Raville

französische Gemeinde

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Raville
Raville (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Metz
Kanton Le Pays messin
Gemeindeverband Haut Chemin-Pays de Pange
Koordinaten 49° 6′ N, 6° 29′ OKoordinaten: 49° 6′ N, 6° 29′ O
Höhe 215–310 m
Fläche 7,10 km²
Einwohner 256 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 36 Einw./km²
Postleitzahl 57530
INSEE-Code
Bartholomäuskirche

Raville (deutsch Rollingen) ist eine französische Gemeinde mit 256 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Metz.

GeographieBearbeiten

Raville liegt in Lothringen an der Deutschen Nied (Nied Allemande), zwischen Metz und Saint-Avold (Sankt Avold), zehn Kilometer östlich von Pange.

GeschichteBearbeiten

Der Ort gehörte früher zum deutschen Reich und war ein luxemburgisches Lehen, das die luxemburgische Familie Rollingen als Teil ihrer Herrschaft besaß. 1164 verpfändete Graf Heinrich von Luxemburg die Herrschaft Rollingen an den Metzer Bischof Dietrich III. von Bar,[1] der ein Interesse daran hatte, hier fremden Scharen die Straßennutzung zu verwehren.[2] 1208 wurde die Herrschaft wieder der Familie Rollingen zu Lehen gegeben; sie bestand ursprünglich aus 25 Dörfern und einem Weiler, blieb aber nicht ungeteilt.[1] Es fanden auch Wechsel der Besitzerfamilien statt. 1623 kommt ein Peter Ernst Freiherr zu Rolling vor, der im selben Jahr verstarb.[2][3] 1769 wurde die Herrschaft von der Kaiserin Maria Theresia im Tausch gegen andere Güter abgetreten.[2]

Die Familie der Herren von Rollingen aus dieser Exklave zählte zu den wichtigsten Familien Luxemburgs. Ihre Burg wurde während der Französischen Revolution zerstört.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Landkreis Metz im neu gebildeten Department Mosel, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreide- und Kartoffelbau. Am Ort gab es eine Mühle, zwei Bierbrauereien und einen Kalkofen.[2] Um 1890 wurde in 49 von 74 Haushaltungen nur französisch gesprochen.[4]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel blieb in seinen geographischen Ausmaßen erhalten, wurde jedoch in Département Moselle umbenannt.

Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt.

DemographieBearbeiten

Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten WeLtkriegs
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2018
Einwohner 167 168 129 176 185 187 240 259

LiteraturBearbeiten

  • Rollingen, Landkreis Metz, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Rollingen (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 294 (google.books.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 95 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 878–879 (books-google.de).
  • Johann H. Albers: Die Kaiserliche Besitzung Urville in Lothringen. Ein Beitrag zur Geschichte des alten Niedgaus. G. Scriba, Metz 1894, insbesondere S. 16 ff. (books.google.de).
  • Maximilian F. A. Gritzner: Der Adel Deutsch-Lothringens, Nürnberg 1873, S. 12 (books.google.de).
  • Detlev Schwennicke (Hrsg.): Europäische Stammtafeln. Band VII, Tafeln 33 und 34. Verlag Stargardt, Marburg 1979.

WeblinksBearbeiten

Commons: Raville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Maximilian F. A. Gritzner: Der Adel Deutsch-Lothringens, Nürnberg 1873, S. 12 (books.google.de).
  2. a b c d Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 294 (google.books.de).
  3. Johann H. Albers: Die Kaiserliche Besitzung Urville in Lothringen. Ein Beitrag zur Geschichte des alten Niedgaus. G. Scriba, Metz 1894, S. 7 (books.google.de).
  4. Johann H. Albers: Die Kaiserliche Besitzung Urville in Lothringen. Ein Beitrag zur Geschichte des alten Niedgaus. G. Scriba, Metz 1894, insbesondere S. 8. (books.google.de).