Thumby

Gemeinde in Deutschland

Thumby (dänisch Tumby) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Thumby
Thumby
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Thumby hervorgehoben

Koordinaten: 54° 35′ N, 9° 55′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Schlei-Ostsee
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 27,39 km2
Einwohner: 374 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24351
Vorwahlen: 04352, 04355
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 162
Adresse der Amtsverwaltung: Holm 13
24340 Eckernförde
Website: www.amt-schlei-ostsee.de
Bürgermeisterin: Ulrike von Bargen (CDU)
Lage der Gemeinde Thumby im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde Thumby liegt auf der Halbinsel Schwansen im Naturraum Schleswig-Holsteinisches Hügelland. Das Gemeindegebiet erstreckt sich direkt am südlichen Ufer der Ostseebucht Schlei auf etwa sechs Kilometern Länge landeinwärts. Im Nordosten hat die Gemeinde Anteil am Karlsburger Holz.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Ortschaften Börentwedt (Borntved), Sensby (Sønsby), Sieseby (Siseby, niederd. Siesby) und Thumby sowie die Güter Bienebek (dän. Binebæk), Guckelsby (Gugelsby oder Guggelsby), Marienhof und Staun (Stavn) liegen im Gemeindegebiet. Weitere kleinere Ortsteile sind: Archangel, Bienebekermühle (Binebæk Mølle), Bocksrüde (tlw., Bogsryd), Brammermoor, Bredemaas (Bredemose), Hakelmark, Harzmoor (tlw.), Helle, Hestemaas (Hestemade), Hoheluft, Hümark (Hymark[2]), Hümarkfeld, Karlsburgholz (auch Karlsburgerholz), Knüppelbek (kleiner Anteil, Knuppelbæk), Krakery (Krageryd), Kummersholz (auch Kummerholz), Maasleben (Maaslev), Maaslebener Mühle (Maaslev Mølle), Moorholz, Neuteich, Ochsenhagen (Oksehave)[3], Rosental, Scharmatt, Schnurrum (Snurom[4]), Sinkental, Staunerhütte (Stavnhytte), Vogelsang (kleiner Anteil, Fuglesang).

NachbargemeindenBearbeiten

Angrenzende Gemeindegebiete zu Thumby sind:[5]

Boren Rabenkirchen-Faulück Winnemark
  Dörphof
Rieseby Holzdorf Damp

GeschichteBearbeiten

 
Die Dorfstraße in Sieseby

Die romanische Feldsteinkirche in Sieseby stammt im Kern aus dem 12. Jahrhundert und ist das älteste Gebäude der Gemeinde. Als Kirchspiel wird das Dorf Siceby (später Ciceby, Tzitzebu; plattdeutsch Siesby) erstmals in einer Urkunde von 1267 erwähnt.

Nachdem das Herzogtum Schleswig 1866 von Preußen annektiert und eine preußische Kommunalordnung eingeführt worden war, wurde 1876 die Gemeinde Thumby aus einem Teil des ehemaligen Gutsbezirks Maasleben (heute Gemeinde Holzdorf) gegründet. 1928 wurde Sieseby angegliedert, das ebenfalls aus aufgelösten Gutsbezirken gebildet worden war.

Mitte des 19. Jahrhunderts verkaufte der Hamburger Kaufmann Gustav Anton Schäffer das Dorf Sieseby an die Familie zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, in deren Besitz es sich zum größten Teil noch heute befindet. Wegen der einheitlichen Bebauung aus weißverputzten, reetgedeckten Landarbeiterhäusern, an einigen sind noch die Initialen G. A. S. des Vorbesitzers zu finden, wurde das Dorf im Jahr 2000 als erstes Flächendenkmal in Schleswig-Holstein ausgewiesen.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2008 fünf Sitze, die SPD hat drei und die Wählergemeinschaft TWG einen.

Größere kommunalpolitische Themenfelder der Thumbyer Gemeindevertretung waren in der Vergangenheit die Dorferneuerung und die Dorfentwässerung – Ende der 1980er bzw. 1990er Jahre. Aus dem Themenfeld der Dorferneuerung ging u. a. die Unterschutzstellung Siesebys als erstes Flächendenkmal Schleswig-Holsteins im Jahre 2000 hervor;[6] bei der Diskussion um die Ortsentwässerung ging es um die Entscheidungen zwischen zentraler versus dezentraler Abwasserentsorgung und zwischen konventioneller Abwasserklärung und ökologischer Klärung mittels Sumpfbeet-Anlagen, einer Form der Pflanzenkläranlagen.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Durch einen mit einem blauen Wellenbalken belegten silbernen Wellenbalken von Rot und Blau gesenkt geteilt. Oben drei grannenlose goldene Ähren nebeneinander, unten drei silberne Heringe 2 : 1“[7]

PartnergemeindeBearbeiten

Die Gemeinde Süderholz in Vorpommern ist Partnergemeinde von Thumby.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Thumby stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Gut BienebekBearbeiten

 
Gut Bienebek

Das an der Schlei gelegene Ensemble aus Herrenhaus und den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden steht unter Denkmalschutz. Es ist heute Sitz der Herzogin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

Gut GrünholzBearbeiten

Das Gut Grünholz (1438 erstmals erwähnt) ist Sitz des Prinzen Christoph zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, seit 1980 Chef des Hauses Schleswig-Holstein. Das Herrenhaus wurde 1749 erbaut. Die bei einem Großbrand im Jahr 1888 vernichteten Nebengebäude wurden anschließend wieder aufgebaut.

VerkehrBearbeiten

Auf etwa vier Kilometern Länge führt die Bundesstraße 203 im östlichen Streckenabschnitt zwischen Eckernförde und Kappeln durch das östliche Gemeindegebiet. Am Rande des Gemeindegebiets befindet sich die höhenfrei ausgebaute Anschlussstelle zur Kreisstraße 61. Thumby befindet sich an dieser in drei Kilometern Entfernung westlicher Richtung.

PersönlichkeitenBearbeiten

In Thumby geborenBearbeiten

Mit Thumby verbundenBearbeiten

  • Jurek Becker (1937–1997), aus Lodz, Polen, stammender Schriftsteller, starb 1997 in Sieseby und wurde hier beigesetzt.

WeblinksBearbeiten

Commons: Thumby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Gut Bienebek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2020 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, Seite 197
  3. Gerret Liebing Schlaber: Administrative tilhørsforhold mellem Ejderen og Kongeåen indtil 2007, Flensburg 2007, S. 262
  4. M. Mørk Hansen, C. L. Nielsen: Kirkelig Statistik over Slesvig Stift med historiske og topografiske bemærkninger, Band 3, Kjøbenhavn 1864, S. 345
  5. Relation: Thumby (557141) bei OpenStreetMap. Abgerufen am 24. September 2020.
  6. Amt Schlei-Ostsee: Thumby
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein