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Die Gemeinde Nogaro befindet sich in der französischen Region Okzitanien im Département Gers, hat 1997 Einwohner (Stand 1. Januar 2016), ist Hauptort des Kantons Grand-Bas-Armagnac und war bereits bis 2015 Hauptort des Kantons Nogaro. Durch den Ort führt der Fernwanderweg GR 65, welcher weitgehend dem historischen Verlauf des französischen Jakobsweges Via Podiensis folgt.

Nogaro
Wappen von Nogaro
Nogaro (Frankreich)
Nogaro
Region Okzitanien
Département Gers
Arrondissement Condom
Kanton Grand-Bas-Armagnac (Hauptort)
Gemeindeverband Bas Armagnac
Koordinaten 43° 45′ N, 0° 2′ WKoordinaten: 43° 45′ N, 0° 2′ W
Höhe 89–148 m
Fläche 11,06 km2
Einwohner 1.997 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 181 Einw./km2
Postleitzahl 32110
INSEE-Code
Website www.nogaro-armagnac.fr

Stiftskirche Saint-Nicolas

GeografieBearbeiten

Nogaro liegt in der historischen Region Armagnac im Herzen der Gascogne, die vor allem wegen des dort produzierten Weinbrandes, des Armagnac, weltbekannt ist. Die 1997 Einwohner (Stand 1. Januar 2016) zählende Kleinstadt liegt am Fluss Midouze, einem Nebenfluss des Adour. Die nächste größere Stadt ist Mont-de-Marsan, welche man in nordwestlicher Richtung über die Strecke D6 - D30 nach circa 44 Straßenkilometern erreicht. Die nächsten französischen Großstädte sind Toulouse (120 km) im Osten und Bordeaux (128 km) im Nordwesten.[1]

GeschichteBearbeiten

Nogaro wurde 1055 durch den Erzbischof Austinde von Auch gegründet. Er schuf hier eine sogenannte Friedenszone (frz. Sauveté), um einen ungestörten Handel am Kreuzungspunkt der alten Handelsstraßen, die von Auch nach Toulouse, bzw. von Bayonne und von Eauze führten. Die durchziehenden Händler mussten Maut bezahlen, wovon die Pilger befreit waren. 1104 errichtet Graf Bernhard III. ein Hospiz für Aussätzige. In den Religionskriegen wurde der Ort durch protestantische Truppen, unter Führung von Graf Montgomery, weitgehend zerstört, auch die Kirche Saint Nicolas wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Im Jahre 1607 fiel die Grafschaft Armagnac wie die gesamte Gascogne an die französische Krone unter Henri IV. Nogaro wurde königliche Stadt, was sie bis 1642 blieb. Zwischen 1790 und 1795 war Nogaro Bezirkshauptstadt.

Jakobsweg (Via Podiensis)Bearbeiten

In Nogaro gibt es neben einer Pilgerherberge (französisch: Gîte d’étape) Hotels und Privatzimmer (französisch: Chambre d'hôtes) sowie einen Campingplatz und eine Touristeninformation. Der Weg nähert sich jetzt der Flusslandschaft des Adour mit seiner intensiven landwirtschaftlichen Nutzung. Dabei wird hier vorwiegend Mais angebaut. Nach Nogaro geht es noch durch Eichen- und Edelkastanienwälder. Die Region Gers wird nun verlassen und südlich des Adour beginnt das Département Landes. Der nächste größere Ort am Jakobsweg ist Barcelonne-du-Gers bevor unmittelbar danach Aire-sur-l’Adour erreicht wird. Der Fernwanderweg GR 65 führt an Barcelonne-du-Gers vorbei direkt nach Aire-sur-l’Adour. Als Straßenverbindung führt die D931 nach Barcelonne-du-Gers. Davor gibt es weitere Übernachtungsmöglichkeiten in Arblade-le-Haut und Lanne-Soubiran.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Der Bau der romanischen Stiftskirche Saint-Nicolas wurde 1055 begonnen. Sie wurde in den Religionskriegen schwer beschädigt und im 16. und 17. Jahrhundert teilerneuert. Heute präsentiert sie sich als dreischiffiges Gebäude mit halbrunder Apsis, die Seitenkapellen sind als Tonnengewölbe ausgeführt.

WirtschaftBearbeiten

  • In der Nähe gibt es einen kleinen Flugplatz.
  • Die Autorennstrecke Circuit Paul Armagnac, dient auch als Teststrecke für die Formel 1.[2]
  • Am Rande der Autorennstrecke ist unter dem Namen Mécanopole de Nogaro ein Industrieentwicklungsgelände im Aufbau.[3]
  • Im Dienstleistungssektor (ca. 28 %) und in der Landwirtschaft (ca. 17 %) arbeiten die meisten Einwohner des Kantons.[4] Lokale Produktionsschwerpunkte sind Wein und Getreide sowie Enten und Gänse. Aus dem Wein wird der Weinbrand Armagnac hergestellt.[5]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

  • Huarte in der spanischen Provinz Navarra

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Paul Armagnac (1924–1962), Autorennfahrer, gestorben auf der Rennstrecke von Montlhèry

LiteraturBearbeiten

  • Bettina Forst: Französischer Jakobsweg. Von Le Puy-en-Velay nach Roncesvalles. Alle Etappen – mit Varianten und Höhenprofilen. Bergverlag Rother, München (recte: Ottobrunn) 2007, ISBN 978-3-7633-4350-8 (Rother Wanderführer).
  • Bert Teklenborg: Radwandern entlang des Jakobswegs. Vom Rhein an das westliche Ende Europas. (Radwanderreiseführer, Routenplaner). 3. überarbeitete Auflage. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7022-2626-8.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nogaro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemeindeinformation auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 21. Januar 2010.
  2. Circuit-nogaro.com in Französisch.
  3. Le développement économique auf nogaro-armagnac.fr in Französisch.
  4. INSEE Tabelle EMP 8 (französisch) Abgerufen am 11. Februar 2010.
  5. Nogaro auf aoc-igp.fr (französisch).
Jakobsweg „Via Podiensis

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