakaya 318 6.566 2.812 1 6 10 20,65 42,83 910 20.05.1990
Arıcak 354 17.028 4.312 4 23 10 48,10 75,69 929 04.07.1987
Baskil 1.318 20.505 4.716 1 6 60 15,56 23,00 981 26.06.1926
Karakoçan 1.049 28.702 14.397 2 9 88 27,36 57,76 989 04.01.1936
Keban 641 8.409 4.059 1 4 30 13,12 48,27 1029
Kovancılar 960 38.774 23.798 1 12 76 40,39 61,38 1006 04.07.1987
Maden 819 16.608 5.373 1 2 38 20,28 32,35 993
Merkez Elazığ 2.243 421.726 353.629 5 64 135 188,02 90,46 1019
Palu 730 23.834 9.504 2 14 37 32,65 58,37 955
Sivrice 710 10.710 4.377 1 7 50 15,08 40,87 1017 04.01.1936
PROVINZ Elazığ 9.383 595.638 20 151 550 63,48 79,19 1008

QuellenBearbeiten


1 Fläche 2014[3]
2 Bevölkerungsfortschreibung am 31. Dezember 2018[4]
3 Geschlechterverhältnis: Anzahl der Frauen auf 1000 Männer (berechnet)
4 PDF-Datei des Innenministeriums[5]
5 Landkreise, die erst nach Gründung der Türkei (1923) gebildet wurden.

BevölkerungBearbeiten

Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Türken und Kurden. Die Aleviten bilden eine religiöse Minderheit. Zwischen Sunniten und Aleviten kam es in den 1970er-Jahren zu gewaltsamen Auseinandersetzungen im Fastenmonat Ramadan. Bei diesen Auseinandersetzungen kamen mehr als 1000 Menschen ums Leben. Viele in Elâzığ lebende Aleviten stammen teils aus der Nachbarprovinz Tunceli.

Bis zum Ersten Weltkrieg gab es zahlreiche armenische Dörfer und Gemeinden in der Provinz, weshalb sie zu den Sechs armenischen Vilâyets (Vilâyat-ı Sitte) gezählt wurde.

Ergebnisse der BevölkerungsfortschreibungBearbeiten

Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung am Jahresende nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Zusätzlich sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (Sex Ratio d. h. Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt. Der Zensus von 2011 ermittelte 559.063 Einwohner, das sind über 10.000 Einwohner weniger als zum Zensus 2000.

Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-
rate der Be-
völkerung
(in %)
Geschlechter
verhältnis
(Frauen auf
1000 Männer)
Rang
(unter den 81 Provinzen)
gesamt männlich weiblich
2018 595.638 296.641 298.997 2,05 1008 37
2017 583.671 290.692 292.979 0,84 1008 37
2016 578.789 287.991 290.798 0,78 1010 36
2015 574.304 285.511 288.793 0,98 1011 36
2014 568.753 281.583 287.170 0,09 1020 37
2013 568.239 282.049 286.190 0,98 1015 37
2012 562.703 279.599 283.104 0,74 1013 37
2011 558.556 277.151 281.405 1,07 1015 37
2010 552.646 272.500 280.146 0,36 1028 37
2009 550.667 273.212 277.455 0,57 1016 37
2008 547.562 271.330 276.232 1,16 1018 37
2007 541.258 266.284 274.974 1033 38
2000 569.616 364.274 205.342 564 39

VolkszählungsergebnisseBearbeiten

Zu den Volkszählungen liegen folgende Bevölkerungsangaben[6] über die Provinz vor:

1965 1970 1975 1980 1985 1990 2000 2011
322.727 (42) 376.915 (40) 417.924 (40) 440.808 (42) 483.715 (42) 498.225 (37) 569.616 (39) 559.063 (37)

In Klammern ist der jeweilige Rang unter allen türkischen Provinzen angegeben (bis 1985: 67 / 1990: 69 / ab 2000: 81 Provinzen).

GeschichteBearbeiten

Die Stadt Elazığ ist verhältnismäßig jung und steht somit im Gegensatz zur langen Geschichte der Region. Spuren von Besiedlung sind um die 5000 Jahre alt.

Die Hethiter nannten diese Region Išuwa. Zwischen dem 12. und 7. Jahrhundert v. Chr. gehörte Elâzığ zu Urartu. Aus dieser Zeit stammen einige Siedlungen und Bergfestungen wie etwa die Festungen von Palu und von Harput. Danach fiel Elâzığ an die Meder, die Perser, die Römer, die Byzantiner und die Araber.

Nach dem Eindringen von türkischen Völkern gelangte die Region 1085 unter die türkische Dynastie der Çubukoğulları. 1234 fiel Elâzığ an die Seldschuken. 1243 eroberte die mongolische Ilchane-Dynastie aus dem Iran Elâzığ. 1363 herrschten die Dulkadir, 1465 die turkmenischen Akkoyunlular und ab 1516 die Osmanen. 1834 wurde das Zentrum der Provinz von der Stadt Harput nach Elâzığ-Stadt verlagert. Ab 1864 wurde es Zentrum des neuen Vilâyets Mamuretül-Aziz. Beim Völkermord an den Armeniern 1915 wurde die armenische Bevölkerung der Provinz fast vollständig deportiert, es kam zum Massaker von Mamuretül-Aziz bei Harput. Seit 1921 ist Elâzığ eine eigenständige Provinz. Bis 1937 hießen die Stadt und die Provinz Mamuret el-Azîz (Stadt, die von Aziz errichtet wurde), da die neue Stadt unter dem osmanischen Sultan Abdul-Aziz errichtet wurde.

BildungBearbeiten

Die Fırat Üniversitesi besteht seit 1975.

PersönlichkeitenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

HarputBearbeiten

Harput ist die älteste Stadt in der Region. Als Festung gegründet, ist die Bedeutung der Stadt in den letzten Jahrzehnten gesunken. Der Ursprung des Namens ist nicht ganz klar. Strabon bezeichnete die Gegend als Karkathiokerta. Die Perser kannten dieses Gebiet als Ziata Castellum. Auf Arabisch wurde es Hısnıziyad genannt, da Hisn Festung bedeutet. In assyrischen Quellen hieß Harput Karpata. Die Byzantiner nannten es Kharpote und die Franken Quartapiert. Der Gelehrte und Reisende Evliya Çelebi nannte es Hasan Ziyad ülkesi („Das Land von Hasan Ziyad“). In den osmanischen Dokumenten gab es die Namen Hartabird, Harpurt oder Harpurd.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Türkiye Nüfusu İl ve İlçelere Göre Nüfus Bilgileri, abgerufen am 12. Juni 2019
  2. Gouverneursporträt auf der Webseite der Provinz Elazığ
  3. Directorate General of Mapping PDF-Datei 0,25 MB
  4. Türkiye Nüfusu İl İlçe Mahalle Köy Nüfusu, abgerufen am 12. Juni 2019
  5. [1] TARİH(1).pdf 1,4 MB
  6. Genel Nüfus Sayımları (Volkszählungsergebnisse 1965 bis 2000), abgerufen am 10. Juni 2019