Semécourt

französische Gemeinde im Département Moselle

Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata

Semécourt
Semécourt (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Metz
Kanton Le Sillon mosellan
Gemeindeverband Rives de Moselle
Koordinaten 49° 12′ N, 6° 8′ OKoordinaten: 49° 12′ N, 6° 8′ O
Höhe 167–266 m
Fläche 2,3 km²
Einwohner 1.021 (1. Januar 2020)
Bevölkerungsdichte 444 Einw./km²
Postleitzahl 57280
INSEE-Code
Website http://www.semecourt.fr

Semécourt ist eine französische Gemeinde mit 1021 Einwohnern (Stand 1. Januar 2020) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Metz.

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde Semécourt liegt neun Kilometer nördlich von Metz zwischen Moseltal und der Hügelkette Côtes de Moselle.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde nach einem Franken namens Sicmar benannt und liegt in der Nähe der historischen deutsch-französischen Sprachgrenze. Die Ortschaft gehörte früher zum Bistum Metz.[1] Ältere Ortsbezeichnungen sind unter anderem Sesmeringas (857), Semaricurt (875), Semeiricicurtis (960), Symecourt (962), Semeicort (1301) und Semicuria (1544).[2]

Das Gemeindewappen zeigt die Insignien der Abtei Sainte-Glossinde in Metz, der die Herrschaft über Semécourt gehörte.[3]

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Landkreis Metz im Bezirk Lothringen zugeordnet.[1]

Nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde ab dem 1. Juli 1915 Deutsch alleinige Amtssprache (in der Schule von Semécourt sprachen zu diesem Zeitpunkt 51 % aller Kinder nur französisch). Am 2. September 1915 wurde durch kaiserlichen Erlass die Umbenennung aller französischsprachigen Gemeinden im Reichsland Elsaß-Lothringen durch deutsch klingende Namen angeordnet. Am 7. Oktober 1915 wurde Semécourt in Sigmarshofen umbenannt.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden und wurde Teil des Département Moselle.

Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt. Ein Großteil der französischsprachigen Einwohner des Dorfes wurde evakuiert. Im November 1944 wurde der Ort von den Westalliierten eingenommen und dabei zerstört.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 415 509 590 733 835 874 833 1021

Literatur aus der KaiserzeitBearbeiten

  • Semécourt, Landkreis Metz, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Semécourt (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 277 (google.books.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 86 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 925 (books.google.de).

BelegeBearbeiten

  1. a b Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 277 (google.books.de).
  2. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 925 (books.google.de).
  3. Wappenbeschreibung auf genealogie-lorraine.fr (französisch)

WeblinksBearbeiten

Commons: Semécourt – Sammlung von Bildern