Le Ban-Saint-Martin

französische Gemeinde

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Le Ban-Saint-Martin
Le Ban-Saint-Martin (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Metz
Kanton Montigny-lès-Metz
Gemeindeverband Metz Métropole
Koordinaten 49° 7′ N, 6° 9′ OKoordinaten: 49° 7′ N, 6° 9′ O
Höhe 165–310 m
Fläche 1,59 km²
Einwohner 4.517 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 2.841 Einw./km²
Postleitzahl 57050
INSEE-Code
Website ban-saint-martin.fr

Mont St-Quentin
Rathaus (Mairie)
Kirche St. Croix
Ban-St. Martin, westlich der Stadt Metz auf der linken Seite der Mosel, auf einem Plan der Umgebung von Metz um 1900

Le Ban-Saint-Martin (deutsch St. Martinsbann, früher Ban Sankt Martin) ist eine französische Gemeinde mit 4517 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen).

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt in Lothringen und grenzt im Norden und Osten an die Stadt Metz. Im Süden reicht das Gemeindegebiet bis an die Mosel.

GeschichteBearbeiten

Der Ort geht auf ein Benediktinerkloster aus dem 7. Jahrhundert zurück, das dem Heiligen Sankt Martin geweiht war, und wurde 613 erstmals erwähnt.[1] 870 wurde die Ortschaft Gerichtsort des Herzogtums Lothringen. Zusammen mit Metz wurde der Ort 1552 von Frankreich besetzt und annektiert.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Dorf 1871 an Deutschland zurück und wurde dem Landkreis Metz im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Einwohnerzahl stieg rasant von 385 (1871) auf 2500 Einwohner (1900), in der Mehrzahl zugezogene Deutsche. Die deutsche Militärverwaltung ließ hier mit der 67er Kaserne einen großen Kasernenkomplex erbauen, in dem heute Studenten- und Sozialwohnungen eingerichtet sind. Von 1914 bis 1918 trug die Ortschaft den deutschen Namen Sankt Martinsbann. Nach dem Ersten Weltkrieg musste sie aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde von der deutschen Zivilverwaltung ein Großteil der französischen Einwohner ausgesiedelt und die Ortschaft unter dem Namen Martinsbann nach Metz eingemeindet. Letztere Maßnahme wurde nach der Einnahme des Orts durch im Bündnis mit der Sowjetunion kämpfende westalliierte Streitkräfte Ende 1944 wieder rückgängig gemacht.

DemographieBearbeiten

Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten WeLtkriegs
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 2954 3624 3815 3733 4066 4293 4435 4517

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Theodor Berkelmann (1894–1943), deutscher NS-Politiker, SS-Obergruppenführer und General der Polizei
  • Hans Otto Glahn (1895–1979), deutscher Politiker (SPD) und Landrat des Landkreises Usingen
  • Yvette Pierpaoli (1938–1999), französische Flüchtlingshelferin
  • Die Brüder Georges (1937–2022), Jules (* 1941) und Victor Zvunka (* 1951), allesamt Profifußballspieler und -trainer in Frankreichs höchster Spielklasse

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ban Sankt Martin, Landkreis Metz, Elsaß-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Ban Sankt Martin (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 265–266 (books.google.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 81 (books.googl.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 708–711 (books.google.de).
  • Edmond Fridrici: Une Guerre au XVe Siècle. In: Jahr-Buch der Gesellschaft für Lothringische Geschichte und Altertumskunde, Erster Jahrgang 1888–89, G. Scriba, Metz 1889, S. 215–237 (books.google.de)

WeblinksBearbeiten

Commons: Le Ban-Saint-Martin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 708–711 (books.google.de).