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Kamerunische Fußballnationalmannschaft/Weltmeisterschaften

Republik Kamerun
République du Cameroun
Verbandslogo
WM-Rekordtorschütze: Roger Milla (5)
WM-Rekordspieler: François Omam-Biyik (11)
Rang: 33
Bilanz
23 WM-Spiele
4 Siege
7 Unentschieden
12 Niederlagen
18:43 Tore
Statistik
Erstes WM-Spiel
KamerunKamerun Kamerun 0:0 Peru PeruPeru
A Coruña (ESP); 15. Juni 1982
Höchste WM-Siege
KamerunKamerun Kamerun 1:0 Argentinien ArgentinienArgentinien
Mailand (ITA); 8. Juni 1990
KamerunKamerun Kamerun 2:1 Rumänien RumänienRumänien
Bari (ITA); 14. Juni 1990
KamerunKamerun Kamerun 2:1 n. V. Kolumbien KolumbienKolumbien
Neapel (ITA); 23. Juni 1990
KamerunKamerun Kamerun 1:0 Saudi-Arabien Saudi-ArabienSaudi-Arabien
Saitama (JPN); 6. Juni 2002
Höchste WM-Niederlage
KamerunKamerun Kamerun 1:6 Russland RusslandRussland
San Francisco (USA); 28. Juni 1994
Erfolge

Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 7 (Erste: 1982)
Beste Ergebnisse Viertelfinale 1990
Beste Platzierungen in den Austragungsländern der FIFA-Fußballweltmeisterschaften
Kamerunische-WM-Platzierungen.PNG
(Stand: Juli 2018)

Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der kamerunischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Kamerun konnte sich von den afrikanischen Mannschaften am häufigsten (7-mal) für die WM-Endrunde qualifizieren. Bei der ersten Teilnahme 1982 schied die Mannschaft ungeschlagen nach der Vorrunde aus. Bei der zweiten Teilnahme 1990 gelang im Eröffnungsspiel ein Sieg gegen Weltmeister Argentinien und als erste afrikanische Mannschaft wurde das Viertelfinale erreicht. Danach wurde die Vorrunde aber nicht mehr überstanden. In der ewigen WM-Tabelle belegt Kamerun den 33. Platz.

Inhaltsverzeichnis

ÜbersichtBearbeiten

 
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[1] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1930 Uruguay nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1934 Italien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1938 Frankreich nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1950 Brasilien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1954 Schweiz nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1958 Schweden nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1962 Chile nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied
1966 England zurückgezogen Alle 15 afrikanischen Mannschaften zogen sich aus der Qualifikation zurück, da die FIFA den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur einen Endrundenplatz zugestand.
1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Nigeria gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an Zaire gescheitert.
1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an der Republik Kongo gescheitert, die sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1982 Spanien Vorrunde Peru, Polen, Italien 17. Frankreich  Jean Vincent Nach 3 Unentschieden auf Grund der weniger erzielten Tore als Gruppendritter ausgeschieden.
1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation im Viertelfinale an Sambia gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1990 Italien Viertelfinale England 7. Sowjetunion  Waleri Kusmitsch Nepomnjaschtschi Sieg im Eröffnungsspiel gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien, Kamerun erreicht als 1. afrikanische Mannschaft das Viertelfinale einer WM, verliert dort aber nach 2:1-Führung mit 2:3 n. V. gegen England.
1994 USA Vorrunde Schweden, Brasilien, Russland 22. Frankreich  Henri Michel Nach einem Remis gegen den späteren Dritten Schweden, sowie Niederlagen gegen den späteren Weltmeister Brasilien und Russland als Gruppenletzter ausgeschieden.
1998 Frankreich Vorrunde Österreich, Italien, Chile 25. Frankreich  Claude Le Roy Nach 2 Remis gegen Österreich und Chile und einer Niederlage gegen Italien als Gruppenletzter ausgeschieden.
2002 Südkorea/Japan Vorrunde Irland, Saudi-Arabien, Deutschland 20. Deutschland  Winfried Schäfer Nach Remis gegen Irland, Sieg gegen Saudi-Arabien und Niederlage gegen den späteren Vizeweltmeister Deutschland als Gruppendritter ausgeschieden.
2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an der Elfenbeinküste gescheitert.
2010 Südafrika Vorrunde Japan, Dänemark, Niederlande 31. Frankreich  Paul Le Guen Ohne Punkte als Gruppenletzter ausgeschieden.
2014 Brasilien Vorrunde Mexiko, Kroatien, Brasilien 32. Deutschland  Volker Finke In der Gruppenphase der Endrunde schied Kamerun nach 3 Niederlagen aus.
2018 Russland nicht qualifiziert In der dritten Runde der CAF-Qualifikation an Nigeria gescheitert.
2022 Katar

Statistik (Angaben inkl. 2018: 21 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet)

  • Sportliche Qualifikation: 7× (33 % bzw. bei 54 % der Versuche)
  • Nicht teilgenommen (kein selbständiger Staat, kein FIFA-Mitglied): 7× (33 %; 1930 bis 1962)
  • Zurückgezogen: 1× (5 %; 1966)
  • Nicht qualifiziert: 6× (24 %; 1970, 1974, 1978, 1986, 2006 und 2018)
  • Vorrunde: 6× (39 %; 1982, 1994, 1998, 2002, 2010 und 2014)
  • Viertelfinale: 1× (5 %; 1990)

WM-TurniereBearbeiten

1930 bis 1962Bearbeiten

Kamerun war von 1919 bis 1960/61 Französisch-Britisches Mandatsgebiet. Die Fédération Camerounaise de Football wurde zwar bereits 1959 gegründet, aber erst 1964 in die FIFA aufgenommen. Daher konnten Kamerun an den ersten sieben Weltmeisterschaften nicht teilnehmen.

1966 in EnglandBearbeiten

Für die WM im "Mutterland des Fußballs" sollte Kamerun in der Qualifikations-Vorrunde gegen den Sudan antreten. Da aber den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur ein Platz bei der Endrunde zugestanden wurde, zogen alle 15 afrikanischen Mannschaften zurück. Auch Südkorea zog sich zurück. Letztendlich spielten nur Australien und Nordkorea die Qualifikation. Es fanden zwei Spiele in Phnom Penh statt; Nordkorea gewann beide Spiele und qualifizierte sich für die WM-Endrunde in England.

1970 in MexikoBearbeiten

Kamerun musste in der Qualifikation für die WM in Mexiko in der ersten Runde gegen Nigeria antreten. Am 7. Dezember 1968 bestritt die Mannschaft in Lagos ihr erstes WM-Qualifikationsspiel und erreichte ein 1:1. Das Rückspiel in Douala wurde aber mit 2:3 verloren, so dass Kamerun ausschied. Nigeria scheiterte dann in der dritten Runde an Marokko, das sich erstmals qualifizieren konnte.

1974 in DeutschlandBearbeiten

In der Qualifikation für die WM in der Bundesrepublik Deutschland erreichte Kamerun kampflos die zweite Runde, da Gabun in der ersten Runde verzichtete. In der zweiten Runde war Zaire der Gegner. Beide gewannen die Auswärtsspiele mit 1:0, so dass es in Kinshasa zu einem dritten Spiel kam. Dies gewann Zaire mit 2:0 und konnte sich anschließend als erste Subsahara-Mannschaft für die WM qualifizieren, dies blieb aber bis dato die einzige Teilnahme für Zaire bzw. die Demokratische Republik Kongo.

1978 in ArgentinienBearbeiten

In der Qualifikation zur WM in Argentinien konnte sich Kamerun in der ersten Runde nicht gegen die Republik Kongo durchzusetzen. Nachdem im Auswärtsspiel ein 2:2 erreicht wurde, verlor die Mannschaft ihr Heimspiel mit 1:2. Die Republik Kongo schied dann in der nächsten Runde gegen die Elfenbeinküste aus, die sich aber auch nicht qualifizieren konnte. Denn die Elfenbeinküste scheiterte in der dritten Runde gegen Nigeria. In der Endrunde der letzten Drei belegte Nigeria nur den dritten Platz hinter Gruppensieger und WM-Endrundenteilnehmer Tunesien und Ägypten.

1982 in SpanienBearbeiten

Für die WM in Spanien 1982 wurden den Afrikanern erstmals zwei Startplätze zuerkannt. In der Qualifikation setzten sich die Kameruner in der ersten Runde gegen Malawi mit 3:0 und 1:1 durch. In der zweiten Runde wurde Simbabwe mit 2:0 und 0:1 ausgeschaltet und in der dritten Runde Zaire mit 0:1 und 6:1. In der letzten Runde gelang dann durch zwei Siege (2:0 und 2:1) gegen Marokko die erstmalige Qualifikation für die WM-Endrunde und damit traten sie erstmals zu Spielen außerhalb Afrikas an.

In Spanien traf die Mannschaft in der ersten Finalrunde auf Peru, Polen und den späteren Weltmeister Italien. Alle Spiele endeten remis, zweimal 0:0 und 1:1 gegen Italien, wobei Grégoire Mbida eine Minute nach dem italienischen Führungstreffer den Ausgleich und damit das erste WM-Tor für Kamerun erzielte. Italien und Kamerun hatten damit beide 3:3 Punkte, aber Italien mit 2:2-Toren ein Tor mehr erzielt als Kamerun, war damit als Gruppenzweiter für die zweite Finalrunde qualifiziert und Kamerun ungeschlagen ausgeschieden. Die in der ersten Finalrunde schwach spielenden Italiener steigerten sich in der zweiten Finalrunde und wurden am Ende zum dritten Mal Weltmeister.

1986 in MexikoBearbeiten

In der Qualifikation zur zweiten WM in Mexiko erhielten die Kameruner, die 1984 zum ersten Mal die Afrikameisterschaft gewonnen hatten, in der ersten Runde ein Freilos, verloren aber in der zweiten Runde das erste Spiel gegen Sambia mit 1:4. Ein 1:1 im Heimspiel genügte dann nicht, um die dritte Runde zu erreichen, in der Sambia an Algerien scheiterte.

1990 in ItalienBearbeiten

Für die Qualifikation zur zweiten WM in Italien mussten die Kameruner erst in der zweiten Runde antreten, nachdem sie 1988 zum zweiten Mal die Afrikameisterschaft gewonnen hatten, und setzten sich gegen Nigeria, Angola und Gabun durch, wobei nur das Spiel in Nigeria verloren wurde. In der dritten Runde setzte sich Kamerun mit zwei Siegen (2:0 und 1:0) gegen Tunesien durch und konnte sich zum zweiten Mal für die WM qualifizieren.

Vor der Weltmeisterschaft 1990 wurde der 38-jährige Roger Milla gebeten, sein Land bei der WM in Italien zu vertreten. Milla hatte bereits 1982 an der WM teilgenommen und sich auf Réunion bereits zur Ruhe gesetzt.

In Italien traf Kamerun im Eröffnungsspiel auf Titelverteidiger Argentinien und gewann überraschend mit 1:0 durch ein Tor von François Omam-Biyik, womit gleichzeitig der erste WM-Sieg gelang. Dabei musste Kamerun nach Platzverweisen von André Kana-Biyik und Emile Mbouh am Ende die Führung mit neun Spielern verteidigen. Auch das zweite Gruppenspiel gegen Rumänien wurde gewonnen, wobei Roger Milla beim 2:1 beide Tore erzielte. Dabei zelebrierte er jedes Tor mit einem Tanz um die Eckfahne, was in den folgenden Jahren von vielen Torschützen kopiert wurde. Kamerun war damit vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert, so dass die erste Niederlage in einem WM-Spiel zwar mit 0:4 gegen die Sowjetunion deftig ausfiel, aber keine Wirkung mehr hatte. Da sich Argentinien und Rumänien im Parallelspiel mit 1:1 trennten, womit beide das Achtelfinale erreichten, war Kamerun Gruppensieger und die Sowjetunion schied als Gruppenletzter aus. Mit dem Sieg gegen Kamerun verabschiedete sich die Sowjetunion von der WM-Bühne.

Im Achtelfinale trafen die Kameruner auf Kolumbien. Da die ersten 90 Minuten torlos verliefen, kam es zur Verlängerung. In dieser erzielte Milla wieder zwei Tore, sodass der Gegentreffer durch die Kolumbianer verkraftet werden konnte. Damit stand erstmals eine afrikanische Mannschaft im WM-Viertelfinale, in dem Ex-Weltmeister England der Gegner war. Kamerun musste zwar in der ersten Halbzeit das 0:1 hinnehmen, konnte aber in der zweiten Halbzeit zunächst das Spiel drehen und mit 2:1 in Führung gehen. Sieben Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit gelang Gary Lineker durch einen Foulelfmeter der Ausgleich und auch in der Verlängerung konnte er einen Foulelfmeter verwandeln, wodurch die Engländer das Halbfinale erreichten, in dem sie im Elfmeterschießen am späteren Weltmeister Deutschland scheiterten. Mit insgesamt vier Toren war Roger Milla zusammen mit drei anderen Spielern drittbester Torschütze der WM.

1994 in den Vereinigten StaatenBearbeiten

Für die Qualifikation zur WM in den USA wurden die Ghanaer in eine Gruppe mit Swaziland, Zaire und Liberia gelost. Liberia zog aber nach zwei Spielen zurück, so dass das 0:0 gegen Liberia nicht gewertet wurde. Mit je zwei Siegen und zwei torlosen Remis setzte sich Kamerung als Gruppensieger durch und erreichte die zweite Runde. In dieser waren Simbabwe und Guinea die Gegner. Mit drei Siegen und einer Niederlage erreichte Kamerun den ersten Platz und qualifizierte sich für die WM.

Im ersten Gruppenspiel gegen den späteren Vierten Schweden gelang ein 2:2. Gegen den späteren Weltmeister Brasilien wurde dann mit 0:3 verloren und im letzten Spiel gegen Russland, das nach dem Zerfall der Sowjetunion deren Nachfolge angetreten hatte, wurde mit 1:6 verloren. Dabei gelang dem 42-jährigen Roger Milla das Tor zum zwischenzeitlichen 1:3. Er war damit bis 2014 der älteste Spieler, der bei einer WM-Endrunde zum Einsatz kam, ehe er bei der Weltmeisterschaft 2014 vom kolumbianischen Torhüter Faryd Mondragón (43) abgelöst wurde, und ist bis heute der älteste Torschütze bei einer WM. Aber als Gruppenletzter musste sich Kamerun von der WM verabschieden.

1998 in FrankreichBearbeiten

Die Qualifikation zur zweiten WM in Frankreich verlief erneut erfolgreich. In der ersten Runde hatte Kamerun zunächst ein Freilos und konnte sich in der zweiten Runde gegen Angola, Simbabwe und Togo durchsetzen, wobei kein Spiel verloren wurde, und zum vierten Mal die WM-Endrunde erreichen.

In Frankreich gelang im ersten Gruppenspiel ein 1:1 gegen Österreich. Gegen Vizeweltmeister Italien wurde dann mit 0:3 verloren. Mit einem 1:1 gegen Chile reichte es nur zum letzten Platz in der Gruppe, womit Kamerun ausschied.

2002 in Japan und SüdkoreaBearbeiten

In der Qualifikation für die erste WM in Asien setzten sich die Kameruner in der ersten Runde mit zwei 3:0-Siegen gegen Somalia durch. In der zweiten Runde waren dann wieder Angola sowie Sambia, wieder Togo und Libyen die Gegner. Mit nur einer Niederlage und einem Remis bei sechs Siegen setzten sich die Kameruner als Gruppensieger durch und konnten erneut zur WM fahren.

Hier trafen die vom Deutschen Winfried Schäfer trainierten Afrikaner, die im Januar zum vierten Mal die Afrikameisterschaft gewonnen hatten und sich daher Hoffnungen auf das Erreichen der K.-o.-Runde machten, im ersten Gruppenspiel auf Irland und erreichten ein 1:1. Im zweiten Spiel gegen Saudi-Arabien gelang ein 1:0, und damit der bis heute letzte Sieg in einem WM-Spiel. Mit einem Sieg gegen Deutschland im letzten Gruppenspiel hätte noch das Achtelfinale erreicht werden können. In einem überaus harten Spiel mit je sieben Gelben Karten und je einer Gelb-Roten Karte für beide Mannschaften verloren die Kameruner aber mit 0:2 und schieden als Gruppendritter aus.

2006 in DeutschlandBearbeiten

Für die zweite Weltmeisterschaft in Deutschland konnte sich Kamerun dann nicht qualifizieren. Nach einem Freilos in der ersten Runde musste die Mannschaft in der zweiten Runde der Elfenbeinküste, die sich damit erstmals für die WM qualifizierte, den Vortritt lassen. Nur Ägypten, Libyen, der Sudan und Benin konnten auf die Plätze verwiesen werden. Verpasst wurde die Qualifikation durch ein 1:1 im letzten Heimspiel gegen Ägypten, wodurch die Ivorer, die gleichzeitig im Sudan mit 3:1 gewannen, einen Punkt mehr auf dem Konto hatten.

2010 in SüdafrikaBearbeiten

 
Szene aus dem Spiel gegen die Niederlande (Freistoß für die Niederlande)
 
Szene aus dem Spiel gegen die Niederlande (Freistoß für Kamerun)

Die Qualifikation für die erste WM in Afrika wurde dann wieder erfolgreich abgeschlossen. In der zweiten Runde waren Kap Verde, Tansania und Mauritius die Gegner. Mit fünf Siegen und einem Remis setzte sich Kamerun souverän durch. In der dritten Runde waren dann Gabun, Togo und Marokko die Gegner. Zwar verlor Kamerun das erste Spiel in Togo, aber danach folgten vier Siege und ein Remis womit als Gruppensieger die WM erreicht wurde.

In Südafrika wurden sie in eine Gruppe mit Japan, Dänemark und der Niederlande gelost. Kamerun verlor alle drei Spiele, jeweils mit einem Tor Unterschied und schied als Gruppenletzter erneut in der Vorrunde aus worauf Trainer Paul Le Guen nach der WM zurücktrat.

2014 in BrasilienBearbeiten

 
Szene aus dem Spiel gegen Brasilien

Die Qualifikation für die zweite WM in Brasilien verlief erneut erfolgreich. In der Gruppenphase waren Libyen, die Demokratische Republik Kongo und Togo die Gegner. Mit vier Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage wurden die Entscheidungsspiele erreicht. Gegner war Tunesien und nach einem 0:0 im Auswärtsspiel reichte das 4:1 im Rückspiel, um zum siebten Mal die WM-Endrunde zu erreichen.

In Brasilien hatten es die seit Mai 2013 von Volker Finke trainierten Kameruner mit Mexiko, Kroatien und dem Gastgeber Brasilien zu tun. Im ersten Spiel gegen Mexiko verloren sie mit 0:1, gegen Kroatien gingen sie mit 0:4 unter und auch gegen Brasilien gab es mit dem 1:4 eine Niederlage, so dass Kamerun erneut als Gruppenletzter ausschied.

2018 in RusslandBearbeiten

In der Qualifikation musste die Mannschaft erst in der zweiten Runde eingreifen, die im November 2015 ausgetragen wurde. Kurz vor den ersten Spielen wurde Nationaltrainer Volker Finke entlassen, den Posten übernahm übergangsweise Alexandre Belinga. Unter ihm wurde der Niger, Sieger der Erstrundenbegegnung gegen Somalia, im Auswärtsspiel mit 3:0 bezwungen, so dass ein torloses Remis im Heimspiel reichte, um in die dritte Runde einzuziehen. Im Februar 2016 übernahm dann Hugo Broos das Amt des Nationaltrainers. Die dritte Runde startete im Oktober 2016 und endete im November 2017. Nachdem die Kameruner im Februar 2017 die Afrikameisterschaft gewonnen hatten, konnten sie in der WM-Qualifikation die Erwartungen nicht erfüllen und hatten bereits nach vier von sechs Spielen gegen Algerien und Sambia sowie Nigeria keine Chance mehr, sich für die Endrunde zu qualifizieren. Broos wurde als Konsequenz des Scheiterns Anfang Dezember 2017 entlassen.[2]

SpielerBearbeiten

Rangliste der kamerunischen WM-Spieler mit den meisten EinsätzenBearbeiten

01. François Omam-Biyik – 11 Einsätze bei 3 Turnieren
02. Roger Milla – 10 Einsätze bei 3 Turnieren
03. Rigobert Song – 9 Einsätze bei 4 Turnieren
04. Samuel Eto’o, Raymond Kalla, Louis Mfede, Thomas N’Kono und Stephen Tataw – 8 Einsätze bei 2, 3 (Kalla) bzw. 4 (Eto’o) Turnieren
09. Emmanuel Kunde, Jonathan Mensah – 7 Einsätze bei 2 Turnieren

Rangliste der kamerunischen WM-Spieler mit den meisten TorenBearbeiten

01. Roger Milla – 5 Tore
02. Samuel Eto’o – 3 Tore
03. Patrick Mboma und François Omam-Biyik – je 2 Tore

WM-KapitäneBearbeiten

Bei Weltmeisterschaften gesperrte SpielerBearbeiten

  • 1990: Benjamin Massing und André Kana-Biyik erhielten im Eröffnungsspiel gegen Argentinien die Rote Karte und waren für das zweite Gruppenspiel gesperrt. Im Achtelfinale erhielten André Kana-Biyik, Emile Mbouh, Victor Ndip und Jules Onana die zweite Gelbe Karte und waren für das Viertelfinale gesperrt. Im Viertelfinale erhielten Benjamin Massing, Roger Milla und Thomas N’Kono die zweite Gelbe Karte, die aber keinen weiteren Effekt hatte, da Kamerun ausschied.
  • 1994: Rigobert Song erhielt im zweiten Gruppenspiel die Rote Karte und war für das letzte Gruppenspiel gesperrt.
  • 1998: Raymond Kalla erhielt im zweiten Gruppenspiel die Rote Karte und war für das letzte Gruppenspiel gesperrt. In diesem erhielt Rigobert Song zunächst die zweite Gelbe Karte und dann ebenso wie Lauren die Rote Karte, die aber keinen weiteren Effekt hatten, da Kamerun ausschied.
  • 2002: Patrick Suffo erhielt im letzten Gruppenspiel die Gelb-Rote Karte, die aber keinen weiteren Effekt hatte, da Kamerun ausschied.
  • 2010: Stéphane Mbia und Nicolas N’Koulou erhielten im dritten Gruppenspiel gegen die Niederlande die zweite Gelbe Karte. Da Kamerun ausschied, hatten diese keinen Effekt.
  • 2014: Im zweiten Gruppenspiel gegen Kroatien erhielt Alex Song die Rote Karte und war für das letzte Spiel gegen Brasilien gesperrt.

Anteil der im Ausland spielenden Spieler im WM-KaderBearbeiten

Die Kameruner nominierten zunächst weniger als die Hälfte im Ausland spielende Spieler, 1990 und 1994 dann die Hälfte und ab 1998 die Mehrheit, wobei 2002 und 2010 keine mehr in Kamerun spielende Spieler im Kader standen und 2014 mit Ersatztorhüter Loïc Feudjou, der nicht zum Einsatz kam, und Cédric Djeugoué, der nur ein Spiel machte, nur zwei in Kamerun spielende Spieler im Kader standen.

Jahr (Spiele) Anzahl (Länder) Spieler (Einsätze)
1982 (3) 6 (1 in der Elfenbeinküste, 4 in Frankreich, 1 in den USA) Joseph-Antoine Bell (0); Ibrahim Aoudou (3), Paul Bahoken (1), Michel Kaham (3), Roger Milla (3); Jean-Pierre Tokoto (3)
1990 (5) 11 (10 in Frankreich, 1 in Spanien) Joseph-Antoine Bell (0), Eugène Ekéké (1), André Kana-Biyik (3), Cyrille Makanaky (5), Benjamin Massing (2), Emile M'Bouh (4), Roger Milla (5), François Omam-Biyik (5), Jean-Claude Pagal (3), Jacques Songo’o (0); Thomas N’Kono (5)
1994 (3) 11 (1 in Dänemark, 5 in Frankreich, 1 in Katar, 2 in Portugal, 1 in Saudi-Arabien, 1 in Spanien) Alphonse Tchami (1); Joseph-Antoine Bell (2), André Kana-Biyik (1), François Omam-Biyik (3), Georges Mouyémé (1), Jacques Songo'o (1); Emile M'Bouh (2); David Embé (3), Emmanuel Maboang (2); Thomas Libiih (3); Thomas N'Kono (0)
1998 (3) 18 (1 in Deutschland, 6 in Frankreich, 1 in Griechenland, 2 in Italien, 1 in Japan, 1 in Österreich, 1 in Portugal, 3 in Spanien, 1 in Südkorea, 1 in der Türkei) Alphonse Tchami (3); Didier Angibeaud (3), Joseph-Désiré Job (3), Marcel Mahouvé (1), Salomon Olembé (3), Augustine Simo (1), Rigobert Song (3); Raymond Kalla (2); François Omam-Biyik (3), Pierre Womé (3); Patrick M’Boma (3); Samuel Ipoua (2); Bassey William Andem (0); Lauren Etame (1), Samuel Eto’o (1), Jacques Songo’o (3); Michel Pensée (1); Alioum Boukar (0)
2002 (3) 23 (1 in Deutschland, 3 in England, 9 in Frankreich, 1 in Griechenland, 1 in Italien, 1 in Saudi-Arabien, 5 in Spanien, 2 in der Türkei) Rigobert Song (3); Lauren (3), Patrick M’Boma (3), Lucien Mettomo (0); Éric Djemba-Djemba (0), Marc-Vivien Foé (3), Joseph-Désiré Job (1), Carlos Kameni (0), Pius N’Diefi (1), Pierre Njanka (1), Salomon Olembé (3), Jacques Songo’o (0), Bill Tchato (3); Joël Epalle (1); Pierre Womé (3); Joseph N’Do (0); Samuel Eto’o (3), Raymond Kalla (3), Daniel Ngom Kome (2), Geremi Njitap (3), Patrick Suffo (2); Nicolas Alnoudji (0), Alioum Boukar (3),
2010 (3) 23 (4 in Deutschland, 3 in England, 8 in Frankreich, 1 in Italien, 1 in den Niederlanden, 3 in Spanien, 3 in der Türkei) Eric Maxim Choupo-Moting (2), Mohamadou Idrissou (3), Georges Mandjeck (0), Joel Matip (1); Benoît Assou-Ekotto (3), Sébastien Bassong (2), Alex Song (1); Vincent Aboubakar (2), Gaëtan Bong (1), Aurélien Chedjou (1), Stéphane Mbia (3), Guy N’Dy Assembé (0), Landry N’Guémo (1), Nicolas N’Koulou (3), Jean Makoun (3); Samuel Eto’o (3); Eyong Enoh (3); Achille Emana (2), Carlos Kameni (0), Pierre Webó (2); Souleymanou Hamidou (3), Geremi Njitap (3), Rigobert Song (1)
2014 (3) 21 (1 in Belgien, 2 in Deutschland, 2 in England, 7 in Frankreich, 3 in Spanien, 6 in der Türkei) Fabrice Olinga (0); Eric Maxim Choupo-Moting (3), Joel Matip (2); Benoît Assou-Ekotto (2), Samuel Eto’o (1); Vincent Aboubakar (2), Henri Bedimo (1), Jean Makoun (1), Benjamin Moukandjo (3), Landry N’Guémo (1), Nicolas N’Koulou (2), Edgar Salli (2); Stéphane Mbia (3), Allan Nyom (1), Alex Song (2); Aurélien Chedjou (2), Eyong Enoh (3), Charles Itandje (3), Sammy N’Djock (0), Dany Nounkeu (2), Pierre Webó (3)

SpieleBearbeiten

Die Kameruner bestritten bisher 23 WM-Spiele, davon wurden vier gewonnen, 12 verloren und sieben endeten remis. Zwei Spiele mussten verlängert werden, wovon je eins in der Verlängerung gewonnen und verloren wurde. Die Kameruner trafen einmal – im bisher letzten WM-Spiel – auf den Gastgeber, 1990 auf den Titelverteidiger sowie 1982 und 1994 auf den späteren Weltmeister und einmal auf einen Neuling (Russland), der aber die Nachfolgemannschaft einer anderen Mannschaften (Sowjetunion) war. Am häufigsten spielten die Kameruner gegen Brasilien und Italien: je zweimal. 16 Spiele waren die ersten Spiele gegen den jeweiligen Gegner.

Alle WM-Spiele
Nr. Datum Ergebnis Gegner Austragungsort Anlass Bemerkung
1 15.06.1982 0:0 Peru  Peru A Coruña (ESP) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Peru
Erstes Spiel gegen eine südamerikanische Mannschaft
Erstes Spiel außerhalb Afrikas
2 19.06.1982 0:0 Polen  Polen A Coruña (ESP) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Polen
Erstes von der FIFA anerkanntes Spiel gegen eine europäische Mannschaft
3 23.06.1982 1:1 Italien  Italien Vigo (ESP) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Italien
4 08.06.1990 1:0 Argentinien  Argentinien Mailand (ITA) * Vorrunde (Eröffnungsspiel) Erstes Spiel gegen Argentinien
Erster WM-Sieg sowie erstes Spiel und erster Sieg gegen einen amtierenden Weltmeister
5 14.06.1990 2:1 Rumänien  Rumänien Bari (ITA) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Rumänien
6 18.06.1990 0:4 Sowjetunion  Sowjetunion Bari (ITA) * Vorrunde Einziges Spiel gegen Sowjetunion
7 23.06.1990 2:1 n. V. Kolumbien  Kolumbien Neapel (ITA) * Achtelfinale Erstes Spiel gegen Kolumbien
8 01.07.1990 2:3 n. V. England  England Neapel (ITA) * Viertelfinale Erstes Spiel gegen England
9 19.06.1994 2:2 Schweden  Schweden Los Angeles (USA) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Schweden
10 24.06.1994 0:3 Brasilien  Brasilien San Francisco (USA) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Brasilien
11 28.06.1994 1:6 Russland  Russland San Francisco (USA) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Russland
12 11.06.1998 1:1 Osterreich  Österreich Toulouse (FRA) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Österreich
13 17.06.1998 0:3 Italien  Italien Montpellier (FRA) * Vorrunde
14 23.06.1998 1:1 Chile  Chile Nantes (FRA) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Chile
15 01.06.2002 1:1 Irland  Irland Niigata (JPN) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Irland
16 06.06.2002 1:0 Saudi-Arabien  Saudi-Arabien Saitama (JPN) * Vorrunde
17 11.06.2002 0:2 Deutschland  Deutschland Shizuoka (JPN) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Deutschland
18 14.06.2010 0:1 Japan  Japan Mangaung/Bloemfontein (ZAF) * Vorrunde
19 19.06.2010 1:2 Danemark  Dänemark Tshwane/Pretoria (ZAF) * Vorrunde
20 24.06.2010 1:2 Niederlande  Niederlande Kapstadt (ZAF) * Vorrunde 137. und letztes Länderspiel von Rigobert Song
118. und letztes Länderspiel von Geremi Njitap
21 13.06.2014 0:1 Mexiko  Mexiko Natal (BRA) * Vorrunde
22 18.06.2014 0:4 Kroatien  Kroatien Manaus (BRA) * Vorrunde Erstes Spiel gegen Kroatien
23 23.06.2014 1:4 Brasilien  Brasilien Brasília (BRA) A Vorrunde

Höchste Siege und NiederlagenBearbeiten

Die ersten drei WM-Siege Kameruns waren gleichzeitig die höchsten Siege gegen diese Mannschaften:

  • Argentinien  Argentinien: Vorrunde 1990 - 1:0 (einziger Sieg gegen Argentinien)
  • Kolumbien  Kolumbien: Achtelfinale 1990 - 2:1 n. V. (zudem ein 1:0 im Confed-Cup Halbfinale 2003)
  • Rumänien  Rumänien: Vorrunde 1990: 2:1 (einziges Spiel gegen Rumänien)

Kamerun kassierte seine höchsten Niederlagen gegen folgende Mannschaften bei WM-Turnieren:

  • Brasilien  Brasilien: Vorrunde 2014 - 1:4 (zudem ein 0:3 im WM-Spiel 1994)
  • Danemark  Dänemark: Vorrunde 2010 - 1:2 (zudem ein 1:2 in einem Freundschaftsspiel)
  • Italien  Italien: Vorrunde 1998 - 0:3 (einzige Niederlage gegen Italien)
  • Kroatien  Kroatien: Vorrunde 2014 - 0:4 (einziges Spiel gegen Kroatien)
  • Mexiko  Mexiko: Vorrunde 2014 - 0:1 (zudem ein 0:1 in einem Freundschaftsspiel)
  • Niederlande  Niederlande: Vorrunde 2010 - 1:2 (zudem ein 0:1 in einem Freundschaftsspiel)
  • Russland  Russland: Vorrunde 1994 - 1:6
  • Sowjetunion  Sowjetunion: Vorrunde 1990 - 0:4 (einziges Spiel gegen die Sowjetunion)

Rekorde und BesonderheitenBearbeiten

  • Der älteste Teilnehmer, der bei einer WM ein Tor schoss: Roger Milla im Alter von 42 Jahren und 39 Tagen bei der WM 1994

NegativrekordeBearbeiten

  • Der jüngste Teilnehmer, der bei einer WM des Feldes verwiesen wurde: Rigobert Song im Alter von 17 Jahren und 359 Tagen bei der WM 1994
  • Die meisten roten Karten: Rigobert Song sowie Zinédine Zidane (Frankreich) – je zweimal bei insgesamt 3 WM-Teilnahmen.
  • Die meisten gelben Karten gab es in den Spielen Kamerun gegen Deutschland – bei der WM 2002 (14 gelbe und 2 gelb-rote) sowie dem Spiel Portugal – Niederlande bei der WM 2006 (12 gelbe und 4 gelb-rote).
  • Die meisten Gegentore in einem Spiel durch einen Spieler: Oleg Salenko (Russland) – 5 Tore im Spiel gegen Kamerun, Endstand: 6:1 (1994).
  • Die meisten Gegentore bei einem Turnier: 1994 – Kamerun (11 in 3 Spielen) und Bulgarien (11 in 7 Spielen)
  • Die höchste Niederlage bei einem Turnier: 1994 Kamerun gegen Russland 1:6 in der Vorrunde
  • Schlechteste Mannschaft bei der WM 2014: von der FIFA auf Platz 32 eingestuft.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Einzelnachweise und FußnotenBearbeiten

  1. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2014 (PDF; 200 kB)
  2. spox.com: „Nach verpasster WM-Quali: Kamerun trennt sich von Nationaltrainer Broos“