Fockbek

Gemeinde in Deutschland

Fockbek (dänisch Fokbæk, plattdt.: Fockbeek) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Wappen Deutschlandkarte
Fockbek
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fockbek hervorgehoben

Koordinaten: 54° 18′ N, 9° 36′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Fockbek
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 26,65 km2
Einwohner: 6573 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 247 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24787
Vorwahlen: 04331, 04335
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 054
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rendsburger Straße 42
24787 Fockbek
Website: www.fockbek.de
Bürgermeisterin: Tanja Petersen (parteilos)
Lage der Gemeinde Fockbek im Kreis Rendsburg-Eckernförde

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Fockbek erstreckt sich nördlich des Laufes der Untereider westlich von Rendsburg. Das Gemeindegebiet liegt im Süden des Naturraums Schleswiger Vorgeest (Haupteinheit Nr. 697).[2][3] Der fischförmige Fockbeker See (auch Armensee) liegt im Gemeindegebiet.

OrtsteileBearbeiten

Neben dem namensgebenden Randort, liegen auch die Häusergruppen Barris, Ernsttal, Fockbekfeld, teilweise Posthof, außerdem die Hofsiedlungen Knüll und Langenbrook, ebenso auch teilweise das weitere Dorf Ahrenstedt als weitere Wohnplätze in der Gemeinde.[4]

NachbargemeindenBearbeiten

Direkt an Fockbek angrenzende Gemeindegebiete sind:[2]

Alt Duvenstedt Rickert
Hohn   Rendsburg
Elsdorf-Westermühlen Nübbel

GeschichteBearbeiten

Der Ort, durch den der Ochsenweg führte, wurde erstmals als Fokabikre in der „Guldholm-Urkunde“ vom 31. März 1196 erwähnt. Tatsächlich jedoch beweisen Funde aus vergangenen Tagen, dass der Ort eine der ältesten Gründungen im nördlichen Eiderbereich ist. Die ältesten Fundstücke, die in der Fockbeker Flur gefunden worden sind, stammen aus der mittleren Steinzeit (8000–3000 v. Chr.)

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts veränderte sich das „Gesicht“ der Gemeinde. Das landwirtschaftlich geprägte Fockbek entwickelte sich nach und nach zu einer modernen Wohngemeinde mit vielen Gewerbebetrieben. Der zwischen 1910 und 1912 vorgenommene Ausbau der Eisenbahnstrecke entlang des Ortes begünstigte dieses. Fockbek erhielt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Husum–Erfde–Rendsburg.

Am 12. Dezember 1991 gab es ein Attentat auf zwei Mitarbeiter des Abwasserzweckverbands in Westerrönfeld. Ein Landwirt aus Fockbek, der die zwei Beamten erschossen hatte, fuhr daraufhin mit seinem mit Sprengstoff beladenen Auto gegen das Rathaus in Fockbek. Danach erschoss er sich selbst.[5]

Aufgrund reger Nachfrage hat die Gemeinde Fockbek im Jahr 2008 ein weiteres Gewerbegebiet in Größe von 11 ha Größe erschlossen.

AusgliederungenBearbeiten

Am 1. Januar 1977 wurde ein Teilgebiet mit damals mehr als 25 Einwohnern in die Kreisstadt Rendsburg umgegliedert.[6]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1939: ca. 1.900 Einwohner
  • 1946: ca. 3.000 Einwohner
  • 1961: ca. 3.539 Einwohner[6]
  • 1970: ca. 4.766 Einwohner[6]
  • 2003: ca. 6.332 Einwohner
  • 2005: ca. 6.334 Einwohner
  • 2006: ca. 6.270 Einwohner
  • 2007: ca. 6.334 Einwohner
  • 2011: ca. 6.213 Einwohner
  • 2012: ca. 6.305 Einwohner
  • 2013: ca. 6.170 Einwohner
  • 2014: ca. 6.160 Einwohner
  • 2015: ca. 6.193 Einwohner
  • 2016: ca. 6.244 Einwohner
  • 2017: ca. 6.207 Einwohner
  • 2018: ca. 6.236 Einwohner
  • 2019: ca. 6.369 Einwohner
  • 2020: ca. 6.440 Einwohner
  • 2021: ca. 6.573 Einwohner

PolitikBearbeiten

Seit 1998 hat Fockbek eine hauptamtliche Verwaltung und führt seitdem die Verwaltungsgeschäfte des gleichnamigen Amtes durch. Seit dem 1. Januar 2008 bildet Fockbek eine Verwaltungsgemeinschaft mit dem Amt Hohner Harde und führt die Geschäfte auch für dieses Amt.

GemeindevertretungBearbeiten

Von den 19 Sitzen in der Gemeindevertretung haben seit der Kommunalwahl 2018 die SPD sieben Sitze, die CDU acht Sitze und die Wählergemeinschaft UWF vier Sitze.

BürgermeisterinBearbeiten

Hauptamtliche Bürgermeisterin ist seit Januar 2020 Tanja Petersen. Sie wurde Nachfolgerin von Holger Diehr (hauptamtlicher Bürgermeister von 2014 bis 2019).[7]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot ein schrägrechter silberner Wellenbalken, nach der Figur belegt mit einem blauen Hering und einem blauen, den Hering verfolgenden Aal.“[8]

Das in den schleswig-holsteinischen Landesfarben kolorierte Wappen nimmt Bezug auf die Geschichte vom Aalversupen.

PartnergemeindeBearbeiten

Seit 1990 besteht eine Partnerschaft zum über 300 km entfernten Mirow in Mecklenburg-Vorpommern. Fockbeker Bürger, die in der Stadt Mirow geboren sind, brachten den seinerzeitigen Bürgermeister Schadwinkel auf diesen Ort. Bis heute findet eine rege Zusammenarbeit zwischen den Orten statt. Gegenseitige Besuche stehen fest auf dem Jahresprogramm.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Unternehmen / Allgemeine WirtschaftsstrukturBearbeiten

In Fockbek befinden sich die Hobby-Wohnwagenwerke. Das Unternehmen stellt einen großen Teil der Arbeitsplätze im Ort.

Insgesamt gibt es rund 450 Betriebe, die über 2500 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.

BildungBearbeiten

In Fockbek gibt es eine Grund- und Gemeinschaftsschule („Bergschule Fockbek“). Etwa 1100 Schülerinnen und Schüler aus 13 umliegenden Gemeinden werden hier beschult. Unterricht wurde bereits vor Erlass der Verordnung wegen besserer Einrichtung der teutschen Schulen, besonders auf dem Lande, in dem Herzogthum Hollstein, Königl. Antheils. d.d. Christiansburg zu Copenhagen den 31. Dec. 1747 erteilt. Der Unterricht fand zunächst in einer kleinen reetgedeckten Kate am Fockbeker See (früher: „Armensee“), später im Schulhaus im Ort statt.

VerkehrBearbeiten

Fockbek liegt westlich von Rendsburg an der Gabelung der Bundesstraßen 202 und 203.[2]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Fockbek stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

PersönlichkeitenBearbeiten

In Fockbek geboren wurden:

Ehemalige Bürgermeister:

De AalversupersBearbeiten

Fockbeks Sage handelt vom Aalversupen (plattdeutsch für Aal-Ersäufen oder Aal-Ertränken). Der Erzählung zufolge wollten die Dorfbewohner im Fockbeker See Heringe züchten, wofür sie auf dem Rendsburger Markt gekaufte Salzheringe in den See schütteten. Als sie im darauf folgenden Jahr das Seewasser abließen, um die Früchte ihrer Bemühungen zu ernten, fanden sie keinen einzigen Hering mehr, sondern nur einen Aal, der sich im Schlamm räkelte. Die Fockbeker schlossen daraus, dieser Aal habe all die Heringe aufgefressen. Im Zuge der Beratungen über die grausamste mögliche Strafe für den „Übeltäter“ plädierte ein Dorfbewohner, der einmal beinahe ertrunken wäre, dafür, den Aal zu ertränken (plattdeutsch: versupen). Gesagt, getan: Sobald der See wieder gefüllt war, wurde der Aal an der tiefsten Stelle ins Wasser geworfen. Als er sich in den Fluten wand, kommentierten die Fockbeker: „Sieh an, wie er sich quält!“ und „Er ertrinkt! Er ertrinkt!“; auf plattdeutsch: „He versupt! He versupt!“, daher „De Aalversuper“. Um sich die Stelle zu merken, wo sie den Aal ertränkt hatten, machten sie sich eine Kerbe an der entsprechende Seite des Bootes.

Diese Spottgeschichte ist angeblich von den Bewohnern der benachbarten Stadt Rendsburg erfunden worden und sollte die Einfalt der Bewohner des westlichen Nachbardorfs wiedergeben. Letztlich waren Streitigkeiten über die Fischereirechte ursächlich.

LiteraturBearbeiten

  • Heinrich Haller: Gemeinde mit ausgeprägtem Eigenleben. In: Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 3: Ellerbek - Groß Rönnau. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2003, ISBN 978-3-926055-73-6, S. 129–.

WeblinksBearbeiten

Commons: Fockbek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2021 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Relation: Fockbek (548574) bei OpenStreetMap (Version #11). Abgerufen am 1. Oktober 2022.
  3. Liste: Zuordnung der Gemeinden zu den Naturräumen. (PDF) S. 10, abgerufen am 1. Oktober 2022.
  4. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. 1992, S. 74 (statistischebibliothek.de [PDF; abgerufen am 1. Oktober 2022]).
  5. Hans-Jürgen Jensen: Polizei fand keine Bombe im Rathaus. In: kn-online.de. 26. März 2019, abgerufen am 26. März 2019.
  6. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 184.
  7. Tanja Petersen wird Bürgermeisterin. Abgerufen am 6. Januar 2020.
  8. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein