Gaudonville

französische Gemeinde

Gaudonville ist eine französische Gemeinde mit 111 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Gers in der Region Okzitanien (vor 2016: Midi-Pyrénées). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Condom und zum Kanton Fleurance-Lomagne (bis 2015: Kanton Saint-Clar).

Gaudonville
Gaudonville (Frankreich)
Gaudonville
Region Okzitanien
Département Gers
Arrondissement Condom
Kanton Fleurance-Lomagne
Gemeindeverband Bastides de Lomagne
Koordinaten 43° 53′ N, 0° 51′ OKoordinaten: 43° 53′ N, 0° 51′ O
Höhe 121–265 m
Fläche 7,39 km2
Einwohner 111 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km2
Postleitzahl 32380
INSEE-Code
Website Gaudonville

Bürgermeisteramt (Mairie) von Gaudonville

Die Einwohner werden Gaudonvillois und Gaudonvilloises genannt.[1]

GeographieBearbeiten

Gaudonville liegt circa 40 Kilometer östlich von Condom und circa 34 Kilometer nordöstlich von Auch in der Lomagne in der historischen Provinz Armagnac am nordöstlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Gaudonville von den fünf Nachbargemeinden:

Mauroux Castéron
Avezan   Pessoulens
Tournecoupe

GewässerBearbeiten

Gaudonville liegt im Einzugsgebiet des Flusses Garonne.

Die La Baysole, auch Ruisseau du Bourri genannt, ein Nebenfluss der Gimone, durchquert das Gebiet der Gemeinde. Ebenso wird Gaudonville vom Ruisseau de Laftorgue, einem Nebenfluss der Lavassère, und seinem Nebenfluss, dem Ruisseau des Tujas, bewässert.[2]

GeschichteBearbeiten

Das Gebiet der heutigen Gemeinde Gaudonville lag im Mittelalter in der Grafschaft Lomagne. Die Kirche und Gaudonville wurden bereits im elften Jahrhundert erwähnt, aber die Burg wurde erst später angegeben. Das befestigte Dorf wurde im 13. Jahrhundert auf einer Hochfläche gegründet. In dieser Zeit wurden das Tor und der Turm, der es überragte, gebaut. Auch heute noch sind die Wohnhäuser mehrheitlich im Innern eines Rechtecks gruppiert, das durch eine ehemalige Stadtmauer geformt wurde.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 475. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei zwischenzeitlichen Erholungsphasen bis zur ersten Dekade des 21. Jahrhunderts auf ihren tiefsten Stand von rund 100 Einwohnern, bevor sie sich auf einem Niveau von rund 110 Einwohnern stabilisierte.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2017
Einwohner 160 155 129 132 122 103 102 122 111
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[4] INSEE ab 2011[5]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrkirche Saint-Michel

Pfarrkirche Saint-MichelBearbeiten

Sie wurde im Mittelalter an einem nicht weiter bestimmbaren Datum gebaut. Während der Errichtung des Eingangsportals am Ende des 15. oder zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche umgebaut. Sie erfuhr im 19. Jahrhundert neue Änderungen mit der Überholung von bestimmten Wänden und des Dekors im Inneren.

Das Langhaus mit einem Hauptschiff wird durch eine flache Apsis abgeschlossen. Die Westfassade läuft in einen Glockengiebel aus. Ein offener Vorraum schützt das Eingangsportal.[6]

Kapelle Notre-Dame im Weiler TudetBearbeiten

Vivian II., Vicomte von Lomagne, ließ zwischen 1137 und 1152 eine kleine Kapelle für eine Marienstatue aus schwarzem Marmor errichten. Der englische König Heinrich II. ersetzte sie wenige Jahre später durch eine größere Kirche, wobei das ursprüngliche Heiligtum erhalten blieb. Während der Hugenottenkriege versuchten protestantische Truppen, die Kirche zu zerstören und warfen die Statue der Jungfrau in den Dorfbrunnen. Die Statue Notre Dame de Tudet wurde von der Bevölkerung während der großen Ereignisse der Geschichte angebetet, unter anderem während der Pestepidemie oder der Fronde (1648–1653), aber auch zum Schutz der Ernte und vor der Hungersnot.

Vermutlich mit Ausnahme des Chors wurde die Kirche in der zweiten Hälfte des 15. oder in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts neu gebaut. Während der Französischen Revolution wurde die Kirche im Jahre 1793 zerstört. Nur der Glockenturm ist von der Kirche heute noch übrig geblieben. Die Marienstatue wurde beschädigt, nach Gaudonville gebracht und dort von den Revolutionären in das Feuer geworfen. Anschließend rettete Madame Vigaroux aus Gaudonville die Statue und begrub sie im Friedhof.

Eine neue Kapelle aus dem Kalkstein der Lomagne wurde unweit des Glockenturms der zerstörten Kirche im Jahre 1877 errichtet und 1898 zur Kirche umgewandelt.[7][8]

Stadttor mit TurmBearbeiten

 
Stadttor

Die frühere Stadtmauer wurde ab dem 19. Jahrhundert weitgehend abgerissen. Das Stadttor und der Turm, der es überragt, sind noch in der Höhe erhalten, ebenso wie die Position der Gräben, die in der Topographie des Ortes deutlich sichtbar bleiben. Es befindet sich am östlichen Eingang der Hauptstraße im Zentrum von Gaudonville. Der obere Teil des Turms wurde neu gestaltet, was durch die verschiedenen verwendeten Mauerwerke belegt wird.

Der fast quadratische Turm (ungefähr 4,5 Meter × 5,5 Meter) erstreckt sich über vier Ebenen. Der Durchgang des Tores ist spitzbogenförmig. Im ersten Stock ermöglichte eine rundbogenförmige Tür an der Innenseite des Turms den Zugang zu den oberen Ebenen. Sie wurde mit Steinen aus der Bohrung einer Tür auf der Nordseite des Turms auf gleicher Höhe geschlossen, die sie ersetzte. Es wurden keine Schießscharten oder fortschrittliche Verteidigungsanlagen ausgemacht. Der Turm ist mit einem relativ flachen Zeltdach mit niedrigem Überhang bedeckt, das mit Hohlziegeln gedeckt ist. Das Dach wird von einer schmiedeeisernen Struktur überragt, die eine Glocke trägt.[9]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[10]
Gesamt = 15

VerkehrBearbeiten

Gaudonville ist über die Routes départementales 167 und 251 erreichbar.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Gaudonville – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gers (fr) habitants.fr. Abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Ma commune : Gaudonville (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 22. Dezember 2019.
  3. Anaïs Comet: Village de Gaudonville (fr) Französisches Kultusministerium. 31. Oktober 2018. Abgerufen am 22. Dezember 2019.
  4. Notice Communale Gaudonville (fr) EHESS. Abgerufen am 22. Dezember 2019.
  5. Populations légales 2016 Commune de Gaudonville (32139) (fr) INSEE. Abgerufen am 22. Dezember 2019.
  6. Anaïs Comet: Église paroissiale Saint-Michel (fr) Französisches Kultusministerium. 28. Mai 2019. Abgerufen am 22. Dezember 2019.
  7. Chapelle Notre-Dame (fr) Französisches Kultusministerium. Abgerufen am 22. Dezember 2019.
  8. Chapelle Notre-Dame de Tudet (fr) Organisation Fondation du patrimoine. Abgerufen am 22. Dezember 2019.
  9. Anaïs Comet: Fortification d’agglomération (fr) Französisches Kultusministerium. 28. Mai 2019. Abgerufen am 22. Dezember 2019.
  10. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Gaudonville (32139) (fr) INSEE. Abgerufen am 22. Dezember 2019.
  11. Eric Durnez (fr) Centre de ressources internationales de la scène (CRIS). 27. Dezember 2015. Abgerufen am 22. Dezember 2019.