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Ukrainische Fußballnationalmannschaft

Fußballnationalmannschaft der Herren
Dieser Artikel befasst sich mit der ukrainischen Fußballnationalmannschaft der Herren. Das Team der Frauen wird unter Ukrainische Fußballnationalmannschaft der Frauen beschrieben, dasjenige der Männer bis 21 Jahren unter Ukrainische Fußballnationalmannschaft (U-21-Männer).
Ukraine
Ukrajina
Logo des FFU
Spitzname(n) Schowto-blakytni
Жовто-блакитні (die Gelb-Blauen)
Verband Federazija Futbolu Ukrajiny (FFU)
Федерація Футболу України (ФФУ)
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor Joma
Trainer Andrij Schewtschenko
Co-Trainer Jurij Kalytwynzew
Kapitän Ruslan Rotan
Rekordtorschütze Andrij Schewtschenko (48)
Rekordspieler Anatolij Tymoschtschuk (143)
Heimstadion NSK Olimpijskyj
FIFA-Code UKR
FIFA-Rang 30. (818 Punkte)
(Stand: 16. Oktober 2017)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Bilanz
232 Spiele
104 Siege
65 Unentschieden
63 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
UkraineUkraine Ukraine 1:3 Ungarn UngarnUngarn
(Uschhorod, Ukraine; 29. April 1992)
Höchster Sieg
UkraineUkraine Ukraine 9:0 San Marino San MarinoSan Marino
(Lemberg, Ukraine; 6. September 2013)
Höchste Niederlage
SpanienSpanien Spanien 4:0 Ukraine UkraineUkraine
(Leipzig, Deutschland; 14. Juni 2006)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 2006)
Beste Ergebnisse Viertelfinale 2006
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 2 (Erste: 2012)
Beste Ergebnisse Vorrunde 2012, 2016
(Stand: 16. Juni 2016)

Die ukrainische Fußballnationalmannschaft (ukrainisch Збірна України з футболу, Sbirna Ukrajiny s futbolu) ist die Auswahlmannschaft des ukrainischen Fußballverbandes Federazija Futbolu Ukrajiny. Der Spitzname Schowto-blakytni bedeutet auf Deutsch die Gelb-Blauen.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Fußball gilt in der Ukraine als beliebteste Sportart. Die ukrainische Fußballmannschaft entstand nach dem Zerfall der Sowjetunion, in der ukrainische Fußballer und Vereine eine führende Rolle gespielt hatten. Nach 1991 nahmen viele ukrainischstämmige Spieler die russische Staatsbürgerschaft an, weil sie für sich in Russland bessere Karrieremöglichkeiten sahen, darunter Wiktor Onopko, Sergei Juran oder Oleg Salenko, der Torschützenkönig der WM 1994. Aufgrund dieser Entwicklung musste die zu Sowjetzeiten traditionell starke Ukraine in den ersten Existenzjahren ihrer eigenen Nationalmannschaft zunächst einen Mangel an guten Spielern überstehen. Auch gingen alle damaligen Punkte der UdSSR in der UEFA-Fünfjahreswertung und bei der FIFA allein an Russland.

Mit der Zeit wurde die ukrainische Mannschaft stärker, es kamen neue Talente wie Andrij Schewtschenko oder Serhij Rebrow auf, die sich unter der Trainerlegende Walerij Lobanowskyj zu Weltklasse-Fußballern entwickelt haben. Zur Teilnahme an einer Welt- oder Europameisterschaft fehlte jedoch lange das nötige Glück, denn die Mannschaft scheiterte dreimal hintereinander in den Playoffs (gegen Kroatien 1997, gegen Slowenien 1999 und gegen Deutschland 2001).

Nach der verpassten Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 2004 wurde der ehemalige Fußballer des Jahres Europas Oleh Blochin für den Posten des Nationaltrainers nominiert. Dieser Schritt erwies sich als richtig, denn die Ukraine spielte daran anschließend in einer schwierigen Gruppe eine souveräne Qualifikationsrunde für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und schaffte am 3. als Gruppenerster erstmals in ihrer Geschichte die Qualifikation für die Endrunde eines großen Turniers, wo sie bis ins Viertelfinale kam. Nachdem sich die Ukraine nicht für die Fußball-Europameisterschaft 2008 qualifizieren konnte trat Oleh Blochin von seinem Amt als Nationaltrainer zurück, Nachfolger wurde der ehemalige sowjetische Nationalspieler Oleksij Mychajlytschenko[2]. Unter seiner Leitung hat die Ukraine die WM 2010 knapp verpasst, als man abermals in einem Playoff-Spiel verlor, diesmal gegen Griechenland. Für die EM 2012 war die Ukraine als Co-Gastgeber automatisch qualifiziert.

Teilnahmen an Fußball-WeltmeisterschaftenBearbeiten

 
Oleh Blochin, Nationaltrainer bei der ersten WM-Teilnahme 2006

Die Ukraine war von 1930 bis 1990 Teil der Sowjetunion, die von 1958 bis 1990 an der WM teilnahm. Ukrainische Spieler waren in dieser Zeit wichtige Spieler der sowjetischen Nationalmannschaft, z.B. Oleh Blochin, der mit der UdSSR 1982 und 1986 an der WM teilnahm. 1994 spielten mit Sergei Juran, Juri Nikiforow, Wladislaw Ternawski und Ilja Zymbalar noch in der Ukraine geborene Spieler für Russland bei der WM.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … letzte(r) Gegner Ergebnis[3] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1994 USA nicht teilgenommen zum Zeitpunkt der Qualifikationsauslosung noch kein FIFA-Mitglied
1998 Frankreich nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an Kroatien gescheitert nachdem in der Gruppenphase hinter Deutschland der 2. Platz belegt wurde
2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an Deutschland gescheitert nachdem in der Gruppenphase hinter Polen der 2. Platz belegt wurde
2006 Deutschland Viertelfinale Italien 8. Oleh Blochin Olexandr Schowkowskyj hält im Elfmeterschießen des Achtelfinales gegen die Schweiz zwei Elfmeter.
2010 Südafrika nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an Griechenland gescheitert nachdem in der Gruppenphase hinter England der 2. Platz belegt wurde
2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation traf die Ukraine auf England, Moldawien, Montenegro, Polen und San Marino. Dabei belegte die Ukraine hinter England den zweiten Platz und traf in den Playoff-Spielen am 15. und 19. November 2013 auf Frankreich. Nach einem 2:0-Sieg im Hinspiel wurde das Rückspiel mit 0:3 verloren und somit die Qualifikation verpasst.

Teilnahmen an Fußball-EuropameisterschaftenBearbeiten

Die Ukraine nahm als Teil der UdSSR an den Europameisterschaften 1960 bis 1992 teil. In der 1960er Europameistermannschaft stand mit Wladimir Maslatschenko ein ukrainischer und mit Juri Woinow ein in der Ukraine spielender Spieler. 1972 waren die ukrainischen Spieler Juri Istomin, Anatoli Konkow, Eduard Kozinkewitsch, Wolodymyr Onyschtschenko, Wladimir Troschkin und der für Kiew spielende Jewgeni Rudakow Mitglied der Vizeeuropameistermannschaft, die vom in der Ukraine geborenen Alexander Ponomarjow trainiert wurde. Auch 1988 stellten mit Anatoliy Demyanenko, Hennadij Lytowtschenko, Olexander Sawarow, Oleksij Mychajlytschenko, Sergei Baltatscha, Wassili Raz, Igor Belanow, Oleh Protassow und Wiktor Passulko ukrainische Spieler den Großteil des Vizeeuropameisters, trainiert vom Ukrainer Walerij Lobanowskyj. Nach der Auflösung der Sowjetunion in mehrere selbständige Staaten nahm die Ukraine erstmals an der Qualifikation zur EM 1996 teil, konnte sich seitdem aber nicht qualifizieren. 1996 standen mit Wiktor Onopko und Igor Dobrowolski in der Ukraine geborene Spieler in der russischen Mannschaft, die in der Vorrunde ausschied. Dobrowolski hatte zuvor bei der EM 1992 im Spiel gegen Deutschland das letzte Tor für die GUS erzielt. 2012 war die Ukraine zusammen mit Polen Gastgeber der EM und nahm damit erstmals teil. 2016 gelang nach Aufstockung der Teilnehmerzahl von 16 auf 24 erstmals die spielerische Qualifikation.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Bemerkungen und Besonderheiten
1996 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Kroatien und Vizeweltmeister Italien gescheitert.
2000 Niederlande und Belgien nicht qualifiziert In den Relegationsspielen an Slowenien gescheitert.
2004 Portugal nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Europameister Griechenland und Spanien gescheitert.
2008 Österreich und Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Finalisten der WM 2006 Frankreich und Italien gescheitert.
2012 Polen und Ukraine Vorrunde Schweden, Frankreich, England Nach einem Auftaktsieg gegen Schweden wurden die beiden anderen Spiele verloren, so dass die Ukraine als Gruppendritter ausschied.
2016 Frankreich Vorrunde Deutschland, Nordirland, Polen Nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Spielen haben die Ukrainer keine Chance mehr sich für das Achtelfinale zu qualifizieren.

Erweiterter KaderBearbeiten

Stand: Oktober 2017[4] [5]

Name Geburtstag Spiele Tore Verein Debüt
Torwart
Maxym Kowal 09.12.1992 1 0 Ukraine  Dynamo Kiew 2012
Andrij Lunin 11.02.1999 0 0 Ukraine  Sorja Luhansk -
Andrij Pjatow 28.06.1984 77 0 Ukraine  Schachtar Donezk 2007
Abwehr
Bohdan Butko 13.01.1991 27 0 Ukraine  Schachtar Donezk 2011
Jewhen Chatscheridi 28.07.1987 49 3 Ukraine  Dynamo Kiew 2009
Artem Fedezkyj 26.04.1985 53 2 Ukraine  Karpaty Lwiw 2010
Serhij Krywzow 15.03.1991 3 0 Ukraine  Schachtar Donezk 2011
Olexandr Kutscher 22.10.1982 56 2 Turkei  Kayserispor 2006
Mykola Matwijenko 02.05.1996 6 0 Ukraine  Worskla Poltawa 2017
Mykola Morosjuk 17.01.1988 13 1 Ukraine  Dynamo Kiew 2010
Iwan Ordez 08.07.1992 8 1 Ukraine  Schachtar Donezk 2014
Jaroslaw Rakyzkyj 03.08.1989 47 4 Ukraine  Schachtar Donezk 2009
Eduard Sobol 20.04.1995 5 0 Tschechoslowakei  Slavia Prag 2016
Mittelfeld
Witalij Bujalskyj 06.01.1993 1 0 Ukraine  Dynamo Kiew 2017
Denys Harmasch 19.04.1990 30 2 Ukraine  Dynamo Kiew 2011
Wladlen Jurtschenko 22.01.1994 0 0 Deutschland  Bayer 04 Leverkusen -
Jewhen Konopljanka 29.09.1989 66 14 Deutschland  FC Schalke 04 2010
Wiktor Kowalenko 14.02.1996 15 0 Ukraine  Schachtar Donezk 2016
Ruslan Malinowskyj 04.05.1993 6 0 Belgien  KRC Genk 2015
Marlos 07.06.1988 1 0 Ukraine  Schachtar Donezk 2017
Ruslan Rotan (C)  29.10.1981 97 8 Tschechoslowakei  Slavia Prag 2003
Jewhen Schachow 30.11.1990 4 1 Griechenland  PAOK Thessaloniki 2016
Wolodymyr Schepelew 01.06.1997 1 0 Ukraine  Dynamo Kiew 2017
Olexandr Sintschenko 15.12.1996 13 1 England  Manchester City 2015
Taras Stepanenko 08.08.1989 42 3 Ukraine  Schachtar Donezk 2010
Serhij Sydortschuk 02.05.1991 20 2 Ukraine  Dynamo Kiew 2014
Wiktor Zhyankow 15.11.1997 2 0 Ukraine  Dynamo Kiew 2016
Sturm
Artem Bjessjedin 31.03.1996 6 1 Ukraine  Dynamo Kiew 2016
Andrij Jarmolenko 23.10.1989 73 32 Deutschland  Borussia Dortmund 2009
Artem Krawez 03.06.1989 20 7 Ukraine  Dynamo Kiew 2011
Jewhen Selesnjow 20.07.1985 54 11 Turkei  Kardemir Karabükspor 2008

RekordspielerBearbeiten

EinsätzeBearbeiten

 
Rekordnationalspieler Anatolij Tymoschtschuk bei seinem 100. Länderspieleinsatz
Rang Name Einsätze Zeitraum
01. Anatolij Tymoschtschuk 143 2000 – 0000
02. Andrij Schewtschenko 111 1995 – 2012
03. Oleh Husjew 98 2003 – 0000
04. Olexandr Schowkowskyj 92 1994 – 2012
05. Ruslan Rotan 88 2003 – 0000
06. Serhij Rebrow 75 1992 – 2006
0 Andrij Woronin 74 2002 – 2012
08. Andrij Hussin 71 1993 – 2006
09. Andrij Worobej 68 2000 – 2008
10. Andrij Nesmatschnyj 67 2000 – 2009

Stand: 16. Juni 2016 Quelle

ToreBearbeiten

 
Rekordtorschütze Andrij Schewtschenko
Rang Name Tore Einsätze Zeitraum
01. Andrij Schewtschenko 48 111 1995 – 2012
02. Andrij Jarmolenko 25 61 2009 – 0000
03. Serhij Rebrow 15 75 1992 – 2006
04. Oleh Husjew 13 98 2003 – 0000
0 Jewhen Konopljanka 13 55 2010 – 0000
06. Serhij Nasarenko 12 56 2003 – 0000
Jewhen Selesnjow 11 52 2008 – 0000
08. Andrij Worobej 9 68 2000 – 2008
Andrij Hussin 9 71 1993 – 2006
10. Timerlan Gusseinow 8 14 1994 – 1996
Artem Milewskyj 8 50 2006 – 2012
Andrij Woronin 8 74 2002 – 2012

Stand: 16. Juni 2016

Weitere bekannte SpielerBearbeiten

 
Nationalelf im November 2012

Spiele gegen deutschsprachige NationalmannschaftenBearbeiten

Spiele gegen DeutschlandBearbeiten

(Ergebnisse stets aus ukrainischer Sicht)

Datum Ort Ergebnis Anlass
30. April 1997 Bremen 0:2 WM-Qualifikation
7. Juni 1997 Kiew 0:0 WM-Qualifikation
10. November 2001 Kiew 1:1 WM-Qualifikation
14. November 2001 Dortmund 1:4 WM-Qualifikation
11. November 2011 Kiew 3:3 Freundschaftsspiel
12. Juni 2016 Villeneuve-d’Ascq (Lille) 0:2 EM-Gruppenspiel

Spiele gegen ÖsterreichBearbeiten

(Ergebnisse stets aus ukrainischer Sicht)

Datum Ort Ergebnis Anlass
15. November 2011 Lemberg 2:1 Freundschaftsspiel
1. Juni 2012 Innsbruck 2:3 Freundschaftsspiel

Spiele gegen die SchweizBearbeiten

(Ergebnisse stets aus ukrainischer Sicht)

Datum Ort Ergebnis Anlass
26. Juni 2006 Köln 3:0 n.E. WM-Achtelfinale
17. November 2010 Lancy 2:2 Freundschaftsspiel

Spiele gegen LiechtensteinBearbeiten

Bisher keine Begegnungen

Spiele gegen LuxemburgBearbeiten

(Ergebnisse stets aus ukrainischer Sicht)

Datum Ort Ergebnis Anlass
8. Juni 2006 Luxemburg 3:0 Freundschaftsspiel
15. November 2014 Luxemburg 3:0 EM-Qualifikation

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ukrainische Fußballnationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, 16. Oktober 2017, abgerufen am 16. Oktober 2017
  2. Michailitschenko beerbt Blochin in der Ukraine
  3. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2010 (PDF-Datei; 195 kB)
  4. https://www.transfermarkt.de/ukraine/erweiterterkader/verein/3699
  5. http://www.national-football-teams.com/country/196/2017/Ukraine.html