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René Rast (* 26. Oktober 1986 in Minden) ist ein deutscher Automobilrennfahrer. Er wuchs in Steyerberg im Landkreis Nienburg/Weser (Niedersachsen) auf. Rast trat zwischen 2008 und 2012 im Porsche Supercup an und gewann 2010, 2011 und 2012 den Meistertitel. Zusammen mit Kelvin van der Linde gewann er 2014 das ADAC GT Masters. 2017 wechselte Rast zu Audi in die DTM, in der er auf Anhieb Meister wurde.

René Rast
René Rast
Nation: DeutschlandDeutschland Deutschland
DTM
Erstes Rennen: Zandvoort 2016
Teams (Hersteller)
2016 Rosberg • 2016 Phoenix • 2017–2019 Rosberg (alle Audi)
Statistik
Starts Siege Poles SR
48 13 8 5
Podestplätze: 19
Gesamtsiege: 1 (2017)
Punkte: 565
Stand: 7. Juli 2019

Inhaltsverzeichnis

KarriereBearbeiten

Anfänge im Kart- und Formelsport (1996–2004)Bearbeiten

Rast begann seine Motorsportkarriere 1996 im Kartsport, in dem er bis 2002 aktiv war. Unter anderem gewann er 2001 den norddeutschen ICA-Junioren-Kartcup sowie 2002 den deutschen ICA-Junioren-Kartcup.

2003 wechselte Rast in den Formelsport und trat für zwei Jahre in der deutschen Formel BMW an. Nachdem er seine erste Saison auf dem 18. Gesamtrang beendet hatte, wurde er 2004 23. in der Gesamtwertung.

Verschiedene Rennserien (2005–2015)Bearbeiten

 
Rast im Porsche Supercup 2011

2005 wechselte Rast in den Tourenwagensport. Er trat im ADAC Volkswagen Polo Cup an, erzielte sechs Rennsiege und gewann die Meisterschaft. 2006 fuhr er im deutschen SEAT León Supercopa und wurde mit drei Siegen Vizemeister hinter Florian Gruber.

2007 ging Rast für das MRS Team im deutschen Porsche Carrera Cup an den Start und beendete die erste Saison mit einer Podest-Platzierung auf dem zehnten Gesamtrang. Darüber hinaus absolvierte er einen Gaststart im Porsche Supercup. 2008 entschied Rast den deutschen Porsche Carrera Cup mit einem Sieg für sich. Darüber hinaus trat er zu zehn von elf Rennen des Porsche Supercups an. Er erzielte eine Podest-Platzierung und beendete die Saison auf dem fünften Platz der Fahrerwertung.

2009 erzielte Rast im Porsche Supercup sechs Siege und beendete die Saison als Vizemeister mit 207 zu 254 Punkten hinter Jeroen Bleekemolen. 2010 wechselte Rast zu Lechner Racing und gewann vier Rennen im Porsche Supercup. Er entschied die Meisterschaft mit 152 zu 146 Punkten vor Nick Tandy für sich. 2010 nahm er an sechs Rennen des ADAC GT Masters teil. Dabei gelang ihm ein Sieg und er schloss die Saison als 17. ab. 2011 blieb Rast bei Lechner Racing im Porsche Supercup. Mit vier Siegen führt er die Meisterschaft ein Rennwochenende vor Saisonende an. Er startete erneut zu Rennen des ADAC GT Masters sowie zum deutschen Porsche Carrera Cup und der American Le Mans Series. Außerdem absolvierte Rast DTM-Testfahrten für BMW.[1]

2016 bestritt Rast den Berlin ePrix in der FIA-Formel-E-Meisterschaft als Vertretung für António Félix da Costa beim Team Aguri.

DTM (seit 2016)Bearbeiten

Am 17. Juli 2016 gab er im zweiten Rennen beim Wochenende in Zandvoort sein Debüt in der DTM, als er im Team Rosberg den verletzten Adrien Tambay vertreten durfte. Bei diesem zunächst einmaligen Start belegte er den 19. Platz. Beim Finale der Saison 2016 in Hockenheim sprang Rast – nun im Team Phoenix – für Mike Rockenfeller, der bei Abt Sportsline den beim zeitgleich stattfindenden Finale der Rallycross-Weltmeisterschaft startenden Mattias Ekström vertrat, ein. Im Samstagsrennen erzielte er als Sechster seine erste Platzierung in den Punkten, am Sonntag blieb er ohne Zähler. Im Gesamtklassement belegte er den 23. Rang.

Zur Saison 2017 wechselte Rast endgültig in die DTM und trat erneut für das Team Rosberg an, wo er Teamkollege von Jamie Green wurde. Beim zweiten Rennwochenende gelang ihm am Lausitzring als Dritter seine erste Podiumsplatzierung. In Mogyoród gelang ihm am Samstag seine erste Pole-Position, im Rennen belegte er den sechsten Platz. Einen Tag später erzielte er seine zweite Pole-Position und im Rennen seinen ersten DTM-Laufsieg. Dies wiederholte er etwas mehr als einen Monat später in Wolokolamsk. Ende September gelang ihm in Spielberg sein dritter Saisonsieg. Vor dem letzten Saisonrennen in Hockenheim hatten mit Ekström, Green, Rockenfeller und Rast noch vier Piloten die Chance auf den Titel. Durch einen zweiten Platz sowohl in der Qualifikation als auch im Rennen zog Rast im letzten Rennen an den vor ihm liegenden Ekström und Green vorbei und gewann mit 179 Punkten in seiner ersten vollen DTM-Saison den Meistertitel.

2018 blieben Green und Rast bei Rosberg. Beim Saisonauftakt in Hockenheim erzielte Rast die Plätze neun und sieben. Beim Samstagsrennen auf dem Lausitzring verunglückte er schwer. Nach einer Berührung mit seinem Markenkollegen Loïc Duval kam er von der Strecke ab und überschlug sich. Aufgrund des Unfalls wurde Rast in das Krankenhaus Senftenberg eingeliefert, aus dem er am Sonntagmorgen entlassen wurde. Er blieb ohne größere Blessuren.[2] Das Rennen wurde für etwa 15 Minuten unterbrochen und anschließend neu gestartet. Das zweite Rennen am Sonntag verpasste Rast wegen der zu schweren Beschädigungen an seinem Fahrzeug.[3] In Zandvoort gelang ihm am Sonntag sein erster Saisonsieg und in Brands Hatch als Dritter ein weiterer Podiumsplatz. In Misano fuhr er am Sonntag mit dem dritten Platz zu seinem dritten Podium in dieser Saison. Am Nürburgring gelang es ihm als erstem DTM-Fahrer, die maximale Punktzahl von 56 an einem Wochenende zu erzielen, nachdem er sowohl am Samstag als auch am Sonntag zunächst auf die Pole-Position fahren und das jeweilige Rennen anschließend auch gewinnen konnte.[4] Auch in Spielberg und beim Saisonfinale in Hockenheim konnte er jeweils beide Rennen gewinnen. Damit stellte er einen Rekord für die meisten Siege in Serie in der DTM auf.[5] Trotz dieser Siegesserie unterlag er am Saisonende mit 251 Punkten Gary Paffett, der mit 255 Punkten neuer Meister wurde, und belegte den zweiten Platz in der Fahrerwertung.

Mitte Dezember 2018 wurden Green und Rast als Fahrer des Teams Rosberg für die Saison 2019 bestätigt.[6] Nachdem er beim Saisonauftakt in Hockenheim im ersten Rennen kurz vor Schluss ausgeschieden war, erreichte er am Sonntag seinen ersten Saisonsieg. Bei dem Sonntagsrennen in Zolder erzielte er seinen zweiten Sieg in diesem Jahr. In Misano fuhr er jeweils von der Pole-Position zu den Plätzen zwei und drei. In Nürnberg gelang ihm am Samstag sein dritter Saisonsieg, am Sonntag wurde er, von der Pole-Position aus gestartet, nach einer Kollision mit seinem Markenkollegen Nico Müller in der ersten Runde Siebter. Nach acht von 18 Wertungsläufen führte er die Gesamtwertung an.

StatistikBearbeiten

KarrierestationenBearbeiten

  • 2010: Porsche Supercup (Meister)
  • 2010: ADAC GT Masters (Platz 17)
  • 2011: Porsche Supercup (Meister)
  • 2011: Deutscher Porsche Carrera Cup (Platz 6)
  • 2011: ADAC GT Masters (Platz 19)
  • 2011: ALMS, GT
  • 2012: Porsche Supercup (Meister)
  • 2012: Deutscher Porsche Carrera Cup (Meister)
  • 2012: ADAC GT Masters (Platz 16)
  • 2013: ADAC GT Masters (Platz 6)
  • 2013: FIA GT Series
  • 2013: Blancpain Endurance Series
  • 2014: ADAC GT Masters (Meister)
  • 2015: FIA WEC
  • 2016: Formel E (Platz 23)
  • 2016: DTM (Platz 23)
  • 2017: DTM (Meister)
  • 2018: DTM (Platz 2)
  • 2019: DTM

Einzelergebnisse in der FIA-Formel-E-MeisterschaftBearbeiten

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Punkte Rang
2015/16 Team Aguri China Volksrepublik  BEI Malaysia  PUT Uruguay  PUN Argentinien  BUE Mexiko  MEX Vereinigte Staaten  LBH Frankreich  PAR Deutschland  BER Vereinigtes Konigreich  LON 0 23.
              NC    

(Legende)

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2014 Frankreich  Sébastien Loeb Racing Oreca 03R - Nissan Frankreich  Vincent Capillaire Tschechien  Jan Charouz Rang 8
2015 Deutschland  Audi Sport Team Joest Audi R18 e-tron quattro Portugal  Filipe Albuquerque Italien  Marco Bonanomi Rang 7
2016 Russland  G-Drive Racing Oreca 05 Russland  Roman Rusinov Vereinigtes Konigreich  Will Stevens Rang 6

Sebring-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2011 Vereinigte Staaten  Paul Miller Racing Porsche 997 GT3 RSR Vereinigte Staaten  Bryce Miller Deutschland  Sascha Maassen Ausfall Getriebeschaden
2017 Vereinigte Staaten  VisitFlorida Racing Multimatic Riley Niederlande  Renger van der Zande Belgien  Marc Goossens Rang 36
2018 Vereinigte Staaten  Mazda Team Joest Mazda RT24-P Vereinigtes Konigreich  Oliver Jarvis Vereinigte Staaten  Tristan Nunez Rang 8

Statistik in der DTMBearbeiten

Diese Statistik umfasst alle Teilnahmen des Fahrers an der DTM.

GesamtübersichtBearbeiten

Stand: 7. Juli 2019

Saison Team Hersteller Fahrzeug Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte Pos.
2016 Audi Sport Team Rosberg   Audi Audi RS5 DTM 1 23.
Audi Sport Team Phoenix 2 8
2017 Audi Sport Team Rosberg   Audi Audi RS5 DTM 18 3 1 1 3 4 179 1.
2018 Audi Sport Team Rosberg   Audi Audi RS5 DTM 19 7 2 2 1 251 2.
2019 Audi Sport Team Rosberg   Audi Audi RS5 DTM 8 3 1 1 3 127 1.
Gesamt 48 13 2 4 8 5 565

EinzelergebnisseBearbeiten

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
2016 Deutschland  HO1 Osterreich  SPI Deutschland  LAU Deutschland  NOR Niederlande  ZAN Russland  MOS Deutschland  NÜR Ungarn  HUN Deutschland  HO2
                  19             6 17
2017 Deutschland  HO1 Deutschland  LAU Ungarn  HUN Deutschland  NOR Russland  MOS Niederlande  ZAN Deutschland  NÜR Osterreich  SPI Deutschland  HO2
6 DNF2 3 7 61 11 122 DNF 12 43 9 DNF 5 12 13 12 6 22
2018 Deutschland  HO1 Deutschland  LAU Ungarn  HUN Deutschland  NOR Niederlande  ZAN Vereinigtes Konigreich  BRH Italien  MIS Deutschland  NÜR Osterreich  SPI Deutschland  HO2
9 72 DNF DNS 4 10 16 14 17 13 43 3 DNF3 3 11 11 1 1 1 12
2019 Deutschland  HO1 Belgien  ZOL Italien  MIS Deutschland  NOR Niederlande  ASS Vereinigtes Konigreich  BRH Deutschland  LAU Deutschland  NÜR Deutschland  HO2
16* 1 DNF2 12 21 31 1 71                    

(Legende)

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. DTM – BMW testet drei Nachwuchsfahrer, Motorsport-Magazin.com am 7. Oktober 2011
  2. Sebastian Kayser: So erlebte DTM-Pilot René Rast (31) den Horror-Crash. B.Z., 22. Mai 2018, abgerufen am 22. Mai 2018.
  3. Sebastian Kayser: René Rast: Horror-Crash auf dem Lausitzring. B.Z., 19. Mai 2018, abgerufen am 22. Mai 2018.
  4. Perfektes DTM-Wochenende: René Rast feiert historischen Erfolg. Offizielle Webpräsenz des Nürburgrings, 9. September 2018, abgerufen am 18. November 2018.
  5. Stefan Ehlen, Julia Spacek: Rene Rast: DTM-Titel verpasst, aber „Rekord für die Ewigkeit“ aufgestellt. Motorsport-Total.com, 14. Oktober 2018, abgerufen am 18. November 2018.
  6. Bleibt alles anders. DTM.com, 19. Dezember 2018, abgerufen am 13. Januar 2019.