Hauptmenü öffnen
Marcussen & Søn
Rechtsform GmbH
Gründung 1806
Sitz Aabenraa, Dänemark
Branche Musikinstrumentenbau
Website www.marcussen-son.dk/

Marcussen & Søn ist ein dänisches Orgelbauunternehmen. Es ist auch unter dem Namen Marcussen oder vormals Marcussen & Reuter bekannt. Das Familienunternehmen wird seit 2002 in der siebten Generation von Claudia Zachariassen geleitet. Bis heute wurden über 1.100 Instrumente angefertigt, die auch in zahlreiche Länder (u. a. Deutschland, USA, Japan und Südafrika) exportiert wurden.

GeschichteBearbeiten

Marcussen & Søn wurde 1806 durch Jürgen Marcussen gegründet. 1811 verlieh ihm König Friedrich VI. die Konzession als Orgelbauer. 1826 nahm Marcussen seinen Gesellen und Freund Andreas Reuter, welcher der Erfinder der Stimmschlitze ist, als Teilhaber in die Firma auf. Sie firmierten nun unter Marcussen & Reuter. Seit 1830 hat die Firma ihren Sitz in der Stadt Aabenraa. Marcussens Sohn Jürgen Andreas Marcussen war ab 1848 an der Firma beteiligt. Die ersten Kirchenorgeln, die das Unternehmen herstellte, waren im barocken Stil. Ab Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dagegen mehr Wert auf technische Neuerungen gelegt, z. B. verbesserte Pneumatik und Elektrifizierung der Orgeln. Dies stellte sich jedoch schnell als Fehlentwicklung heraus. Unter der Leitung von Sybrand Zachariassen (1900–1960), der die Firma Anfang der 1920er übernahm, kehrte man bald zur mechanischen Orgel mit offener Intonation zurück. Damit setzte sich Marcussen & Søn als einer der ersten Orgelbaufirmen in Europa früh mit den Einflüssen der Orgelbewegung auseinander und erlangte so im Laufe des 20. Jahrhunderts internationales Ansehen. Neben dem Neubau von Instrumenten werden auch Orgelrestaurierungen vorgenommen (u. a. im Dom zu Roskilde).

Werkliste (Auswahl)Bearbeiten

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1819–1820 Sieseby Kirche Sieseby II/P 17 Transmissionen im Oberwerk und Pedal
1829 Christiansborg Schlosskirche III/P 38 2009 restauriert durch Marcussen & Søn
1845 Flintbek Flintbeker Kirche   I/P 10 Im Jahr 1972 unter Verwendung der alten Pfeifen durch die Firma Tolle und Neuthor aus Preetz umgebaut
1852 Kirchbarkau St. Katharinen (Kirchbarkau) II/P 18
1859 Grube / Holstein St.-Jürgen-Kirche   II/P 16 2007 restauriert von Orgelbau Neuthor, Kiel
1867 Ahrensbök Marienkirche   II/P 24
1868 Krusendorf Dreifaltigkeitskirche II/P 15
1873 Nübel Marienkirche   I/P 9
1874 Hattstedt St. Marien   II/P 14 1987 restauriert
1880 Rieseby St.-Petri-Kirche   II/P 15 1959 neobarock umgestaltet, 1976, 1992 und 2014 überholt
1890 Siebenbäumen St. Marien   II/P 12
1891 Galmsbüll St. Gallus I/P 10
1910 Uelvesbüll St. Nikolai I/P 10
1912 Hamburg St.-Michaelis-Kirche II/P 42 Eine der fünf Orgeln der Kirche: „Konzertorgel“ auf der Nordempore; in den 1950er Jahren durch die Orgelbauwerkstatt Walcker stark umgearbeitet, 2009/2010 durch Klais Orgelbau und Freiburger Orgelbau wieder auf den Originalzustand zurückgeführt. Vgl. Orgel
1940 Kopenhagen Grundtvigskirche III/P 37 Chororgel
1952 Varde Jacobikirche III/P 33 Gespielt von Marie-Claire Alain in ihrer ersten Aufnahme des gesamten Orgelwerkes von J.S.Bach. in 1959; sein Favorit unter den dänischen Orgeln dieser Zeit.
1953–1956 Aabenraa Nikolaikirche III/P 31 Vgl. Orgel
1956 Utrecht Nicolaïkerk III/P 33
1960 Stockholm Storkyrkan IV/P 53 Orgel
1962 Skagen Skagen Kirke III/P 31
1963 Schleswig St.-Petri-Dom III/P 51 Neubau hinter Prospekt von 1701
1963 Hamburg Kirche zu den Zwölf Aposteln II/P 18
1964 Moerdijk St. Stefanuskerk III/P 28
1965 Freiburg im Breisgau Freiburger Münster II/P 21 Eine von vier Orgeln des Freiburger Münsters: Langhausorgel (Schwalbennestorgel), einzeln und im Verbund vom Zentralspieltisch aus spielbar
1966 Strandby (Frederikshavn Kommune) Strandby Kirke II/P 10
1967 Helsinki Dom IV/P 57
1968 Seester
(Schleswig-Holstein)
St. Johannes II/P 18 Rein mechanisch, von den 18 Registern 1 Tremulant.

Zweiteilig aufgebaut, Organist sitzt zwischen den Teilen.

1968 Linz Mariä-Empfängnis-Dom IV/P 70
1970 Lübeck Lübecker Dom III/P 47
1973 Rotterdam Laurenskerk (Rotterdam) IV/P 85
1974 Frederikshavn Frederikshavn Kirke III/P 37
1977/2010 Meldorf Sankt-Johannis-Kirche   III/P 43
1980 Hameln Münster St. Bonifatius III/P 28
1983 Büsum St.-Clemens-Kirche   II/P 26
1988 Mannheim Christuskirche   II/P 31
1996/2011 Birmingham Bridgewater Concert-Hall IV/P 76
1997 Meppen Gustav-Adolf-Kirche II/P 27
2000/2001 Wesel Willibrordi-Dom III/P 56
2010 Mosjøen Dolstad kirke II/P 29
2010 Hammerfest Hammerfest kirke II/P 30
2011 Asker Holmen kirke II/P 26
2011 Oppdal Oppdal kirke II/P 26
2015 Süderlügum Marien-Kirche II/P 21 Historische Rokoko-Prospektteile aus dem 18. Jahrhundert

LiteraturBearbeiten

  • Leopold Iwan Cirsovius: Lebensbild der Orgelbaumeister Marcussen & Sohn: nebst Verzeichnis der von 1848–91 gelieferten Orgeln a. der Zeit, b. der Grösse nach und Hauptbestimmungen, nach welchen alle gebaut, sowie Gutachten von Sachverständigen. Jensen, Kiel 1891 (Digitalisat bei HathiTrust), mit Opusliste 1–200.
Neuauflage: Reinhard Jaehn (Hrsg.): Orgel-Dispositionen aus Schleswig-Holstein. 194 Dispositionen und Beschreibungen, 1868–1895 (= Documenta Organologica). Merseburger, Berlin 1986, ISBN 978-3-87537-217-5, darin:
* Orgel-Dispositionen von Orgeln in Schleswig-Holstein. Kiel 1872
* Die jährliche Orgel-Umschau von L. I. Cirsovius, 1880–1894
* Lebensbild der Orgelbaumeister Marcussen und Sohn. Kiel 1891

WeblinksBearbeiten

  Commons: Marcussen & Søn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien