Hauptmenü öffnen

Thumby

Gemeinde in Deutschland
(Weitergeleitet von Sieseby)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Thumby
Thumby
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Thumby hervorgehoben
Koordinaten: 54° 35′ N, 9° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Schlei-Ostsee
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 27,39 km2
Einwohner: 395 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24351
Vorwahlen: 04352, 04355
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 162
Adresse der Amtsverwaltung: Holm 13
24340 Eckernförde
Website: www.amt-schlei-ostsee.de
Bürgermeisterin: Ulrike von Bargen (CDU)
Lage der Gemeinde Thumby im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Thumby (dänisch: Tumby) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Die Ortschaften Börentwedt (Borntved), Sensby (Sønsby), Sieseby (Siseby, niederd.: Siesby) und Thumby sowie die Güter Bienebek (dän. Binebæk), Guckelsby (Gugelsby oder Guggelsby), Marienhof und Staun (Stavn) liegen im Gemeindegebiet. Weitere kleinere Ortsteile sind: Archangel, Bienebekermühle (Binebæk Mølle), Bocksrüde (tlw.), Brammermoor, Bredemaas, Hakelmark, Harzmoor (tlw.), Helle, Hestemaas (Hestemade), Hoheluft, Hümark (Hymark[2]), Hümarkfeld, Karlsburgholz (auch: Karlsburgerholz), Knüppelbek (kleiner Anteil, Knuppelbæk), Krakery, Kummersholz (auch: Kummerholz), Maasleben (Maaslev), Maaslebener Mühle (Maaslev Mølle), Moorholz, Neuteich, Ochsenhagen, Rosental, Scharmatt, Schnurrum (Snurom[3]), Sinkental, Staunerhütte, Vogelsang (kleiner Anteil, Fuglesang).

Inhaltsverzeichnis

Geografie und VerkehrBearbeiten

Das Gemeindegebiet liegt etwa acht Kilometer südlich von Kappeln und zwölf Kilometer nördlich von Eckernförde auf der Halbinsel Schwansen. Im Westen grenzt es an die Schlei, östlich verläuft die Bundesstraße 203 (Schwansenstraße) von Kappeln nach Eckernförde. Das namensgebende Thumby befindet sich etwa in der Mitte, der größte Ort der Gemeinde ist Sieseby. Dort befindet sich ein Anleger für die Schleischifffahrt.

GeschichteBearbeiten

 
Die Dorfstraße in Sieseby

Die romanische Feldsteinkirche in Sieseby stammt im Kern aus dem 12. Jahrhundert und ist das älteste Gebäude der Gemeinde. Als Kirchspiel wird das Dorf Siceby (später Ciceby, Tzitzebu; plattdeutsch Siesby) erstmals in einer Urkunde von 1267 erwähnt.

Nachdem das Herzogtum Schleswig 1866 von Preußen annektiert und eine preußische Kommunalordnung eingeführt worden war, wurde 1876 die Gemeinde Thumby aus einem Teil des ehemaligen Gutsbezirks Maasleben (heute Gemeinde Holzdorf) gegründet. 1928 wurde Sieseby, das ebenfalls aus aufgelösten Gutsbezirken gebildet worden war, angegliedert.

Mitte des 19. Jahrhunderts verkaufte der Hamburger Kaufmann Gustav Anton Schäffer das Dorf Sieseby an die Familie zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, in deren Besitz es sich zum größten Teil noch heute befindet. Wegen der einheitlichen Bebauung aus weißverputzten, reetgedeckten Landarbeiterhäusern, an einigen sind noch die Initialen G.A.S. des Vorbesitzers zu finden, wurde das Dorf im Jahr 2000 als erstes Flächendenkmal in Schleswig-Holstein ausgewiesen.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2008 fünf Sitze, die SPD hat drei und die Wählergemeinschaft TWG einen.

Größere kommunalpolitische Themenfelder der Thumbyer Gemeindevertretung waren in der Vergangenheit die Dorferneuerung und die Dorfentwässerung – beide Ende der 1980er Jahre/1990er Jahre. Aus dem Themenfeld der Dorferneuerung ging u. a. die Unterschutzstellung Siesebys als erstes Flächendenkmal Schleswig-Holsteins im Jahre 2000 hervor;[4] bei der Diskussion um die Ortsentwässerung ging es um die Entscheidungen zwischen zentraler versus dezentraler Abwasserentsorgung und zwischen konventioneller Abwasserklärung und ökologischer Klärung mittels Sumpfbeet-Anlagen, einer Form der Pflanzenkläranlagen.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Durch einen mit einem blauen Wellenbalken belegten silbernen Wellenbalken von Rot und Blau gesenkt geteilt. Oben drei grannenlose goldene Ähren nebeneinander, unten drei silberne Heringe 2 : 1.“[5]

PartnergemeindeBearbeiten

Die Gemeinde Süderholz in Vorpommern ist Partnergemeinde von Thumby.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Thumby stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Gut BienebekBearbeiten

 
Herrenhaus Bienebek

Das an der Schlei gelegene Ensemble aus Herrenhaus und den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden steht unter Denkmalschutz. Es ist heute Sitz der Herzogin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

Gut GrünholzBearbeiten

Das Gut Grünholz (1438 erstmals erwähnt) ist Sitz des Prinzen Christoph zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, seit 1980 Chef des Hauses Schleswig-Holstein. Das Herrenhaus wurde 1749 erbaut. Die bei einem Großbrand im Jahr 1888 vernichteten Nebengebäude wurden anschließend wieder aufgebaut.

PersönlichkeitenBearbeiten

In Thumby geborenBearbeiten

Mit Thumby verbundenBearbeiten

  • Jurek Becker (1937–1997), der aus Lodz, Polen, stammende Schriftsteller starb 1997 in Sieseby und wurde hier beigesetzt

WeblinksBearbeiten

  Commons: Thumby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, Seite 197
  3. M. Mørk Hansen, C. L. Nielsen: Kirkelig Statistik over Slesvig Stift med historiske og topografiske bemærkninger. Band 3, Kjøbenhavn 1864, S. 345
  4. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 2. November 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.amt-schlei-ostsee.de
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein