Molfsee ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein und grenzt südlich unmittelbar an die Landeshauptstadt Kiel. Sie besteht aus den drei Ortsteilen Molfsee, Rammsee und Schulensee.[2] Die Gemeinde führte bis zu seiner Auflösung zum 1. Juni 2023 die Verwaltungsgeschäfte des gleichnamigen Amtes.

Wappen Deutschlandkarte
Molfsee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Molfsee hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 54° 16′ N, 10° 4′ OKoordinaten: 54° 16′ N, 10° 4′ O
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Eidertal
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 7,18 km2
Einwohner: 5086 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 708 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24113
Vorwahlen: 0431, 04347
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 107
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mielkendorfer Weg 2
24113 Molfsee
Website: www.molfsee.de
Bürgermeister: Timo Boss (parteilos)
Lage der Gemeinde Molfsee im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Geographie und Verkehr Bearbeiten

Die Gemeinde liegt unmittelbar am südlichen Stadtrand von Kiel, ein gutes Stück östlich der Bundesautobahn 215 von Kiel nach Neumünster und nördlich sowie östlich umgeben vom Fluss Eider. Sie besteht von Norden nach Süden aus den drei Ortsteilen Schulensee, Rammsee und Molfsee (Dorf). Im Bereich des Ortsteils Molfsee finden sich mit dem Molfsee und dem Rammsee zwei der namengebenden Seen; der Schulensee liegt an der nördlichen Gemeindegrenze und wird von der Eider durchflossen.

Geschichte Bearbeiten

Molfsee wurde 1238 erstmals urkundlich in einer Urkunde des Grafen Adolph IV. von Holstein erwähnt. Es bestand anfangs aus zwölf Hufen, wurde jedoch im Laufe des 14. Jahrhunderts durch die Pest auf sieben Hufen reduziert. Ebenfalls in dieser Zeit ist das Dorf Schulendorf im Gebiet des heutigen Ortsteils Schulensee aufgegeben worden. Anfang des 15. Jahrhunderts wurden Molfsee und einige weitere Dörfer von Marquard von Knoop an das Kloster Bordesholm verkauft.

Auf dem Gebiet des eingegangenen Schulendorfs wurde dann vom Kloster aus das Gut Schulenhof gegründet, das mehrere Jahrhunderte Bestand hatte. In den 1920er Jahren wurden die Ländereien des Gutes parzelliert und dort die Villenstadt Schulensee angelegt. Das Gutshaus wurde 1938 abgerissen. Das Gelände wurde später von der evangelischen Stadtmission Kiel erworben; das dort über mehrere Jahrzehnte betriebene Seniorenheim stand einige Jahre leer und wurde 2014 abgebrochen. Auf dem Grundstück ist inzwischen eine Eigentumswohnanlage entstanden.

Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung Molfsees war die Eröffnung der Altona-Kieler Chaussee, die 1832 nahe dem Ort durchs Gemeindegebiet gebaut wurde. Der Mittelpunkt des Ortes verlagerte sich in der Folgezeit mehr und mehr von der alten Dorfstraße auf die neue Chaussee.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung erst durch Flüchtlinge, dann durch das Wirtschaftswachstum rasant an. Vor allem in den Ortsteilen Schulensee und Rammsee setzte starke Bautätigkeit ein. Da die neuen Ortsteile ohne Siedlungslücke in die Stadt Kiel übergehen und wenig Gemeinsamkeiten mit dem landwirtschaftlich geprägten Molfsee hatten, gab es in den 1970er Jahren Überlegungen, die Ortsteile oder auch den ganzen Ort nach Kiel einzugemeinden.

Proteste, die 2008 in Molfsee begannen, führten dazu, dass Deutschland erst 2023 großflächig auf Google Street View fotografiert wurde.[3]

Politik Bearbeiten

Gemeindevertretung Bearbeiten

Wahlbeteiligung: 60,9 Prozent
 %
40
30
20
10
0
35,5 %
25,5 %
17,1 %
11,5 %
9,7 %
0,7 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Unabhängige Wählergemeinschaft Molfsee
f Schalla

Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt 21 Sitze vergeben. Die CDU erhielt acht Sitze, die Grünen fünf Sitze, die SPD vier Sitze und die FDP und die Unabhängige Wählergemeinschaft Molfsee je zwei Sitze.

Bürgervorsteher ist Hans Cordts.

Bürgermeister Bearbeiten

Bürgermeister von Molfsee ist Timo Boss (parteilos). Bei der Wahl vom 8. November 2020 wurde er mit 57,01 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt.[5]

Wappen Bearbeiten

Blasonierung: „In Grün ein schrägrechter, gewellter silberner Drillingsbalken, begleitet oben von einer nach links fliegenden silbernen Möwe, unten von drei silbernen Erlenblättern.“[6]

 
Torhaus des Freilichtmuseums im Ortsteil Rammsee

Sehenswürdigkeiten Bearbeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Molfsee stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Bekannt ist die Gemeinde für das 1965 eröffnete Freilichtmuseum Molfsee – Landesmuseum für Volkskunde, das im Ortsteil Rammsee liegt. Hier lassen sich Bauwerke aus verschiedenen Jahrhunderten bewundern; außerdem finden hier häufig Märkte oder andere Veranstaltungen statt. Es ist das größte Freilichtmuseum in Schleswig-Holstein. Zu den bekanntesten Objekten zählen die Haubarge.

Die 1959 vom Architekten Otto Andersen entworfene, auf einem Hügel im Ortsteil Schulensee erbaute Thomaskirche steht heute unter Denkmalschutz.

 
Das im Jahr 2021 eröffnete Jahr100Haus am Freilichtmuseum

Im Gemeindearchiv sind ca. 450 Schulwandbilder aus den Jahren 1890 bis 1975 zu sehen.

Sport Bearbeiten

Die Sportvereinigung Eidertal Molfsee ist mit ca. 3000 Mitgliedern in zwölf Abteilungen der größte Sportverein Molfsees.

Literatur Bearbeiten

  • Hartmut Hildebrandt: Chronik von Molfsee 1238–1988. Hrsg.: Gemeinde Molfsee. Molfsee 1988.

Weblinks Bearbeiten

Commons: Molfsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2022 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 6: Kronprinzenkoog – Mühlenrade. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2006, ISBN 978-3-926055-85-9, S. 315 (dnb.de [abgerufen am 29. Juli 2020]).
  3. How a small German Village killed Google Street View. Abgerufen am 22. Juli 2023 (deutsch).
  4. wahlen-sh.de
  5. Bürgermeister in Ammersbek, Tönning und Molfsee gewählt. ndr.de, 8. November 2020, abgerufen am 23. April 2021.
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein