Béduer

französische Gemeinde

Béduer ist eine französische Gemeinde im Département Lot in der Region Okzitanien (zuvor Midi-Pyrénées). Die 705 Einwohner (Stand 1. Januar 2019) zählende Gemeinde liegt am Fernwanderweg GR 65, welcher weitgehend dem historischen Verlauf des französischen Jakobsweges Via Podiensis folgt.

Béduer
Béduer (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Lot (46)
Arrondissement Figeac
Kanton Figeac-1
Gemeindeverband Grand-Figeac
Koordinaten 44° 35′ N, 1° 57′ OKoordinaten: 44° 35′ N, 1° 57′ O
Höhe 176–405 m
Fläche 24,96 km²
Einwohner 705 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 28 Einw./km²
Postleitzahl 46100
INSEE-Code
Website Website der Gemeinde

Mairie Béduer

GeografieBearbeiten

Béduer liegt am südwestlichen Rand des Zentralmassivs, zwischen dem Lot-Tal und dem Tal des Célé, circa acht Kilometer westlich von Figeac. Nach Figeac führt die Straßenverbindung D19, D662. Außerdem führt die D21 als Verbindungsstraße zwischen den Tälern des Lot und des Célé durch den Ort. Die nächsten französischen Großstädte sind Lyon (262 km) im Nordosten, Toulouse (116 km) im Südwesten, Bordeaux (203 km) im Westen und Montpellier (188 km) im Südosten.[1]

GeschichteBearbeiten

Aus gallo-römischer Zeit wurden Siedlungsspuren gefunden. Im Mittelalter gab es auf dem heutigen Gebiet von Béduer zwei Gemeinden: Saint-Etienne und Saint-Pierre. 1761 entstand die Gemeinde Béduer mit der Pfarrkirche Saint Pierre als Mittelpunkt. Das Gebiet befand sich vom 10. bis 16. Jahrhundert im Besitz der Familien Barasc und Narbonne, während im 16. und 17. Jahrhundert die aus dem Département Corrèze stammende Familie Lostanges die Macht ausübte. Aus den Zeiten des Feudalismus blieb in Béduer die imposante Burg mit einem Turm von 60 Metern Höhe. Dieser wurde während der Französischen Revolution teilweise zerstört. Dieser Burg verdankt Béduer, dass es während des Hundertjährigen Krieges weniger im Mitleidenschaft gezogen wurde als andere Dörfer der Region. Im 19. Jahrhundert erlebt Béduer eine Blütezeit und die Zahl der Bewohner dieser landwirtschaftlich geprägte Region steigt Mitte des Jahrhunderts auf 1.500. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzende Landflucht, gepaart mit dem massiven Auftreten der Reblaus und schließlich der Erste Weltkrieg führen zum Exodus eines großen Teils der Bevölkerung.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Burg Barasc aus dem 12. Jahrhundert
  • Hôpital de Sainte-Néboule aus dem 13. Jahrhundert, betrieben durch den Johanniterorden
  • Schloss Béduer
  • Kirche Saint-Étienne

Im Gebiet von Béduer finden sich zwölf zum Teil gut erhaltene Dolmen:

Anzahl Einwohner
(Quelle: [2])
Jahr 17931836184618721901193619621982199019992018
Einwohner 1.1591.4461.5111.141832510419429569623709
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

LiteraturBearbeiten

  • Bettina Forst: Französischer Jakobsweg. Von Le Puy-en-Velay nach Roncesvalles. Alle Etappen – mit Varianten und Höhenprofilen. Bergverlag Rother, München (recte: Ottobrunn) 2007, ISBN 978-3-7633-4350-8 (Rother Wanderführer).
  • Bert Teklenborg: Radwandern entlang des Jakobswegs. Vom Rhein an das westliche Ende Europas. (Radwanderreiseführer, Routenplaner). 3. überarbeitete Auflage. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7022-2626-8.

WeblinksBearbeiten

Commons: Béduer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemeindeinformation auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 21. Januar 2010
  2. Béduer auf Cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 4. Februar 2010
Jakobsweg „Via Podiensis

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