Schierensee

Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein

Schierensee ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Sie ist vor allem durch das Gut gleichen Namens bekannt.

Wappen Deutschlandkarte
Schierensee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schierensee hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 54° 15′ N, 9° 59′ OKoordinaten: 54° 15′ N, 9° 59′ O
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Eidertal
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 9,18 km2
Einwohner: 368 (31. Dez. 2023)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24241
Vorwahlen: 04305, 04347
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 141
Adresse der Amtsverwaltung: Mielkendorfer Weg 2
24113 Molfsee
Website: www.schierensee.de
Bürgermeister: Manfred Kaiser (KWG)
Lage der Gemeinde Schierensee im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Geografie

Bearbeiten

Geografische Lage

Bearbeiten

Das Gemeindegebiet von Schierensee erstreckt sich südlich vom Westensee südwestlich von Kiel im nordwestlichen Teilbereich der naturräumlichen Haupteinheit Ostholsteinisches Hügel- und Seenland (Nr. 702).[2][3] Die Gemeinde liegt im geschützten Landschaftsbereich des Naturparks Westensee. Im nördlichen Gemeindegebiet liegen der Große- und der Kleine Schierensee.

Gemeindegliederung

Bearbeiten

Die Gemeinde gliedert sich siedlungsgeografisch in verschiedene sogenannte Wohnplätze. Neben dem gleichnamigen Dorf und ebensolches Gut liegen auch als weitere Wohnplätze die Häusergruppen Am Heidberg und Kaffekate, die Haussiedlungen Grubenbek, Lustiger Bruder und (teilweise) Osselberg, die Hofsiedlungen Heidberg, Gestüt, Marienberg und Sophienlust, wie auch das Forsthaus Heidberg, Forsthaus im Gemeindegebiet.[4]

Nachbargemeinden

Bearbeiten

Direkt angrenzende Gemeindegebiete von Schierensee sind:[3]

Rodenbek
Westensee   Rumohr
LangwedelBlumenthal

Geschichte

Bearbeiten

Im Gebiet der heutigen Gemeinde Schierensee lassen sich Siedlungsspuren von der Steinzeit bis ins Mittelalter nachweisen. Schriftlich erwähnt wurde Schierensee erstmals 1470, als der auf Gut Bossee ansässige Gosche von Ahlefeld (1400–1475), dem das Land rund um den Westensee gehörte, das Dorf Groß-Schierensee und die Rottenburg an das Kloster Bordesholm verkaufte.[5] Reste der in der Urkunde erwähnte Rottenburg wurden 1834 am Ufer der Großen Schierensees gefunden. Sie werden auf etwa 1300 datiert.[6]

Auf der Rantzau-Tafel ist der Zustand des Herrenhauses, vermutlich eine kleine Wasserburg, um 1580 abgebildet.[7] Damals gehörte das adlige Gut Peter Rantzau, dem Bruder von Daniel Rantzau, dem Herrn von Deutsch-Nienhof, nach dessen Tod es häufig den Besitzer wechselte. Von 1704 bis 1729 gehörte das Gut Peter Marquard von Gude, der die Bibliothek seines Vaters Marquard Gude mitbrachte, die 1710 dank Leibniz’ Vermittlung nach Wolfenbüttel gelangte.[8]

1752 kaufte Caspar von Saldern das Gut.[9] 1776 begann er mit dem Neubau des Gutshauses und der Anlage eines Landschaftsgartens auf dem Heeschenberg. Nach seinem Tod blieb das Gut in den Händen der Nachkommen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich Schierensee von einer rein landwirtschaftlich orientierten Gemeinde zu einer Wohngemeinde entwickelt.

Gemeindevertretung

Bearbeiten

Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt neun Sitze vergeben. Diese fielen erneut alle an die Kommunale Wählergemeinschaft Schierensee. Die Wahlbeteiligung betrug 57,3 %.[10]

Blasonierung: „Durch einen silbernen Schrägwellenbalken von Grün und Blau geteilt. Oben drei goldene Ähren schrägbalkenweise, unten ein nach links schwimmender silberner Hecht.“[11]

Sehenswürdigkeiten

Bearbeiten

Kulturdenkmale

Bearbeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Schierensee stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Gut Schierensee

Bearbeiten
Die Wikipedia wünscht sich an dieser Stelle ein Bild vom hier behandelten Ort.

Weitere Infos zum Motiv findest du vielleicht auf der Diskussionsseite.

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW
 
Gartensaal mit Porträt der Zarin Katharina

Caspar von Saldern, kaiserlich-russischer Staatsminister und geheimer Rat, war seit 1752 Eigentümer des Guts und legte den Grundstock zu der umfangreichen Bildersammlung. Das Herrenhaus wurde zwischen 1776 und 1782 mit barocken und klassizistischen Zierelementen erbaut und mit einem sehr fortschrittlich gestalteten Landschaftsgarten versehen.

Ein großer Teil der Inneneinrichtung und der Kulturschätze des Guts stammen original aus dem 18. Jahrhundert. Sie stehen, wie das Gebäude und der umliegende Park selbst, unter Denkmalschutz. Der Landschaftsgarten wird zurzeit restauriert. Die im Gutshaus gesammelten Kulturgüter werden laufend ergänzt.

Aimé von Mesmer-Saldern vererbte das Gut 1889 seinem Neffen Graf Baudissin. 1969 verkauften es die Baudissin an den Hamburger Verleger Axel Springer, der das Herrenhaus von 1969 bis 1971 renovieren ließ. Heute gehört das Gut der Günther-Fielmann-Stiftung Schierensee und wird landwirtschaftlich genutzt.[12]

Im Motorisierten Individualverkehr, im öffentlichen Personennahverkehr, im Straßengüterverkehr sowie im Radverkehr führt die schleswig-holsteinische Landesstraße 255 durch das Gemeindegebiet am südlichen Rand der Dorflage vorbei. Sie bindet in östlicher Richtung an die Landesstraße 318 in Flintbek (ehemals Bundesstraße 4) an; in westlicher Richtung führt sie bis nach Rendsburg, wo sie von der Bundesstraße 202 südlich des Kanallaufs abzweigt.[3]

Persönlichkeiten

Bearbeiten

Literatur

Bearbeiten
 
Das ehemalige (erste) Gutshaus Schierensee
  • Harry Schmidt, Frauke Lühning: Drei Schlösser am Westensee. 2. Auflage. Möller, Rendsburg 1986, ISBN 3-87550-047-4.
  • Henning v. Rumohr: Schlösser und Herrenhäuser im nördlichen und westlichen Holstein. neu bearbeitet von Cai Asmus v. Rumohr und Carl-Heinrich Seebach. 2. Auflage. Verlag Weidlich, Würzburg 1988, ISBN 3-8035-1272-7, S. 83.
  • Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, S. 226–232.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hamburg, Schleswig-Holstein. 3., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Deutscher Kunstverlag, München 2009, ISBN 978-3-422-03120-3, S. 825–827.
  • Eva von Engelberg-Dočkal: Kulturkarte Schleswig-Holstein. 1000mal Kultur entdecken. 2. Auflage. Wachholtz-Verlag, Neumünster 2005, ISBN 3-529-08006-3.
  • Carl-Heinrich Seebach: Schierensee. Geschichte eines Gutes in Holstein. 2., erw. Auflage. Neumünster 1981.
  • Deert Lafrenz: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Verlag Michael Imhof, Petersberg 2015, ISBN 978-3-86568-971-9, S. 506.
  • Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 8: Pölitz - Schönbek. Flying-Kiwi-Verlag Junge, Flensburg 2007, ISBN 978-3-926055-89-7, S. 305 ff.
Bearbeiten
Commons: Schierensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Bearbeiten
  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2023 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Liste:Zuordnung der Gemeinden zu den Naturräumen. (PDF) S. 7, abgerufen am 4. Februar 2022.
  3. a b c Relation: Schierensee (548508) bei OpenStreetMap (Version #6). Abgerufen am 4. Februar 2022.
  4. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. (PDF) Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, 1992, S. 82 f, abgerufen am 4. Februar 2022.
  5. Paul von Hedemann-Heespen: Die ältere Geschichte der Kirche zu Westensee; Kiel 1898, S. 12.
  6. Seebach: Schierensee. Geschichte eines Gutes in Holstein. S. 12.
  7. Darstellung auf der Rantzau-Tafel (Nr. 2)
  8. Seebach: Schierensee. Geschichte eines Gutes in Holstein. S. 20.
  9. Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Holstein, des Fürstenthums Lübek und der freien und Hanse-Städte Hamburg und Lübek, Theil 2: J–Z. Fränckel, Oldenburg in Holstein 1841, S. 312.
  10. wahlen-sh.de
  11. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  12. Mittelholstein | Gut Schierensee. Abgerufen am 16. März 2024.