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Hakkâri (Provinz)

Türkische Provinz
(Weitergeleitet von Hakkari (Provinz))

Hakkâri (kurdisch Colemêrg, syrisch-aramäisch: ܐܰܟ݁ܳܪܳܐ Akkare) ist eine der 81 türkischen Provinzen. Sie liegt im gebirgigen südöstlichsten Teil der Türkei und grenzt im Osten an den Iran und im Süden an den Irak. In ihrem Norden liegt Van und im Westen Şırnak. Hauptstadt ist das gleichnamige Hakkâri.

Hakkâri
Nummer der Provinz: 30
BulgarienGriechenlandZypernGeorgienArmenienAserbaidschanIranIrakSyrienEdirneTekirdağİstanbulÇanakkaleYalovaBalıkesirBursaKocaeliSakaryaBilecikKütahyaİzmirManisaAydınMuğlaUşakDenizliDüzceBoluEskişehirAfyonkarahisarBurdurAntalyaIspartaZonguldakBartınKarabükÇankırıAnkaraKonyaKaramanMersinNiğdeAksarayKırşehirKırıkkaleÇorumKastamonuSinopSamsunAmasyaYozgatKayseriAdanaOrduTokatSivasGiresunOsmaniyeHatayKilisMalatyaK. MaraşGaziantepAdıyamanŞanlıurfaMardinBatmanDiyarbakırElazığErzincanTrabzonGümüşhaneTunceliBayburtRizeBingölArtvinArdahanKarsIğdırErzurumMuşAğrıBitlisSiirtŞırnakVanHakkariHakkari in Turkey.svg
Über dieses Bild
Landkreise
Hakkari districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 37° 28′ N, 44° 4′ OKoordinaten: 37° 28′ N, 44° 4′ O
Provinzhauptstadt: Hakkâri
Region: Ostanatolien
Fläche: 7.095 km²
Einwohnerzahl: 286.470[1] (2018)
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: İdris Akbıyık[2]
Sitze im Parlament: 3
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0438
Kennzeichen: 30
Website
www.hakkari.gov.tr (Türkisch)

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die Provinz Hakkâri ist ein sehr gebirgiges Gebiet und liegt über 1700 m hoch. Es gibt mindestens 30 Berge, die über 3000 m hoch sind. Der höchste ist der Cilo Dağı (Reşko), der 4116 m hoch ist, gefolgt von den Gipfeln Mordağ (3810 m), Sandil (3818 m) und Geveruki (3680 m). Hakkâri besteht zu 10 % aus Plateaus. Bekanntere unter ihnen sind Kandil, Shandil, Berçelan, Kanimehan und Vare Berkizan.

NamensgebungBearbeiten

Hakkâri war der Name eines kurdischen Stammes, der in der Nähe des Vansees lebte. Arabische Historiker und Geographen nannten die Region Hakkāriyya. Der syrisch-aramäische Name für Hakkâri ist Akkare und bedeutet Landwirt.[3][4] In dem sogenannten Geniza-Dokument aus dem frühen 12. Jahrhundert wird der Name in der heutigen Form bereits erwähnt. Verwaltungszentrum und Sitz der Hakkâri-Fürsten war Çölemerik. Die Armenier nennen diese Stadt Ilmar, die Assyrer Gülarmak und die Mamluken, die auch hier herrschten, Colamerg. Die Kurden nennen es Colemerg und auf Türkisch heißt es Çölemerik. Heute heißen Stadt und Provinz Hakkâri.

VerwaltungsgliederungBearbeiten

Die Provinz gliedert sich in 5 Landkreise (İlçe):

Landkreis Fläche1
(km²)
Bevölkerung (2018)2 Anzahl der Einheiten Dichte
(Ew/km²)
städt.
Anteil (in %)
Sex
Ratio3
Gründungs-
datum4,5
Landkreis (İlçe) Verwaltungssitz
(Merkez)
Gemeinden
(Belediye)
Stadt-
viertel
(Mahalle)
Dörfer
(Köy)
Çukurca 725 17.216 9.597 1 3 8 23,8 55,74 455 1953
Derecik 437 22.953 10.184 1 6 4 52,5 44,37 824 2018
Hakkâri Merkez 2.179 81.424 61.549 2 22 36 37,4 79,45 845
Şemdinli 1.207 45.117 16.973 1 5 18 37,4 37,62 766 1936
Yüksekova 2.547 119.760 69.602 3 17 58 47,0 64,06 900
PROVINZ Hakkâri 7.095 286.470 8 53 124 40,4 62,19 823 1935

QuellenBearbeiten


1 Fläche 2014[5]
2 Bevölkerungsfortschreibung am 31. Dezember 2018[6]
3 Geschlechterverhältnis: Anzahl der Frauen auf 1000 Männer (berechnet)
4 PDF-Datei des Innenministeriums[7]
5 Landkreise, die erst nach Gründung der Türkei (1923) gebildet wurden.

BevölkerungBearbeiten

Die Bevölkerungsmehrheit stellen die Kurden. Die vier Dörfer Beyyurdu, Boğazköy, Uğuraçan und Yaylapınar werden ausschließlich von Türken bewohnt und liegen alle im Landkreis Şemdinli. Von den einst zehntausenden syrischen Christen (auch Aramäer/Assyrer genannt) leben heute nur noch einige Personen in der Provinz Hakkâri wie im Dorf Konak.

Ergebnisse der BevölkerungsfortschreibungBearbeiten

Nachfolgende Tabelle zeigt die jährliche Bevölkerungsentwicklung am Jahresende nach der Fortschreibung durch das 2007 eingeführte adressierbare Einwohnerregister (ADNKS). Zusätzlich sind die Bevölkerungswachstumsrate und das Geschlechterverhältnis (Sex Ratio d. h. Anzahl der Frauen pro 1000 Männer) aufgeführt. Der Zensus von 2011 ermittelte 271.405 Einwohner, das sind knapp 35.000 Einwohner mehr als zum Zensus 2000.

Jahr Bevölkerung am Jahresende Wachstums-
rate der Be-
völkerung
(in %)
Geschlechter
verhältnis
(Frauen auf
1000 Männer)
Rang
(unter den 81 Provinzen)
gesamt männlich weiblich
2018 286.470 157.107 129.363 3,88 823 63
2017 275.761 148.490 127.271 2,97 857 63
2016 267.813 142.486 125.327 −3,93 880 64
2015 278.775 151.013 127.762 0,90 846 62
2014 276.287 148.538 127.749 1,19 860 62
2013 273.041 146.155 126.886 −2,48 868 63
2012 279.982 154.526 125.456 2,87 812 62
2011 272.165 147.567 124.598 8,30 844 63
2010 251.302 128.988 122.314 −2,13 948 65
2009 256.761 135.884 120.877 –0,71 890 63
2008 258.590 138.494 120.096 4,92 867 63
2007 246.469 128.904 117.565 912 65
2000 236.581 130.682 105.899 810

VolkszählungsergebnisseBearbeiten

Zu den Volkszählungen liegen folgende Bevölkerungsangaben[8] über die Provinz vor:

Jahr 1965 1970 1975 1980 1985 1990 2000 2011
Bevölkerungszahl 83.937 102.312 126.036 155.463 182.645 172.479 236.581 271.405
Rang 67 67 67 66 65 66 69 63

Bis 1985 gab es 67 Provinzen, 1990 69 und ab 2000 81 Provinzen in der Türkei.

GeschichteBearbeiten

AltertumBearbeiten

Hakkâri ist seit alters her von Menschen besiedelt. Es gibt prähistorische Felszeichnungen, deren Datierung und Zuordnung nicht klar ist.

Von den Assyrern stammen die ersten Berichte über diese Region. Sie berichteten von unabhängigen Fürstentümern Hubuškia und Zamua (900–700 v. Chr.). Zwei dieser Fürsten oder Könige hießen Hubuşki Kaki(a) und Data(na). Der Ursprung dieser Namen ist hurritisch. Manchmal tauchten diese Namen im Zusammenhang mit den Nairi auf. Aus den Quellen wird deutlich, dass die Fürstentümer aus Stammeskonföderationen bestanden. Diese Lebensart hat sich bei den Einwohnern Hakkâris bis zur Gegenwart erhalten. Nach den Einfällen der Assyrer nach Anatolien schlossen sich die Stämme der Nairi zusammen. Als Gegenspieler der Assyrer traten die Urartäer auf den Plan. Das erste urartäische Reich bestand vom 9. Jahrhundert bis zum 6. Jahrhundert v. Chr.

Mittelalter und NeuzeitBearbeiten

Im Jahre 1515 geriet die Region unter osmanische Oberhoheit. Allerdings bestand die Oberherrschaft des Sultans nur nominell. Es wurde eine Zeit lang als Sandschak des Vilâyet Vans betrachtet. In Wirklichkeit stand es unter der erblichen Herrschaft kurdischer Prinzen, die als Sandschak-Beyi fungierten (Fürstentum Hakkâri). Erst Mitte des 19. Jahrhunderts setzte die Pforte ihre Oberhoheit durch und machte es 1876 zu einem eigenständigen Vilayet. Bereits 1888 wurde es wieder der Provinz Van angegliedert. Bis zum Völkermord an den Aramäern im Ersten Weltkrieg lebten hier zahlreiche und auch wehrhafte Stämme Syrisch-nestorianischer Christen.

ChronologieBearbeiten

Vor ChristusBearbeiten

Nach ChristusBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

InteressantesBearbeiten

Ferit Edgüs Roman Ein Winter in Hakkari wurde 1983 von Erden Kıral unter dem Titel Eine Saison in Hakkâri verfilmt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Türkiye Nüfusu İl ve İlçelere Göre Nüfus Bilgileri, abgerufen am 24. Juni 2019
  2. Webseite der Provinz Hakkâri
  3. Lexeme )kr) - ܐܟܪܐ. Auf dukhrana.com. Abgerufen am 9. Oktober 2014.
  4. Premiumwanadoo.com (Memento vom 3. November 2013 im Internet Archive) Abgerufen am 9. Oktober 2014.
  5. Directorate General of Mapping PDF-Datei 0,25 MB
  6. Türkiye Nüfusu İl İlçe Mahalle Köy Nüfusu, abgerufen am 24. Juni 2019
  7. [1] TARİH(1).pdf 1,4 MB
  8. Genel Nüfus Sayımları (Volkszählungsergebnisse 1965 bis 2000), abgerufen am 24. Juni 2019