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Béduer ist eine französische Gemeinde im Département Lot in der Region Okzitanien (zuvor Midi-Pyrénées). Die 729 Einwohner (Stand 1. Januar 2016) zählende Gemeinde liegt am Fernwanderweg GR 65, welcher weitgehend dem historischen Verlauf des französischen Jakobsweges Via Podiensis folgt.

Béduer
Wappen von Béduer
Béduer (Frankreich)
Béduer
Region Okzitanien
Département Lot
Arrondissement Figeac
Kanton Figeac-1
Gemeindeverband Grand-Figeac
Koordinaten 44° 35′ N, 1° 57′ OKoordinaten: 44° 35′ N, 1° 57′ O
Höhe 176–405 m
Fläche 24,78 km2
Einwohner 729 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km2
Postleitzahl 46100
INSEE-Code
Website Webseite der Gemeinde

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Béduer liegt am südwestlichen Rand des Zentralmassivs, zwischen dem Lot-Tal und dem Tal des Célé, circa 8 Kilometer westlich von Figeac. Nach Figeac führt die Straßenverbindung D19, D662. Außerdem führt die D21 als Verbindungsstraße zwischen den Tälern des Lot und des Célé durch den Ort. Die nächsten französischen Großstädte sind Lyon (262 km) im Nordosten, Toulouse (116 km) im Südwesten, Bordeaux (203 km) im Westen und Montpellier (188 km) im Südosten.[1]

GeschichteBearbeiten

Im Gebiet von Béduer finden sich 12 zum Teil gut erhaltene Dolmen. Aus gallo-römischer Zeit wurden Siedlungsspuren gefunden. Im Mittelalter gab es auf dem heutigen Gebiet von Béduer zwei Gemeinden: Saint-Etienne und Saint-Pierre. 1761 entstand die Gemeinde Béduer mit der Pfarrkirche Saint Pierre als Mittelpunkt. Das Gebiet befand sich vom 10. bis 16. Jahrhundert im Besitz der Familien Barasc und Narbonne. Während im 16. und 17. Jahrhundert die aus dem Département Corrèze stammende Familie Lostanges die Macht ausübte. Aus den Zeiten des Feudalismus blieb in Béduer die imposante Burg mit einem Turm von 60 Metern Höhe. Dieser wurde während der Französischen Revolution teilweise zerstört. Dieser Burg verdankt Béduer, dass es während des Hundertjährigen Krieges weniger im Mitleidenschaft gezogen wurde als andere Dörfer der Region. Im 19. Jahrhundert erlebt Béduer eine Blütezeit und die Zahl der Bewohner dieser landwirtschaftlich geprägte Region steigt Mitte des Jahrhunderts auf 1.500. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzende Landflucht, gepaart mit dem massiven Auftreten der Reblaus und schließlich der Erste Weltkrieg führen zum Exodus eines großen Teils der Bevölkerung.

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [2])
1793183618461872190119361962198219901999
1159144615111141832510419429569623
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Jakobsweg (Via Podiensis)Bearbeiten

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Béduer nicht. In den nahegelegenen Weilern La Planquette und Mas de la Croix gibt es je eine Pilgerherberge (französisch: Gîte d'étape) und wenige weitere Unterkünfte. Der Jakobsweg setzt sich im Ort in zwei Varianten fort. Die erste folgt dem GR 65, der bei Cajarc das Lot-Tal überquert und dann weiter über Limogne-en-Quercy nach Cahors führt. Während die Célé-Variante, auf dem GR 651, dem Tal des Célé folgt, bei Saint-Cirq-Lapopie das Lot-Tal überquert und sich zwischen Limogne-en-Quercy und Varaire wieder mit dem GR 65 zu vereinigt. Auf dem GR 65 geht es dann weiter nach Cahors, wo der Verlauf der Via Podiensis zum letzten Mal das Tal der Lot berührt.
Die Variante GR 65, führt weiter über die karge Landschaft der Causses, vorbei an Dolmen und abgeschiedenen Weilern. Die Variante durch das abgeschiedene Célé-Tal führt an der Grotte du Pech Merle und dem hoch über dem Lot gelegenen mittelalterlichen Bergstädtchen Saint-Cirq-Lapopie vorbei. In der Grotte Pech-Merle befinden sich Höhlenzeichnungen und das Museum Préhistoire Amédée Lemozi, welches einen hervorragenden Überblick über die Frühgeschichte des Menschen vermittelt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die Burg Barasc stammt aus dem 12. Jahrhundert.
  • Das Hôpital de Sainte-Néboule stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde durch den Johanniterorden betrieben.

LiteraturBearbeiten

  • Bettina Forst: Französischer Jakobsweg. Von Le Puy-en-Velay nach Roncesvalles. Alle Etappen – mit Varianten und Höhenprofilen. Bergverlag Rother, München (recte: Ottobrunn) 2007, ISBN 978-3-7633-4350-8 (Rother Wanderführer).
  • Bert Teklenborg: Radwandern entlang des Jakobswegs. Vom Rhein an das westliche Ende Europas. (Radwanderreiseführer, Routenplaner). 3. überarbeitete Auflage. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7022-2626-8.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Béduer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemeindeinformation auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 21. Januar 2010
  2. Béduer auf Cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 4. Februar 2010
Jakobsweg „Via Podiensis

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