Knoblauch

Art der Gattung Lauch (Allium), Heilpflanze, Gewürzpflanze

Knoblauch (Allium sativum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium). Ursprünglich von Zentralasien bis zum nordöstlichen Iran beheimatet, ist er als Kulturform heute weltweit verbreitet. Er wird als Gewürz- und Heilpflanze genutzt.

Knoblauch
Geschlossene und angebrochene Knoblauchzwiebel (Allium sativum)

Geschlossene und angebrochene Knoblauchzwiebel (Allium sativum)

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae)
Tribus: Allieae
Gattung: Lauch (Allium)
Art: Knoblauch
Wissenschaftlicher Name
Allium sativum
L.

BeschreibungBearbeiten

 
Knoblauchpflanze

Der Knoblauch ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 90 Zentimetern. Die flachen, bläulich grünen, spitzen und linealischen, kahlen Laubblätter mit Blattscheide sind bis zu 15–30 Millimeter breit und bis 50–80 Zentimeter lang. Als Überdauerungsorgan wird eine 5–7 Zentimeter große Zwiebel gebildet, die von einer dünnen, weißen oder rötlichen, papierigen, trockenen Hülle (Tunika) umgeben ist. Sie besteht aus den etwa fünf bis zwanzig Beiknospen der Blätter (Zehen, Klauen). Eine solche Zehe setzt sich aus dem von einem fleischigen, verdickten Niederblatt umgebenen Vegetationskegel und dem schützenden, zähen Hüllblatt zusammen. Jeweils drei bis fünf dieser Zehen sind dann von einem trockenen Zwiebelblatt (Niederblatt) umgeben, welche alle zusammen die Tunika bilden.

Die Pflanze besitzt ausdauernde Zwiebeln, die sich ausschließlich vegetativ vermehren; zum einen bilden sich um die Zwiebel Tochterzwiebeln, die sogenannten Zehen, zum anderen bildet sich bei einem Teil der Population im Sommer ein Stängel, der ein Paket der deutlich kleineren Brutkörper (auch Bulbillen genannt) ausbildet.

Der Geschmack der Zehen ist sehr scharf-aromatisch, der Saft der Zehen von klebriger Konsistenz. Aus der Mitte der Zwiebel treibt ein stielrunder Stängel aus. Die Blattscheiden der Blätter formen einen langen Pseudostängel, der kurze, echte Stängel ist nur an der Zwiebelbasis.

Der stielrunde, sehr lange (50–100 Zentimeter) und aufrechte Blütenstandsschaft trägt einen fast kugeligen scheindoldigen Blütenstand mit einigen Blüten. Neben den meist unfruchtbaren Blüten entwickeln sich in einem spitzen, papierigen Blatthütchen (Spatha) etwa zehn bis zwanzig runde Brutzwiebeln (Bulbillen). Die lang gestielten, grünlich, weißen oder rosa, rötlichen, zwittrigen Blüten sind dreizählig mit einfacher Blütenhülle. Die sechs Tepalen und die Staubblätter, mit länglichen Anhängseln am Grund, stehen in zwei Kreisen. Der Fruchtknoten ist oberständig.

Es werden selten dreiklappige Kapselfrüchte mit schwärzlichen, skulptierten Samen gebildet.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[1]

VorkommenBearbeiten

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Knoblauchs reicht von Zentralasien bis zum nordöstlichen Iran. Darüber hinaus kommt er aber in vielen Ländern angepflanzt oder verwildert vor.[2]

InhaltsstoffeBearbeiten

 
Chemische Strukturformel von Alliin, einem Inhaltsstoff von Knoblauch
 
Schwarzer Gießkannenschimmel auf einem Malzagar mit Hemmhof um frisch gepressten Knoblauch

Die Knoblauchzwiebel enthält neben Speicherkohlenhydraten (insbesondere Fructane) auch schwefelhaltige Verbindungen wie das geruchlose Alliin sowie deren Vorstufen, Gammaglutamylalkylcysteine, ein Addukt mit Thiamin (Allithiamin), Adenosin und Alliin-Lyasen. Diese Enzyme gelangen erst durch Verletzung der Zellen (beispielsweise beim Quetschen oder Pressen der Zehen) in Kontakt mit Alliin, wobei die Verbindung abgebaut und die eigentlichen Wirkstoffe Allicin und weitere Folgeprodukte erst gebildet und durch den roten Blutfarbstoff zu Schwefelwasserstoff umgewandelt werden.[3] Allicin ist Ausgangsstoff für mehrere andere schwefelhaltige Verbindungen, die insbesondere beim Erhitzen von Knoblauch entstehen. Dazu gehören Diallyldisulfid, Diallylthiosulfonat und vor allem auch Ajoen, das die Eigenschaft hat, die Aggregation von Thrombozyten zu verhindern, und somit antithrombotisch wirkt.[4]

Ähnlich wie bei Zwiebeln[5] kann es auch nach dem Schneiden von Knoblauch zu einer Verfärbung kommen.[6][7][8] Diese ist grün. Der Farbstoff entsteht durch Reaktionen der Aminosäuren mit den Schwefelverbindungen. Gesundheitlich sind die Farbstoffe völlig unbedenklich.

Der Geruch der körperlichen Ausdünstungen von Menschen, die ihn gegessen haben, rührt von den Abbauprodukten schwefelhaltiger Inhaltsstoffe wie dem Alliin, das zu Allicin umgewandelt wird, her. In frischem Knoblauch liegt der Alliingehalt bei 0,5 bis 1 % (bzw. 5 bis 14 mg/g).[9] Die schwefelhaltigen Abbauprodukte werden über die Lungenbläschen an die Atemluft abgegeben.

SystematikBearbeiten

Die Erstveröffentlichung von Allium sativum erfolgte 1753 in Species Plantarum, 1, S. 296–297. Synonyme für Allium sativum L. sind beispielsweise Allium pekinense Prokh., Allium controversum Schrad. ex Willd., Allium longicuspis Regel.

Allium sativum gehört zur Sektion Allium in der Untergattung Allium innerhalb der Gattung Allium.[10]

Beim Knoblauch (Allium sativum) werden zwei Varietäten angegeben:[10]

  • Allium sativum var. sativum, der eigentliche Kulturknoblauch
  • Allium sativum var. ophioscorodon (Link) Döll (Syn.: Allium ophioscorodon Link), manchmal auch Schlangen-Knoblauch oder Rockenbolle (Rocambole) genannt
 
Frische Zwiebel mit Teilzwiebeln („Zehen“)
 
Die aufgeplatzte Spatha gibt die Sicht auf die Bulbillen frei
 
Brutzwiebeln
 
Inneres, unten verbreitertes Staubblatt mit fädlichen Anhängseln

Schmeil-Fitschen[11] stufte 2003 die beiden Varietäten noch als Unterarten (subsp.) ein und bezeichnet Allium sativum var. ophioscorodon als „Perlzwiebel“.

Die beiden Varietäten von Allium sativum unterscheiden sich in folgenden Merkmalen:

  • Allium sativum var. sativum: meist niedrige Blütenstandsschäfte, gerade oder anfangs peitschenförmig gebogen; Blätter mit rauem Rand, längliche Nebenzwiebeln.
  • Allium sativum var. ophioscorodon: höhere Blütenstandsschäfte, am Anfang schlangenförmig gebogen, Blätter mit glattem Rand, rundlich-eiförmige Nebenzwiebeln.

Beide Varietäten sind mit zahlreichen Sorten für Herbst- und Frühjahrspflanzung im Anbau. Sie sind bei günstigem Klima (Weinbaugebiete) in Mitteleuropa gelegentlich auch verwildert anzutreffen.

NutzungBearbeiten

Verwendung in der KücheBearbeiten

 
Knoblauchzehen
Nährwerte pro 100 g
Protein 6,0 g
Kohlenhydrate 23 g
Fett 0,1 g

Knoblauch ist in weiten Teilen der Welt als Gewürz und Gemüse bekannt und verbreitet. Knoblauchzehen sind in vielen Ländern frisch oder eingelegt in eine Salzlake oder in Öl erhältlich. Einen besonderen Stellenwert genießt er in der Küche des gesamten Mittelmeerraums und weiten Teilen Asiens. Er kommt in Gerichten mit ausgeprägtem Knoblauchgeschmack, wie etwa dem italienischen Spaghetti aglio e olio, den spanischen Gambas al ajillo, Knoblauchbrot, verschiedenen Würzsaucen oder Dips wie Aioli und Tsatsiki vor, wirkt jedoch auch allgemein geschmacksverstärkend und wird deshalb zu verschiedensten Braten-, Schmor-, Fisch- oder Eintopfgerichten hinzugefügt.[12]

In manchen Gegenden Österreichs wird Knoblauch auch als „Vanille des armen Mannes“ bzw. „der armen Frau“ bezeichnet. Der dort bekannte „Vanillerostbraten“ wird daher nicht mit Vanille, sondern mit Knoblauch gewürzt.

Eine sachgemäße Aufbewahrung eines „Handvorrats“ kann in einem in der Nähe des Küchenarbeitsbereiches platzierten Knoblauchtopf erfolgen.

Schwarzer KnoblauchBearbeiten

 
schwarzer Knoblauch
 
Knoblauchsprossen aus dem Glas

Schwarzer Knoblauch ist fermentierter Knoblauch.[13] Er wird unter Verschluss bei definierter Hitze und Luftfeuchtigkeit gegart. Zucker und Aminosäuren werden dabei in dunkle, stickstoffhaltige organische Verbindungen umgewandelt, die den Knoblauch schwarz färben. Durch die Gärung bekommt der Knoblauch eine weiche, etwas klebrige Konsistenz, der Geschmack wird süßlich und erinnert an Pflaumenkompott, Lakritz und Aceto balsamico, gemischt mit Knoblauchgeschmack.[13]

KnoblauchsprossenBearbeiten

In Spanien werden in einigen Gerichten statt der Knoblauchzehen auch Knoblauchsprossen bzw. Knoblauchkeime verwendet, beispielsweise im Tortilla Española. Grüne Knoblauchsprossen besitzen einen milden, charakteristischen Geschmack und ähneln optisch feinen Grünen Bohnen. In Spanien sind Knoblauchsprossen im Glas eingelegt im Handel erhältlich.

Grüner Knoblauch/KnoblauchgrünBearbeiten

Als Knoblauchgrün bezeichnet man die oberirdischen Pflanzenteile von jungem, ausgetriebenem Knoblauch, bei dem die Zwiebel noch nicht ganz ausgebildet ist.[14]

Verwendung als HeilpflanzeBearbeiten

Knoblauch wirkt antibakteriell und soll der Bildung von Thromben vorbeugen. Eine Vielzahl von Untersuchungen ergab, dass die Inhaltsstoffe die Blutfettwerte senken und daher vorbeugend gegen atherosklerotische Veränderungen der Blutgefäße wirken könnten.[15]

Eine Senkung des LDL-Cholesterins konnte nicht nachgewiesen werden,[16] jedoch zeigten Metaanalysen, dass Knoblauch die Cholesterinwerte insgesamt signifikant senkt.[17][18]

Metaanalysen von statistischen Erhebungen der vorbeugenden Ernährung sowie von Tierversuchen legen eine vorbeugende bzw. lindernde Wirkung gegen Darmkrebs nahe.[19]

Knoblauch wurde in Deutschland zur Arzneipflanze des Jahres 1989 gewählt.

KultivierungBearbeiten

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, Knoblauch im Herbst oder im Frühling in die Erde zu stecken, da er ausdauernd und winterhart ist. Eine frühere Ernte ist beim Stecken im Herbst möglich, auch der Ertrag ist dann höher.[20][21]

Knoblauch sollte im Abstand von 20 cm gesteckt werden. Die Ernte kann erfolgen, wenn ein Drittel des Laubs welk ist.[21]

Die Raupen der Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella) fressen bis zu 25 mm starke Gänge in die Knoblauchblätter, was zum Absterben der Pflanze führt. Die Weißfäule wird durch einen Schimmelpilz hervorgerufen. Die meisten anderen Schädlinge werden durch den Knoblauchgeruch vertrieben; dies kann man auch gezielt ausnutzen, indem man Knoblauch als natürliches Abwehrmittel neben andere Nutzpflanzen setzt.

Wirtschaftliche BedeutungBearbeiten

2018 wurden laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO weltweit etwa 28,5 Mio. t Knoblauch geerntet. Die Volksrepublik China allein erzeugt über 75 % der weltweiten Produktion.

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die 10 größten Produzenten von Knoblauch weltweit, die insgesamt 92,2 % der Erntemenge produzierten.

Größte Knoblauchproduzenten (2018)[22]
Rang Land Menge
(in t)
1 China Volksrepublik  Volksrepublik China 22.273.802
2 Indien  Indien 1.721.000
3 Bangladesch  Bangladesch 461.970
4 Korea Sud  Südkorea 331.741
5 Agypten  Ägypten 286.213
6 Spanien  Spanien 273.476
7 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 260.340
8 Usbekistan  Usbekistan 254.857
9 Russland  Russland 211.981
10 Myanmar  Myanmar 207.094
Top 10 gesamt 26.282.474
Weltweit 28.506.473

ÖsterreichBearbeiten

2018 lag die Knoblauchanbaufläche bei 209 Hektar. Die Erntemenge betrug in diesem Jahr 1119 Tonnen.[22]

SchweizBearbeiten

Der Knoblauchanbau in der Schweiz hat nur einen marginalen Anteil am Verbrauch, in den 2010er-Jahren aber zugenommen. Wurden 2010 noch 2 Hektar angebaut, lag die bebaute Fläche 2018 bei 14 Hektar und einer Erntemenge von 37 Tonnen.[22] Obwohl selbst beim Knoblauch inzwischen auf Regionalität geachtet wird, werden deutlich über 95 % – 3224 Tonnen – nach wie vor importiert.[23][24] Der Wachstumstrend in der Schweiz hält aber weiter an (Stand 2019).[25]

KulturgeschichteBearbeiten

 
Knoblauchstand im Baskenland, 2008

AltertumBearbeiten

Knoblauch war schon im Altertum als Nahrungs- und Heilmittel bekannt. Herodot behauptet, dass die Arbeiter an den Pyramiden eine tägliche Ration von Zwiebeln, Knoblauch und Rettich erhalten hatten. Dies gehe aus einer Hieroglypheninschrift hervor, die ihm sein Reiseführer „übersetzt“ hatte.[26] Im 4. Buch Mose erinnern sich auswandernde Israeliten in der Wüste wehmütig an Fische, Gurken, Melonen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch, die sie in Ägypten gegessen hatten.[27] Eine Paste aus Knoblauch, Öl und Salz wurde gegen Aussatz eingesetzt.[28] Knoblauch am Vorabend des Sabbat zu essen machte unrein (taḳḳanot),[29] entweder weil der Knoblauch als Aphrodisiakum galt oder weil er bei der Ernte mit potentiell unreinem Wasser begossen sein konnte.[30]

Aus den Fragmenten des Eupolis[31] wissen wir, dass Knoblauch in Griechenland auf dem Markt verkauft wurde.[32] Plinius beschreibt den Anbau.[33] Römer und Griechen wussten auch um die Heilkraft der Pflanze. Die Schrift De materia medica des antiken Arztes Pedanios Dioskurides aus dem ersten Jahrhundert empfiehlt den Knoblauch ausführlich für vielfältige Einsätze in der Medikation.[34]

MittelalterBearbeiten

Knoblauch wurde seit dem Mittelalter durch den Anbau in Klöstern verbreitet. In dem vermutlich Ende des achten Jahrhunderts von Karl dem Großen erlassenen Capitulare de villis wird der Knoblauch (in Kapitel 70) unter den zu kultivierenden Nutzpflanzen genannt. Die Empfehlungen von Dioskurides blieben für das gesamte Mittelalter maßgeblich, wo etwa Bisswunden durch Hunde oder Schlangen, Haarausfall, Zahnschmerzen, Hautausschläge, Lungenleiden oder Menstruationsstörungen damit behandelt wurden. Ein eher magisch anmutendes Verfahren zur Zahnschmerzlinderung wird im Circa instans Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt, das auf die Pulsader gelegte gestampfte Knoblauchknollen empfiehlt.[35] Auch in der angelsächsischen Medizin fand Knoblauch (garleac) Verwendung.[36]

AberglaubeBearbeiten

Knoblauch wurde in der Türkei, in Jerusalem, bei den Arabern, in Griechenland und in Ägypten als Abwehrmittel gegen den „bösen Blick“ verwendet, genaue zeitliche Angaben darüber fehlen.[37] Im persischen Volksglauben wird Knoblauch in zahlreichen Formen verwendet.[38]

TrivialnamenBearbeiten

Die deutsche Bezeichnung „Knoblauch“ leitet sich vom althochdeutschen Wort „klioban“ (= „spalten“) ab; im Mittelalter nannte man den Knoblauch nach diesem Wort chlobilou oder chlofalauh, bezogen auf das „gespaltene“ Aussehen seiner Zehen (siehe heute noch die Bezeichnung „Klauen“ bei Tieren).

Weitere zum Teil auch nur regional gebräuchliche Bezeichnungen für den Knoblauch sind oder waren: Chlobaloch (althochdeutsch), Chlobeloch (althochdeutsch), Chlobelouch (althochdeutsch), Chlofolouch (althochdeutsch), Chloviloich (althochdeutsch), Chlovolouch (althochdeutsch), Chnobeloch (althochdeutsch), Chnobleich (althochdeutsch), Clovalouch, Clovelouch, Gruserich (Nordfranken), Klobelouch (mittelhochdeutsch), Kloblauch (mittelhochdeutsch), Kloblouch (mittelhochdeutsch), Kloflok (mittelniederdeutsch), Kluflock (mittelniederdeutsch), Knabelach (mittelhochdeutsch), Kniuwleng (Siebenbürgen), Knobel (Schwaben), Knobelouch (mittelhochdeutsch), Knoblech (Kanton Aargau, Kanton Graubünden), Knoblecht (St. Gallen), Knobleig (Siebenbürgen), Knoflak (Göttingen), Knuewelek (Luxemburgisch)[39], Knuflak (Göttingen), Knufflóek (mittelniederdeutsch), Knuflock (Pommern, Mecklenburg, Bremen), Knuftlók (mittelniederdeutsch), Kruftlók (mittelniederdeutsch) und Look (Altmark).[40]

GeschichteBearbeiten

Allium oleraceum, Allium sativum, Allium scorodoprasum, Allium ursinum und Allium vineale

QuellenBearbeiten

Historische AbbildungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Eric Block: Garlic and Other Alliums: The Lore and the Science. Royal Society of Chemistry, Cambridge 2010, ISBN 978-0-85404-190-9.
  • Kurt Heyser: Die Alliumarten als Arzneimittel im Gebrauch der abendländischen Medizin. In: Kyklos, 1, 1928, S. 64–102.
  • Heinrich P. Koch, Larry D. Lawson: Garlic. The Science and Therapeutic Application of Allium sativum L. and Related Species. Second Edition. Williams & Wilkens, Baltimore 1996, ISBN 0-683-18147-5.
  • Ted J. Meredith: The complete book of garlic – a guide for gardeners, growers, and serious cooks. Timber Press, Portland 2008, ISBN 978-0-88192-883-9.
  • Avril Rodway: Kräuter und Gewürze. Tessloff, Hamburg 1980, ISBN 3-7886-9910-8.
  • Johanna Schaal: Knoblauch – eine ganz besondere Knolle. Seehamer, Weyarn 1998, ISBN 3-932131-49-5.
  • Lutz Nover, Elmar W. Weiler: Allgemeine und molekulare Botanik. Thieme, 2008, ISBN 978-3-13-147661-6, S. 194.
  • R. Lieberei, Ch. Reisdorff: Nutzpflanzen. 8. Auflage. Thieme, 2012, ISBN 978-3-13-530408-3, S. 22, 341 f.
  • Theod. Frid. Lud. Nees ab Esenbeck: Genera plantarum florae germanicae. Vol. II, 1843, S. 201–207, online bei Bayerische Staatsbibliothek (BSB).

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Knoblauch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Knoblauch (Allium sativum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. tropicos.org
  2. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Allium sativum – Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 23. September 2016.
  3. Netzeitung: Forscher lüften Geheimnis um Knoblauch. (Memento vom 21. Mai 2007 im Internet Archive)
  4. M. K. Jain, C. Scanzello, R. Apitz-Castro: Wirkung des Knoblauchs – Wahrheit und Dichtung. In: Chemie in unserer Zeit. 22. Jahrg. 1988, Nr. 6, S. 193–200.
  5. Eun Jin Lee, Yohannes H. Rezenom, David H. Russell, Bhimanagouda S. Patil, Kil Sun Yoo: Elucidation of chemical structures of pink-red pigments responsible for ‘pinking’ in macerated onion (Allium cepa L.) using HPLC–DAD and tandem mass spectrometry. In: Food Chemistry. Band 131, Nr. 3, 1. April 2012, S. 852–861, doi:10.1016/j.foodchem.2011.09.059.
  6. Jungeun Cho, Eun Jin Lee, Kil Sun Yoo, Seung Koo Lee, Bhimanagouda S. Patil: Identification of Candidate Amino Acids Involved in the Formation of Blue Pigments in Crushed Garlic Cloves (Allium sativum L.). In: Journal of Food Science. Band 74, Nr. 1, 1. Januar 2009, S. C11–C16, doi:10.1111/j.1750-3841.2008.00986.x.
  7. T. M. Lukes: Factors Governing the Greening of Garlic Puree. In: Journal of Food Science. Band 51, Nr. 6, 1. November 1986, S. 1577–1577, doi:10.1111/j.1365-2621.1986.tb13869.x.
  8. Sano, T.: Green pigment formation in ground garlic. In: Univ. of California, Berkeley (Hrsg.): M.S. thesis.
  9. Theodor Dingermann, Rudolf Hänsel, Ilse Zündorf (Hrsg.): Pharmazeutische Biologie: Molekulare Grundlagen und klinische Anwendungen. 1. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-540-42844-5, S. 61.
  10. a b Allium sativum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  11. Karlheinz Senghas, Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. Begründet von Otto Schmeil, Jost Fitschen. 92. durchgesehene Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2003, ISBN 3-494-01328-4.
  12. Pablo F. Cavagnaro, Alejandra Camargo, Claudio R. Galmarini, Philipp W. Simon: Effect of Cooking on Garlic (Allium sativum L.) Antiplatelet Activity and Thiosulfinates Content. In: Journal of Agricultural and Food Chemistry. Band 55, Nr. 4, Februar 2007, S. 1280–1288, doi:10.1021/jf062587s.
  13. a b Schwarzer Knoblauch (PDF) uniklinik-freiburg.de
  14. Hedda Thielking: Warenverkaufskunde: Knoblauch. Abgerufen am 24. August 2020 (deutsch).
  15. K. Ried, O. R. Frank, N. P. Stocks, P. Fakler, T. Sullivan: Effect of garlic on blood pressure: a systematic review and meta-analysis. BMC Cardiovasc Disord 2008; 8: 13. PMID 18554422.
  16. Christoph D. Gardener, Larry D. Lawson, Eric Block, Lorraine M. Chatterjee, Alexandre Kiazand, Raymond R. Balise, Helena C. Kraemer: Effect of Raw Garlic vs Commercial Garlic Supplements on Plasma Lipid Concentrations in Adults With Moderate Hypercholesterolemia: A Randomized Clinical Trial. In: JAMA Internal Medicine. 167/4/2007, S. 346–353. PMID 17325296.
  17. K. M. Reinhart, R. Talati u. a.: The impact of garlic on lipid parameters: a systematic review and meta-analysis. In: Nutrition research reviews. Band 22, Nummer 1, Juni 2009, S. 39–48, doi:10.1017/S0954422409350003, PMID 19555517 (Review).
  18. K. Ried, O. R. Frank u. a.: Effect of garlic on blood pressure: a systematic review and meta-analysis. In: BMC cardiovascular disorders. Band 8, 2008, S. 13, doi:10.1186/1471-2261-8-13, PMID 18554422, PMC 2442048 (freier Volltext) (Review).
  19. S. N. Ngo, D. B. Williams u. a.: Does garlic reduce risk of colorectal cancer? A systematic review. In: The Journal of nutrition. Band 137, Nummer 10, Oktober 2007, S. 2264–2269, PMID 17885009 (Review).
  20. Gemüse Online: Knoblauch aus Brutzwiebeln.
  21. a b Frühjahrsanbau von Knoblauch nicht mit allen Sorten bzw. Herkünften möglich. ‘Gardos’ und ‘Ljubasha’ mit gutem Ertrag und großen Zehen. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
  22. a b c Crops > Garlic. In: Produktionsstatistik der FAO für 2018. fao.org, abgerufen am 2. März 2020 (englisch).
  23. Knoblauch: Würze aus der Schweiz. In: bauernzeitung.ch. 3. Februar 2019, abgerufen am 2. Juni 2019.
  24. Silvia Schaub: Die stinkenden Zehen werden heimisch. In: tagblatt.ch. 2. Juni 2019, abgerufen am 2. Juni 2019.
  25. Silvia Schaub: Die stinkenden Zehen werden heimisch. In: tagblatt.ch. 2. Juni 2019, abgerufen am 2. Juni 2019.
  26. Herodot, Historien, 2.125.
  27. Numeri 11.5
  28. Gittin 69a, 329, nach K. Codell Carter: Causes of Disease and Death in the Babylonian Talmud. In: Medizinhistorisches Journal, Band 26, Nr. 1/2, 1991, S. 103, JSTOR 25804034.
  29. Solomon Zeitlin: Taḳḳanot 'Ezra. In: Jewish Quarterly Review, Neue Folge 8/1, 1917, S. 62, JSTOR 1451402.
  30. Solomon Zeitlin: Taḳḳanot 'Ezra. In: Jewish Quarterly Review, Neue Folge 8/1, 1917, S. 66 f., JSTOR 1451402.
  31. Eupolis Fr. 304
  32. Stewart Flory: Who read Herodotus’ Histories? In: American Journal of Philology 101/1, 1980, S. 19, JSTOR 294167
  33. Christopher Hobbs: Garlic – The Pungent Panacea. In: Pharmacy in History 34/3, 1992, S. 159, JSTOR 41111461.
  34. Dioskurides, De materia medica, Buch II, Kapitel 152.
  35. Konrad Goehl: Beobachtungen und Ergänzungen zum ‘Circa instans’. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 34, 2015 (2016), S. 69–77, hier: S. 74.
  36. Barbara Brennessel, Michael D. C. Drout, Robyn Gravel: Reassessment of the Efficacy of Anglo-Saxon Medicine. In: Anglo-Saxon England, 34, 2005, S. 183–195, JSTOR 44512361.
  37. Siegfried Seligmann: Der böse Blick und Verwandtes. Band 2. Georg Olms Verlag, 1985, ISBN 978-3-487-41422-5, S. 73 (books.google.com).
  38. Peyman Matin: Apotropaic Plants in the Persian Folk Culture. In: Iran and the Caucasus, Band 16, Nr. 2, 2012, S. 189–200, JSTOR 41723237.
  39. M. Huss (Hrsg.): Wörterbuch der luxemburgischen Mundart. 1906.
  40. Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Verlag von Philipp Cohen Hannover 1882, S. 19; Textarchiv – Internet Archive.
  41. Theophrastos von Eresos: Naturgeschichte der Gewächse. 4. Jh. v. Chr. Ausgabe. Kurt Sprengel. Friedrich Hammerich, Altona 1822, Band I, S. 254–255 (Buch VII, Kapitel 4/11–12) Übersetzung (Digitalisat), Band II, S. 259–260 Erläuterungen (Digitalisat)
  42. Pedanios Dioskurides. 1. Jh.: De Medicinali Materia libri quinque. Übersetzung. Julius Berendes. Des Pedanius Dioskurides Arzneimittellehre in 5 Büchern. Enke, Stuttgart 1902, S. 234 (Buch II, Kapitel 181): Skordon (Digitalisat)
  43. Plinius der Ältere, 1. Jh.: Naturalis historia Buch XX, Kapitel xxiii (§ 50–57): Alium (Digitalisat); Übersetzung Külb 1855 (Digitalisat)
  44. Galen, 2. Jh., De simplicium medicamentorum temperamentis ac facultatibus, Buch VIII, Kapitel 18/27(nach der Ausgabe Kühn 1826, Band XII, S. 126): Scorodum. Allium. Scorodroprasum (Digitalisat)
  45. Erstdruck: Rom 1481, Kapitel 73: Scordeon (Digitalisat)
  46. Avicenna, 11. Jh.: Kanon der Medizin. Übersetzung und Bearbeitung durch Gerhard von Cremona, Arnaldus de Villanova und Andrea Alpago (1450–1521). Basel 1556, Band II, Kapitel 74: Alleum (Digitalisat); Band II, Kapitel 630: Scordeon (Digitalisat)
  47. Konstantin der Afrikaner, 11. Jh.: Liber de gradibus simplicium. Druck. Opera. Basel 1536, S. 382: Allium (Digitalisat)
  48. Circa instans 12. Jh. Druck. Venedig 1497, Blatt 188r–188v : Allium (Digitalisat)
  49. Pseudo-Serapion 13. Jh., Druck. Venedig 1497, Blatt 145v (No CCCXXXI): Alleum & Scordeon (Digitalisat)
  50. Pseudo-Macer. Edition: Ludwig Choulant. Macer floridus de virtutibus herbarum … Leipzig 1832, Kapitel V (S. 34–36): Allium (Digitalisat)
  51. Deutscher Macer. Nach: Bernhard Schnell, William Crossgrove: Der deutsche Macer. Vulgatfassung. Niemeyer, Tübingen 2003, S. 330 (Kapitel 5): Allium. Knoblouch. --- Cpg 226, Elsaß, 1459–1469, Blatt 181v–182r (Digitalisat). Transkrption: ( .v. Allium heißt knoblauch Der ist heiß vnd drucken ( Er ist gut gessen oder da mit bestrichen wo die natrrn oder der tharant gestochen hat ( Sin geruch verdribt aller hant würme die vergifft tragen ( Knoblauch gestossen mit honig vnd dar vff geleyt wo der hund gebisset es hilfft ( Wer jne sudet mit essich vnd jne mülßet vnd dz drincket das vertribt die spindelwürm vnd alle ander wurm in dem buch ( Knoblauch mit sinen fasen in baumoley gesotten heilet wo vergifftig tier gebissen hat vnd zurknystet bein vnd glider ( Mit der selben salben verdribt man der blasen vngemach vnd geswulst ( Ypocras saget das des knoblauchs geruch verdribt secundinas das ist das hutlen da das kint in muter lip jnn liget ( Welich wib daran versumet wurde so sie das kind gewynnet / die sol man seczen in ein locherichten stul vnd sol sie bedecken wol / vnd darunder wol reüchen mit dem knoblauch auch sie genieset / ( Knobelauch gesotten mit milch vnd gedrun¬cken oder rohe gessen es hilffet dem die lung wee dut ( Eyn meyster heißet dyodes der spricht wer die wasser sucht habe das er den knoblauch nucze mit der Centaurien wann es vertribt die bosen fuchtickeit ( Pytagoras der meister sagt knoblauch gestossen mit Coriander vnd mit win vnd das gedruncken vnd genuczet vertribt ein sucht die heißt nanfrasis das ist lenden siech vnd hilfft den die da swer edemen / Der selbe dranck weichet auch den buch ( Knoblauch mit bonen gesotten vnd die dynne [Lexer II, Sp. 1440: tinne ... stirn ...] damit bestrichen hilfft wem das haupt we düt ( Knoblauch mit genß smalcz gestossen vnd warm in das ore gelaßen wem es swiret es hilffet ( Knoblauch mit hanen smalcz zu laßen vnd genuczt hilfft wider den husten ( Knoblauch rauh odder gesotten genuczet machet heisser stymme hell ( Knoblauch gestossen mit altem smer vnd vff aller hand geswulst geleyt sie zurget // ( Welcher wegfertig [als Reisender] den knoblauch nuczet der endarff weder fremde wasser noch lufft schuhen
  52. Charles Victor Daremberg und Friedrich Anton Reuß (1810–1868). S. Hildegardis Abbatissae Subtilitatum Diversarum Naturarum Creaturarum Libri Novem. Physica, Buch I, Kapitel 79: Allium. Migne, Paris 1855. Sp. 1162 (Digitalisat) – Übersetzung: Marie-Louise Portmann, Basel 1991: Allium hat die rechte Wärme und wächst aus der Stärke des Taues und hat „queck“ vom Beginn der Nacht bis es zu tagen beginnt und wenn es Morgen ist. Gesunden und Kranken ist es heilsamer als porrum. Es soll roh gegessen werden, denn wer es kocht, schafft gleichsam verdorbenen Wein, d.i. „seiger“, denn sein Saft ist temperiert und hat die rechte Wärme. Auch den Augen ist es nützlich, weil wegen seiner Wärme das Blut um die Augen stark hinaufgeführt wird, wonach sie rein werden. Massvoll gegessen wird das Blut im Menschen nicht über das Mass erwärmt. Wenn aber das allium alt ist, vergeht seine gesunde und rechte Frucht. Doch wenn es durch andere Speise ins rechte Maß gesetzt wird, kehrt es zu seinen Kräften zurück.
  53. Konrad von Megenberg, 14. Jh.: Buch der Natur. Ausgabe. Franz Pfeiffer. Aue, Stuttgart 1861, S. 384 (V/5): Knoblauch (Digitalisat)
  54. Galgant-Gewürz-Traktat 13. / 14. Jh. Latein: Clm 4374, ohne Ort, 1401 (Digitalisat) - Alemannisch: Cpg 620 Rezeptsammlung, Nordbayern, um 1450 (Digitalisat)
  55. Nikolaus Frauenlob 15. Jh. --- Cpg 583, Süd-West-Deutschland (Mattighofen), 1482–1486, Blatt 26v (Digitalisat). Transkription (rubrizierte Textteile in Fettschrift): Wem das hawpt we thuett Man sal knoblach zuo stössen vnd mit dem safft sal man dÿen slaff bestreichen Oder man sal knobläch vnd pon mit einander kochen vnd mit dem wasser sal man den slaff da mit bestreichen vnd salben Wem dÿ oren we thondt Man sal knoblach safft mit pfeffer wal ze stössen vnd also warm in das ander or träffen da kein wetagen nit in ist das hilfft dem andern das da nit we tuet Wer vngesundte vnd vnraine paÿn hab etc. Man sal knoblach jn wasser wal syeden vnd damit sal man dÿ vngesuntten pain offt waschen das hilfft Wem das gestain in der plater we thuet Man sal knoblach hewpper jn wasser wal sieden vnczt auff das drittail vnd da von sal man trincken iij tag das zepricht das gestain in der plater vnd ist guet Wider dy huesten vnd rauczend stÿm helffen wil Man sal knoblach jn wasser wal syeden vncz auff das drittayl vnd das essen ader darab trincken das hilfft wider dy huesten vnd wem dÿ stÿm rawczendt ist Wer von ainem gifftigen tier vergifft ist worden Man sal knoblach jn hönig zestössen vnd auff dÿ stat legen do der pis ist des huncz ob aber ain anders gifftigs tier den menschen vergifft hat so zestöss man allain knoblach vnd leg es auff dÿ stat da der mensch gelaidigt ist worden Wer wüerm jm pauch hat Man sal knoblach jn mulsa wal sieden vnd sal das dann mit essich trincken das vertreibt dÿ würm jm pauch vnd dÿ niss auff dem hawbt Ein guete erczneÿ von knoblach Man sal knoblach mit aller seiner zuegehörung in öll wol sieden vnd dann zuo stözzen mit der erczney sal man bestreichen allerlay schedlich sach ader schleg die vergifft sind Mer ein erczneÿ Man sal knoblach des morgens nüchterling essen das ist guet für den pösen lufft paÿde auff wasser vnd auff landt vnd das kain schedlich wasser dem menschen nicht mag geschaden ze trincken --- Cpg 666, Kurpfalz, 1478–1480, Blatt 111v–112r (Digitalisat). Transkription: Knoblach hat xij tuget vnd ist gut a Wem daz haupt we tut Man sal knoblach zu stossen vnd mit dem safft den slaff bestreichen daz hilfft b Wem daz haupt we tut Man sal knoblach vnd pon miteinander kochen vnd mit dem wasser sal man den slaff bestreichen ader salben c Wem dÿ oren we tun Man sal knoblach safft pfeffer wal zu stossen vnd also warm jn daz ander ore treuffen do kein wetag jnne ist daz hilfft dem andern d Wer vngesunte pein hat ader vnreyne Man sal knoblach jn wasser wal syden vnd do mit dy peine waschen e Wem daz gestein jn der platern we tut Man sal knoblach haupt jn wasser syden vncz uff daz dritteil vnd iij tag do von trincken f Wer ein vnvertig lungen hat Man sal knoblach mit milch wal syden vnd dor abe trincken daz hilfft g Welcher mensch jme wider dÿ husten vnd rauczend stÿme helffen wil Man sal knoblach jn wasser wal syden vnd daz essen ader dor von trincken daz hilfft wider dÿ husten h Wer von einem gyfftigen tÿer geleydigt ist Man sal knoblach mit honig zu stössen vnd auff dÿ stat legen do der mensche geleydigt ist j Welcher mensch wrm jn dem pauch hat Man sal knoblach jn mulsa syden vnd sal daz denn jn essig trincken daz vertreibt dy wrm jn dem pauch vnd auch dÿ nÿsse uff dem haupt k Ein besunder Erczney von knoblach Man sal knoblach mit all seiner zu gehorung jn öll wal syden vnd den zu stossen mit der erczney sal man zu stossen alle schedlich stiche ader slege dy vergifft sein l Wer jm wider dÿ geswulst helffen wil Man sal knoblach mit reynem smerbe zu stossen vnd auff dÿ geswolln stat legen daz vertreibt dÿ geswulst m Ein besunder Erczney von knoblach Man sal des morges nüchtern knoblach essen daz ist fur allen pösen lufft beyde uff wasser vnd uff lande vnd daz kein schedlig wasser dem menschen zu trincken geschaden mag
  56. Herbarius Moguntinus, Mainz 1484, Teil I, Kapitel 7: Alleum. Knobelauch (Digitalisat)
  57. Gart der Gesundheit. Mainz 1485, Kapitel 4: Allium (Digitalisat); Kapitel 358: Scordeon (Digitalisat)
  58. Hortus sanitatis 1491, Mainz 1491, Teil I, Kapitel 14: Allium (Digitalisat)
  59. Hieronymus Brunschwig: Kleines Destillierbuch, Straßburg 1500, Blatt 65r–65v: Knoblouch (Digitalisat)
  60. Lorenz Fries Spiegel der Artzny. J. Grüninger, Straßburg 1518, Blatt 40r: Knoblauch (Digitalisat)
  61. Paracelsus-Oporinus: Scholia & Observationes quaedam perutiles in Macri Poemata de Virtutibus Herbarum, &c. quas Ioh. Oporinus (dum per triennium aut ultra Theophrasti esset Amanuensis) ex ore dictantis studiose exceperat. (Nützliche Kommentare und Beobachtungen zu den Macer-Gedichten über die Kräfte der Heilpflanzen, welche Johannes Oporinus - drei Jahre oder länger Schreiber des Paracelsus - vom Gehörten eifrig ausgewählt hat.) Huser-Ausgabe der Werke des Paracelsus, Basel 1590, Teil 7, Seite 244–246: Allium (Digitalisat)
  62. Otto Brunfels: Ander Teyl des Teütschen Contrafayten Kreüterbůchs. Johann Schott, Straßburg 1537, S. 33: Knoblauch (Digitalisat), S. 35: Wylder Knoblauch (Digitalisat)
  63. Hieronymus Bock: New Kreütter Bůch. Wendel Rihel, Straßburg 1539, Teil II, Kapitel 67: Knoblauch (Digitalisat); Teil II, Kapitel 68: Waldt Knoblauch (Digitalisat)
  64. Leonhart Fuchs: New Kreütterbuch … Michael Isingrin, Basel 1543, Kapitel 282: Knob¬lauch. Wald¬knob¬lauch (Digitalisat)
  65. Pietro Andrea Mattioli: Commentarii, in libros sex Pedacii Dioscoridis Anazarbei, de medica materia. Übersetzung durch Georg Handsch, bearbeitet durch Joachim Camerarius den Jüngeren, Johan Feyerabend, Franckfurt am Mayn 1586, Blatt 171v–173r: Knoblauch (Digitalisat)
  66. Nicolas Lémery : Dictionnaire universel des drogues simples., Paris 1699, S. 24 : Allium (Digitalisat); Übersetzung. Vollständiges Materialien-Lexicon. Zu erst in Frantzösischer Sprache entworffen, nunmehro aber nach der dritten, um ein grosses vermehreten Edition [...] ins Hochteutsche übersetzt / Von Christoph Friedrich Richtern, [...]. Leipzig: Johann Friedrich Braun, 1721, Sp. 35–36: Allium (Digitalisat)
  67. William Cullen: A treatise of the materia medica. Charles Elliot, Edinburgh 1789. Band II, S. 172–177: Garlic (Digitalisat). Deutsch. Samuel Hahnemann. Schwickert, Leipzig 1790. Band II, S. 199–203: Knoblauch (Digitalisat)
  68. Jean-Louis Alibert: Nouveaux éléments de thérapeutique et de matière médicale. Crapart, Paris 3. Auflage 1814, Band I, S. 366–369: Ail (Digitalisat)
  69. August Friedrich Hecker’s practische Arzneimittellehre. Revidiert und mit neuesten Entdeckungen bereichert von einem practischen Arzte. Camesius, Wien, Band II 1815, S. 10–13: Frischer Knoblauch (Digitalisat)
  70. Jonathan Pereira’s Handbuch der Heilmittellehre. Nach dem Standpunkte der deutschen Medicin bearbeitet von Rudolf Buchheim. Leopold Voß, Leipzig 1846–48, Band II 1848, S. 102–103: Allium sativum (Digitalisat)
  71. Robert Bentley, Henry Trimen: Medicinal plants. J. & A. Churchill, London 1880, Band IV, No 280 (Digitalisat)
  72. Theodor Husemann: Handbuch der gesammten Arzneimittellehre. Springer, Berlin 2. Aufl. 1883, S. 538 (Digitalisat)
  73. Transkription und Übersetzung des Textes durch Franz Unterkircher. Tacuinum sanitatis ... Graz 2004, S. 65–66: Alea. Aleum: complexio calida in IIII°, sicca in III°. Electio: meliores ex eo, quod est modice acuitatis. iuvamentum: contra venena frigida et morsus scorpionum et viperarum et interficit vermes. Nocumentum: nocet oculis et cerebro. Remotio nocumenti: cum aceto et oleo. Quid generant: humorem grossum et acutum. conveniunt frigidis, decrepitis et senibus, hyeme et montanis et septentrionalibus. --- Knoblauch. Knoblauch: Komplexion: warm im 4., trocken im 3. Grad. Vorzuziehen: der beste ist solcher, der nicht zu scharf ist. Nutzen: gegen kalte Gifte und gegen den Biss von Skorpionen und Vipern, er tötet die Würmer. Schaden: er schadet den Augen und dem Gehirn. Verhütung des Schadens: mit Essig und Öl. Was er erzeugt: grobe und scharfe Säfte. Zuträglich für Menschen mit kalter Komplexion, für Geschwächte und Greise, im Winter und in gebirgigen und nördlichen Gegenden.
  74. Brigitte Hoppe. Das Kräuterbuch des Hieronymus Bock. Wissenschaftshistorische Untersuchung. Mit einem Verzeichnis sämtlicher Pflanzen des Werkes, der literarischen Quellen der Heilanzeigen und der Anwendungen der Pflanzen. Hiersemann, Stuttgart 1969, S. 291–293