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Iğdır (kurd. Reşqelas) ist eine Provinz im Osten der Türkei und grenzt an Armenien, die aserbaidschanische Exklave Naxçıvan und den Iran. Iğdırs Nachbarprovinzen sind Kars im Nordwesten und Ağrı im Süden. Ihre Hauptstadt ist Iğdır. Der frühere Name lautete Zuraşat.

Iğdır
Nummer der Provinz: 76
BulgarienGriechenlandZypernGeorgienArmenienAserbaidschanIranIrakSyrienEdirneTekirdağİstanbulÇanakkaleYalovaBalıkesirBursaKocaeliSakaryaBilecikKütahyaİzmirManisaAydınMuğlaUşakDenizliDüzceBoluEskişehirAfyonkarahisarBurdurAntalyaIspartaZonguldakBartınKarabükÇankırıAnkaraKonyaKaramanMersinNiğdeAksarayKırşehirKırıkkaleÇorumKastamonuSinopSamsunAmasyaYozgatKayseriAdanaOrduTokatSivasGiresunOsmaniyeHatayKilisMalatyaK. MaraşGaziantepAdıyamanŞanlıurfaMardinBatmanDiyarbakırElazığErzincanTrabzonGümüşhaneTunceliBayburtRizeBingölArtvinArdahanKarsIğdırErzurumMuşAğrıBitlisSiirtŞırnakVanHakkariIğdır in Turkey.svg
Über dieses Bild
Landkreise
Iğdır districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 39° 54′ N, 44° 0′ OKoordinaten: 39° 54′ N, 44° 0′ O
Provinzhauptstadt: Iğdır
Region: Ostanatolien
Fläche: 3664 km²
Einwohnerzahl: 197.456[1] (2018)
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Enver Ünlü[2]
Sitze im Parlament: 2
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0476
Kennzeichen: 76
Website
www.igdir.gov.tr (Türkisch)

Iğdır ist die einzige Provinz der Türkei, die an drei Staaten grenzt. Wegen der Vegetation wird Iğdır auch Yeşil Iğdır („Grünes Iğdır“) genannt. Der Berg Ararat liegt größtenteils innerhalb der Grenzen Iğdırs.

Iğdır wurde am 27. Mai 1992 als 76. Provinz der Türkei gegründet. Vorher gehörte Iğdır zur Provinz Kars.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Iğdır liegt am Scheideweg wichtiger Verbindungsstraßen. Von hier aus konnte man das Handelszentrum Erzurum und auch Kars erreichen. Eine weitere Straße führt über Doğubayazıt in den Iran. Die 3588 km² große Provinz wird durch den Gegensatz zwischen dem sich aus dem armenischen Hochland erhebenden Gebirgsmassiv des Großen und Kleinen Ararat im Süden und dem Tal des Aras an der Grenze zu Armenien geprägt. Die Gipfel des Großen und Kleinen Ararats (türkisch Büyük Ağrı Dağı und Küçük Ağrı Dağı) liegen allerdings in der nach ihnen benannten Provinz Ağrı.

Die Temperaturen können von maximal 40 °C bis minimal −30 °C reichen. Bemerkenswert ist die, verglichen mit anderen Orten des armenischen Hochlands, niedrige Niederschlagsmenge (etwa 250 mm im Jahresmittel), die auf die Nähe des Ararat zurückzuführen ist.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Provinz ist in vier Landkreise (auch Bezirke, İlçe) gegliedert:

Landkreis Fläche1
(km²)
Bevölkerung (2018)2 Anzahl der Einheiten Dichte
(Ew/km²)
städt.
Anteil (in %)
Sex
Ratio3
Gründungs-
datum4,5
Landkreis (İlçe) Verwaltungssitz
(Merkez)
Gemeinden
(Belediye)
Stadt-
viertel
(Mahalle)
Dörfer
(Köy)
Aralık 852 21.311 6.193 1 5 21 25,0 29,06 881 1960
Iğdır Merkez 1.273 137.613 92.340 4 24 41 108,1 77,64 947 1992
Karakoyunlu 269 13.972 2.886 1 2 18 51,9 20,66 920 1992
Tuzluca 1.270 24.560 9.764 1 5 81 19,3 39,76 904
PROVINZ Iğdır 3.664 197.456 7 36 161 53,9 63,65 933

QuellenBearbeiten

1 Fläche 2014[3]
2 Bevölkerungsfortschreibung am 31. Dezember 2018[4]
3 Geschlechterverhältnis: Anzahl der Frauen auf 1000 Männer (berechnet)
4 PDF des Innenministeriums[5]
5 Landkreise, die erst nach Gründung der Türkei (1923) gebildet wurden.

BevölkerungBearbeiten

Die Bevölkerung besteht aus Aserbaidschanern, Türken und Kurden.
Zum Zensus 2011 betrug das Durchschnittsalter in der Provinz 22,96 Jahre (Landesdurchschnitt: 29,60), wobei die weibliche Bevölkerung durchschnittlich 0,48 Jahre älter als die männliche war (23,23 — 22,75).

Ergebnisse der BevölkerungsfortschreibungBearbeiten

Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung am Jahresende nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Außerdem sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (Sex Ratio d. h. Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt.
Der Zensus von 2011 ermittelte 187.842 Einwohner, das sind über 19.000 Einwohner mehr als beim Zensus 2000.

Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-
rate der Be-
völkerung
(in %)
Geschlechter
verhältnis
(Frauen auf
1000 Männer)
Rang
(unter den 81 Provinzen)
gesamt männlich weiblich
2018 197.456 102.171 95.285 1,38 933 75
2017 194.775 100.268 94.507 1,03 943 73
2016 192.785 99.057 93.728 0,18 946 73
2015 192.435 99.099 93.336 0,20 942 73
2014 192.056 98.908 93.148 0,86 942 73
2013 190.424 98.008 92.416 0,01 943 74
2012 190.409 98.537 91.872 0,82 932 73
2011 188.857 97.770 91.087 2,41 932 73
2010 184.418 94.443 89.975 0,51 953 74
2009 183.486 94.611 88.875 −0,29 939 75
2008 184.025 95.195 88.830 1,19 933 74
2007 181.866 92.732 89.134 961 73
20001 168.634 87.083 81.551 936 76

1 Zensus 2000

Bevölkerungszahlen der LandkreiseBearbeiten

Die Werte von 2000 basieren auf der Volkszählung[6], die restlichen (2007–2018) sind Bevölkerungsangaben am Jahresende, ermittelt durch die Fortschreibung im 2007 eingeführten Einwohnerregister (ADNKS)[7]

Landkreis 2000 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Aralık 21.747 22.155 22.165 21.674 21.810 22.425 22.521 21.881 21.843 21.495 21.269 21.461 21.311
Merkez 102.648 119.432 121.848 122.780 123.570 127.609 128.976 130.134 132.110 133.704 134.480 136.155 137.613
Karakoyunlu 18.285 14.597 14.273 13.990 14.042 14.054 14.264 14.016 13.929 13.686 13.634 13.953 13.972
Tuzluca 25.954 25.682 25.739 25.042 24.996 24.769 24.648 24.393 24.174 23.550 23.402 23.206 24.560
Toplam 168.634 181.866 184.025 183.486 184.418 188.857 190.409 190.424 192.056 192.435 192.785 194.775 197.456

WirtschaftBearbeiten

Trotz zunehmender Urbanisierung ist die Provinz weiter stark landwirtschaftlich geprägt, wobei besonders die Schafzucht von Bedeutung ist. Vorhandene Industrien sind z. B. Mustaş (Handelstransport), die Araş und verschiedene Werkstätten zur Filz- und Textilmaschinenherstellung und Mehlmühlen.

GeschichteBearbeiten

In Iğdır herrschten unter anderem die Mitanni, Hethiter, Assyrer, Armenier, Kimmerier, Meder, Perser, Urartäer, Skythen, Seleukiden, Arsakiden, Sassaniden, Araber, Byzantiner, Seldschuken, Mongolen, Ilchane, Qara Qoyunlu, Akkoyunlar, Safawiden und die Osmanen. Durch die geografische Lage hat sich ein Handel mit Naxçıvan und dem Iran entwickelt, der die Region belebt.

Hier befindet sich das im Jahr 341 erbaute armenische Kloster Sankt Hakob von Akori und das 649 erbaute Kloster Agarak.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Iğdır – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Türkiye Nüfusu İl ve İlçelere Göre Nüfus Bilgileri, abgerufen am 23. April 2019
  2. Webseite der Provinz Iğdır (Gouverneursporträt), abgerufen am 23. April 2019
  3. Directorate General of Mapping İl ve İlçe Yüzölçümleri (PDF; 0,25 MB).
  4. Türkiye Nüfusu İl İlçe Mahalle Köy Nüfusu, abgerufen am 23. April 2019.
  5. illeridaresi.gov.tr (PDF; 1,4 MB).
  6. Volkszählung 2000 (türk.)
  7. MDS/Central Dissemination System von TÜIK (engl./türk.)