Noer

Gemeinde in Deutschland

Noer (dänisch Nør) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Sie liegt auf der Halbinsel Dänischer Wohld.

Wappen Deutschlandkarte
Noer
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Noer hervorgehoben

Koordinaten: 54° 28′ N, 10° 0′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Dänischenhagen
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 13,89 km2
Einwohner: 893 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24214
Vorwahl: 04346
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 116
Adresse der Amtsverwaltung: Sturenhagener Weg 14
24229 Dänischenhagen
Website: www.gemeinde-noer.de
Bürgermeisterin: Sabine Mues (CDU)
Lage der Gemeinde Noer im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Geographie und VerkehrBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Noer erstreckt sich entlang des südlichen Ufers der Eckernförder Bucht im Bereich der naturräumlichen Haupteinheit Schwansen, Dänischer Wohld etwa 12 km östlich von Eckernförde.[2]

GemeindegliederungBearbeiten

Neben dem Dorf gleichen Namens befinden sich auch das weitere Dorf Lindhöft, das Gut Lindhof, der Hof Hohenkamp und die Häusergruppen Krummland und Lindhöfter Mühle als weitere Wohnplätze im Gemeindegebiet.[3]

NachbargemeindenBearbeiten

Direkt angrenzende Gemeindegebiete von Noer sind:[4]

Altenhof   Schwedeneck
Neudorf-BornsteinOsdorf

GeschichteBearbeiten

Das Dorf Noer wird erstmals 1317 in einer Urkunde erwähnt.

Der Ortsname ist erstmals 1479 (Rep. dipl.) schriftlich dokumentiert. Es finden sich die Formen tor Noer und tor Nore. Der Name beschreibt eventuell einen Abhang oder eine Steilküste (vgl. westfälisch Nörre).[5] Möglich ist auch eine Deutung zu nord. nor für ein Noor.[6]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung erhielt die CDU bei Kommunalwahl 2018 zehn Sitze und ein Einzelbewerber einen Sitz.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Unter gezinntem blauen Schildhaupt von Gold und Grün durch abgerundete linke Schrägstufe geteilt. Oben ein Wagenrad mit zwölf Speichen, unten ein gestürztes Lindenblatt mit einem Blütenstand in verwechselten Farben.“[7]

ErholungBearbeiten

Auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich unter anderem das Naturschutzgebiet Bewaldete Düne bei Noer, die Bestandteil des Europäischen ökologischen Netzes Natura 2000 ist. Das Gebiet steht unter Schutz, weil sich hier auf engstem Raum sämtliche Stadien der Dünenentwicklung von der Spülsaumzone bis zum Wald finden.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturdenkmaleBearbeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Noer stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Schloss NoerBearbeiten

 
Schloss Noer

Das Gut Noer ist wahrscheinlich vom Rittergeschlecht von Ahlefeld im 15. Jahrhundert gegründet worden. Es befand sich von etwa 1414 bis 1610 für zwei Jahrhunderte im Besitz dieser Familie. Von 1610 bis 1675 war die Familie von Rantzau im Besitz des Gutes. 1680 ging es an die Familie von Brockdorff. Wulf von Brockdorff (1651–1732) aus dem Hause Wensin, ließ das schlossartige Herrenhaus 1708–1711 erbauen.[8]

Im Jahr 1763 erbte Adam Gottlob von Moltke Schloss und Gut Noer. Es blieb im Familienbesitz, bis sich sein Enkel Adam Gottlob Detlev von Moltke dazu entschloss, es 1801 zu verkaufen. Neuer Besitzer wurde Bernhard von Qualen (1758–1831).

Im Jahr 1832 kaufte die Herzogin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg Noer.

Das Schloss brannte 1933 ab, wurde aber in alter Form wieder aufgebaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut aufgesiedelt. Das Herrenhaus wurde von der Schleswig-Holsteinischen Gesellschaft für Einrichtungen der Jugendpflege erworben und wird seit 1961 als Jugendbildungs- und Begegnungsstätte genutzt.

VerkehrBearbeiten

Das Gemeindegebiet wird von der schleswig-holsteinische Landesstraße 285 durchzogen. Sie zweigt bei der Anschlussstelle Schnellmark von der Bundesstraße 76 ab und führt in Richtung der Nachbargemeinde Schwedeneck (Ortsteil Krusendorf), wo sie in die Landesstraße  45 über geht. Im weiteren Verlauf geht diese bei der Anschlussstelle Sprenge wiederum in die Bundesstraße 503 aus Richtung Kiel-Holtenau über.[4]

Im ÖPNV ist die Gemeinde mittels eines Omnibusverkehrs auf der Linie 746 von Surendorf nach Eckernförde an Wochentagen im Zwei- (am Wochenende Vierstundentakt) im Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein angebunden.[9]

LiteraturBearbeiten

Karen Schleeh: Eine Adlige Gemeinde. In: Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 7: Munkbrarup - Pohnsdorf. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2006, ISBN 978-3-926055-88-0, S. 133–135.

WeblinksBearbeiten

Commons: Noer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2020 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Liste: Zuordnung der Gemeinden zu den Naturräumen. (PDF) S. 6, abgerufen am 10. September 2021.
  3. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. (PDF) Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, 1992, S. 80, abgerufen am 10. September 2021.
  4. a b Relation: Noer (554564) bei OpenStreetMap. Abgerufen am 10. September 2021.
  5. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 484
  6. Johannes Kok: Det Danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, Kopenhagen 1867, S. 291
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  8. Marcus Köhler: Geschichte der Gutsanlage Noer – Die letzten Jahre des Prinzen, Seite 4–6
  9. Kursbuch der Linie 746. Abgerufen am 10. September 2021.