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Bingöl (Kurdisch Çewlig; Zazaisch Çolig) ist eine türkische Provinz in Ostanatolien. Sie grenzt an die Provinzen Tunceli, Erzincan, Elazığ, Erzurum, Muş und Diyarbakır.

Bingöl
Nummer der Provinz: 12
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Über dieses Bild
Landkreise
Bingöl districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 39° 2′ N, 40° 41′ OKoordinaten: 39° 2′ N, 40° 41′ O
Provinzhauptstadt: Bingöl
Region: Ostanatolien
Fläche: 8.253 km²
Einwohnerzahl: 269.560[1] (2016)
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Yavuz Selim Köşger[2]
Sitze im Parlament: 3
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0426
Kennzeichen: 12
Website
www.bingol.gov.tr (Türkisch)
Dorf Gimek in Bingöl

Die Provinzhauptstadt heißt ebenfalls Bingöl, der alte Name ist aber Çabakçur. Der Name Bingöl wurde der Provinz angeblich wegen der vielen Seen gegeben (Bin göl türkisch für „Tausend Seen“). Auf Zazaisch und Kurdisch heißt Bingöl Çolig/Çewlig, was „Garten/Acker an einem Fluss“ bedeutet.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Provinz Bingöl stand unter der Herrschaft verschiedener Reiche, von denen Urartu das erste bekannte war. Der assyrische König Assurbanipal eroberte Bingöl 660 v. Chr. Im 7. Jahrhundert v. Chr. wurde Bingöl Teil des ersten persischen Großreichs. Die Perser wurden von den Seleukiden abgelöst. 60 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet von den Arsakiden. Im Jahr 395 wurde Bingöl Teil des Byzantinischen Reiches, das hier mit Unterbrechungen bis zum Einfall der Araber im Jahr 651 herrschte.

Nach der Islamisierung der Region etablierten sich im 13. Jahrhundert türkische Beyliks. Eines davon waren die Rum-Seldschuken, die Bingöl 1230 einnahmen. 1243 eroberten die Ilchane das Gebiet, nachdem sie die Rum-Seldschuken besiegt hatten. Den Ilchanen folgten die Aq Qoyunlu und ihnen die Safawiden. Die Safawiden wurden 1515 von den Osmanen besiegt. 1844 war Bingöl Teil des Vilâyet Erzurum. 1848 wurde Bingöl anlässlich einer Verwaltungsreform einer anderen Provinz, diesmal Diyarbakır, zugeschlagen. Bis zum Ersten Weltkrieg blieb Bingöl osmanisch, geriet jedoch im Juni 1916 unter russische Besatzung. Die Russen zogen sich 1917 zurück. Bingöl wurde als Teil des Vilâyets Genç Teil der Türkei. In den Anfangsjahren der türkischen Republik lag Bingöl im Bereich der kurdischen Aufstände, z. B. des Scheich-Said-Aufstands 1925. Per Gesetz wurde Bingöl im Januar 1936 Provinzhauptstadt und Genç Kreishauptstadt (İlçe).

LandkreiseBearbeiten

Bingöl besteht aus den Landkreisen:

1881 wurde das Vilâyet Bitlis gegründet und die Kreise Çabakçur und Genç dort angegliedert. Kiğı kam zu Erzincan und Karlıova zu Muş. 1936 wurde Bingöl eigenständige Provinz und erhielt seine heutige Form. Seit 1945 trägt die Provinz den offiziellen Namen Bingöl.

BevölkerungBearbeiten

Es leben 269.560 Menschen in Bingöl (Stand 2016). Hier leben Kurden, Zaza, Türken, Lasen, Tscherkessen. In der Provinz gibt es Sunniten und Aleviten.

GeographieBearbeiten

Bingöl hat eine Fläche von 8250 km² und liegt im Durchschnitt 1200 m hoch. Der höchste Berg ist mit etwa 3200 m der Bingöl-Berg. Daneben gibt es noch die Berge Karir (2373 m), Şeytan (2906 m), Çavreş (2246 m), Serçelîk (2900 m) und Cotela (2940 m). Da Bingöl sehr gebirgig ist, gibt es wenige Ebenen, die größte Ebene ist in Genç mit 60 km² und in Bingöl-Zentrum mit 80 km². Die Sommerweiden liegen durchschnittlich 1500 m hoch. Einige davon heißen Bazirgan, Kandil, Mirgemir und Masla.

Der Fluss Murat ist der größte Fluss in Bingöl. Daneben gibt es noch den Fluss Peri Çayı. Einige Seen sind Kerkis Gölü, Zirlir Gölü und Sar Gölü.[3] Im Westen der Provinz befindet sich die Gayt-Talsperre am Gayt Çayı, einem Nebenfluss des Murat.

Bingöl ist arm an Rohstoffen. Man findet Eisenerz in Genç und Karlıova.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 24. Dezember 2017
  2. Webseite der Provinz Bingöl
  3. Geografische Daten Bingöls, Bingöl Milli Eğitim Müdürlüğü, abgerufen am 16. Juli 2007