Marange-Silvange

französische Gemeinde

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Marange-Silvange
Marange-Silvange (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Metz
Kanton Rombas
Gemeindeverband Pays Orne Moselle
Koordinaten 49° 13′ N, 6° 6′ OKoordinaten: 49° 13′ N, 6° 6′ O
Höhe 168–377 m
Fläche 15,24 km²
Einwohner 6.458 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 424 Einw./km²
Postleitzahl 57535
INSEE-Code
Website Marange-Silvange

Schloss Marange

Marange-Silvange (deutsch Maringen-Silvingen) ist eine französische Gemeinde mit 6458 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Metz.

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde Marange-Silvange liegt in Lothringen, zwölf Kilometer nordwestlich von Metz. Marange, die größere der beiden Siedlungen, zieht sich an einem Hang über dem Tal des Bitteron, eines kleinen Nebenflusses der Mosel, entlang.

Durch den Süden des Gemeindegebietes führt die Autoroute A4 (Paris-Straßburg).

GeschichteBearbeiten

Marange wurde erstmals 971 als Madrengias erwähnt. Weitere Ortsbezeichnungen sind Mardenei (1128, 1137), Merdegney (15. Jh.) und Mardegni (1560).[1] Die Ortschaft gehörte früher zum Bistum Metz.[2] Das Schloss der Herren von Mardigny hatte im 15. Jahrhundert dem Domkapitel von Metz gehört und gelangte dann (1525) an Philippe de Raigecourt und andere Besitzer.[1]

Im Jahr 1636 ließ der Kommandant Rocquepine das Dorf mit 4000 Mann und einer Kanone angreifen und anzünden, nachdem die Bewohner sich in einem Haus und der Kirche verschanzt hatten.[2] Die Tempelherren sollen hier ein Haus gehabt haben.[2] 1659 wurde der Ort Frankreich einverleibt. Silvange kam 1766 zu Frankreich. Beide Gemeinden wurden 1809 zusammengeschlossen.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland und das Dorf wurde dem Landkreis Metz im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Obst- und Weinbau.[2]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt und stand unter deutscher Verwaltung.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Marange-Silvange von einem kleinen Bauerndorf zu einer Wohnsiedlung für die Beschäftigten der umliegenden Stahlwerke und Eisenhütten. Seit dem Niedergang der Montanindustrie in der gesamten Region pendeln viele Einwohner in die umliegenden Industriebetriebe zwischen Metz und Thionville (Diedenhofen) sowie ins nahe Luxemburg.

Marange-Silvange war namensgebender Hauptort (chef-lieu) des 2015 aufgelösten Kantons Marange-Silvange.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 4699 5033 6510 5538 5674 5402 5795 6458

SehenswürdigkeitenBearbeiten

TriviaBearbeiten

Nach dem Ortsteil Silvange ist eine Birnensorte benannt worden, die im Herbst reife Birne von Silvange (Winterdechantsbirne)[2][3]

StädtepartnerschaftBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Marange-Silvange, Landkreis Metz, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Marange-Silvange (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 268–269 (google.books.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 82 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 296–297 (books.google.de).

WeblinksBearbeiten

Commons: Marange-Silvange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 296–297 (books.google.de).
  2. a b c d e Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 268–269 (google.books.de).
  3. Carl Mathieu: Nomenclatur Pomologicus. Verzeichnis der in Handel und Kultur befindlichen Obst-Arten mit ihren Synonymen oder Doppelnamen. Paul Parey, Berlin 1889, S. 289 (books.google.de).