Großer Preis von Deutschland 1986

Formel-1-Rennen

Der Große Preis von Deutschland 1986 fand am 27. Juli auf dem Hockenheimring statt und war das zehnte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1986.

Flag of Germany.svg Großer Preis von Deutschland 1986
Renndaten
10. von 16 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1986
Streckenprofil
Name: XLVIII Großer Preis von Deutschland
Datum: 27. Juli 1986
Ort: Hockenheim
Kurs: Hockenheimring
Länge: 299,068 km in 44 Runden à 6,797 km

Wetter: bewölkt, aber warm
Zuschauer: ~ 80.000
Pole-Position
Fahrer: FinnlandFinnland Keke Rosberg Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren
Zeit: 1:42,013 min
Schnellste Runde
Fahrer: OsterreichÖsterreich Gerhard Berger Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Benetton
Zeit: 1:46,604 min
Podium
Erster: Brasilien 1968Brasilien Nelson Piquet Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Williams
Zweiter: Brasilien 1968Brasilien Ayrton Senna Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus
Dritter: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nigel Mansell Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Williams

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Als Ersatz für Jacques Laffite, der sich im Zuge eines Startunfalls beim Großen Preis von Großbritannien zwei Wochen zuvor schwere Beinbrüche zugezogen hatte, wurde dessen Landsmann Philippe Alliot engagiert.

Bei Arrows kam erstmals ein Exemplar des neuen Arrows A9 zum Einsatz. Der Wagen wurde von Thierry Boutsen pilotiert, während Christian Danner weiterhin mit dem A8 antrat.

TrainingBearbeiten

Kurz nachdem Keke Rosberg seinen Rücktritt aus der Formel 1 zum Saisonende angekündigt hatte, qualifizierte er sich für die Pole-Position vor seinem Teamkollegen Alain Prost. Ayrton Senna und Gerhard Berger bildeten die zweite Startreihe vor den beiden Williams-Piloten Nelson Piquet und Nigel Mansell.[1]

RennenBearbeiten

Senna ging zunächst vor Berger in Führung. Die beiden McLaren-Piloten fielen auf die Plätze drei und fünf zurück. Stefan Johansson kollidierte mit Philippe Alliot, wodurch beide Fahrer die Box ansteuern mussten, um Reparaturen durchführen zu lassen. Teo Fabi, der ebenfalls in den Unfall verwickelt worden war, schied aus.

In der zweiten Runde überholte Rosberg sowohl Berger als auch Senna und übernahm dadurch die Spitze. Piquet gelangte einen Umlauf später ebenfalls an den beiden vorbei auf den zweiten Rang. In der sechsten Runde übernahm er die Führung. Prost folgte auf dem dritten Rang vor Senna und Mansell. Letzterer hatte mit Handlingproblemen zu kämpfen und wurde dadurch in der siebten Runde von René Arnoux auf den siebten Rang verwiesen.

Piquet ließ an der Box zweimal seine Reifen wechseln und musste dadurch die Führung sowohl ab Runde 15 als auch ab Runde 27 jeweils für mehrere Umläufe an die beiden McLaren-Piloten abgeben, wobei Rosberg die meiste Zeit vor Prost lag. Ab Runde 39 führte Piquet das Rennen endgültig an.

In der letzten Runde schieden beide McLaren-Fahrer aufgrund von Kraftstoffmangel aus. Prost blieb wenige Meter vor dem Ziel stehen, woraufhin er unter lautstarker Anfeuerung durch die Zuschauer versuchte, seinen Wagen über die Ziellinie zu schieben, was ihm jedoch nicht gelang. Senna, Mansell und Arnoux profitierten davon, indem sie das Ziel auf den Plätzen zwei bis vier erreichten. Dass Piquet und Senna ebenfalls nur noch ein Minimum an Benzin im Tank hatten, wurde daran erkennbar, dass sie auf den letzten Metern deutliche Schlangenlinien fuhren, um die letzten Tropfen Kraftstoff mittels Fliehkraft in die Benzinpumpe zu befördern. Rosberg und Prost wurden aufgrund ihrer zurückgelegten Distanz als Fünfter und Sechster gewertet.[2]

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  Marlboro McLaren International 1 Frankreich  Alain Prost McLaren MP4/2C TAG/Porsche TTE PO1 1.5 V6t G
2 Finnland  Keke Rosberg
Vereinigtes Konigreich  Data General Team Tyrrell 3 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Tyrrell 015 Renault EF15 1.5 V6t G
4 Frankreich  Philippe Streiff
Vereinigtes Konigreich  Canon Williams Honda Team 5 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Williams FW11 Honda RA166E 1.5 V6t G
6 Brasilien 1968  Nelson Piquet
Vereinigtes Konigreich  Motor Racing Developments 7 Italien  Riccardo Patrese Brabham BT55 BMW M12/13 1.5 L4t P
8 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick
Vereinigtes Konigreich  John Player Special Team Lotus 11 Vereinigtes Konigreich  Johnny Dumfries Lotus 98T Renault EF15B 1.5 V6t G
12 Brasilien 1968  Ayrton Senna
Deutschland  West Zakspeed Racing 14 Vereinigtes Konigreich  Jonathan Palmer Zakspeed 861 Zakspeed 1500/4 1.5 L4t G
29 Niederlande  Huub Rothengatter
Vereinigte Staaten  Team Haas (USA) Ltd 15 Australien  Alan Jones Lola THL2 Ford Cosworth GBA 1.5 V6t G
16 Frankreich  Patrick Tambay
Vereinigtes Konigreich  Barclay Arrows BMW 17 Deutschland  Christian Danner Arrows A8 BMW M12/13 1.5 L4t G
18 Belgien  Thierry Boutsen Arrows A9
Vereinigtes Konigreich  Benetton Formula Ltd 19 Italien  Teo Fabi Benetton B186 P
20 Osterreich  Gerhard Berger
Italien  Osella Squadra Corse 21 Italien  Piercarlo Ghinzani Osella FA1G Alfa Romeo 890T 1.5 V8t P
22 Kanada  Allen Berg Osella FA1F
Italien  Minardi F1 Team 23 Italien  Andrea de Cesaris Minardi M185B Motori Moderni 615-90 1.5 V6t P
24 Italien  Alessandro Nannini
Frankreich  Équipe Ligier 25 Frankreich  René Arnoux Ligier JS27 Renault EF15 1.5 V6t P
26 Frankreich  Philippe Alliot
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 27 Italien  Michele Alboreto Ferrari F1/86 Ferrari 032 1.5 V6t G
28 Schweden  Stefan Johansson

KlassifikationenBearbeiten

QualifyingBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start
Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit
01 Finnland  Keke Rosberg Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 1:42,478 238,775 km/h 1:42,013 239,864 km/h 01
02 Frankreich  Alain Prost Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 1:43,373 236,708 km/h 1:42,166 239,504 km/h 02
03 Brasilien 1968  Ayrton Senna Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 1:45,212 232,570 km/h 1:42,329 239,123 km/h 03
04 Osterreich  Gerhard Berger Vereinigtes Konigreich  Benetton-BMW 1:44,493 234,171 km/h 1:42,541 238,628 km/h 04
05 Brasilien 1968  Nelson Piquet Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 1:43,352 236,756 km/h 1:42,545 238,619 km/h 05
06 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 1:42,696 238,268 km/h 1:43,086 237,367 km/h 06
07 Italien  Riccardo Patrese Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 1:46,094 230,637 km/h 1:43,348 236,765 km/h 07
08 Frankreich  René Arnoux Frankreich  Ligier-Renault 1:43,991 235,301 km/h 1:43,693 235,977 km/h 08
09 Italien  Teo Fabi Vereinigtes Konigreich  Benetton-BMW keine Zeit 1:44,001 235,279 km/h 09
10 Italien  Michele Alboreto Italien  Ferrari 1:46,319 230,149 km/h 1:44,308 234,586 km/h 10
11 Schweden  Stefan Johansson Italien  Ferrari 1:46,847 229,012 km/h 1:44,346 234,501 km/h 11
12 Vereinigtes Konigreich  Johnny Dumfries Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 1:47,845 226,892 km/h 1:44,768 233,556 km/h 12
13 Frankreich  Patrick Tambay Vereinigtes Konigreich  Lola-Ford 1:47,221 228,213 km/h 1:44,979 233,087 km/h 13
14 Frankreich  Philippe Alliot Frankreich  Ligier-Renault 1:45,047 232,936 km/h 1:45,905 231,049 km/h 14
15 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Renault 1:49,406 223,655 km/h 1:45,432 232,085 km/h 15
16 Vereinigtes Konigreich  Jonathan Palmer Deutschland  Zakspeed 1:47,167 228,328 km/h 1:45,887 231,088 km/h 16
17 Deutschland  Christian Danner Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 1:49,439 223,588 km/h 1:46,355 230,071 km/h 17
18 Frankreich  Philippe Streiff Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Renault 1:47,371 227,894 km/h 1:48,397 225,737 km/h 18
19 Australien  Alan Jones Vereinigtes Konigreich  Lola-Ford 1:51,918 218,635 km/h 1:47,518 227,582 km/h 19
20 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 1:48,206 226,135 km/h keine Zeit 20
21 Belgien  Thierry Boutsen Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 1:49,240 223,995 km/h 2:03,702 197,808 km/h 21
22 Italien  Alessandro Nannini Italien  Minardi-Motori Moderni 1:50,221 222,001 km/h 1:49,369 223,731 km/h 22
23 Italien  Andrea de Cesaris Italien  Minardi-Motori Moderni 1:50,900 220,642 km/h 1:50,066 222,314 km/h 23
24 Niederlande  Huub Rothengatter Deutschland  Zakspeed 1:52,461 217,579 km/h 1:50,918 220,606 km/h 24
25 Italien  Piercarlo Ghinzani Italien  Osella-Alfa Romeo keine Zeit 1:56,468 210,094 km/h 25
26 Kanada  Allen Berg Italien  Osella-Alfa Romeo 1:56,959 209,212 km/h keine Zeit 26

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Brasilien 1968  Nelson Piquet Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 44 2 1:22:08,263 05 1:47,721
02 Brasilien 1968  Ayrton Senna Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 44 1 + 15,437 03 1:49,424
03 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 44 0 + 44,580 06 1:47,899
04 Frankreich  René Arnoux Frankreich  Ligier-Renault 44 0 + 1:15,176 08 1:50,374
05 Finnland  Keke Rosberg Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 43 1 DNF 01 1:49,552 Kraftstoffmangel
06 Frankreich  Alain Prost Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 43 1 DNF 02 1:49,649 Kraftstoffmangel
07 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 43 0 + 1 Runde 20 1:52,955
08 Frankreich  Patrick Tambay Vereinigtes Konigreich  Lola-Ford 43 0 + 1 Runde 13 1:51,629
09 Australien  Alan Jones Vereinigtes Konigreich  Lola-Ford 42 0 + 2 Runden 19 1:52,577
10 Osterreich  Gerhard Berger Vereinigtes Konigreich  Benetton-BMW 42 1 + 2 Runden 04 1:46,604
11 Schweden  Stefan Johansson Italien  Ferrari 41 0 DNF 11 1:50,932 beschädigter Heckflügel
12 Kanada  Allen Berg Italien  Osella-Alfa Romeo 40 0 + 4 Runden 26 1:58,449
Deutschland  Christian Danner Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 38 0 DNF 17 1:54,975 Ladedruckverlust
Niederlande  Huub Rothengatter Deutschland  Zakspeed 38 0 NC 24 1:56,401 nicht gewertet
Vereinigtes Konigreich  Jonathan Palmer Deutschland  Zakspeed 37 0 DNF 16 1:56,145 Motorschaden
Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Renault 34 0 DNF 15 1:53,682 Elektrikschaden
Italien  Riccardo Patrese Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 22 0 DNF 07 1:52,818 Turboladerschaden
Italien  Andrea de Cesaris Italien  Minardi-Motori Moderni 20 0 DNF 23 1:54,826 Getriebeschaden
Italien  Alessandro Nannini Italien  Minardi-Motori Moderni 19 0 DNF 22 1:56,721 defekter Wasserkühler
Vereinigtes Konigreich  Johnny Dumfries Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 17 0 DNF 12 1:53,756 defekter Wasserkühler
Belgien  Thierry Boutsen Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 13 0 DNF 21 1:56,803 Ladedruckverlust
Frankreich  Philippe Alliot Frankreich  Ligier-Renault 11 0 DNF 14 1:54,145 Motorschaden
Italien  Piercarlo Ghinzani Italien  Osella-Alfa Romeo 10 0 DNF 25 2:00,492 Kupplungsschaden
Frankreich  Philippe Streiff Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Renault 07 0 DNF 18 1:54,025 Motorschaden
Italien  Michele Alboreto Italien  Ferrari 06 0 DNF 10 1:52,570 defekte Kraftübertragung
Italien  Teo Fabi Vereinigtes Konigreich  Benetton-BMW 00 0 DNF 09 Kollision

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Williams 51
02 Frankreich  Alain Prost McLaren 44
03 Brasilien 1968  Ayrton Senna Lotus 42
04 Brasilien 1968  Nelson Piquet Williams 38
05 Finnland  Keke Rosberg McLaren 19
06 Frankreich  Jacques Laffite Ligier 14
07 Frankreich  René Arnoux Ligier 14
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
08 Schweden  Stefan Johansson Ferrari 7
09 Italien  Michele Alboreto Ferrari 6
10 Osterreich  Gerhard Berger Benetton 6
11 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Tyrrell 4
12 Italien  Riccardo Patrese Brabham 2
13 Italien  Teo Fabi Benetton 2
14 Frankreich  Philippe Streiff Tyrrell 1

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Williams 89
02 Vereinigtes Konigreich  McLaren 63
03 Vereinigtes Konigreich  Lotus 42
04 Frankreich  Ligier 28
Pos. Konstrukteur Punkte
05 Italien  Ferrari 13
06 Vereinigtes Konigreich  Benetton 8
07 Vereinigtes Konigreich  Tyrrell 5
08 Vereinigtes Konigreich  Brabham 2

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Training“ (Memento des Originals vom 13. Januar 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 19. Mai 2013)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 19. Mai 2013)
  3. „WM-Stände“ (Memento des Originals vom 22. Juni 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 19. Mai 2013)

WeblinksBearbeiten