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Kırklareli ist eine Provinz im europäischen Teil der Türkei (Ostthrakien), der sich auf der Balkanhalbinsel erstreckt und damit zu der geographischen und historischen Region Thrakien gehört. Die Hauptstadt der Provinz ist Kırklareli.

Kırklareli
Nummer der Provinz: 39
BulgarienGriechenlandZypernGeorgienArmenienAserbaidschanIranIrakSyrienEdirneTekirdağİstanbulÇanakkaleYalovaBalıkesirBursaKocaeliSakaryaBilecikKütahyaİzmirManisaAydınMuğlaUşakDenizliDüzceBoluEskişehirAfyonkarahisarBurdurAntalyaIspartaZonguldakBartınKarabükÇankırıAnkaraKonyaKaramanMersinNiğdeAksarayKırşehirKırıkkaleÇorumKastamonuSinopSamsunAmasyaYozgatKayseriAdanaOrduTokatSivasGiresunOsmaniyeHatayKilisMalatyaK. MaraşGaziantepAdıyamanŞanlıurfaMardinBatmanDiyarbakırElazığErzincanTrabzonGümüşhaneTunceliBayburtRizeBingölArtvinArdahanKarsIğdırErzurumMuşAğrıBitlisSiirtŞırnakVanHakkariKırklareli in Turkey.svg
Über dieses Bild
Landkreise
Kırklareli districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 41° 41′ N, 27° 28′ OKoordinaten: 41° 41′ N, 27° 28′ O
Provinzhauptstadt: Kırklareli
Region: Marmararegion
Fläche: 6.459 km²
Einwohnerzahl: 360.860[1] (2018)
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Osman Bİlgİn[2]
Sitze im Parlament: 3
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0288
Kennzeichen: 39
Website
www.kirklareli.gov.tr (Türkisch)

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die nordwesttürkische Provinz grenzt im Süden an die Provinz Tekirdağ, im Westen an die Provinz Edirne. Die Nordgrenze ist die Landesgrenze zu Bulgarien, im Osten bildet die Schwarzmeerküste die natürliche Grenze.

Das Yıldızgebirge (Istranca, bzw. Strandscha) teilt die Provinz Kırklareli in zwei Abschnitte.

Die Schwarzmeerküste der Provinz Kırklareli kann mit Stränden und vielen Fischrestaurants aufwarten. 98 Kilometer östlich der Hauptstadt Kırklareli liegt İğneada eingebettet zwischen Sandstränden und dem Yıldız-Gebirge. Ein weiterer Ferienort ist Kıyıköy.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Provinz gliedert sich in acht Landkreise (İlçe):

Landkreis Fläche1
(km²)
Bevölkerung (2018)2 Anzahl der Einheiten Dichte
(Ew/km²)
städt.
Anteil (in %)
Sex
Ratio3
Gründungs-
datum4,5
Landkreis (İlçe) Verwaltungssitz
(Merkez)
Gemeinden
(Belediye)
Stadt-
viertel
(Mahalle)
Dörfer
(Köy)
Babaeski 670 48.391 29.569 4 21 31 72,2 75,90 934
Demirköy 893 9.093 3.400 2 5 15 10,2 67,02 825
Kofçaz 545 2.368 644 1 2 16 4,3 27,20 921 1959
Lüleburgaz 1.016 148.037 117.739 4 33 31 145,7 88,17 978
Merkez Kırklareli 1.623 102.909 79.093 4 25 40 63,4 85,37 934
Pehlivanköy 104 3.565 1.597 1 3 8 34,3 44,80 982 1958
Pınarhisar 518 18.375 10.722 2 7 14 35,5 70,40 886 1953
Vize 1.090 28.122 13.986 3 12 24 25,8 64,66 960
PROVINZ Kırklareli 6.459 360.860 21 108 179 55,9 81,63 949

QuellenBearbeiten


1 Fläche 2014[3]
2 Bevölkerungsfortschreibung am 31. Dezember 2018[4]
3 Geschlechterverhältnis: Anzahl der Frauen auf 1000 Männer (berechnet)
4 PDF-Datei des Innenministeriums[5]
5 Landkreise, die erst nach Gründung der Türkei (1923) gebildet wurden.

BevölkerungBearbeiten

Ergebnisse der BevölkerungsfortschreibungBearbeiten

Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung am Jahresende nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Zusätzlich sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (Sex Ratio d. h. Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt. Der Zensus von 2011 ermittelte 340.977 Einwohner, das sind über 12.500 Einwohner mehr als zum Zensus 2000.[6]

Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-
rate der Be-
völkerung
(in %)
Geschlechter
verhältnis
(Frauen auf
1000 Männer)
Rang
(unter den 81 Provinzen)
gesamt männlich weiblich
2018 360.860 185.181 175.679 1,35 949 62
2017 356.050 181.945 174.105 1,24 957 62
2016 351.684 179.122 172.562 1,36 963 62
2015 346.973 177.352 169.621 0,95 956 63
2014 343.723 176.053 167.670 0,93 952 63
2013 340.559 173.916 166.643 −0,19 958 62
2012 341.218 175.515 165.703 0,30 944 63
2011 340.199 175.678 164.521 2,23 936 62
2010 332.791 168.709 164.082 −0,12 973 61
2009 333.179 170.136 163.043 −1,12 958 61
2008 336.942 174.083 162.859 1,11 936 61
2007 333.256 171.204 162.052 947 60
2000 328.461 172.188 156.273 908 56

VolkszählungsergebnisseBearbeiten

Zu den Volkszählungen liegen folgende Bevölkerungsangaben über die Provinz vor:[7][8]

Jahr 1945 1955 1965 1970 1975 1980 1985 1990 2000 2011
Bevölkerung 178.203 224.735 258.386 257.131 268.399 283.408 297.098 309.512 328.461 340.977
Rang 47 48 54 56 54 53 55 55 56 52

GeschichteBearbeiten

Bereits in prähistorischer Zeit wurde die Region um Kırklareli besiedelt. Das Archäologische Institut der Universität İstanbul gräbt seit 1993 gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut zwei vorgeschichtliche Siedlungen aus. Der neolithische Tell Aşağı Pınar datiert in einen Zeitraum zwischen 5900 und 5000 v. Chr., die bronzezeitliche Siedlung Kanlıgeçit dagegen in das dritte Jahrtausend v. Chr. Weiterhin sind aus der Umgebung verschiedene eisenzeitliche Grabhügel bekannt. Zahlreiche Funde sind im kleinen Historischen Museum der Provinz Kırklareli ausgestellt.

Im gesamten Mittelalter war die Zugehörigkeit der Region zwischen dem Bulgarischen und Byzantinischen Reich umkämpft. 896 schlug der bulgarische Zar Simeon I. in der Schlacht von Bulgarophygon (heute Babaeski) die Byzantiner verheerend.

1903 fand der von den Bulgarischen Makedonien-Adrianopeler Revolutionären Komitees organisierte und durchgeführte Ilinden-Preobraschenie-Aufstand statt. Ziel des Aufstandes war es, so viele bulgarische Gebiete wie möglich zu befreien und sie zum einen späteren Zeitpunkt, mit den Willen der Großmächte, mit dem Fürstentum Bulgarien zu vereinen. Die Aufständischen waren schlecht bewaffnet und in der Unterzahl: Den 26.000 Aufständischen schickte die türkische Regierung eine Armee von 350.000 Soldaten mit Artillerie und Kavallerie entgegen. Mehr als 70.000 Thrakische Bulgaren flohen in die benachbarten Länder, vor allem nach Bulgarien. Zur größten Flüchtlingsstadt wurde Burgas.

Bis zum Zweiten Balkankrieg (1913) wohnten hier noch viele Bulgaren und bis Anfang des 20. Jahrhunderts sowie bis zum 20. Jahrhundert Griechen, die vertrieben wurden (s. auch Teşkilât-ı Mahsusa).[9]

Kırklareli („Land der Vierziger“) hieß bis 1924 Kırkkilise, „Vierzigkirchen“.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Sokollu-Moschee in Lüleburgaz auf der Strecke zwischen Edirne und İstanbul ist ein Werk von Mimar Sinan und wurde 1570 errichtet. Ebenfalls von Sinan ist die Ali-Paşa-Moschee in dem Nachbarort Babaeski.

Die Hızır-Bey-Moschee, die älteste in der Provinzhauptstadt Kırklareli, wurde 1388 erbaut. Unter Hızır Bey wurde gleich neben der Moschee auch ein Badehaus errichtet. Das Kırklar-Denkmal aus dem 14. Jahrhundert, bestehend aus 18 Säulen, steht auf dem gleichnamigen Hügel zur Erinnerung an 40 Janitscharen, die bei der Eroberung des Gebietes unter Sultan Murat I. gefallen sind.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Türkiye Nüfusu İl ve İlçelere Göre Nüfus Bilgileri, abgerufen am 4. Juli 2019
  2. Gouverneursporträt auf der Webseite der Provinz Kırklareli, abgerufen am 4. Juli 2019
  3. Directorate General of Mappingİl ve İlçe Yüzölçümleri (PDF-Datei 0,25 MB)
  4. Türkiye Nüfusu İl İlçe Mahalle Köy Nüfusu, abgerufen am 4. Juli 2019
  5. [1] TARİH(1).pdf 1,4 MB
  6. Türkiye Nüfusu İl ve İlçelere Göre Nüfus Bilgileri, jährliche Bevölkerungsfortschreibung 2007–2018, abgerufen am 4. Juli 2019
  7. Genel Nüfus Sayımları (Volkszählungsergebnisse 1965 bis 2000), abgerufen am 4. Juli 2019
  8. Statoids: Population History, abgerufen am 4. Juli 2019
  9. Ljubomir Miletitsch: Разорението на тракийскитеѣ българи презъ 1913 година (bulg. Razorjawaneto na trakijskite balgari prez 1913 godina), Verlag Balgarski Bestseller, Sofia, 2003, S. 303, ISBN 954-9308-14-6