Labrihe

französische Gemeinde

Labrihe ist eine französische Gemeinde mit 209 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Gers in der Region Okzitanien (vor 2016: Midi-Pyrénées). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Condom (bis 2016: Arrondissement Auch) und zum Kanton Gimone-Arrats (bis 2015: Kanton Mauvezin).

Labrihe
Labrihe (Frankreich)
Labrihe
Region Okzitanien
Département Gers
Arrondissement Condom
Kanton Gimone-Arrats
Gemeindeverband Bastides de Lomagne
Koordinaten 43° 46′ N, 0° 53′ OKoordinaten: 43° 46′ N, 0° 53′ O
Höhe 115–184 m
Fläche 9,44 km2
Einwohner 209 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 22 Einw./km2
Postleitzahl 32120
INSEE-Code
Website Labrihe

Bürgermeisteramt (Mairie) von Labrihe

Die Einwohner werden Labrigeois und Labrigeoises genannt.[1]

GeographieBearbeiten

Labrihe liegt circa 27 Kilometer nordöstlich von Auch in der historischen Provinz Armagnac am östlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Labrihe von den fünf Nachbargemeinden:

Monfort Solomiac
  Sarrant
Mauvezin Saint-Georges

GewässerBearbeiten

Labrihe liegt im Einzugsgebiet des Flusses Garonne.

Der Arrats, einer seiner linken Nebenflüsse, durchquert das westliche Gemeindegebiet von Süd nach Nord. Der Ruisseau de la Barage mündet bei Labrihe als linker Nebenfluss in den Arrats. Die Gimone, ein weiterer linker Nebenfluss der Garonne, bildet die natürliche Grenze zu den östlichen Nachbargemeinden Sarrant und Saint-Georges.[2]

GeschichteBearbeiten

Labrihe wird im Kopialbuch des Klosters Gimont erwähnt, deren Mönche 1151 die Scheune von Franqueville gründeten.[3]

Im Jahre 1822 wurde die frühere Gemeinde Bouvées eingemeindet.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Mit der Eingemeindung von Bouvées stieg die Einwohnerzahl auf einen Höchststand von rund 515. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei zwischenzeitlichen Erholungsphasen bis zu den 1990er Jahren auf ihren tiefsten Stand von rund 135 Einwohnern, bevor eine Wachstumsphase einsetzte, die heute noch anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2017
Einwohner 181 152 142 145 136 150 187 203 209
 
bis 1821 ohne Einwohner von Bouvées
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[4] INSEE ab 2011[5]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Schloss BouvéesBearbeiten

 
Schloss Bouvées

Es wurde von 1530 bis 1560 von Monseigneur de Saint-Julien, Bischof von Aire-sur-Adour, auf den Ruinen eines früheren Gebäudes erbaut. Das Gebäude wurde während der Französischen Revolution als nationales Gut verkauft. Es bestand aus drei Flügeln, die einen Innenhof begrenzten und an den Ecken von runden Türmen flankiert wurden. Nur der östliche und südliche Flügel sind erhalten, außerdem die landwirtschaftlichen Ställe, die durch die alten Mauern gesichert sind und die ursprüngliche Anordnung wiedergeben. Von den Türmen sind nur der südöstliche und Spuren des südwestlichen erhalten. Der Taubenschlag wurde auf den Fundamenten eines Turms errichtet. Ein Abschnitt der zerstörten Mauer in der Nähe der Apsis der Seitenkapellen weist auf die alte Pforte hin, die den Zugang zum Innenhof erlaubte. Ein runder Turm mit vier Ebenen ist an die Kapelle angebaut. Ein Gewölbekeller im Keller ermöglichte die Überwachung der Umgebung durch eine Reihe von Aussichtslöchern. Im Inneren des Schlosses befinden sich Kamine aus dem 15. und aus dem 18. Jahrhundert, Pflasterung aus Terrakotta, Balkendecken und sichtbare Balken. Fassaden und Dächer, Rundmauer, Stellen des früheren Grabens, die Kapelle, die beiden runden Türme, die beiden Spindeltreppen und der Taubenschlag sind seit dem 11. Oktober 1990 als Monument historique klassifiziert.[6]

Schloss LabriheBearbeiten

 
Schloss Labrihe

Es wurde Ende des 16. Jahrhunderts wie das Schloss von Bouvées von Monseigneur de Saint-Julien auf den Ruinen eines vorheriges Gebäudes errichtet. Das Land von Labrihe wurde im 18. Jahrhundert von der Familie Preissac an Melchior François Reversac de Celez verkauft und ging dann an die Familie Saint-Blanquat über. Das Schloss ist heute in Privatbesitz.[3]

Weitere SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Kirche Saint-Pierre
  • Kirche Sainte-Radegonde in Bouvées

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Ail violet de Cadours

Labrihe liegt in der Zone AOC der Knoblauchsorte Ail violet de Cadours.[7]

 
Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[8]
Gesamt = 27

VerkehrBearbeiten

Labrihe ist über die Routes départementales 40, 654, die ehemalige Route nationale 654, und 928, die ehemalige Route nationale 128, erreichbar.

WeblinksBearbeiten

Commons: Labrihe – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gers (fr) habitants.fr. Abgerufen am 28. Dezember 2019.
  2. Ma commune : Labrihe (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 28. Dezember 2019.
  3. a b Château de Labrihe (fr) chateau-fort-manoir-chateau.eu. Abgerufen am 28. Dezember 2019.
  4. a b Notice Communale Labrihe (fr) EHESS. Abgerufen am 28. Dezember 2019.
  5. Populations légales 2016 Commune de Labrihe (32173) (fr) INSEE. Abgerufen am 28. Dezember 2019.
  6. Château de Bouvées (fr) Französisches Kultusministerium. 15. Mai 2019. Abgerufen am 28. Dezember 2019.
  7. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 28. Dezember 2019.
  8. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Labrihe (32173) (fr) INSEE. Abgerufen am 28. Dezember 2019.