Longeville-lès-Metz

französische Gemeinde

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Longeville-lès-Metz
Longeville-lès-Metz (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Metz
Kanton Montigny-lès-Metz
Gemeindeverband Metz Métropole
Koordinaten 49° 7′ N, 6° 8′ OKoordinaten: 49° 7′ N, 6° 8′ O
Höhe 165–315 m
Fläche 2,71 km²
Einwohner 3.955 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 1.459 Einw./km²
Postleitzahl 57050
INSEE-Code
Kirche St. Quentin
Protestantische Kirche
Longeville, alter Ortskern westlich der Stadt Metz auf der linken Seite der Mosel, auf einem Plan der Umgebung von Metz um 1900

Longeville-lès-Metz [lɔ̃ʒˈvil lɛ mɛs] (deutsch Longeville bei Metz) ist eine französische Gemeinde mit 3955 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt in Lothringen, beiderseits der Mosel und grenzt unmittelbar südwestlich an Metz. Der alte Ortskern befindet sich links der Mosel, neuere Wohngebiete auf der rechten Moselseite, die zusammen mit anderen umliegenden Gemeinden und der Stadt Metz ein geschlossenes Siedlungsgebiet bilden. Der Haltepunkt Longeville-lès-Metz lag an der Bahnstrecke Conflans-Jarny–Metz.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wird schon 715 genannt; damals war Gorze hier begütert.[1] Spätere Ortsbezeichnungen sind Longevilla (910), Longeiville (930), Lagneivilla (936), Longavilla (955), Lungeville devant Mets (15. Jh.) und Longueville (17. Jh.).[2] Der Ortsname rührt von der ursprünglichen Siedlungsform des Dorfs her, das als Straßendorf von einem Kilometer Länge angelegt worden war. Die Ortschaft gehörte früher zum Bistum Metz.[1]

1552 wurde der Ort zusammen mit der Metzer Region von Frankreich besetzt und annektiert, das sich den Besitz im Westfälischen Frieden bestätigen ließ.

Während des Deutsch-Französischen Kriegs übernachtete hier Kaiser Napoleon III. vom 14. bis 15. August 1870 vor seiner Abreise von Metz beim Obersten Henaque.[1] Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Landkreis Metz im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben starken Weinbau (2300 Hektoliter jährlich) sowie Obst- und Gemüsebau.[1]

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs wurde der Ort im November 1918 von westalliierten Streitkräften eingenommen. Nach Kriegsende musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt und stand unter deutscher Verwaltung.

Von 1915 bis 1919 und noch einmal von 1940 bis 1944 trug der Ort den deutschen Namen Langenheim bei Metz.

DemographieBearbeiten

Nach dem Frankfurter Frieden stieg die Bevölkerungszahl von 774 (1890) auf 1921 (1900) und 2518 Einwohner (1910); etwa 40 Prozent davon waren Soldaten und Angestellte der deutschen Armee.

Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 4058 4379 4136 4078 4134 4012 3840 3955

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Kirche St. Quentin
  • Protestantische Kirche
  • Napoleon-Haus
  • Bismarckturm

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Longeville bei Metz, Landkreis Metz, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Longeville (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 268 (google.books.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 82 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 271–273 (books.google.de).

WeblinksBearbeiten

Commons: Longeville-lès-Metz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 268 (google.books.de).
  2. a b Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 271–273 (books.google.de).