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Bingöl (Kurdisch Çewlig; Zazaisch Çolig) ist eine türkische Provinz in Ostanatolien. Sie grenzt an die Provinzen Tunceli, Erzincan, Elazığ, Erzurum, Muş und Diyarbakır.

Bingöl
Nummer der Provinz: 12
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Über dieses Bild
Landkreise
Bingöl districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 39° 2′ N, 40° 41′ OKoordinaten: 39° 2′ N, 40° 41′ O
Provinzhauptstadt: Bingöl
Region: Ostanatolien
Fläche: 8.004 km²
Einwohnerzahl: 281.205[1] (2018)
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Kadir Ekinci[2]
Sitze im Parlament: 3
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0426
Kennzeichen: 12
Website
www.bingol.gov.tr (Türkisch)
Dorf Gimek in Bingöl

Die Provinzhauptstadt heißt ebenfalls Bingöl, der alte Name ist aber Çabakçur. Der Name Bingöl wurde der Provinz angeblich wegen der vielen Seen gegeben (Bin göl türkisch für „Tausend Seen“). Auf Zazaisch und Kurdisch heißt Bingöl Çolig/Çewlig, was „Garten/Acker an einem Fluss“ bedeutet.

GeschichteBearbeiten

Die Provinz Bingöl stand unter der Herrschaft verschiedener Reiche, von denen Urartu das erste bekannte war. Der assyrische König Assurbanipal eroberte Bingöl 660 v. Chr. Im 7. Jahrhundert v. Chr. wurde Bingöl Teil des ersten persischen Großreichs. Die Perser wurden von den Seleukiden abgelöst. 60 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet von den Arsakiden. Im Jahr 395 wurde Bingöl Teil des Byzantinischen Reiches, das hier mit Unterbrechungen bis zum Einfall der Araber im Jahr 651 herrschte.

Nach der Islamisierung der Region etablierten sich im 13. Jahrhundert türkische Beyliks. Eines davon waren die Rum-Seldschuken, die Bingöl 1230 einnahmen. 1243 eroberten die Ilchane das Gebiet, nachdem sie die Rum-Seldschuken besiegt hatten. Den Ilchanen folgten die Aq Qoyunlu und ihnen die Safawiden. Die Safawiden wurden 1515 von den Osmanen besiegt. 1844 war Bingöl Teil des Vilâyet Erzurum. 1848 wurde Bingöl anlässlich einer Verwaltungsreform einer anderen Provinz, diesmal Diyarbakır, zugeschlagen. Bis zum Ersten Weltkrieg blieb Bingöl osmanisch, geriet jedoch im Juni 1916 unter russische Besatzung. Die Russen zogen sich 1917 zurück. Bingöl wurde als Teil des Vilâyets Genç Teil der Türkei. In den Anfangsjahren der türkischen Republik lag Bingöl im Bereich der kurdischen Aufstände, z. B. des Scheich-Said-Aufstands 1925. Per Gesetz wurde Bingöl im Januar 1936 Provinzhauptstadt und Genç Kreishauptstadt (İlçe).

VerwaltungsgliederungBearbeiten

1881 wurde das Vilâyet Bitlis gegründet und die Kreise Çabakçur und Genç dort angegliedert. Kiğı kam zu Erzincan und Karlıova zu Muş. 1936 wurde Bingöl eigenständige Provinz und erhielt seine heutige Form. Seit 1945 trägt die Provinz den offiziellen Namen Bingöl.

Die Provinz ist in sieben Landkreise (İlçe) untergliedert:

Landkreis Fläche1
(km²)
Bevölkerung (2018)2 Anzahl der Einheiten Dichte
(Ew/km²)
städtischer
Anteil (in %)
Geschlechter-
verhältnis3
Gründungs-
datum4,5
Landkreis Verwaltungssitz
(Merkez)
Gemeinden
(Belediye)
Stadtviertel
(Mahalle)
Dörfer
(Köy)
Adaklı 825 9.315 3.566 1 7 32 11,29 38,28 883 1987
Genç 1.443 38.428 16.565 1 5 68 26,63 43,11 929 1926
Karlıova 1.566 29.650 7551 1 6 47 18,93 25,47 978 1934
Kiğı 483 5.013 2.832 1 3 25 10,38 56,49 722
Merkez 1814 160.165 117.556 3 29 88 88,29 77,31 980 1935
Solhan 1.033 33.618 17.756 2 7 27 32,54 61,49 987 1932
Yayladere 417 2.139 959 1 6 20 5,13 44,83 601 1987
Yedisu 423 2.877 1.395 1 5 13 6,80 48,49 773 1990
PROVINZ Bingöl 8.004 281.205 11 68 320 35,13 63,07 959

QuellenBearbeiten

1 Fläche 2014[3]
2 Bevölkerungsfortschreibung am 31. Dezember 2018[4]
3 Geschlechterverhältnis (Sex Ratio): Anzahl der Frauen auf 1000 Männer (berechnet)
4 PDF-Datei des Innenministeriums[5]
5 Landkreise, die erst nach Gründung der Türkei (1923) gebildet wurden.

BevölkerungBearbeiten

Ergebnisse der BevölkerungsfortschreibungBearbeiten

Es leben 281.205 Menschen in Bingöl (Stand Ende 2018). Hier leben Kurden, Zaza, Türken, Lasen, Tscherkessen. In der Provinz gibt es Sunniten und Aleviten. Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung am Jahresende nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Außerdem sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (Sex Ratio d. h. Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt.
Der Zensus von 2011 ermittelte 261.276 Einwohner, das sind ca. 7.500 Einwohner mehr als zum Zensus 2000.

Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-
rate der Be-
völkerung
(in %)
Geschlechter
verhältnis
(Frauen auf
1000 Männer)
Rang
(unter den 81 Provinzen)
gesamt männlich weiblich
2018 281.205 143.524 137.681 2,87 959 64
2017 273.354 139.182 134.172 1,41 964 64
2016 269.560 137.588 131.972 0,89 959 63
2015 267.184 136.601 130.583 0,44 956 64
2014 266.019 135.529 130.490 0,19 963 64
2013 265.514 135.739 129.775 1,15 956 64
2012 262.507 134.570 127.937 0,09 951 64
2011 262.263 134.647 127.616 2,78 948 64
2010 255.170 128.731 126.439 −0,22 982 64
2009 255.745 130.375 125.370 −0,14 962 64
2008 256.091 130.979 125.112 1,80 955 64
2007 251.552 128.144 123.408 963 63
20001 253.739 131.440 122.299 930 66

1 Zensus 2000

VolkszählungsergebnisseBearbeiten

Nachfolgende Tabellen geben die bei den 12 Volkszählungen dokumentierten Einwohnerstände der Provinz Bingöl wieder.
Die Werte der linken Tabelle sind E-Books (der Originaldokumente) entnommen, die Werte der rechten Tabelle entstammen der Datenabfrage des Türkischen Statistikinstituts TÜIK – abrufbar über diese Webseite:[6]

Jahr Bevölkerung Rang
Provinz Türkei
1940 70.184 17.820.950 61
1945 75.510 18.790.174 61
1950 97.328 20.947.188 61
1955 113.341 24.064.763 65
1960 131.364 27.754.820 65
Jahr Bevölkerung Rang
Provinz Türkei
1965 150.521 31.391.421 65
1970 177.951 35.605.176 64
1975 210.804 40.347.719 64
1980 228.702 44.736.957 64
1985 241.548 50.664.458 63
1990 250.966 56.473.035 65
2000 253.739 67.803.927 66

Anzahl der Provinzen bezogen auf die Censusjahre:

  • 1940 bis 1950: 63 Provinzen
  • 1955: 67 Provinzen
  • 1960 bis 1985: 73 Provinzen
  • 1990: 73 Provinzen
  • 2000: 81 Provinzen

GeographieBearbeiten

Bingöl hat eine Fläche von 8004 km² und liegt im Durchschnitt 1200 m hoch. Der höchste Berg ist mit etwa 3200 m der Bingöl-Berg. Daneben gibt es noch die Berge Karir (2373 m), Şeytan (2906 m), Çavreş (2246 m), Serçelîk (2900 m) und Cotela (2940 m). Da Bingöl sehr gebirgig ist, gibt es wenige Ebenen, die größte Ebene ist in Genç mit 60 km² und in Bingöl-Zentrum mit 80 km². Die Sommerweiden liegen durchschnittlich 1500 m hoch. Einige davon heißen Bazirgan, Kandil, Mirgemir und Masla.

Der Fluss Murat ist der größte Fluss in Bingöl. Daneben gibt es noch den Fluss Peri Çayı. Einige Seen sind Kerkis Gölü, Zirlir Gölü und Sar Gölü.[7] Im Westen der Provinz befindet sich die Gayt-Talsperre am Gayt Çayı, einem Nebenfluss des Murat.

Bingöl ist arm an Rohstoffen. Man findet Eisenerz in Genç und Karlıova.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Türkiye Nüfusu İl ve İlçelere Göre Nüfus Bilgileri, abgerufen am 18. Mai 2019
  2. Webseite der Provinz Bingöl
  3. Directorate General of Mapping PDF-Datei 0,25 MB
  4. Türkiye Nüfusu İl İlçe Mahalle Köy Nüfusu, abgerufen am 18. Mai 2019
  5. [1] TARİH(1).pdf 1,4 MB
  6. Genel Nüfus Sayımları (Volkszählungsergebnisse 1965 bis 2000)
  7. Geografische Daten Bingöls, Bingöl Milli Eğitim Müdürlüğü, abgerufen am 16. Juli 2007