Rade b. Hohenwestedt

Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rade b. Hohenwestedt
Rade b. Hohenwestedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rade b. Hohenwestedt hervorgehoben

Koordinaten: 54° 6′ N, 9° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Mittelholstein
Höhe: 25 m ü. NHN
Fläche: 3,21 km2
Einwohner: 87 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24594
Vorwahl: 04871
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 131
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 15
24594 Hohenwestedt
Website: www.amt-mittelholstein.de
Bürgermeister: Jochen Rohwer (KWG)
Lage der Gemeinde Rade b. Hohenwestedt im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Rade b. Hohenwestedt (niederdeutsch: Raa') ist eine Gemeinde. Sie liegt im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Rade gehört zum Kirchspiel Hohenwestedt.

Geografie und VerkehrBearbeiten

Rade liegt etwa 19 Kilometer westlich von Neumünster und 32 Kilometer südlich von Rendsburg im Naturpark Aukrug, zwischen dem Nindorfer Höhenzug und der Buckener Au. Neben sandigen Wald- und Ackerflächen besteht das Gemeindegebiet hauptsächlich aus feuchten bis moorigen Wiesen. Durch die Gemeinde fließen der Mühlenbach und der Hasselbek.

Westlich verläuft in einiger Entfernung die Bundesstraße 77 von Rendsburg nach Itzehoe und südlich die Bundesstraße 430 von Neumünster in Richtung Schenefeld (Kreis Steinburg) sowie die Bahnstrecke Neumünster–Heide.

GeschichteBearbeiten

Der Name Rade deutet auf die Rodung von Waldgebiet hin. Die erste urkundliche Erwähnung der im Dorf befindlichen, königlichen Wassermühle erfolgte 1568, das Dorf selbst wurde jedoch erst 1602 erwähnt.[2]

Sagen und GründungsmythenBearbeiten

Nach einer alten Sage fließt durch den im Ort aus einer Quelle entspringenden Spiekerbek zur mitternächtlichen Stunde reines Bier. Überliefert wurde diese Sage durch die bis in die 1980er Jahre in unmittelbarer Nachbarschaft ansässige Gastwirtschaft "Kallies", in der die Wirtin bei Festen zu Mitternacht mit einem Tablett die Gaststube durch die dem Spiekerbek zugewandten Tür betrat und mit Verweis auf die magische Quelle Freibier verteilte.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den sieben Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft KWG seit der Kommunalwahl 2013 alle Sitze.[3]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Über goldenem, durch einen blauen Wellenbalken abgeteilten Schildfuß in Grün eine silberne Spitze, darin ein rotes Mühlrad mit schwarzer Radnabe. Oben rechts zwei goldene Ähren, oben links ein goldener Pferdekopf.“[4]

WirtschaftBearbeiten

Rade hat einen landwirtschaftlichen Charakter.

VereineBearbeiten

Es gibt einen Sportverein in Rade und die Freiwillige Feuerwehr wird seit 2011 gemeinsam mit dem Nachbarort Tappendorf betrieben.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die königliche Wassermühle, in der die Bauern der Region auf Geheiß des dänischen Königs über mehrere Jahrhunderte ihr Getreide mahlen mussten, war bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Betrieb und wurde zeitweilig sogar zur Stromgewinnung genutzt. Nach Außerbetriebnahme ist die Mechanik ausgebaut und dem Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseum in Molfsee zur Verfügung gestellt worden. Heute befindet sich die Mühle im Privatbesitz. Zur Mühle gehörten die drei ortsprägenden Mühlenteiche sowie der früher verbindende Mühlenbach, der zwischenzeitlich umgeleitet und naturnah ausgebaut wurde.

LiteraturBearbeiten

  • Jürgen Kleen, Georg Reimer, Paul von Hedemann-Heespen (Hrsg.): Heimatbuch des Kreises Rendsburg. Möller, Rendsburg 1922.
  • Georg Reimer: Die Wassermühlen im Amte Rendsburg. Heimatkundliches Jahrbuch 1955 für den Kreis Rendsburg, Verlag Heinrich Möller

WeblinksBearbeiten

 Commons: Rade b. Hohenwestedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Heimatbuch des Kreises Rendsburg, Nachdruck der Ausgabe von 1922, ISBN 3-921361-23-0
  3. Sitzverteilung nach Kommunalwahl 2013 (Memento des Originals vom 20. Dezember 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.amt-mittelholstein.de
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein