Hauptmenü öffnen

Niğde ist eine kleine, ländliche Provinz der Türkei in Zentralanatolien am südlichen Rand von Kappadokien. Ihre Hauptstadt ist das gleichnamige Niğde.

Niğde
Nummer der Provinz: 51
BulgarienGriechenlandZypernGeorgienArmenienAserbaidschanIranIrakSyrienEdirneTekirdağİstanbulÇanakkaleYalovaBalıkesirBursaKocaeliSakaryaBilecikKütahyaİzmirManisaAydınMuğlaUşakDenizliDüzceBoluEskişehirAfyonkarahisarBurdurAntalyaIspartaZonguldakBartınKarabükÇankırıAnkaraKonyaKaramanMersinNiğdeAksarayKırşehirKırıkkaleÇorumKastamonuSinopSamsunAmasyaYozgatKayseriAdanaOrduTokatSivasGiresunOsmaniyeHatayKilisMalatyaK. MaraşGaziantepAdıyamanŞanlıurfaMardinBatmanDiyarbakırElazığErzincanTrabzonGümüşhaneTunceliBayburtRizeBingölArtvinArdahanKarsIğdırErzurumMuşAğrıBitlisSiirtŞırnakVanHakkariNiğde in Turkey.svg
Über dieses Bild
Landkreise
Niğde districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 37° 55′ N, 34° 42′ OKoordinaten: 37° 55′ N, 34° 42′ O
Provinzhauptstadt: Niğde
Region: Zentralanatolien
Fläche: 7.235 km²
Einwohnerzahl: 364.707[1] (2018)
Bevölkerungsdichte: 50.4 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Yılmaz Şimşek[2]
Sitze im Parlament: 3
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0388
Kennzeichen: 51
Website
www.nigde.gov.tr (Türkisch)

Die Provinz grenzt an die Provinzen Kayseri im Osten, Adana im Südosten, Mersin im Süden, Konya im Westen, Aksaray im Nordwesten und Nevşehir im Norden. Vom Zentrum der Landeshauptstadt Ankara bis nach Niğde sind es etwa 270 km Luftlinie in südöstlicher Richtung.

Die Einwohnerdichte beträgt 50 Einwohner/km². Das KFZ-Kennzeichen hat die Nummer 51.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Niğde ist von drei Seiten vom Taurusgebirge mit dem Hasan Dağı (Berg Hasan) und dem Fluss Melendiz Çayı umgeben. Im Westen liegt die Ebene von Emen (Stadt im Distrikt Beyşehir in der Provinz Konya), die sich in die weite Ebene von Konya öffnet. Fruchtbare vulkanische Böden sind Grundlage einer ertragreichen Landwirtschaft. Es werden vor allem Äpfel und Kartoffeln angebaut.

Auf Grund der Höhenlage und der Berge hat die Provinz ein trockenes und kaltes Klima mit Schnee und kalten Nordwinden im Winter, praktisch ohne Niederschläge im Sommer.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Provinz ist in sechs Landkreise (İlçe) gegliedert:

Landkreis Fläche1
(km²)
Bevölkerung (2018)2 Anzahl der Einheiten Dichte
(Ew/km²)
städt.
Anteil (in %)
Sex
Ratio3
Gründungs-
datum4,5
Landkreis (İlçe) Verwaltungssitz
(Merkez)
Gemeinden
(Belediye)
Stadt-
viertel
(Mahalle)
Dörfer
(Köy)
Altunhisar 552 15.463 3.406 3 11 6 28,0 68,82 929 1990
Bor 1.522 60.335 40.498 4 32 23 39,6 83,84 1015
Çamardı 1.163 13.200 3.627 1 4 21 11,3 27,48 1026 1948
Çiftlik 400 28.168 4.771 4 15 9 70,4 62,03 940 1990
Merkez Niğde 2.223 224.289 150.178 16 69 34 100,9 89,02 996
Ulukışla 1.375 23.252 7.395 1 8 38 16,9 31,80 981
PROVINZ Niğde 7.235 364.707 29 139 131 50,4 79,34 992

QuellenBearbeiten


1 Fläche 2014[3]
2 Bevölkerungsfortschreibung am 31. Dezember 2018[4]
3 Geschlechterverhältnis: Anzahl der Frauen auf 1000 Männer (berechnet)
4 PDF-Datei des Innenministeriums[5]
5 Landkreise, die erst nach Gründung der Türkei (1923) gebildet wurden.

BevölkerungBearbeiten

Ergebnisse der BevölkerungsfortschreibungBearbeiten

Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Zusätzlich sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (Sex Ratio d. h. Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt. Der Zensus von 2011 ermittelte 337.456 Einwohner, das sind über 10.000 Einwohner weniger als zum Zensus 2000.

Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-
rate der Be-
völkerung
(in %)
Geschlechter
verhältnis
(Frauen auf
1000 Männer)
Rang
(unter den 81 Provinzen)
gesamt männlich weiblich
2018 364.707 183.109 181.598 3,40 992 53
2017 352.727 176.194 176.533 0,36 1002 54
2016 351.468 175.571 175.897 1,55 1002 54
2015 346.114 172.643 173.471 0,64 1005 54
2014 343.898 171.934 171.964 0,07 1000 53
2013 343.658 171.750 171.908 1,00 1001 53
2012 340.270 170.075 170.195 0,80 1001 54
2011 337.553 168.125 169.428 −0,11 1008 54
2010 337.931 167.551 170.380 −0,59 1017 53
2009 339.921 169.704 170.217 0,44 1003 51
2008 338.447 169.377 169.070 2,04 998 51
2007 331.677 164.745 166.932 1013 53
2000 348.081 172.367 175.714 1019 55

VolkszählungsergebnisseBearbeiten

Zu den Volkszählungen liegen folgende Bevölkerungsangaben über die Provinz vor:[6][7]

Jahr 1945 1955 1965 1970 1975 1980 1985 1990 2000 2011
Bevölkerung 296.584 284.563 362.444 408.441 463.121 512.071 560.386 305.861 348.081 337.456
Rang 26 39 38 37 37 34 34 56 55 54

Bis 1945 gab es 63 Provinzen, von 1955 bis 1985 67 Provinzen, 1990 69 und ab 2000 81 Provinzen in der Türkei (bezogen auf die Zensusjahre).

GemeindenBearbeiten

In der Provinz gibt es 23 Gemeinden (Belediye), die über 2000 Einwohner haben. Außer den sechs Kreisstädten (s. Tabelle „Verwaltungsgliederung“, Spalte Merkez) sind dies folgende 23 Orte:

Belediye Landkreis Einwohnerzahl
2018
Yeşilgölcük Merkez 5.475
Edikli Merkez 5.393
Kiledere Merkez 5.353
Kemerhisar Bor 5.264
Bozköy Çiftlik 4.511
Divarlı Çiftlik 4.109
Azatlı Çiftlik 4.081
Karakapı Altunhisar 3.966
Sazlıca Merkez 3.771
Karaatlı Merkez 3.519
Alay Merkez 3.360
Orhanlı Merkez 3.336
Belediye Landkreis Einwohnerzahl
2018
Keçikalesi Altunhisar 3.269
Konaklı Merkez 3.265
Dündarlı Merkez 2.728
Çukurkuyu Bor 2.635
Bağlama Merkez 2.359
Hacıabdullah Merkez 2.281
Aktaş Merkez 2.257
Bahçeli Bor 2.186
Gümüşler Merkez 2.148
Değirmenli Merkez 2.132
Yıldıztepe Merkez 2.101

GeschichteBearbeiten

Das Gebiet wird seit der Jungsteinzeit 8.000–5.500 v. Chr. bewohnt, wie Ausgrabungen von Grabhügeln im Bezirk Bor und Zinnminen im Bezirk Çamardı-Keste beweisen. Später siedelten dort die Hethiter für etwa 1000 Jahre bis 800 v. Chr.

Der Name Niğde entwickelte sich vom antiken Nakita oder Nahita und wurde zum ersten Mal als na-hi-ti-ia in einer luwischen Inschrift des Königs Saruanis erwähnt, die in Andaval gefunden wurde.[8] Danach kamen die Assyrer und Phryger, Griechen, Perser, Alexander der Große und die Römer, die beim heutigen Kemerhisar die Stadt Tyana mit ihren Palästen und Brunnen bauten.

Die römische Herrschaft bzw. das Byzantinische Reich dauerte bis zur Eroberung durch die Seldschuken 1166. Bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts war Niğde eine der größten Städte in Anatolien, eine beeindruckende Zahl von Moscheen und Gräbern stammen aus dieser Zeit. Das Gebiet gehörte seit 1471 zum Osmanischen Reich und ab 1923 zur Türkischen Republik.

WirtschaftBearbeiten

Niğde profitiert von der üppigen Landwirtschaft (besonders die Äpfel sind berühmt) und seiner Lage zwischen den wohlhabenden Provinzen Konya in Zentralanatolien und Adana am Mittelmeer. Die Touristenattraktionen von Kappadokien und die Flughäfen Kayseri und Nevşehir sind in der Nähe.

Wie Äpfel sind auch Kartoffeln, Kohl, Getreide und Rote Bete wichtige Agrargüter. Es gibt auch Milch- und Fleischwirtschaft, sowie Bienenhaltung und immer mehr Fischfarmen.

VerkehrBearbeiten

Nördlich von Niğde beginnt die Autobahn O.21, die dreispurig in südlicher Richtung bis nach Tarsus ans Mittelmeer führt. Die Strecke nach Norden bis Ankara ist in Planung bzw. Bau. Die Europastraße E 90 folgt dieser Autobahn.

Ansonsten wird der Landkreis noch von folgenden Fernstraßen durchzogen. Teilweise ist Niğde der Endpunkt einiger Fernstraßen:

  • Die Fernstraße D765 führt von Inebolu am Schwarzen Meer führt 512 km südwärts bis nach Niğde.
  • Die Fernstraße D750 führt von Zonguldak am Schwarzen Meer südwärts bis nach Tarsus am Mittelmeer.
  • Ein Teilstück der Fernstraße D330 endet von Bodrum an der Ägäis kommend (ostwärts) in Niğde.
  • Die Fernstraße D805 endet nach 367 km aus dem Norden (Zile, Provinz Tokat) kommend in Ulukışla bei Niğde.

Niğde ist Eisenbahnstation an der Strecke, die von Kayseri südwärts bis Ulukışla führt und dort auf die Strecke KaramanAdana trifft.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Berge Aladağ und Bolkar im Taurusgebirge sind bekannte Wintersportgebiete und beliebte Kletter- und Treckingreviere im Sommer. Der Aladağ hat eine der beliebtesten Kletterrouten, die man von den Dörfern Demirkazık und Çukurbağ in Çamardı erreicht. Der Bolkar hat eine sieben Kilometer lange Skipiste, einen Kratersee und ist bekannt für seine reiche Blütenpracht im Frühjahr.

In Niğde finden sich viele alte Kirchen, Moscheen und in die Felsen gebaute Untergrund-Städte unter anderen Eski Gümüş, die antike Stadt Tyana und einige römische Wasserleitungen im Bezirk Bor. In der Hauptstadt steht das Archäologische Museum Niğde. Daneben gibt es warme Mineralquellen. Im Dorf Küçükköy, etwa acht Kilometer nordwestlich der Hauptstadt, liegt die Kirche von Küçükköy mit teilweise erhaltenen Fresken. Im Süden des Bezirks Altunhisar liegt der Siedlungshügel Kınık Höyük, der von der Bronzezeit bis ins Mittelalter besiedelt war und Reste einer Zitadelle aus späthethitischer Zeit birgt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Niğde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Türkiye Nüfusu İl ve İlçelere Göre Nüfus Bilgileri, abgerufen am 14. Juli 2019
  2. Gouverneursporträt auf der Webseite der Provinz Niğde
  3. Directorate General of Mappingİl ve İlçe Yüzölçümleri (PDF-Datei 0,25 MB)
  4. Türkiye Nüfusu İl İlçe Mahalle Köy Nüfusu, abgerufen am 14. Juli 2019
  5. [1] TARİH(1).pdf 1,4 MB
  6. Genel Nüfus Sayımları (Volkszählungsergebnisse 1965 bis 2000), abgerufen am 14. Juli 2019
  7. Statoids: Population History, abgerufen am 14. Juli 2019
  8. Gelb, hethitische Hieroglyphen II 1935 pp. 17–18