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Marokkanische Fußballnationalmannschaft/Weltmeisterschaften

Marokko
المملكة المغربية
al-Mamlaka al-Maghribīya
Fédération Royale Marocaine de Football
WM-Rekordtorschütze: Salaheddine Bassir
Abdeljalil Hadda
Abderrazak Khairi (je 2)
WM-Rekordspieler: Mustapha Hadji (6)
Rang: 43
Bilanz
16 WM-Spiele
2 Siege
5 Unentschieden
9 Niederlagen
14:22 Tore
Statistik
Erstes WM-Spiel
MarokkoMarokko Marokko 1:2 BR Deutschland DeutschlandDeutschland
León (MEX); 3. Juni 1970
Höchster WM-Sieg
MarokkoMarokko Marokko 3:0 Schottland SchottlandSchottland
Saint-Étienne (FRA); 23. Juni 1998
Höchste WM-Niederlagen
MarokkoMarokko Marokko 0:3 Peru PeruPeru
León (MEX); 6. Juni 1970
MarokkoMarokko Marokko 0:3 Brasilien BrasilienBrasilien
Nantes (FRA); 16. Juni 1998
Erfolge

Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 5 (Erste: 1970)
Beste Ergebnisse Achtelfinale, 1986
Beste Platzierungen in den Austragungsländern der FIFA-Fußballweltmeisterschaften
Marokkanische-WM-Platzierungen.PNG
(Stand: 25. Juni 2018)

Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der marokkanischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften.

Marokko nahm 1970 als erste afrikanische Mannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg an einer Weltmeisterschaft teil und bestritt mit 111 Qualifikationsspielen die meisten aller afrikanischen Mannschaften.[1]

Inhaltsverzeichnis

ÜberblickBearbeiten

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[2] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1930 Uruguay nicht teilgenommen Kein unabhängiger Staat
1934 Italien nicht teilgenommen Kein unabhängiger Staat
1938 Frankreich nicht teilgenommen Kein unabhängiger Staat
1950 Brasilien nicht teilgenommen Kein unabhängiger Staat
1954 Schweiz nicht teilgenommen Kein unabhängiger Staat
1958 Schweden nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied
1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Play-offs Europa vs. Afrika an Spanien gescheitert.
1966 England zurückgezogen Alle 15 afrikanischen Mannschaften zogen sich aus der Qualifikation zurück, da die FIFA den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur einen Endrundenplatz zugestand.
1970 Mexiko Vorrunde Deutschland, Peru, Bulgarien 14. Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Blagoja Vidinić Als Gruppenletzter ausgeschieden
1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 4. Runde an Zaire gescheitert.
1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Tunesien gescheitert.
1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 4. Runde an Kamerun gescheitert.
1986 Mexiko Achtelfinale Deutschland 11. Brasilien  José Faria
1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde erneut an Tunesien gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte.
1994 USA Vorrunde Belgien, Saudi-Arabien, Niederlande 23. Abdellah Blinda Ohne Punktgewinn als Gruppenletzter ausgeschieden
1998 Frankreich Vorrunde Norwegen, Brasilien, Schottland 18. Frankreich  Henri Michel Nach einem Remis gegen Norwegen, einer Niederlage gegen Brasilien und einem Sieg gegen Schottland als Gruppendritter ausgeschieden.
2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde am Senegal gescheitert.
2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde erneut an Tunesien gescheitert.
2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde erneut an Kamerun gescheitert.
2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation konnte sich Marokko gegen die Elfenbeinküste, Gambia und Tansania nicht durchsetzen und hatte bereits nach fünf Spielen keine Chance mehr sich zu qualifizieren
2018 Russland Vorrunde Iran
Portugal
Spanien
27. Frankreich  Hervé Renard Nach 2 Niederlagen in den Gruppenspielen hatte Marokko keine Chance mehr das Achtelfinale zu erreichen
2022 Katar

Statistik (Angaben inkl. 2018: 21 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet)

  • Nicht teilgenommen (kein selbständiger Staat, kein FIFA-Mitglied): 6× (30 %; 1930 bis 1958)
  • Zurückgezogen: 1× (5 %, 1966)
  • Nicht qualifiziert: 9× (43 %; 1962, 1974, 1978, 1982, 1990, 2002, 2006, 2010 und 2014)
  • Sportliche Qualifikation: 5× (24 % bzw. bei 36 % der Versuche)
    • Vorrunde: 4× (19 %; 1970, 1994, 1998 und 2018)
    • Achtelfinale: 1× (5 %; 1986)

WM-TurniereBearbeiten

1930 bis 1958Bearbeiten

Marokko war von 1912 bis 1956 französisches Protektorat und konnte daher nicht an den ersten fünf Weltmeisterschaften teilnehmen. Die Fédération Royale Marocaine de Football wurde zwar bereits 1955 gegründet, aber erst 1960 in die FIFA aufgenommen. Daher konnte Marokko auch an der Weltmeisterschaft 1958 nicht teilnehmen. Mit Abderrahman Mahjoub stand aber 1954 ein in Marokko geborener Spieler im französischen WM-Kader und auch Just Fontaine, französischer Torschützenkönig der WM 1958 war in Marokko geboren worden.

1962 in ChileBearbeiten

An der Qualifikation zur WM in Chile durfte Marokko erstmals teilnehmen und am 30. Oktober 1960 fand in Casablanca das erste WM-Qualifikationsspiel der Marokkaner statt und wurde gegen Tunesien mit 2:1 gewonnen. Da das Rückspiel in Tunis 14 Tage später mit 1:2 verloren wurde, musste ein drittes Spiel stattfinden. Da dieses in Palermo 1:1 nach Verlängerung endete, kam es zum Losentscheid, durch den Marokko in die nächste Runde einzog. In dieser war Ghana der Gegner und nach einem 0:0 in Accra wurde das Rückspiel in Casablanca mit 1:0 gewonnen. Damit stand Marokko als Sieger der Afrika-Zone fest, musste aber noch gegen Spanien antreten und verlor beide Spiele (0:1 und 2:3), so dass kein afrikanischer Vertreter an der WM teilnehmen konnte.

1966 in EnglandBearbeiten

Für die WM im "Mutterland des Fußballs" sollte Marokko in der Qualifikations-Vorrunde gegen den Senegal und Mali antreten. Da aber den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur ein Platz bei der Endrunde zugestanden wurde, zogen alle 15 afrikanischen Mannschaften zurück.

1970 in MexikoBearbeiten

Für die WM in Mexiko wurde den Afrikanern dann erstmals ein direkter Startplatz zuerkannt. In der Qualifikation musste Marokko in der ersten Runde gegen den Senegal antreten. Nach einem 1:0 im Heimspiel wurde das Rückspiel mit 1:2 verloren. Da die Auswärtstorregel nicht galt, gab es ein drittes Spiel, das Marokko in Las Palmas mit 2:0 gewann. In der zweiten Runde war Tunesien der Gegner und wie acht Jahre zuvor gab es wieder drei Spiele, nur jeweils ohne Sieger (zweimal 0:0 und einmal 2:2 n. V.). Daher musste erneut das Los entscheiden und wieder hatte Marokko das Glück auf seiner Seite. In der letzten Runde waren dann Nigeria und der Sudan die Gegner und mit einem Punkt Vorsprung vor Nigeria qualifizierte sich Marokko erstmals für die WM.

In Mexiko traf Marokko in seinem ersten WM-Spiel auf Deutschland und konnte gegen den Favoriten durch ein Tor von Houmane Jarir in der 21. Minute in Führung gehen. Diese hielt auch bis in die zweite Hälfte, dann konnten aber Uwe Seeler und Gerd Müller das Spiel noch drehen, so dass Marokko mit 1:2 verlor. Auch im zweiten Spiel gegen Peru konnten die Nordafrikaner lange das 0:0 halten, erst in der 85. Minute gelang Teófilo Cubillas das 1:0 für die Südamerikaner, dem noch zwei Tore folgten. Im letzten Gruppenspiel gegen die ebenfalls bereits ausgeschiedenen Bulgaren erkämpfte dann Marokko mit einem 1:1 den ersten WM-Punkt und verabschiedete sich für 16 Jahre von der WM-Bühne.

1974 in DeutschlandBearbeiten

In der Qualifikation für die WM in der Bundesrepublik Deutschland erreichte Marokko durch ein 0:0 und ein 2:1 gegen den Senegal die zweite Runde. In der zweiten Runde war Guinea der Gegner und mit 1:1 und 2:0 wurde die dritte Runde erreicht. Mit 1:1 und 4:1 wurde hier die Elfenbeinküste ausgeschaltet und die vierte Runde erreicht. Hier waren Zaire und Sambia die Gegner. Nach einer 0:4-Niederlage in Sambia wurde zwar das Rückspiel mit 2:0 gewonnen, nach einer 0:3-Niederlage in Zaire trat Marokko aber zum Rückspiel nicht mehr an, so dass es für Zaire gewertet wurde, womit sich Zaire als erste Subsahara-Mannschaft für die WM qualifizieren konnte. Dies blieb aber bis dato die einzige Teilnahme für Zaire bzw. die Demokratische Republik Kongo.

1978 in ArgentinienBearbeiten

In der Qualifikation zur WM in Argentinien musste Marokko wieder einmal in der ersten Runde gegen Tunesien antreten. Da beide Spiele 1:1 endeten musste das inzwischen eingeführte Elfmeterschießen entscheiden, das Tunesien mit 4:2 für sich entschied und in der Folge die erste Qualifikation für die WM-Endrunde schaffte.

1982 in SpanienBearbeiten

Für die WM in Spanien 1982 wurden den Afrikanern erstmals zwei Startplätze zuerkannt. In der Qualifikation setzten sich die Marokkaner in der ersten Runde gegen den Senegal mit 1:0 und 0:0 durch. In der zweiten Runde wurde Sambia nach 2:0 und 0:2 durch den Sieg Elfmeterschießen (5:4) ausgeschaltet und in der dritten Runde Ägypten mit 1:0 und 0:0. In der letzten Runde verlor die Mannschaft dann aber beide Spiele gegen Kamerun (0:2 und 1:2) und verpasst damit die zweite Qualifikation für eine WM-Endrunde.

1986 in MexikoBearbeiten

 
Szene aus dem Achtelfinalspiel gegen Deutschland auf einer paraguayischen Briefmarke zur WM 1990

In der Qualifikation zur zweiten WM in Mexiko setzte sich Marokko in der ersten Runde mit 1:0 und 4:0 gegen Sierra Leone durch. In der zweiten Runde wurde Malawi mit 2:0 und 0:0 und in der dritten Runde Ägypten mit 0:0 und 2:0 ausgeschaltet. In der Finalrunde gewann die Mannschaft dann gegen Libyen im Heimspiel mit 3:0, so dass sie das 0:1 im Rückspiel verkraften konnte und Marokko wieder in Mexiko dabei war.

In Mexiko traf Marokko im ersten Gruppenspiel auf Polen und erkämpfte gegen den WM-Vierten von 1982 ein 0:0. Auch gegen England gelang im zweiten Gruppenspiel ein 0:0 und mit dem ersten WM-Sieg, einem 3:1 gegen Portugal, wurde Marokko überraschend als erste afrikanische Mannschaft Gruppensieger und stand im Achtelfinale gegen den Vizeweltmeister Deutschland. Auch gegen die favorisierten Deutschen hielt Marokko lange das 0:0. Erst in der 88. Minute gelang Lothar Matthäus durch einen direkt verwandelten Freistoß der Siegtreffer.[3] Marokko verabschiedete sich damit für acht Jahre von der WM-Bühne.

1990 in ItalienBearbeiten

Für die Qualifikation zur zweiten WM in Italien mussten die Marokkaner erst in der zweiten Runde antreten, belegten aber in einer Gruppe mit Tunesien, Sambia und Zaire nur den letzten Platz. Tunesien scheiterte dann in der dritten Runde an Kamerun, das bei der WM sogar bis ins Viertelfinale vordringen konnte und im Eröffnungsspiel Titelverteidiger Argentinien schlagen konnte.

1994 in den Vereinigten StaatenBearbeiten

Auch durch die Erfolge Marokkos und Kameruns bei den Weltmeisterschaften 1986 und 1990 erhielten die Afrikaner für die WM in den USA einen weiteren Startplatz. Für die Qualifikation wurde Marokko in eine Gruppe mit Tunesien, Äthiopien und Benin gelost. Marokko setzte sich ungeschlagen mit vier Siegen und zwei Remis durch und zog in die zweite Runde. In dieser waren Sambia und der Senegal die Gegner. Mit drei Siegen und einer Niederlage erreichte Marokko den ersten Platz und qualifizierte sich für die WM.

Im ersten Gruppenspiel gegen Belgien geriet Marokko bereits in der 11. Minute in Rückstand und dabei blieb es. Auch das zweite Spiel gegen WM-Neuling Saudi-Arabien verlor Marokko, diesmal mit 1:2. Und auch das dritte Gruppenspiel gegen die Niederlande wurde mit 1:2 verloren. Damit schied Marokko punktlos als Letzter aus.

1998 in FrankreichBearbeiten

Marokko hatte sich neben Frankreich und der Schweiz als Ausrichter der WM beworben und nach dem Rückzug der Schweiz unterlag Marokko bei der Abstimmung mit 7:12 gegen Frankreich,[4] so dass sich die Mannschaft sportlich qualifizieren musste. Die Qualifikation verlief dann auch erneut erfolgreich. Den Afrikanern standen nach Vergrößerung des Teilnehmerfeldes nun fünf Startplätze zu. In der ersten Runde hatte Marokko zunächst ein Freilos und konnte sich in der zweiten Runde gegen Sierra Leone, Ghana und Gabun durchsetzen, wobei kein Spiel verloren wurde und nur beim 2:2 in Ghana zwei Tore hingenommen werden mussten.

In Frankreich wurde im ersten Spiel gegen Norwegen ein 2:2 erreicht, gegen Titelverteidiger Brasilien aber mit 0:3 verloren. Zwar wurde das letzte Gruppenspiel gegen Schottland mit 3:0 gewonnen, da aber Norwegen überraschend mit 2:1 gegen Brasilien gewann, reichte es für Marokko nur zum dritten Platz, der seit dieser WM nicht mehr für den Achtelfinaleinzug reichte. Für Marokko war der Sieg gegen die Schotten für 20 Jahre das letzte WM-Spiel.

2002 in Japan und SüdkoreaBearbeiten

In der Qualifikation für die erste WM in Asien setzten sich die Marokkaner in der ersten Runde mit 1:0 und 2:0 gegen Gambia durch. In der zweiten Runde waren dann wieder einmal der Senegal sowie Ägypten, Algerien und Namibia die Gegner. Mit nur einer Niederlage gegen den Senegal und drei Remis bei vier Siegen belegten die Marokkaner punktgleich aber mit der schlechteren Tordifferenz hinter dem Senegal nur den zweiten Platz. Der Senegal qualifizierte sich damit erstmals für die WM und schockte Titelverteidiger Frankreich im Eröffnungsspiel.

2006 in DeutschlandBearbeiten

Erneut hatte sich Marokko um die Austragung der WM beworben, schied aber bei der Abstimmung bereits in der ersten Runde mit den wenigsten Stimmen aus.[4] Die WM wurde dann zum zweiten Mal an Deutschland vergeben und Marokko musste in die Qualifikation, konnte sich aber nicht qualifizieren. Nach einem Freilos in der ersten Runde musste die Mannschaft in der zweiten Runde den Tunesiern den Vortritt lassen. Nur Guinea, Kenia, Botswana und Malawi konnten auf die Plätze verwiesen werden. Verpasst wurde die Qualifikation durch ein 2:2 im letzten Spiel gegen Tunesien, wodurch Tunesien einen Punkt mehr auf dem Konto hatte.

2010 in SüdafrikaBearbeiten

Die WM 2010 sollte in Afrika stattfinden und neben Südafrika hatte sich auch wieder Marokko beworben, verlor in der Abstimmung aber mit 10:14.[4] Daher musste Marokko wieder in die Qualifikation und scheiterte auch dort. In der zweiten Runde waren Ruanda, Mauretanien und Äthiopien die Gegner. Äthiopien wurde aber in der laufenden Qualifikation von der FIFA suspendiert und die bereits durchgeführten Spiele aus der Wertung genommen. Mit drei Siegen und einer Niederlage in den übrigen Spielen setzte sich Marokko aufgrund der besseren Tordifferenz vor den punktgleichen Ruandern durch. In der dritten Runde waren dann Kamerun, Gabun und Togo die Gegner. Marokko konnte kein Spiel gewinnen, erreichte lediglich drei Remis bei drei Niederlagen und schied als Gruppenletzter aus.

2014 in BrasilienBearbeiten

Die Qualifikation für die zweite WM in Brasilien verlief erneut nicht erfolgreich. In der Gruppenphase waren die Elfenbeinküste, Tansania und Gambia die Gegner. Mit fünf Punkten Rückstand wurde hinter der Elfenbeinküste nur der zweite Platz belegt und damit die Entscheidungsspiele verpasst.

2018 in RusslandBearbeiten

Marokko begann die Qualifikation unter Badou Zaki und musste erst in der zweiten Runde eingreifen, die im November 2015 stattfand. Gegner war Äquatorial-Guinea. Nach einem 2:0-Heimsieg konnte eine 0:1-Auswärtsniederlage verkraftet werden, um die dritte Runde zu erreichen. Im Februar 2016 übernahm dann Hervé Renard den Posten des Nationaltrainers. In der dritten Runde waren von Oktober 2016 bis November 2017 die Elfenbeinküste, Gabun und Mali die Gegner. Die Marokkaner starteten mit zwei torlosen Remis gegen Gabun und die Elfenbeinküste, gewannen dann gegen Mali mit 6:0. Es folgte erneut ein torloses Spiel in Mali und ein 3:0 gegen Gabun, bevor es im letzten Spiel bei den Ivorern zum Gruppenendspiel kam, das die Marokkaner mit 2:0 gewannen und sich damit für die Endrunde qualifizierten.

Im ersten Spiel in Russland gegen den Iran war Marokko zunächst die dominierende Mannschaft, konnte dies aber nicht in Tore ummünzen. In der zweiten Halbzeit neutralisierten sich beide weitgehend. In der fünften Minute der Nachspielzeit fälschte Aziz Bouhaddouz eine Hereingabe der Iraner ins eigene Tor ab wodurch Marokko mit 0:1 verlor. Gegen Europameister Portugal gerieten sie bereits in der vierten Minute durch ein Tor von Cristiano Ronaldo in Rückstand und dabei blieb es bis zum Spielende. Damit hatte Marokko bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen Ex-Weltmeister Spanien keine Chance mehr das Achtelfinale zu erreichen. Gegen Spanien gingen sie zweimal in Führung, mussten sich am Ende aber mit einem 2:2-Unentschieden zufriedengeben. Immerhin konnten sie sich damit in der ewigen WM-Tabelle um einen Platz verbessern.

SpielerBearbeiten

Rangliste der marokkanischen WM-Spieler mit den meisten EinsätzenBearbeiten

01. Mustapha Hadji – 6 Einsätze bei 2 Turnieren
02. Rachid Azzouzi, Abdelkrim El Hadrioui, Tahar El Khalej, Noureddine Naybet – 5 Einsätze bei 2 Turnieren

Rangliste der marokkanischen WM-Spieler mit den meisten TorenBearbeiten

01. Salaheddine Bassir, Abdeljalil Hadda und Abderrazak Khairi – je 2 Tore

WM-KapitäneBearbeiten

Bei Weltmeisterschaften gesperrte SpielerBearbeiten

  • 1986: Labid Khalifa erhielt im Achtelfinale die zweite Gelbe Karte, die aber keinen weiteren Effekt hatte, da Marokko ausschied.
  • 1998: Said Chiba erhielt im zweiten Gruppenspiel die zweite Gelbe Karte und war für das letzte Gruppenspiel gesperrt.

Anteil der im Ausland spielenden Spieler im WM-KaderBearbeiten

Die Marokkaner nominierten zunächst keine, dann weniger als die Hälfte im Ausland spielende Spieler. 1998 spielte dann die Mehrheit im Ausland.

Jahr (Spiele) Anzahl (Länder) Spieler (Einsätze)
1970 (3) 0
1986 (4) 5 (3 in Frankreich, 2 in der Schweiz) Azzedine Amanallah (2), Abdelkarim Krimau (4), Mustafa Merry (2); Aziz Bouderbala (4), Mustafa El Haddaoui (3)
1994 (3) 8 (1 in Belgien, 1 in Deutschland, 5 in Frankreich, 1 in Portugal) Nacer Abdellah (2); Rachid Azzouzi (3); Mohammed Chaouch (2), Mustafa El Haddaoui (1), Mustapha Hadji (3), Noureddine Naybet (2), Smahi Triki (3); Hassan Nader (1)
1998 (3) 16 (2 in Deutschland, 2 in Frankreich, 1 in Italien, 1 in den Niederlanden, 4 in Portugal, 1 in der Schweiz, 4 in Spanien, 1 in Tunesien) Rachid Azzouzi (2), Abderrahim Ouakili (0); Gharib Amzine (3), Youssef Rossi (3); Rachid Neqrouz (0); Ali El Khattabi (2); Youssef Chippo (3), Abdelkrim El Hadrioui (2), Tahar El Khalej (3), Abdelilah Saber (3); Smahi Triki (1); Salaheddine Bassir (3), Saïd Chiba (2), Mustapha Hadji (3), Noureddine Naybet (3); Abdeljalil Hadda (3)
2018 (3) 21 (1 in Belgien, 2 in Deutschland[5], 1 in England[6], 2 in Frankreich, 1 in Italien, 3 in den Niederlanden, 6 in Spanien[7], 4 in der Türkei, 1 in den Vereinigten Arabischen Emiraten) Mehdi Carcela-González (1); Aziz Bouhaddouz (1), Amine Harit (1); Romain Saïss (2); Youssef Aït Bennasser, Hamza Mendyl; Medhi Benatia (2); Sofyan Amrabat (1), Karim El Ahmadi (3), Hakim Ziyech (3); Nordin Amrabat (2), Bono, Youssef En-Nesyri (1), Fayçal Fajr (2), Achraf Hakimi (3), Munir El Kajoui (3); Younès Belhanda (3), Khalid Boutaïb (2), Manuel da Costa (3), Nabil Dirar (2); Mbark Boussoufa (3)

SpieleBearbeiten

Die Marokkaner bestritten bisher 16 WM-Spiele, davon wurden zwei gewonnen, neun verloren und fünf endeten remis. Die Marokkaner trafen 1998 auf den Titelverteidiger, aber nie auf den Gastgeber und späteren Weltmeister und nur einmal auf einen Neuling (Saudi-Arabien). Nur gegen Deutschland und Portugal spielten die Marokkaner zweimal, alle anderen Spiele waren bisher einmalig.

Alle WM-Spiele
Nr. Datum Ergebnis Gegner Austragungsort Anlass Bemerkung
1 03. Juni 1970 1:2 (1:0) Deutschland Bundesrepublik  BR Deutschland * León (MEX) Vorrunde
2 06. Juni 1970 0:3 (0:0) Peru  Peru * León (MEX) Vorrunde Erstes Spiel gegen Peru
3 11. Juni 1970 1:1 (0:1) Bulgarien 1967  Bulgarien * León (MEX) Vorrunde
4 02. Juni 1986 0:0 Polen  Polen * Monterrey (MEX) Gruppenspiel
5 06. Juni 1986 0:0 England  England * Monterrey (MEX) Gruppenspiel Erstes Spiel gegen England
6 11. Juni 1986 3:1 (2:0) Portugal  Portugal * Monterrey[8] (MEX) Gruppenspiel Erstes Spiel gegen Portugal
7 17. Juni 1986 0:1 (0:0) Deutschland Bundesrepublik  BR Deutschland * Monterrey (MEX) Achtelfinale
8 19. Juni 1994 0:1 (0:1) Belgien  Belgien * Orlando (USA) Gruppenspiel Erstes Spiel gegen Belgien
9 25. Juni 1994 1:2 (1:2) Saudi-Arabien  Saudi-Arabien * East Rutherford (USA)[9] Gruppenspiel
10 29. Juni 1994 1:2 (0:1) Niederlande  Niederlande * Orlando (USA) Gruppenspiel Erstes Spiel gegen die Niederlande
11 10. Juni 1998 2:2 (1:1) Norwegen  Norwegen * Montpellier (FRA) Gruppenspiel Erstes Spiel gegen Norwegen
12 16. Juni 1998 0:3 (0:2) Brasilien  Brasilien * Nantes (FRA) Gruppenspiel
13 23. Juni 1998 3:0 (1:0) Schottland  Schottland * Saint-Étienne (FRA) Gruppenspiel Erstes Spiel gegen Schottland
14 15. Juni 2018 0:1 Iran  Iran * Sankt Petersburg (RUS) Gruppenspiel Erstes von der FIFA gezähltes Spiel gegen den Iran
15 20. Juni 2018 0:1 Portugal  Portugal * Moskau (RUS) Gruppenspiel
16 25. Juni 2018 2:2 Spanien  Spanien * Kaliningrad (RUS) Gruppenspiel

Höchste Siege und NiederlagenBearbeiten

Die beiden WM-Siege Marokkos waren gleichzeitig die höchsten Siege gegen diese Mannschaften:

  • Portugal  Portugal: Vorrunde 1986 - 3:1 (erstes Spiel gegen Portugal)
  • Schottland  Schottland: Vorrunde 1998: 3:0 (einziges Spiel gegen Schottland)

Marokko kassierte seine höchsten Niederlagen gegen folgende Mannschaften bei WM-Turnieren:

  • Brasilien  Brasilien: Vorrunde 1998 - 0:3
  • Niederlande  Niederlande: Vorrunde 1994 - 1:2 (einzige Niederlage gegen die Niederlande)
  • Peru  Peru: Vorrunde 1970 - 0:3 (einziges Spiel gegen Peru)
  • Iran  Iran: Vorrunde 2018 - 0:1 (erstes offizielles Spiel gegen den Iran)
  • Portugal  Portugal: Vorrunde 2018 - 0:1 (erste Niederlage gegen Portugal)

BesonderheitenBearbeiten

  • Einzige Mannschaft, die in der Qualifikation zweimal per Losentscheid die nächste Runde erreichte: 1962 und 1970 jeweils gegen Tunesien.
  • Erstes Elfmeterschießen in einer WM-Qualifikation: Marokko – Tunesien am 9. Januar 1977 in Tunis in der Qualifikation für die WM 1978

WeblinksBearbeiten

Einzelnachweise und FußnotenBearbeiten

  1. FIFA.com: Schwere Lose für Afrikas Favoriten
  2. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2010 (PDF; 200 kB)
  3. youtube.com: WM 1986 Achtelfinale: Deutschland-Marokko 1:0 (German TV)
  4. a b c fifa.com: „FIFA World Cup™ host announcement decision“
  5. davon einer in der 2. Bundesliga
  6. 2. Liga
  7. Davon einer in der 2. Liga
  8. Die FIFA gibt als Spielort Guadalajara an.
  9. Offiziell wird als Spielort auch New York angegeben, das Giants Stadium befand sich aber in East Rutherford, New Jersey.