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Olympische Winterspiele 1988/Ski Nordisch

XV. Olympischen Spielen 1988 in Calgary

Bei den XV. Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary fanden 13 Wettbewerbe im nordischen Skisport statt. Austragungsorte waren der Canada Olympic Park im Stadtzentrum sowie das Canmore Nordic Centre in Canmore.

Ski Nordisch bei den
XV. Olympischen Winterspielen
Olympic rings without rims.svg
Cross country skiing pictogram.svgSki jumping pictogram.svgNordic combined pictogram.svg
Information
Austragungsort KanadaKanada Calgary / Canmore
Wettkampfstätte Canada Olympic Park / Canmore Nordic Centre
Nationen 35
Athleten 306 (77 Frauen und 229 Männer)
Datum 14.–28. Februar 1988
Entscheidungen 13
Sarajevo 1984

Das Wettkampfprogramm erfuhr Erweiterungen und Veränderungen. Nachdem immer mehr Skilangläufer die Skating-Technik, die schnellere Zeiten ermöglichte als die klassische Technik, für eine gesamte Strecke anwendeten, schrieb die FIS bei den Großveranstaltungen vor, ob die jeweilige Disziplin in klassischem oder freiem Stil zu laufen sei. Für die kommenden Jahre standen noch weitere Veränderungen im Skilanglauf bevor. Bei den Skispringern sowie den Nordisch Kombinierten kam jeweils ein Teamwettbewerb hinzu, der in der Nordischen Kombination als Staffel und bei den Springern als zusätzliches Springen mit Mannschaftswertung durchgeführt wurde. Herausragend bei den Männern war Skispringer Matti Nykänen, der beide Einzelkonkurrenzen und mit seinem finnischen Team auch den Teamwettbewerb gewann. In den Langläufen der Frauen dominierten v. a. die Sportlerinnen aus der Sowjetunion, die außer der 5-km-Distanz alle anderen Disziplinen für sich entscheiden konnten.

BilanzBearbeiten

MedaillenspiegelBearbeiten

Platz Land       Gesamt
1 Sowjetunion  Sowjetunion 5 5 4 14
2 Finnland  Finnland 4 2 6
3 Schweden  Schweden 2 2
4 Schweiz  Schweiz 1 1 1 3
5 Deutschland BR  BR Deutschland 1 1
6 Norwegen  Norwegen 3 2 5
7 Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 1 2 3
8 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 1 1 2
Osterreich  Österreich 1 1 2
10 Italien  Italien 1 1

MedaillengewinnerBearbeiten

Langlauf Männer
Konkurrenz Gold Silber Bronze
15 km klassisch Sowjetunion  Michail Dewjatjarow Norwegen  Pål Gunnar Mikkelsplass Sowjetunion  Wladimir Smirnow
30 km klassisch Sowjetunion  Alexei Prokurorow Sowjetunion  Wladimir Smirnow Norwegen  Vegard Ulvang
50 km Freistil Schweden  Gunde Svan Italien  Maurilio De Zolt Schweiz  Andy Grünenfelder
4 × 10 km Staffel Schweden  Torgny Mogren,
Jan Ottosson,
Gunde Svan,
Thomas Wassberg
Sowjetunion  Michail Dewjatjarow,
Alexei Prokurorow,
Wladimir Sachnow,
Wladimir Smirnow
Tschechoslowakei  Pavel Benc,
Václav Korunka,
Radim Nyč,
Ladislav Švanda
Langlauf Frauen
Konkurrenz Gold Silber Bronze
5 km klassisch Finnland  Marjo Matikainen Sowjetunion  Tamara Tichonowa Sowjetunion  Vida Vencienė
10 km klassisch Sowjetunion  Vida Vencienė Sowjetunion  Raissa Smetanina Finnland  Marjo Matikainen
20 km Freistil Sowjetunion  Tamara Tichonowa Sowjetunion  Anfissa Reszowa Sowjetunion  Raissa Smetanina
4 × 5 km Staffel Sowjetunion  Nina Gawriljuk,
Swetlana Nageikina,
Anfissa Reszowa,
Tamara Tichonowa
Norwegen  Marianne Dahlmo,
Trude Dybendahl,
Anne Jahren,
Marit Mikkelsplass
Finnland  Marja-Liisa Kirvesniemi,
Pirkko Määttä,
Marjo Matikainen,
Jaana Savolainen
Skispringen
Konkurrenz Gold Silber Bronze
Normalschanze Finnland  Matti Nykänen Tschechoslowakei  Pavel Ploc Tschechoslowakei  Jiří Malec
Großschanze Finnland  Matti Nykänen Norwegen  Erik Johnsen Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Matjaž Debelak
Mannschaft Finnland  Ari-Pekka Nikkola,
Matti Nykänen,
Jari Puikkonen,
Tuomo Ylipulli
Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Matjaž Debelak,
Miran Tepeš,
Primož Ulaga,
Matjaž Zupan
Norwegen  Ole Christian Eidhammer,
Ole Gunnar Fidjestøl,
Erik Johnsen,
Jon Inge Kjørum
Nordische Kombination
Konkurrenz Gold Silber Bronze
Einzel Schweiz  Hippolyt Kempf Osterreich  Klaus Sulzenbacher Sowjetunion  Allar Levandi
Mannschaft Deutschland BR  Thomas Müller,
Hans-Peter Pohl,
Hubert Schwarz
Schweiz  Fredy Glanzmann,
Hippolyt Kempf,
Andreas Schaad
Osterreich  Hansjörg Aschenwald,
Günter Csar,
Klaus Sulzenbacher

Langlauf MännerBearbeiten

15 km klassischBearbeiten

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 Sowjetunion  URS Michail Dewjatjarow 41:18,9
2 Norwegen  NOR Pål Gunnar Mikkelsplass 41:33,4
3 Sowjetunion  URS Wladimir Smirnow 41:48,5
4 Norwegen  NOR Oddvar Brå 42:17,3
5 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Uwe Bellmann 42:17,8
6 Italien  ITA Maurilio De Zolt 42:31,2
7 Norwegen  NOR Vegard Ulvang 42:31,5
8 Finnland  FIN Harri Kirvesniemi 42:42,8
9 Italien  ITA Marco Albarello 42:48,6
10 Italien  ITA Giorgio Vanzetta 42:49,6
21 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Holger Bauroth 43:59,2
22 Schweiz  SUI Jürgen Capol 43:59,5
23 Deutschland BR  FRG Jochen Behle 43:59,7
27 Deutschland BR  FRG Walter Kuss 44:29,0
31 Osterreich  AUT Alois Schwarz 45:06,9
32 Osterreich  AUT André Blatter 45:15,2
35 Schweiz  SUI Andy Grünenfelder 45:35,5
36 Osterreich  AUT Alois Stadlober 45:38,5
42 Osterreich  AUT Johann Standmann 46:04,6
50 Liechtenstein  LIE Benjamin Eberle 46:49,3
51 Liechtenstein  LIE Patrick Hasler 47:07,3

Datum: 19. Februar 1988, 09:30 Uhr
Höhendifferenz: 150 m; Maximalanstieg: 104 m; Totalanstieg: 617 m
90 Teilnehmer aus 32 Ländern, davon 85 in der Wertung.

Das Rennen zählte auch zum Weltcup. Sieger Dewetjarow erklärte, dass der Einsatz der sowjetischen Läufer in zwei Weltcuprennen und das Training richtig getimt gewesen seien. Es waren in seiner Heimat Strecken mit ähnlichem Profil angelegt worden und er empfand den olympischen Wettkampf als leicht. Für die Schweizer war das Ergebnis das schlechteste seit Olympia 1980, als Franz Renggli Rang 27 belegt hatte.[1][2]

30 km klassischBearbeiten

Platz Land Sportler Zeit (h)
1 Sowjetunion  URS Alexei Prokurorow 1:24:26,3
2 Sowjetunion  URS Wladimir Smirnow 1:24:35,1
3 Norwegen  NOR Vegard Ulvang 1:25:11,6
4 Sowjetunion  URS Michail Dewjatjarow 1:25:31,3
5 Italien  ITA Giorgio Vanzetta 1:25:37,2
6 Norwegen  NOR Pål Gunnar Mikkelsplass 1:25:44,6
7 Italien  ITA Gianfranco Polvara 1:26:02,7
8 Italien  ITA Marco Albarello 1:26:09,1
9 Finnland  FIN Harri Kirvesniemi 1:26:59,6
10 Schweden  SWE Gunde Svan 1:27:30,8
13 Schweiz  SUI Giachem Guidon 1:28:25,9
15 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Uwe Bellmann 1:28:37,2
18 Osterreich  AUT Alois Schwarz 1:29:34,4
22 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Holger Bauroth 1:30:03,4
23 Deutschland BR  FRG Jochen Behle 1:30:08,3
26 Schweiz  SUI Jeremias Wigger 1:30:47,2
30 Schweiz  SUI Jürg Capol 1:31:36,1
33 Osterreich  AUT Alois Stadlober 1:32:00,0
40 Deutschland BR  FRG Stefan Dotzler 1:33:06,1
44 Osterreich  AUT Johann Standmann 1:34:24,8
47 Liechtenstein  LIE Benjamin Eberle 1:34:53,8
58 Liechtenstein  LIE Konstantin Ritter 1:37:47,6
74 Liechtenstein  LIE Patrick Hasler 1:43:26,7

Datum: 15. Februar 1988, 09:50 Uhr
Höhendifferenz: 112 m; Maximalanstieg: 62 m; Totalanstieg: 1194 m
90 Teilnehmer aus 32 Ländern, davon 87 in der Wertung.

Bis zur 20-km-Marke führte Smirnow, wobei bei der 10-km-Marke noch Ulvang vor Prokurorow auf Rang 2 platziert war. Andy Grünenfelder (SUI) gab nach 24 km wegen falscher Wachswahl auf. Rang 18 für Alois Schwarz war die beste je von einem Österreicher in dieser Disziplin erzielte Platzierung. Er sagte, er habe sich seine Kräfte gut eingeteilt, konnte im Finish zusetzen und hatte gut präparierte Skier.[3][4]

50 km FreistilBearbeiten

Platz Land Sportler Zeit (h)
1 Schweden  SWE Gunde Svan 2:04:30,9
2 Italien  ITA Maurilio De Zolt 2:05:36,4
3 Schweiz  SUI Andy Grünenfelder 2:06:01,9
4 Norwegen  NOR Vegard Ulvang 2:06:32,3
5 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Holger Bauroth 2:07:02,4
6 Schweden  SWE Jan Ottosson 2:07:34,8
7 Finnland  FIN Kari Ristanen 2:08:08,1
8 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Uwe Bellmann 2:08:18,6
9 Norwegen  NOR Pål Gunnar Mikkelsplass 2:08:20,0
10 Italien  ITA Gianfranco Polvara 2:08:40,3
13 Schweiz  SUI Giachem Guidon 2:09:02,3
14 Schweiz  SUI Jeremias Wigger 2:09:05,4
19 Osterreich  AUT André Blatter 2:10:43,4
33 Deutschland BR  FRG Herbert Fritzenwenger 2:13:27,6
34 Deutschland BR  FRG Georg Fischer 2:13:31,3
35 Schweiz  SUI Markus Fähndrich 2:13:33,2
36 Osterreich  AUT Johann Standmann 2:13:39,3
41 Osterreich  AUT Alois Schwarz 2:17:03,5

Datum: 27. Februar 1988, 08:30 Uhr
Höhendifferenz: 130 m; Maximalanstieg: 56 m; Totalanstieg: 1794 m
74 Teilnehmer aus 25 Ländern, davon 61 in der Wertung.

Es war dies bis dato der schnellste Marathon aller Zeiten. Rang 3 für Grünenfelder war ein Meilenstein in der Geschichte des Schweizer Langlaufsports. Svan führte schon nach 15 km mit 41,1 sec. vor Bauroth und Grünenfelder, De Zolt war Achter. Nach Rennhälfte lag der Schwede vor Grünenfelder (+ 1:07,5) und De Zolt (+ 1.09,0), nach 40 war de Zolt bereits Zweiter (+ 1:27,9), Grünenfelder auf Rang drei (+ 1:43,3) und Bauroth auf Rang vier (+ 1:49,2). Doch der DDR-Läufer baute gegen Schluss hin ab, während der Schweizer zulegen konnte.[5]

Als großer Favorit in allen Langlaufwettbewerben der Männer galt der 26-jährige Schwede Gunde Svan, der bereits vier Jahre zuvor bei den Spielen in Sarajevo zweimal Gold und je einmal Silber und Bronze gewonnen hatte (zwischen 1985 und 1991 konnte er siebenmal WM-Gold erringen). Doch begannen die Spiele von Calgary für ihn sehr zäh: Einem zehnten Platz über 30 Kilometer folgte ein 13. Rang über die 15-km-Distanz. Nachdem er mit der schwedischen Mannschaft den Staffeltitel verteidigt hatte, gelang ihm am vorletzten Tag der Winterspiele über die Marathondistanz mit einer guten Minute Vorsprung vor dem Italiener Maurilio De Zolt doch noch das ersehnte Einzelgold, womit er mit der schwedischen Langlauf-Legende Sixten Jernberg gleichzog, der von 1956 bis 1964 ebenfalls viermal Gold erringen konnte.[6]

4 × 10 km StaffelBearbeiten

Platz Land Sportler Zeit (h)
1 Schweden  SWE Jan Ottosson
Thomas Wassberg
Gunde Svan
Torgny Mogren
1:43:58,6
2 Sowjetunion  URS Wladimir Smirnow
Wladimir Sachnow
Michail Dewjatjarow
Alexei Prokurorow
1:44:11,3
3 Tschechoslowakei  TCH Radim Nyč
Václav Korunka
Pavel Benc
Ladislav Švanda
1:45:22,7
4 Schweiz  SUI Andy Grünenfelder
Jürg Capol
Giachem Guidon
Jeremias Wigger
1:46:16,3
5 Italien  ITA Silvano Barco
Albert Walder
Giorgio Vanzetta
Maurilio De Zolt
1:46:16,7
6 Norwegen  NOR Pål Gunnar Mikkelsplass
Oddvar Brå
Vegard Ulvang
Terje Langli
1:46:48,7
7 Deutschland BR  FRG Georg Fischer
Walter Kuss
Jochen Behle
Herbert Fritzenwenger
1:48:05,0
8 Finnland  FIN Jari Laukkanen
Harri Kirvesniemi
Jari Räsänen
Kari Ristanen
1:48:24,0
10 Osterreich  AUT André Blatter
Alois Schwarz
Johann Standmann
Alois Stadlober
1:49:14,5

Datum: 22. Februar 1988, 09:30 Uhr
Höhenunterschied: 108 m; Maximalanstieg: 50 m; Totalanstieg: 440 m
16 Staffeln am Start, alle in der Wertung.

Für die Tschechoslowakei war der dritte Platz der größte Triumph seit Falun 1974 (50-km-Silber von Stanislav Henych), für die Schweiz war Platz 4 das beste Ergebnis seit Bronze 1972 in Sapporo. Sieger Schweden profitierte auch von den Stürzen von Dewjatjarow und Prokurorow. Italien konnte in die Medaillenentscheidung nie eingreifen, Norwegens Untergang begann mit dem Sturz von Startläufer Mikkelsplass und setzte sich durch eine schwache Leistung von Brå fort. Die Finnen hatten Probleme mit dem Freistil. Bei Österreich fehlte der erkrankte Markus Gandler (für ihn lief Standmann); zur Halbzeit übergab Schwarz mit 6,4 sec.Rückstand auf die Tschechoslowakei, doch die Staffel fiel auf Platz 10 zurück.[7][8][9]

Langlauf FrauenBearbeiten

5 km klassischBearbeiten

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 Finnland  FIN Marjo Matikainen 15:04,0
2 Sowjetunion  URS Tamara Tichonowa 15:05,3
3 Sowjetunion  URS Vida Vencienė 15:11,1
4 Norwegen  NOR Anne Jahren 15:12,6
5 Finnland  FIN Marja-Liisa Kirvesniemi 15:16,7
6 Norwegen  NOR Inger Helene Nybråten 15:17,7
7 Schweden  SWE Marie-Helene Westin 15:28,9
8 Sowjetunion  URS Swetlana Nageikina 15:29,9
9 Norwegen  NOR Marianne Dahlmo 15:30,4
10 Sowjetunion  URS Raissa Smetanina 15:35,9
13 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Simone Opitz 15:41,1
14 Schweiz  SUI Evi Kratzer 15:42,8
15 Schweiz  SUI Christina Gilli-Brügger 15:44,5
19 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Kerstin Moring 16:01,6
20 Osterreich  AUT Cornelia Sulzer 16:09,7
25 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Silke Braun 16:22,5
28 Deutschland BR  FRG Karin Jäger 16:28,0
34 Osterreich  AUT Maria Theurl 16:36,6
35 Schweiz  SUI Marianne Irniger 16:37,5
36 Osterreich  AUT Margot Kober 16:39,2
37 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Susann Kuhfittig 16:41,9
40 Schweiz  SUI Karin Thomas 17:04,1
43 Deutschland BR  FRG Stefanie Birkelbach 17:09,1
44 Deutschland BR  FRG Birgit Kohlrusch 17:10,3
45 Osterreich  AUT Hildegard Embacher 17:18,6
48 Deutschland BR  FRG Sonja Bilgeri 17:33,2

Datum: 17. Februar 1988, 09:45 Uhr
Höhenunterschied: 50 m; Maximalanstieg: 37 m; Totalanstieg: 223 m
55 Teilnehmerinnen aus 17 Ländern, davon 53 in der Wertung.

10 km klassischBearbeiten

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 Sowjetunion  URS Vida Vencienė 30:08,3
2 Sowjetunion  URS Raissa Smetanina 30:17,0
3 Finnland  FIN Marjo Matikainen 30:20,5
4 Sowjetunion  URS Swetlana Nageikina 30:08,3
5 Sowjetunion  URS Tamara Tichonowa 30:38,9
6 Norwegen  NOR Inger Helene Nybråten 30:51,7
7 Finnland  FIN Pirkko Määttä 30:52,4
8 Schweden  SWE Marie-Helene Westin 30:55,3
9 Finnland  FIN Marja-Liisa Kirvesniemi 30:57,0
10 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Simone Opitz 31:14,3
11 Schweiz  SUI Evi Kratzer 31:16,7
18 Schweiz  SUI Christina Gilli-Brügger 31:37,4
21 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Simone Greiner-Petter 31:53,0
23 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Susann Kuhfittig 32:01,5
24 Deutschland BR  FRG Karin Jäger 32:09,5
25 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Kerstin Moring 32:12,8
26 Osterreich  AUT Cornelia Sulzer 32:17,1
32 Schweiz  SUI Sandra Parpan 33:02,0
34 Osterreich  AUT Margot Kober 33:22,2
42 Osterreich  AUT Hildegard Embacher 34:53,2
43 Schweiz  SUI Marianne Irniger 34:58,3
44 Deutschland BR  FRG Sonja Bilgeri 35:07,0

Datum: 14. Februar 1988, 10:00 Uhr
Höhenunterschied: 112 m; Maximalanstieg: 62 m; Totalanstieg: 398 m
52 Teilnehmerinnen aus 17 Ländern, davon 51 in der Wertung. Aufgegeben: Maria Theurl (AUT).

Nach 4,6 km führte Smetanina vor Westin und Vencienė, während Matikainen auf Rang 11 lag. Nach 7,3 km hieß der Stand: Smetanina, Vencienė, Matikainen. Enttäuschend verlief das Rennen für die Norwegerinnen, die als zweitbeste Läuferin Brit Pettersen auf Rang 14 hatten.[10]

20 km FreistilBearbeiten

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 Sowjetunion  URS Tamara Tichonowa 55:53,6
2 Sowjetunion  URS Anfissa Reszowa 56:12,8
3 Sowjetunion  URS Raissa Smetanina 57:22,1
4 Schweiz  SUI Christina Gilli-Brügger 57:37,4
5 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Simone Opitz 57:54,3
6 Italien  ITA Manuela Di Centa 57:55,2
7 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Kerstin Moring 58:17,2
8 Norwegen  NOR Marianne Dahlmo 58:31,1
9 Schweden  SWE Anna-Lena Fritzon 58:37,4
10 Schweden  SWE Marie-Helene Westin 58:39,4
14 Schweiz  SUI Evi Kratzer 58:56,1
15 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Simone Greiner-Petter 59:01,2
16 Schweiz  SUI Karin Thomas 59:17,2
30 Schweiz  SUI Marianne Irniger 61:51,5
35 Deutschland BR  FRG Karin Jäger 62:24,6
37 Osterreich  AUT Cornelia Sulzer 63:01,2
38 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Susann Kuhfittig 63:05,8
41 Deutschland BR  FRG Birgit Kohlrusch 63:16,2
45 Deutschland BR  FRG Stefanie Birkelbach 64:40,5
50 Osterreich  AUT Hildegard Embacher 67:35,1

Datum: 25. Februar 1988, 09:30 Uhr
Höhenunterschied: 98 m; Maximalanstieg: 51 m; Totalanstieg: 738 m
55 Teilnehmerinnen aus 18 Ländern, davon 52 in der Wertung. Disqualifiziert: Nina Gawriljuk.

Zunächst war Gawriljuk an achter Stelle platziert, doch sie wurde wegen verbotener Werbung gleich im Anschluss an den Wettkampf disqualifiziert, weshalb alle Athletinnen von Rang 9 an um einen Platz nach vorn rückten.[11] Für Gilli-Brügger lagen Tichonowa und Reszowa außer Reichweite; das Duell mit Smetanina verlor sie, seit fünf Tagen von einer Erkältung geplagt, bei Kilometer 15. Finnlands Hoffnung Matikainen zerbrach an der geballten Übermacht der UdSSR.[12][13]

4 × 5 km StaffelBearbeiten

Platz Land Sportlerinnen Zeit
1 Sowjetunion  URS Swetlana Nageikina
Nina Gawriljuk
Tamara Tichonowa
Anfissa Reszowa
59:51,1
2 Norwegen  NOR Trude Dybendahl
Marit Wold
Anne Jahren
Marianne Dahlmo
1:01:33,0
3 Finnland  FIN Pirkko Määttä
Marja-Liisa Kirvesniemi
Marjo Matikainen
Jaana Savolainen
1:01:53,8
4 Schweiz  SUI Karin Thomas
Sandra Parpan
Evi Kratzer
Christina Gilli-Brügger
1:01:59,4
5 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Kerstin Moring
Simone Opitz
Silke Braun
Simone Greiner-Petter
1:02:19,9
6 Schweden  SWE Lis Frost
Anna-Lena Fritzon
Karin Lamberg-Skog
Marie-Helene Westin
1:02:24,9
7 Tschechoslowakei  TCH Ľubomíra Balážová
Věra Klimková
Ivana Rádlová
Alžbeta Havrančíková
1:03:37,1
8 Vereinigte Staaten  USA Dorcas Denhartog
Leslie Thompson
Nancy Fiddler
Leslie Krichko
1:04:08,8
11 Deutschland BR  FRG Stefanie Birkelbach
Karin Jäger
Birgit Kohlrusch
Sonja Bilgeri
1:05:48,6

Datum: 21. Februar 1988, 09:30 Uhr
Höhenunterschied: 98 m; Maximalanstieg: 50 m; Totalanstieg: 204 m
12 Staffeln am Start, alle in der Wertung.

Die Sowjetunion bewältigte das Rennen überlegen, obwohl mit Gawriljuk und Reszowa zwei Läuferinnen zum Zug kamen, die bislang in Canmore nicht eingesetzt worden waren. Die Siegerstaffel war sowohl nach 5 als auch 10 km voran, wobei anfangs die DDR mit 13,9 bzw. 35,8 sec. Rückstand auf Rang 2 lag. Der Vorsprung der UdSSR (1:41,9 min.) war der größte seit den Weltmeisterschaften 1966 in Oslo. Nach 5 km war die Schweiz auf Rang 3 vor Norwegen und Finnland, nach 10 km hatte Finnland vor Norwegen Rang 3 inne. Die finnische Schlussläuferin Savolainen kam zwar 1200 m vor dem Ziel zu Sturz, doch gelang es der Schweizerin Gilli-Brügger nicht mehr, ganz heranzukommen.[14]

SkispringenBearbeiten

NormalschanzeBearbeiten

Platz Land Sportler Weiten (m) Punkte
1 Finnland  FIN Matti Nykänen 89,5 / 89,5 229,1
2 Tschechoslowakei  TCH Pavel Ploc 84,5 / 87,0 212,1
3 Tschechoslowakei  TCH Jiří Malec 88,0 / 85,5 211,8
4 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  YUG Miran Tepeš 84,0 / 83,5 211,2
5 Tschechoslowakei  TCH Jiří Parma 83,5 / 82,5 203,8
6 Osterreich  AUT Heinz Kuttin 87,0 / 80,5 199,7
7 Finnland  FIN Jari Puikkonen 84,0 / 80,0 199,1
8 Schweden  SWE Staffan Tällberg 83,0 / 81,0 198,1
9 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Jens Weißflog 81,5 / 80,0 196,6
10 Polen  POL Piotr Fijas 84,5 / 80,0 195,4
12 Osterreich  AUT Andreas Felder 80,5 / 81,0 192,1
17 Schweiz  SUI Fabrice Piazzini 83,0 / 78,0 188,8
20 Osterreich  AUT Günther Stranner 83,5 / 78,0 186,6
21 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Remo Lederer 79,5 / 78,0 185,2
24 Osterreich  AUT Ernst Vettori 79,5 / 76,0 181,5
29 Deutschland BR  FRG Andreas Bauer 78,5 / 79,5 177,5
31 Deutschland BR  FRG Josef Heumann 77,0 / 80,0 176,4
37 Schweiz  SUI Gérard Balanche 78,0 / 78,0 173,8
47 Deutschland BR  FRG Thomas Klauser 80,5 / 71,0 165,1
48 Schweiz  SUI Christian Hauswirth 79,5 / 73,0 164,7
55 Deutschland BR  FRG Dieter Thoma 75,0 / 74,0 154,1
56 Schweiz  SUI Christoph Lehmann 74,0 / 73,0 150,9

Datum: 14. Februar, 13:30 Uhr (1. Durchgang) / 14:40 Uhr (2. Durchgang)
K-Punkt: 89 m
58 Teilnehmer aus 19 Ländern, alle in der Wertung.

Nykänen siegte wie erwartet, nachdem er schon das Training dominiert hatte. Er lag bereits nach dem 1. Durchgang vor Malec und Tepeš. Zwischen Nykänen und Rang 21 lagen lediglich 10 Punkte. Im 2. Durchgang wurde in umgekehrter Reihenfolge der Platzierung gesprungen, wobei Primož Ulaga noch von Rang 4 auf 30 zurückfiel. Als fraglich galten die Benotungen, weil es u. a. bei Nykänen Schwankungen zwischen 17,0 und 19,0 gab. Der 17-jährige Heinz Kuttin war mit Rang 6 der beste Skispringer des ÖSV-Teams; er war die Woche vor den Spielen nicht bei der „aktiven Erholung“ des Teams auf Jamaika dabei gewesen, sondern hatte, nachdem er bereits mit der Mannschaft Gold geholt hatte, am 7. Februar die Goldmedaille im Einzelbewerb bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Saalfelden errungen.[15][16][17]

Auf dem letzten Platz landete der in stets im Mittelpunkt stehende Michael Edwards, genannt „Eddie the Eagle“. Der Brite machte aufgrund seiner unausgereiften Technik von sich reden, die häufig zu gefährlichen Situationen führte. Später erhielt er deshalb keine Erlaubnis mehr für die Teilnahme an Sprungkonkurrenzen.[18]

GroßschanzeBearbeiten

Platz Land Sportler Weiten (m) Punkte
1 Finnland  FIN Matti Nykänen 118,5 / 107,0 224,0
2 Norwegen  NOR Erik Johnsen 114,5 / 102,0 207,9
3 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  YUG Matjaž Debelak 113,0 / 108,0 207,7
4 Deutschland BR  FRG Thomas Klauser 114,5 / 102,5 205,1
5 Tschechoslowakei  TCH Pavel Ploc 114,5 / 102,5 204,1
6 Osterreich  AUT Andreas Felder 113,5 / 103,0 203,9
7 Kanada  CAN Horst Bulau 112,5 / 099,5 197,6
8 Schweden  SWE Staffan Tällberg 110,0 / 102,0 196,6
9 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  YUG Matjaž Zupan 111,5 / 098,5 195,8
10 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  YUG Miran Tepeš 105,0 / 102,5 194,8
12 Osterreich  AUT Heinz Kuttin 112,0 / 098,5 193,5
20 Osterreich  AUT Günther Stranner 112,0 / 094,5 184,9
23 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Remo Lederer 105,5 / 097,0 181,8
25 Deutschland BR  FRG Peter Rohwein 106,0 / 096,0 177,6
27 Schweiz  SUI Christian Hauswirth 105,0 / 097,0 177,1
28 Osterreich  AUT Ernst Vettori 103,0 / 096,5 176,6
30 Schweiz  SUI Gérard Balanche 105,0 / 094,5 172,6
31 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Jens Weißflog 104,5 / 093,5 172,0
34 Deutschland BR  FRG Andreas Bauer 103,0 / 093,5 169,9
36 Deutschland BR  FRG Josef Heumann 102,0 / 095.0 167,1
43 Schweiz  SUI Fabrice Piazzini 105,0 / 099,0 156,9
44 Schweiz  SUI Christoph Lehmann 101,0 / 090,0 153,2

Datum: 23. Februar, 14:00 Uhr (1. Durchgang) / 15:20 Uhr (2. Durchgang)
K-Punkt: 114 m
55 Teilnehmer aus 18 Ländern, alle in der Wertung.

Das Springen war ursprünglich für den 20. Februar mit Start um 13:30 Uhr geplant, musste aber wegen starker Winde auf den 22. Februar und schließlich auf den 23. Februar verschoben werden.[19]

Die Skispringer hatten mit starken Winden und Nebel zu kämpfen, was die Wettbewerbe zu einem Glücksspiel werden ließ. Die beiden an einen kahlen Berghang gesetzten Sprungschanzen waren den Böen schutzlos ausgeliefert. Der überragenden Skispringer dieser Spiele war der Finne Matti Nykänen, der von der kleinen und großen Schanze sowie mit der Mannschaft Gold gewann. Nykänen war damit zusammen mit der niederländischen Eisschnellläuferin Yvonne van Gennip der erfolgreichste Teilnehmer der Wettbewerbe. Johnsons Silbermedaille war die erste Springermedaille für Norwegen seit 1968. Obwohl Johnson in der Addition um 4,5. m kürzer als Debelak sprang, kam er bei den Punkterichtern besser weg. Felder und Kuttin begingen im 2. Durchgang schwere Absprungfelder, wobei Vettori weder mit dem langen noch dem kürzeren Anlauf zurechtkam.[20][21]

Die größte Sympathie des Publikums galt wiederum dem Briten Eddie Edwards. Er war mehr komisches Talent als ernstzunehmender Sportler. Aufgrund seiner „Flugkünste“ wurde er scherzhaft „Eddie the Eagle“ genannt. Mit seinen 71 m im 1. Durchgang überbot er aber tatsächlich den bisherigen britischen Rekord von 68 Metern.[22]

MannschaftsspringenBearbeiten

Datum: 24. Februar 1988, 13:30 Uhr
Großschanze; K-Punkt: 114 m
11 Teams am Start, alle in der Wertung.

Der Wettbewerb war ursprünglich für den 17. Februar um 13.30 Uhr angesetzt, obwohl es ab 15. Februar wegen der ständigen Winde keine Trainings gegeben hatte (die Springer mussten nach jeweils sechs Stunden unverrichteter Dinge in ihre Unterkünfte zurückkehren). Der jugoslawische Springer Ulaga sprach davon, dass die Springer hier nur „Marionetten der Veranstalter“ seien.[21]

Es wurde jeweils der schlechteste Sprung eines Athleten pro Durchgang gestrichen. Große Favoriten waren Finnland und die Tschechoslowakei, um Bronze sollte sich ein Dreikampf zwischen Norwegen, Jugoslawien und Österreich entwickeln. Nykänen verlangte bereits vor dem ersten Sprung von der Jury, den Start um drei Luken nach unten zu verlegen; dies geschah dann vor dem zweiten Durchgang. Beim österreichischen Team überzeugten die jungen Springer, während die „Routiniers“ Vettori und Felder laut Trainer Paul Ganzenhuber „gänzlich ausgelassen“ hätten.[23][24][25][26]

Nordische KombinationBearbeiten

EinzelBearbeiten

Platz Land Sportler Punkte
Springen
Zeit (min)
1 Schweiz  SUI Hippolyt Kempf 217,9 0(3.) 39:27,5
2 Osterreich  AUT Klaus Sulzenbacher 228,5 0(1.) 39:46,5
3 Sowjetunion  URS Allar Levandi 216,6 0(4.) 40:31,8
4 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Uwe Prenzel 207,6 (13.) 40:38,2
5 Schweiz  SUI Andreas Schaad 207,2 (14.) 40:40,0
6 Norwegen  NOR Torbjørn Løkken 199,4 (19.) 40:53,0
7 Tschechoslowakei  TCH Miroslav Kopal 208,7 (12.) 41:00,0
8 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Marko Frank 209,4 (10.) 41:15,6
9 Deutschland Demokratische Republik 1949  GDR Thomas Prenzel 215,5 0(5.) 41:18,1
10 Sowjetunion  URS Wassili Sawin 203,7 (17.) 41:22,9
13 Deutschland BR  FRG Hubert Schwarz 219,2 0(2.) 42:35,8
22 Osterreich  AUT Klaus Ofner 208,9 (11.) 43:26,3
24 Osterreich  AUT Hansjörg Aschenwald 214,1 0(7.) 43:55,5
25 Deutschland BR  FRG Thomas Müller 190,4 (31.) 44:02,7
28 Deutschland BR  FRG Hans-Peter Pohl 204,3 (15.) 44:23,9
29 Deutschland BR  FRG Hermann Weinbuch 179,6 (39.) 44:26,4
34 Osterreich  AUT Günter Csar 196,2 (25.) 45:26,2
35 Osterreich  AUT Fredy Glanzmann 180,1 (37.) 45:38,8

Springen: 28. Februar 1988
Normalschanze; K-Punkt: 89 m

15 km Langlauf: 28. Februar 1988, 15:00 Uhr
Höhenunterschied: 93 m; Maximalanstieg: 43 m; Totalanstieg: 520 m
43 Teilnehmer aus 13 Ländern, davon 41 in der Wertung.

Die zeitliche Planung hatte ursprünglich zwei Tage vorgesehen, Springen 27. Februar und Laufen am 28. Februar. Wegen des Chinook-Sturmwinds war am ersten Wettkampftag jedoch kein Springen möglich. So musste der gesamte Wettbewerb am Tag darauf ausgetragen werden – und dies, obwohl beide Wettkampfstätten 120 km voneinander entfernt lagen.[27]

Bei diesem Wettkampf kam erstmals die Gundersen-Methode zur Anwendung, sodass der Erste der Langläufer, der ins Ziel kommt, auch der Sieger des Wettbewerbs ist. Die bundesdeutsche Mannschaft, die vier Tage zuvor noch den Titel im Teamwettbewerb errungen hatte, konnte keinen Sportler unter die besten zehn bringen. Als bester Westdeutscher wurde Hubert Schwarz 13. des Einzelwettbewerbs. Stattdessen konnte mit Hippolyt Kempf erstmals ein Schweizer die olympische Goldmedaille im Einzelwettbewerb gewinnen. Zuvor hatte lediglich Alois Kälin zwanzig Jahre zuvor in Grenoble als Zweiter olympisches Edelmetall für die Eidgenossen in dieser Disziplin errungen. Sulzenbacher war vor allem im Springen sehr stark, doch diesmal konnte er nur im ersten Durchgang mit einer Weite von 88.5 m überzeugen, sodass sein Vorsprung auf die Konkurrenz nicht groß genug war. Er führte 62 Sekunden vor Hubert Schwarz (der aber nur als guter Springer bekannt war), Kempf lag auf Rang 3 (70,7 s Rückstand). Nach 12 km überholte der Schweizer den Österreicher. Lewandi war mit 79,4 sec. Rückstand Vierter, aber sogar Løkken (obwohl bereits 3:14 zurück) wurde als Goldmedaillenanwärter gehandelt.[28][29]

MannschaftBearbeiten

Platz Land Sportler Punkte im
Springen
Zeit (h)
1 Deutschland BR  FRG Thomas Müller
Hans-Peter Pohl
Hubert Schwarz
629,8 (1.) 1:20:46,0
2 Schweiz  SUI Fredy Glanzmann
Hippolyt Kempf
Andreas Schaad
571,4 (6.) 1:20:49,4
3 Osterreich  AUT Hansjörg Aschenwald
Günter Csar
Klaus Sulzenbacher
626,6 (2.) 1:21:16,9
4 Norwegen  NOR Torbjørn Løkken
Hallstein Bøgseth
Trond Arne Bredesen
596,6 (3.) 1:21:34,4
5 Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR Thomas Prenzel
Marko Frank
Uwe Prenzel
571,6 (5.) 1:23:04,5
6 Tschechoslowakei  TCH Ladislav Patras
Jan Klimko
Miroslav Kopal
573,5 (4.) 1:23:44,1
7 Finnland  FIN Pasi Saapunki
Jouko Parviainen
Jukka Ylipulli
561,3 (7.) 1:25:39,3
8 Frankreich  FRA Jean Bohard
Xavier Girard
Fabrice Guy
541,0 (8.) 1:27:09,4

Springen: 23. Februar 1988, 13:30 Uhr
Normalschanze; K-Punkt: 89 m

3 × 10 km Staffel: 24. Februar 1988, 10:00 Uhr
Höhenunterschied: 93 m; Maximalanstieg: 43 m; Totalanstieg: 520 m
10 Teams am Start, alle in der Wertung.

Der Mannschaftswettbewerb in der Nordischen Kombination wurde in Calgary erstmals bei Olympischen Spielen ausgetragen. Die bundesdeutsche Mannschaft, die bereits im Jahr zuvor bei der Heim-WM in Oberstdorf gewonnen hatte, damals noch mit Hermann Weinbuch anstelle von Hubert Schwarz, konnte sich bei dieser Premiere knapp vor den Schweizern Olympiagold sichern. Die Schweiz lag nach dem Springen nur auf Rang 6 (Rückstand 4:52 min). Im Laufen ging Österreich sogar kurzfristig durch Startläufer Csar in Führung. Überraschend blieb Mitfavorit Norwegen ohne Medaille. Die Sowjetunion konnte nicht antreten, nachdem Allar Levandi ausgefallen war und ein Ersatzmann nicht nachnominiert werden konnte.[30]

LiteraturBearbeiten

  • Skilanglauf bei den Olympischen Winterspielen: Liste der Olympiasieger im Skilanglauf. Hrsg. Bucher Gruppe, Verlag General Books, 2010, 188 Seiten.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. «Die Probleme um die Staffel»: In: Sport Zürich, 22. Februar 1988, S. 11.
  2. «Olympia Total»: In: Sport Zürich, 22. Februar 1988, S. 15.
  3. «Alois Schwarz: "Hab' die Kraft gut eingeteilt"». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 17. Februar 1988, S. 22 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  4. «An der Wachswahl gescheitert» und «OLYMPIA TOTAL» sowie «Österreichische Fahnen schon wieder auf Halbmast»: In: Sport Zürich, 17. Februar 1988, S. 12, 13, 28.
  5. «Ein Meilenstein im Schweizer Langlauf» und «Andi Grünenfelder: Dies ist mein absolut größter Erfolg». In: Sport Zürich, 29. Februar 1988, S. 15.
  6. "Schwan" flog förmlich davon. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 29. Februar 1988, S. 19 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  7. Staffeltraum geplatzt. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 22. Februar 1988, S. 20 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  8. Mit Gandler hätten wir um Bronze mitgemischt. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 24. Februar 1988, S. 22 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  9. «Schweizer Medaillentraum knapp verfehlt» und «Mit Spezialvorbereitung». In: Sport Zürich, 24. Februar 1988, S. 8.
  10. «Matikainen durchbrach UdSSR-Phalanx» und «OLYMPIA TOTAL». In: Sport Zürich, 15. Februar 1988, S. 9 und 27.
  11. «Sowjet-Läuferin disqualifiziert». In: Sport Zürich, 26. Februar 1988, S. 23.
  12. «Eine Erkältung hinderte Gilli» und «OLYMPIA TOTAL». In: Sport Zürich, 26. Februar 1988, S. 15 und 16.
  13. UdSSR dominierte. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 26. Februar 1988, S. 29 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  14. «OLYMPIA TOTAL». In: Sport Zürich, 22. Februar 1988, S, 15.
  15. «Österreichische Fahnen schon wieder auf Halbmast». In: Sport Zürich, 17. Februar 1988, S. 28.
  16. Heinz Kuttins zweites Gold bestes Doping für Calgary! In: Arbeiter-Zeitung. Wien 8. Februar 1988, S. 18 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  17. «Matti Nykänen eine Klasse für sich». In: Sport Zürich, 15. Februar 1988, S. 10.
  18. Skispringer "Eddie the Eagle" erobert die Kinoleinwand, Video zu Michael Edwards auf n-tv.de, abgerufen am 26. April 2017
  19. «OLYMPIA-PROGRAMM». In: Sport Zürich, 12. Februar 1988, S. 23
  20. «Für Phänomen Nykänen gibt es keine Erklärung» und «OLYMPIA TOTAL». In: Sport Zürich, 26. Februar 1988, S. 10 und 15.
  21. a b "Halber Nykänen" hätte zur Medaille gereicht. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 26. Februar 1988, S. 30 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  22. Glosse: «I.ooo Geschichten». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. Februar 1988, S. 23 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  23. Kuttin und Felder fix. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 17. Februar 1988, S. 23 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  24. «Ständiger Wind als Spielverderber». In: Sport Zürich, 19. Februar 1988, S. 10.
  25. «Für Phänomen Nykänen gibt es keine Erklärung». In: Sport Zürich, 26. Februar 1988, S. 10.
  26. Finnlands Wunder flog allen davon. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 25. Februar 1988, S. 1 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  27. Sulzenbacher vergab größeren Vorsprung. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 29. Februar 1988, S. 15 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  28. Sulzenbacher machtlos gegen Sprinter Kempf. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 1. März 1988, S. 22 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  29. «Wir können auf Klaus stolz sein». In: Kleine Zeitung, 1. März 1988, S. 32/33.
  30. Sulzenbacher rettete Bronze. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 25. Februar 1988, S. 19 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).