Kiğı

Distrikt von Bingöl

Kiğı (kurdisch: Gêxi) ist eine Stadt und ein gleichnamiger Landkreis der Provinz Bingöl im Osten der Türkei. Die Stadt liegt 75 km von der Stadt Bingöl entfernt. In der Stadt Kiğı leben viele Aleviten.

Kiğı
Wappen fehlt
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Kiğı (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Bingöl
Koordinaten: 39° 19′ N, 40° 21′ OKoordinaten: 39° 19′ 0″ N, 40° 21′ 0″ O
Höhe: 1700 m
Einwohner: 2.832[1] (2018)
Telefonvorwahl: (+90) 426
Postleitzahl: 12 800
Kfz-Kennzeichen: 12
Struktur und Verwaltung (Stand: 2019)
Gliederung: 3 Mahalle
Bürgermeister: Hikmet Özüağ[2] (AKP)
Website:
Landkreis Kiğı
Einwohner: 5.013[1] (2018)
Fläche: 483 km²
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner je km²
Kaymakam: Onur Yenİay
Website (Kaymakam):

Der Landkreis gehört flächen- und auch bevölkerungsmäßig zu den kleinsten in der Provinz. Zwischen 1987 und 1990 verlor er drei Viertel (77,5 %) seiner ursprünglichen Größe durch Abspaltung der neuen Landkreise Adaklı, Yayladere und Yedisu. Der Kreis liegt im Nordwesten der Provinz Bingöl, seine Bevölkerungsdichte ist etwas unterhalb des Provinzdurchschnitts von 63 Einwohnern je km².

Der Landkreis wird im Norden vom Kreis Yedisu, im Südwesten vom Kreis Yayladere, Im Osten vom Kreis Adaklı und im Süden vom zentralen Landkreis (Merkez) begrenzt. Provinzüberschreitende Grenzen hat er zum Kreis Pülümür (Provinz Tunceli) im Nordwesten und zum Kreis Karakoçan (Provinz Elazığ).

Die Kreisstadt Kiğı beherbergt etwa 56 Prozent der Landkreisbevölkerung. Der Rest verteilt sich auf 25 Dörfer (Köy), die im Durchschnitt von 87 Einwohnern bewohnt werden. Nacaklı ist mit 394 Einwohnern ist das größte Dorf.

GeschichteBearbeiten

Wie in anderen Gebieten Anatoliens reicht die Geschichte Kiğıs bis in die Zeit der Hethiter zurück. Einige andere Reiche oder Völker, die über Kiğı herrschten, waren die Urartäer, die Meder, die Perser, Alexander der Große, die Seleukiden, die Römer, Byzanz, die Araber, die Aq Qoyunlu, die Seldschuken und die Osmanen.

Der Ursprung des Namens Kiğı ist unbekannt. Der Ort entwickelte sich um die Festung Kiğı, die wohl von den Urartäern errichtet worden war. 1616 wurde die Festung durch ein Erdbeben so stark zerstört, dass der Ort an den heutigen Platz verlegt worden ist. Die Überreste der Festung liegen heute im Dorf Topraklı.

Anfang des 16. Jahrhunderts stand Kiğı unter der Herrschaft der iranischen Safawiden. 1514 schlugen die Osmanen die Safawiden und verleibten sich Ostanatolien ein. Ab 1663 war Kiğı ein Sandschak, das an das Vilâyet Diyarbakır angeschlossen war. 1926 wurde Kiğı Teil von Erzincan und dann 1936 von Bingöl. In den 1980ern wurden Adaklı, Yayladere und Yedisu von Kiğı abgetrennt und eigenständige Landkreise innerhalb Bingöls.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung des LandkreisesBearbeiten

Bevölkerungsüberblick 1965 bis 2000
Volkszählungsergebnisse[3] 2000 1990 1985 1980 1975 1970 1965
Landkreis Kiğı 6.780 6.894 48.790 54.035 58.855 52.330 47.431
Kreisstadt Kiğı 4.684 4.544 4.091 6.267 5.598 5.083 2.242
Bevölkerungsüberlick 2007 bis 2018
Volkszählungsergebnisse[4] 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007
Landkreis Kiğı 5.013 5.097 4.838 4.958 5.496 5.500 4.886 5.803 5.051 4.945 5.672 5.159
Kreisstadt Kiğı 2.832 3.286 2.991 3.117 3.485 3.407 3.062 4.021 3.328 3.220 3.913 3.470

Für die Jahre 2001 bis 2006 liegen keine Zahlen vor. Ergebnisse vom Zensus 2011 liegen nur für die Provinzen insgesamt vor.

WeblinksBearbeiten

Commons: Kiğı – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Türkiye Nüfusu İl ilçe Mahalle Köy Nüfusları, abgerufen am 18. Mai 2019
  2. Sabah.com: Kommunalwahlen am 31. März 2019
  3. Genel Nüfus Sayımları / Volkszählungsergebnisse 1965-2000
  4. Central Dissemination System des TÜIK mit jährlicher Fortschreibung des Bevölkerungsstandes