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Tunesische Fußballnationalmannschaft/Weltmeisterschaften

Tunesische Republik
الجمهورية التونسية
al-Dschumhūriyya at-Tūnisiyya
Flag of Tunisia.svg
WM-Rekordtorschütze: Wahbi Khazri (2)
WM-Rekordspieler: Riadh Bouazizi
Kaies Ghodhbane (je 8)
Rang: 47
Bilanz
15 WM-Spiele
2 Siege
4 Unentschieden
9 Niederlagen
13:25 Tore
Statistik
Erstes WM-Spiel
TunesienTunesien Tunesien 3:1 Mexiko MexikoMexiko
Rosario (ARG); 2. Juni 1978
Höchster WM-Sieg
TunesienTunesien Tunesien 3:1 Mexiko MexikoMexiko
Rosario (ARG); 2. Juni 1978
Höchste WM-Niederlage
TunesienTunesien Tunesien 2:5 Belgien BelgienBelgien
Moskau (RUS); 23. Juni 2018
Erfolge

Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 5 (Erste: 1978)
Beste Ergebnisse Vorrunde: 1978, 1998, 2002, 2006, 2018
Beste Platzierungen in den Austragungsländern der FIFA-Fußballweltmeisterschaften
Tunesische-WM-Platzierungen.PNG
(Stand: 28. Juni 2018)

Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der tunesischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Tunesien nahm 2018 zum fünften Mal an einer Weltmeisterschaftsendrunde teil und überstand wie zuvor nicht die Vorrunde. In der ewigen Tabelle der WM-Endrundenteilnehmer belegt Tunesien nun den 47. Platz.

ÜbersichtBearbeiten

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[1] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1930 Uruguay nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1934 Italien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1938 Frankreich nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1950 Brasilien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1954 Schweiz nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat
1958 Schweden nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied
1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Vorrunde im Entscheidungsspiel nach Losentscheid an Marokko gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1966 England zurückgezogen Alle 15 afrikanischen Mannschaften zogen sich aus der Qualifikation zurück, da die FIFA den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur einen Endrundenplatz zugestand.
1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde wieder im Entscheidungsspiel nach Losentscheid an Marokko gescheitert.
1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an der Elfenbeinküste gescheitert, die sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1978 Argentinien Vorrunde Mexiko, Polen, Deutschland 13. Abdelmajid Chetali Nach einem Sieg gegen Mexiko, einer Niederlage gegen Polen und einem Remis gegen Titelverteidiger Deutschland als Gruppendritter ausgeschieden.
1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde nach Elfmeterschießen an Nigeria gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation im Finale der Staffel A an Algerien gescheitert.
1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. und letzten Runde an Kamerun gescheitert.
1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde wieder an Marokko gescheitert.
1998 Frankreich Vorrunde England, Kolumbien, Rumänien 26. Polen  Henryk Kasperczak Nach zwei Niederlagen und einem Remis gegen Gruppensieger Rumänien als Gruppenletzter ausgeschieden.
2002 Südkorea/Japan Vorrunde Russland, Belgien, Japan 29. Khemais Labidi/Ammar Souayah Nach zwei Niederlagen und einem Remis gegen Belgien als Gruppenletzter ausgeschieden.
2006 Deutschland Vorrunde Saudi-Arabien, Spanien, Ukraine 24. Frankreich  Roger Lemerre Nach einem Remis (gegen Saudi-Arabien) und zwei Niederlagen als Gruppendritter ausgeschieden.
2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde wieder an Nigeria gescheitert.
2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der letzten Runde an Kamerun gescheitert.
2018 Russland Vorrunde England
Belgien
Panama
24. Nabil Maaloul Nach Niederlagen in den ersten beiden Spielen hatte die Mannschaft schon vor dem letzten Spiel gegen Panama keine Chance mehr das Achtelfinale zu erreichen
2022 Katar

Statistik (Angaben inkl. 2018: 21 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet)

  • Nicht teilgenommen (kein selbstständiger Staat oder nicht anerkannt): 6× (29 %; 1930 bis 1958)
  • Zurückgezogen: 1× (5 %; 1966)
  • Nicht qualifiziert: 9× (43 %; 1962, 1970, 1974, 1982, 1986, 1990, 1994, 2010 und 2014)
  • Sportliche Qualifikation: 5× (24 % bzw. bei 36 % der Versuche)
    • Vorrunde: 5× (24 %; 1978, 1998, 2002, 2006 und 2018)

WM-TurniereBearbeiten

1930 bis 1954 und 1958Bearbeiten

Als französische Kolonie konnte Tunesien bei den ersten fünf Turnieren nicht teilnehmen. Die Fédération Tunisienne de Football wurde 1956 nach der Unabhängigkeit gegründet, aber erst 1960 in die FIFA aufgenommen. Daher konnte Tunesien auch 1958 noch nicht teilnehmen.

1962 in ChileBearbeiten

An der Qualifikation zur WM in Chile durfte Tunesien erstmals teilnehmen und am 30. Oktober 1960 fand in Casablanca das erste WM-Qualifikationsspiel der Tunesier und Marokkaner statt und Tunesien verlor gegen Marokko mit 1:2. Da das Rückspiel in Tunis 14 Tage später mit 2:1 gewonnen wurde, musste ein drittes Spiel stattfinden. Da dieses in Palermo 1:1 nach Verlängerung endete, kam es zum Losentscheid, durch den Marokko in die nächste Runde einzog und Tunesien ausschied. Marokko erreichte dann im weiteren Verlauf als Sieger der Afrika-Zone das Playoffspiel gegen Spanien und verlor beide Spiele (0:1 und 2:3), so dass kein afrikanischer Vertreter an der WM teilnehmen konnte.

1966 in EnglandBearbeiten

Für die WM im „Mutterland des Fußballs“ sollte Tunesien in der Qualifikations-Vorrunde gegen Algerien und Liberia antreten. Da aber den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur ein Platz bei der Endrunde zugestanden wurde, zogen alle 15 afrikanischen Mannschaften zurück. Aus der Asiengruppe zog sich Südkorea zurück, so dass allein Nordkorea und Australien den WM-Startplatz unter sich ausspielten, den Nordkorea schließlich errang.

1970 in MexikoBearbeiten

Für die erste WM in Mittelamerika musste Tunesien in der ersten Runde gegen Algerien antreten. Das erste WM-Qualifikationsspiel am 17. November 1968 in Algier wurde mit 2:1 gewonnen, so dass Tunesien ein 0:0 im Rückspiel in Tunis reichte, um die zweite Runde zu erreichen. In dieser scheiterte Tunesien dann wieder durch Losentscheid nach Entscheidungsspiel an Marokko, das damit die nächste Runde erreichte und sich dort als erste afrikanische Mannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg für eine WM-Endrunde qualifizieren konnte. Zuvor waren beide Heimspiele torlos geblieben und das Entscheidungsspiel in Marseille endete 2:2 nach Verlängerung.

1974 in DeutschlandBearbeiten

In der Qualifikation für die erste WM in Deutschland traf Tunesien in der ersten Runde auf die von Dettmar Cramer trainierten Ägypter. Nach einem 1:2 in Kairo wurde in Tunis mit 2:0 gewonnen, womit die zweite Runde gegen die Elfenbeinküste erreicht wurde, die erstmals an der Qualifikation teilnahm. In dieser langte es im Heimspiel nur zu einem 1:1, wogegen das Rückspiel mit 1:2 verloren wurde. Die Elfenbeinküste scheiterte dann in der dritten Runde an Marokko, das seinerseits in der vierten Runde die Qualifikation verpasste.

1978 in ArgentinienBearbeiten

Vier Jahre später glückte dann erstmals die Qualifikation. In der Qualifikation zur WM in Argentinien musste Tunesien wieder einmal in der ersten Runde gegen Marokko antreten. Da beide Spiele 1:1 endeten, musste das inzwischen eingeführte Elfmeterschießen entscheiden, das Tunesien mit 4:2 für sich entschied. In der zweiten Runde war der Nachbar Algerien der Gegner und nach einem 2:0 im Heimspiel reichte ein 1:1 in Algerien, um die dritte Runde zu erreichen. Hier traf die Mannschaft auf Guinea und verlor in Conakry mit 0:1. Durch ein 3:1 im Rückspiel gelang aber der Sprung in die vierte Runde. Dort setzten sich die Tunesier gegen Ägypten und Nigeria durch und konnten zur WM nach Argentinien fahren.

In Argentinien trafen die Tunesier in ihrem ersten WM-Spiel auf Mexiko. Nachdem sie 44 Minuten lang ein 0:0 gehalten hatten, gerieten sie kurz vor der Halbzeitpause durch einen Handelfmeter in Rückstand. Nach der Pause konnten sie aber das Spiel drehen und als erste afrikanische Mannschaft ein WM-Spiel gewinnen, wobei Ali Kaabi in der 55. Minute das erste WM-Tor für Tunesien erzielte. Im zweiten Spiel gegen den vorherigen WM-Dritten Polen verloren sie durch ein Tor des vorherigen WM-Torschützenkönigs Grzegorz Lato mit 0:1. Im letzten Gruppenspiel gegen Titelverteidiger Deutschland hätte Tunesien einen Sieg gebraucht, um die zweite Finalrunde zu erreichen, während den Deutschen ein Remis genügte, da sie gegen Mexiko mit 6:0 gewonnen hatten und sich torlos von Polen getrennt hatten. Mit einem erneuten torlosen Remis erreichten die Deutschen dann auch die zweite Runde,[2] zwar nur als Gruppenzweiter, aber dafür gingen sie wie 1974 Argentinien und Brasilien aus dem Weg. Tunesien verabschiedete sich dagegen für 20 Jahre von der WM-Bühne.

1982 in SpanienBearbeiten

Für die WM in Spanien wurde die Anzahl der Startplätze erhöht und den Afrikanern ein weiterer zugestanden. In der Qualifikation mussten die Tunesier in der ersten Runde gegen Nigeria antreten. Nachdem beide ihre Heimspiele gewonnen hatten, musste das Elfmeterschießen entscheiden. Dieses ging mit 4:3 zu Gunsten der Nigerianer aus. Damit war für Tunesien bereits nach zwei Spielen die Qualifikation beendet. Nigeria scheiterte dann in der letzten Runde an Algerien, das sich damit erstmals für die WM qualifizierte und dort Deutschland überraschend besiegte, aber nach dem Nichtangriffspakt von Gijón ausschied.

1986 in MexikoBearbeiten

In der Qualifikation zur zweiten WM in Mexiko mussten die Tunesier in der ersten Runde gegen Benin antreten und setzten sich mit 2:0 und 4:0 durch. In der zweiten Runde gegen Guinea wurde zwar in Guinea mit 0:1 verloren, durch ein 2:0 im Heimspiel aber die dritte Runde erreicht. Hier war wieder einmal Nigeria der Gegner. Nach einem 0:1 im Auswärtsspiel reichte wieder ein 2:0, um die letzte Runde zu erreichen, in der Algerien wartete. Durch zwei Niederlagen (1:4 und 0:3) wurde die Teilnahme an der WM verspielt. Beim WM-Turnier 1986 in Mexiko schied Algerien als Gruppenletzter in der Vorrunde aus.

1990 in ItalienBearbeiten

Die Qualifikation zur zweiten WM in Italien verlief wieder nicht erfolgreich. Zwar setzte sich Tunesien in der ersten Runde mit 5:0 und 0:3 gegen Guinea durch und überstand auch die zweite Runde gegen Sambia, Zaire und Marokko, in der dritten und letzten Runde wurden aber beide Spiele gegen Kamerun verloren (0:2 und 0:1). Kamerun drang dann bei der WM-Endrunde als erste afrikanische Mannschaft bis ins Viertelfinale vor und besiegte im Eröffnungsspiel überraschend Titelverteidiger Argentinien.

1994 in den Vereinigten StaatenBearbeiten

Die Qualifikation zur WM in den USA, für die die Afrikaner einen weiteren Startplatz erhielten, verlief ebenfalls nicht erfolgreich. Tunesien scheiterte in einer Gruppe mit Marokko, Äthiopien und Benin. Verpasst wurde der Sprung in die zweite Runde durch ein 0:0 am letzten Spieltag in Marokko, das sich in der zweiten Runde dann für die WM qualifizierte, dort aber ohne Punkt als Gruppenletzter in der Vorrunde ausschied.

1998 in FrankreichBearbeiten

Die Qualifikation zur zweiten WM in Frankreich verlief dann endlich besser. Den Afrikanern standen nun fünf Startplätze zu. Die erste Runde überstand Tunesien mit zwei Siegen (3:1 und 2:0) gegen Ruanda und setzte sich dann in der zweiten Runde gegen Ägypten, Liberia sowie Namibia durch. Dabei wurden nur in Ägypten die Punkte geteilt.

In Frankreich traf Tunesien im ersten Spiel auf England und verlor mit 0:2. Auch gegen Kolumbien wurde verloren (0:1), so dass bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen Rumänien das Aus feststand. Das 1:1 hatte daher nur noch statistischen Wert.

2002 in Japan und SüdkoreaBearbeiten

In der Qualifikation für die erste WM in Asien setzten sich die Tunesier in der ersten Runde mit 2:1 und 3:0 gegen Mauretanien durch. In der zweiten Runde waren dann die Elfenbeinküste, die Demokratische Republik Kongo, die Republik Kongo und Madagaskar die Gegner. Mit fünf Punkten Vorsprung vor der Elfenbeinküste setzte sich Tunesien durch und fuhr wieder zur WM.

In Japan verloren die Tunesier das erste Spiel gegen Russland mit 0:2. Gegen Belgien folgte ein 1:1, aber gegen Co-Gastgeber Japan wurde ebenfalls mit 0:2 verloren. Damit schied Tunesien als Gruppenletzter aus.

2006 in DeutschlandBearbeiten

 
Andrij Schewtschenko (Ukraine) erzielt mit einem Strafstoß das 1:0 gegen Tunesien

Erneut konnte sich Tunesien für die WM qualifizieren, die zum zweiten Mal an Deutschland ausgetragen wurde. Nach einem Freilos in der ersten Runde musste die Mannschaft in der zweiten Runde gegen Marokko, Guinea, Kenia, Botswana und Malawi antreten. Perfekt gemacht wurde die Qualifikation durch ein 2:2 im letzten Spiel gegen Marokko, wodurch Tunesien einen Punkt mehr auf dem Konto hatte.

In Deutschland traf Tunesien im ersten Gruppenspiel auf Saudi-Arabien und erreichte ein 2:2. Gegen Spanien und WM-Neuling Ukraine wurde dann aber verloren (1:3 und 0:1), womit sich Tunesien als Gruppendritter für 12 Jahre von der WM-Bühne verabschiedete.

2010 in SüdafrikaBearbeiten

Die Qualifikation für die erste WM in Afrika wurde dann wieder verpasst. In der zweiten Runde waren Burkina Faso, Burundi und die Seychellen die Gegner. Burkina Faso als Gruppensieger und Tunesien als einer der acht besten Gruppenzweiten qualifizierten sich für die dritte Runde. In dieser waren Nigeria, Mosambik und Kenia die Gegner. Nach drei Siegen und zwei Remis lag Tunesien vor dem letzten Spieltag vor Nigeria, benötigte in Mosambik aber einen Sieg, um die WM zu erreichen. Da Tunesien dort aber mit 0:1 verlor, während Nigeria in Kenia mit 3:2 gewann, wurde die WM verpasst.

2014 in BrasilienBearbeiten

Die Qualifikation für die zweite WM in Brasilien wurde dann ebenfalls verpasst. In der Gruppenphase waren Kap Verde, Sierra Leone und Äquatorialguinea die Gegner. Mit vier Siegen und zwei Remis wurden die Entscheidungsspiele der Gruppensieger erreicht. Bereits nach dem vorletzten Spieltag hatte sich Tunesien durch drei Siege und zwei Unentschieden sich sportlich für die Play-Offs der Gruppensieger qualifiziert. Doch dann wurden Kap Verde von der FIFA drei Punkte am grünen Tisch zugesprochen. Die 3:4-Niederlage gegen Äquatorialguinea wurde in einen 3:0-Sieg für Kap Verde umgewandelt[3]. Dadurch hatte Kap Verde wieder die Möglichkeit durch ein Sieg über Tunesien am letzten Spieltag die Tunesier vom ersten Tabellenplatz zu verdrängen. Kap Verde gelang tatsächlich ein Sieg über Tunesien, doch der 2:0-Sieg von Kap Verde wurde von der FIFA aber in einen 3:0-Sieg für Tunesien umgewandelt, da Kap Verde mit Fernando Varela einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte.[4] Gegner in den Entscheidungsspielen war Kamerun. Nach einem 0:0 im Heimspiel wurde das Rückspiel mit 1:4 verloren und damit die WM verpasst.

2018 in RusslandBearbeiten

Tunesien begann die Qualifikation unter Henryk Kasperczak, der Tunesien bereits von 1994 bis 1998 betreut und zur Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich geführt hatte, und musste erst in der zweiten Runde eingreifen, die im November 2015 ausgetragen wurde. Gegner war Mauretanien, Sieger in der ersten Runde gegen den Südsudan. Nach einem 2:1 in Mauretanien konnte das Rückspiel ebenfalls mit 2:1 gewonnen werden. Damit stand Tunesien in der dritten Runde, die zwischen Oktober 2016 und November 2017 ausgetragen wurde, und wo Guinea, die Demokratische Republik Kongo und Libyen die Gegner waren. Die ersten beiden Spiele wurden zwar gewonnen (2:0 gegen Guinea und 1:0 in Libyen), nachdem aber bei der Fußball-Afrikameisterschaft 2017 das Aus im Viertelfinale kam und im März zwei Freundschaftsspiele gegen Marokko und Afrikameister Kamerun mit 0:1 verloren wurden, wurde Kasperczak im April 2017 entlassen.[5] Ihn beerbte der ehemalige Nationalspieler Nabil Maaloul.[6] Es folgten ein 2:1-Heimsieg und ein Auswärtsremis gegen die Demokratische Republik Kongo (2:2 nach 0:2-Rückstand) sowie ein 4:1 in Guinea, wodurch ein torloses Remis im letzten Spiel gegen Libyen reichte um mit einem Punkt Vorsprung als Gruppensieger die WM-Endrunde zu erreichen.

Beim Endrundenturnier in Russland verlor Tunesien ebenso wie Panama seine beiden Auftaktspiele gegen England und Belgien, wobei gegen England erst in der Nachspielzeit verloren wurde. Damit war Tunesien ebenso wie Panama nach zwei Gruppenspielen ausgeschieden. Im letzten Gruppenspiel gegen Panama gelang noch ein 2:1-Sieg, durch den eine Serie von 13 Spielen ohne Sieg endete und sich die Mannschaft in der ewigen Rangliste um fünf Plätze verbesserte.

SpielerBearbeiten

Rangliste der tunesischen WM-Spieler mit den meisten EinsätzenBearbeiten

01. Riadh Bouazizi und Kaies Ghodhbane – 8 Einsätze bei 3 Turnieren
03. Hatem Trabelsi – 7 Einsätze bei 3 Turnieren
04. Zoubaier Baya, Ali Boumnijel, Radhi Jaïdi, Ziad Jaziri – 6 Einsätze bei 2 bzw. 3 (Boumnijel) Turnieren

Rangliste der tunesischen WM-Spieler mit den meisten TorenBearbeiten

1. Wahbi Khazri – 2 Tore
2. Elf Spieler mit je einem Tor

WM-KapitäneBearbeiten

Bei Weltmeisterschaften gesperrte SpielerBearbeiten

  • 1998: José Clayton erhielt im zweiten Gruppenspiel die zweite Gelbe Karte und war für das letzte Gruppenspiel gesperrt.
  • 2002: Hassen Gabsi erhielt im zweiten Gruppenspiel die zweite Gelbe Karte und war für das letzte Gruppenspiel gesperrt.
  • 2006: Ziad Jazir erhielt im letzten Gruppenspiel die Gelb-Rote Karte. Da Tunesien ausschied, hatte diese ebenso keinen weiteren Effekt auf das Turnier wie die zweiten Gelben Karten für Kapitän Riadh Bouazizi und Radhi Jaïdi.
  • 2018: Ferjani Sassi erhielt im letzten Gruppenspiel die zweite Gelbe Karte, die aber keine Wirkung hatte, da Tunesien ausschied.

Anteil der im Ausland spielenden Spieler im WM-KaderBearbeiten

Die Tunesier nominierten zunächst weniger als die Hälfte im Ausland spielende Spieler, 2006 dann die Mehrheit, wobei nur noch die 3 Torhüter und ein Feldspieler in Tunesien spielten.

Jahr (Spiele) Anzahl (Länder) Spieler (Einsätze)
1978 (3) 2 (1 in Belgien, 1 in Saudi-Arabien) Mokhtar Hasni (0); Témime Lahzami (3)
1998 (3) 4 (2 in Deutschland, 1 in Frankreich, 1 in Spanien) Zoubaier Baya (3), Mehdi Ben Slimane (3); Ali Boumnijel (0); Adel Sellimi (3)
2002 (3) 10 (1 in Deutschland, 2 in Frankreich, 4 in Italien, 1 in den Niederlanden, 2 in der Türkei) Adel Sellimi (2); Selim Benachour (3), Ali Boumnijel (3); Khaled Badra (3), Raouf Bouzaiene (3), Hassen Gabsi (2), Imed Mhadhebi (2); Hatem Trabelsi (3); Zoubaier Baya (3), Riadh Bouazizi (3)
2006 (3) 19 (2 in Deutschland, 2 in England, 7 in Frankreich, 1 in Italien, 1 in den Niederlanden, 1 in Norwegen, 1 in Schottland, 4 in der Türkei) Adel Chedli (3), Jawhar Mnari (3); Radhi Jaïdi (3), Mehdi Nafti (3); Chaouki Ben Saada (1), Haykel Gmamdia (1), Karim Haggui (3), David Jemmali (1), Francileudo dos Santos (1), Alaeddine Yahia (1), Ziad Jaziri (3); Karim Saidi (0); Hatem Trabelsi (3); Karim Essediri (1); Hamed Namouchi (1); Anis Ayari (2), Riadh Bouazizi (3), Kaies Ghodhbane (3), Sofiène Melliti (0)
2018 (3) 17 (2 in Ägypten, 1 in Belgien, 1 in England, 7 in Frankreich[7], 5 in Saudi-Arabien, 1 in der Türkei) Ali Maâloul (2), Nagguez Hamdi (2); Dylan Bronn (2); Yohan Benalouane (1); Oussama Haddai (1), Mouez Hassen (1), Seifeddine Khaoui (1), Wahbi Khazri (3), Ellyes Skhiri (2), Naïm Sliti (3), Bassem Srarfi (1); Mohamed Amine Ben Amor (1), Aymen Mathlouthi (1), Farouk Ben Mustapha (2), Ferjani Sassi (3), Fakhreddine Ben Youssef (3); Syam Ben Youssef (2)

SpieleBearbeiten

Die Tunesier bestritten bisher 15 WM-Spiele, davon wurde nur das erste und letzte gewonnen, neun verloren und vier endeten remis – bei den ersten vier Teilnahmen je eins. Die Tunesier trafen einmal auf den Gastgeber (2002), 1978 auf den Titelverteidiger, aber nie auf den späteren Weltmeister und bisher einmal auf einen Neuling (Ukraine). Acht Spiele waren die ersten Spiele gegen den jeweiligen Gegner. Nur gegen Belgien und England wurde bisher zweimal gespielt, alle anderen Spiele sind bisher einmalig. Wie 2018 traf Tunesien zuvor immer auf zwei europäische Mannschaften. Außer in Rosario spielte Tunesien in jeder Stadt nur einmal. Bei allen fünf WM-Endrundenturnieren, kam Tunesien nicht über die Vorrunde hinaus.

Alle WM-Spiele
Nr. Datum Ergebnis Gegner Austragungsort Anlass Bemerkung
1 02. Juni 1978 3:1 Mexiko  Mexiko * Rosario (ARG) 1. Finalrunde erstes Spiel gegen Mexiko
2 06. Juni 1978 0:1 Polen  Polen * Rosario (ARG) 1. Finalrunde
3 10. Juni 1978 0:0 Deutschland  Deutschland * Córdoba (ARG) 1. Finalrunde erstes Spiel gegen Deutschland
4 15. Juni 1998 0:2 England  England * Marseille (FRA) Vorrunde
5 22. Juni 1998 0:1 Kolumbien  Kolumbien * Montpellier (FRA) Vorrunde erstes Spiel gegen Kolumbien
6 26. Juni 1998 1:1 Rumänien  Rumänien * Saint-Denis (FRA) Vorrunde erstes Spiel gegen Rumänien
7 05. Juni 2002 0:2 Russland  Russland * Kōbe (JPN) Vorrunde erstes Spiel gegen Russland
8 10. Juni 2002 1:1 Belgien  Belgien * Ōita (JPN) Vorrunde
9 14. Juni 2002 0:2 Japan  Japan A Osaka (JPN) Vorrunde
10 14. Juni 2006 2:2 Saudi-Arabien  Saudi-Arabien * München (DEU) Vorrunde
11 19. Juni 2006 1:3 Spanien  Spanien * Stuttgart (DEU) Vorrunde erstes Spiel gegen Spanien
12 23. Juni 2006 0:1 Ukraine  Ukraine * Berlin (DEU) Vorrunde erstes Spiel gegen die Ukraine
13 18. Juni 2018 1:2 England  England * Wolgograd (RUS) Vorrunde
14 23. Juni 2018 2:5 Belgien  Belgien * Moskau (RUS) Vorrunde
15 28. Juni 2018 2:1 Panama  Panama * Saransk (RUS) Vorrunde erstes Spiel gegen Panama

Höchste Siege und NiederlagenBearbeiten

Die einzigen Siege Tunesiens sind gleichzeitig die höchsten Sieg gegen Mexiko und Panama.

Tunesien kassierte seine höchsten Niederlagen gegen folgende Mannschaften bei WM-Turnieren:

  • Belgien  Belgien : Vorrunde 2018 – 2:5
  • England  England : Vorrunde 1998 – 0:2 (erste Niederlage gegen England)
  • Japan  Japan: Vorrunde 2002 – 0:2
  • Kolumbien  Kolumbien: Vorrunde 1998 – 0:1 (einzige Niederlage gegen Kolumbien)
  • Russland  Russland}: Vorrunde 2002 – 0:2 (einziges Spiel gegen Russland, aber auch ein 0:3 gegen die UdSSR)
  • Spanien  Spanien: Vorrunde 2006 – 1:3
  • Ukraine  Ukraine: Vorrunde 2006 – 0:1 (einziges Spiel gegen die Ukraine)

BesonderheitenBearbeiten

  • Tunesien ist die einzige Mannschaft, die zweimal durch Losentscheide in der Qualifikation ausschied – beide Male gegen Marokko.
  • Erstes Elfmeterschießen in einem WM-Qualifikationsspiel: Tunesien – Marokko am 9. Januar 1977 in Tunis in der Qualifikation für die WM 1978

WeblinksBearbeiten

Einzelnachweise und FußnotenBearbeiten

  1. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930–2010 (PDF; 200 kB)
  2. dfb.de:„0:0 gegen Tunesien: Schön und die "Ohnmacht auf der Bank"“
  3. afrika-cup.de: WM-Quali: Vorschau 6. Spieltag
  4. kicker.de: „Kap Verde bestraft – Tunesien darf wieder hoffen“
  5. freiepresse.de: „Tunesien trennt sich von Nationaltrainer Kasperczak“
  6. fifa.com: Maaloul neuer Nationaltrainer Tunesiens
  7. Davon einer in der 2. Liga