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Annweiler am Trifels

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Annweiler am Trifels
Annweiler am Trifels
Deutschlandkarte, Position der Stadt Annweiler am Trifels hervorgehoben
Koordinaten: 49° 12′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Annweiler am Trifels
Höhe: 179 m ü. NHN
Fläche: 39,88 km2
Einwohner: 7083 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76855
Vorwahl: 06346
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 501
Adresse der Verbandsverwaltung: Messplatz 1
76855 Annweiler am Trifels
Webpräsenz: www.annweiler.de
Stadtbürgermeister: Thomas Wollenweber (SPD)
Lage der Stadt Annweiler am Trifels im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild

Annweiler am Trifels (Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i) ist eine Stadt im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie ist zugleich Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Annweiler am Trifels ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

2019 richtet die Stadt Annweiler am Trifels den 35. Rheinland-Pfalz-Tag aus.[3]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Annweiler liegt im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, nahe dessen Ostrand. Die Stadt wird von West nach Ost von der Queich durchflossen, einem linken Nebenfluss des Rheins. Auf drei Bergen südlich der Stadt liegen die Burgen Trifels, Anebos und Münz, die beiden Letzteren allerdings bereits auf Gemarkung der Gemeinde Leinsweiler. Zur Gemeinde gehört auch eine 14,71 km² große Waldexklave im Nordwesten mit dem Forsthaus Annweiler.

OrtsteileBearbeiten

Zu Annweiler gehören die Ortsteile Bindersbach, Sarnstall, Gräfenhausen und Queichhambach. Zu Queichhambach gehören die Weiler Rothenhof und Neumühle.

Queichhambach und Gräfenhausen wurden am 22. April 1972 bzw. am 10. Juni 1979 nach Annweiler am Trifels eingemeindet.[4]

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 910 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte, an 79 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember, nämlich 1,5 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren allerdings nur gering und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 4 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

GeschichteBearbeiten

Die erste Nennung Annweilers geht auf das Jahr 1086 zurück. Die Gründung erfolgte, wie bei anderen Siedlungen mit der Endung -weiler, wohl im 7. oder 8. Jahrhundert. Benannt wurde Annweiler vermutlich nach einem Franken namens Anno oder Arno[5].

In den Jahren 1125 bis 1298 wurden die Reichskleinodien, darunter die Reichskrone, auf der Reichsburg Trifels aufbewahrt. 1193, möglicherweise auch bis 1194, wurde der englische König Richard Löwenherz als Gefangener auf dem Trifels festgehalten.

Annweiler bekam 1219 von Kaiser Friedrich II. die Stadtrechte verliehen. Im 18. Jahrhundert war Annweiler die kleinste aller Reichsstädte.

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

 
Altes Rathaus

Der Stadtrat in Annweiler besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[6]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt
2014 7 6 3 2 4 22 Sitze
2009 9 7 2 2 2 22 Sitze
2004 9 7 2 2 2 22 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe der Stadt Annweiler e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Thomas Wollenweber (* 1963) ist seit Oktober 2004 Bürgermeister von Annweiler am Trifels.[7]

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: „Von Gold und Schwarz gespalten, rechts eine wachsende rote Burg in Gestalt des Trifels mit schwarzen Fenstern, links eine blaugedeckte goldene Kirche in romanischen Formen mit blauen Fenstern und goldenen Turmkreuzen“.

Es wurde 1950 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf das große Stadtsiegel aus dem Jahr 1230.[8]

StädtepartnerschaftBearbeiten

Eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Ambert im Département Puy-de-Dôme (Region Auvergne-Rhône-Alpes) wurde 1988 geschlossen, mit Gorgonzola in der italienischen Region Lombardei 2008.

Seit Ende der 1980er Jahre besteht eine Partnerschaft zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Annweiler und den Sapeurs-Pompiers Jargeau im Département Loiret.

KulturBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Der historische Stadtkern mit Stadtmühle und Gerberviertel (samt Durchlass „Schipkapass“) ist eine Sehenswürdigkeit von Annweiler, genauso wie die über der Stadt liegende Reichsburg Trifels, die teilrestauriert ist und bewirtschaftet wird. Das Museum unterm Trifels ist in drei Fachwerkhäusern untergebracht und zeigt die Geschichte der Stadt, der Burg und der Annweilerer Gerber auf, die im 16. und 17. Jahrhundert die Stadt wirtschaftlich prägten. Unterhalb des 493 m hohen Sonnenbergs befindet sich das Museum der Burgruine Trifels, im Stadtzentrum die protestantische Stadtkirche, das Wahrzeichen der ehemaligen Reichsstadt. Der Erholung dienen der Kurpark und der Ambertpark.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Im Jahr 2005 wurde im historischen Stadtkern zum ersten Mal das Richard-Löwenherz-Fest veranstaltet. Dieser Mittelaltermarkt, ein „mittelalterliches Spektakulum mit Rittern, Gauklern, Edel- und Spielleuten“, hat sich mit weit über 10.000 Besuchern auf Anhieb zur größten Veranstaltung der Stadt entwickelt.

Zu weiteren regelmäßigen Veranstaltungen der Stadt Annweiler gehören der Kultursommer, der Konzerte auf dem Rathausplatz und in der Parkanlage der Stadt bietet, das Keschdefescht rund um die Esskastanie im Oktober eines jeden Jahres und Märkte wie der alljährliche Kunsthandwerker- oder Weihnachtsmarkt.

Im Kaisersaal der Burg Trifels werden als Konzertveranstaltungen die Trifels-Serenaden angeboten.

Kunstpreis der Stadt Annweiler am TrifelsBearbeiten

Seit 2008 vergibt die Stadt Annweiler am Trifels jährlich einen "Kunstpreis der Stadt Annweiler". Der Preis besteht aus einem Preisgeld und dem Ankauf eines repräsentativen Werks des Kunstpreisträgers bzw. der Kunstpreisträgerin. Die Preisträger bzw. Preisträgerinnen werden aus den Teilnehmern der im selben Jahr - seit 2003 jährlich - stattfindenden "Kunstmeile" des Vereins Kunst und Kultur Annweiler e.V. von einer Fachjury ausgewählt. Die Jury vergibt regelmäßig auch einen "Jury-Preis".

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

 
Bahnhof Annweiler am Trifels

Größter Arbeitgeber in Annweiler ist die Kartonfabrik Buchmann. Sie produziert – überwiegend aus Recyclingpapier – Faltschachtelkarton als Ausgangsmaterial für Verpackungen vor allem der Konsumgüterindustrie. Die Firma Stabila stellt Präzisionsmessgeräte her. Außerdem gibt es Zulieferbetriebe der Automobilindustrie.

VerkehrBearbeiten

Annweiler ist erreichbar über die B 10 (Landau in der PfalzPirmasens), die bei Landau-Nord an die A 65 (Ludwigshafen am RheinKarlsruhe) angebunden ist. Ab Annweiler führt die B 10 in Richtung Pirmasens durch vier Tunnel (von Ost nach West: Barbarossatunnel, Löwenherztunnel, Staufertunnel und Kostenfelstunnel). Auch die B 48 (BingenBad Bergzabern) verbindet Annweiler mit dem überregionalen Straßennetz.

Die Anbindung an das Schienennetz der Bahnstrecke Landau–Rohrbach gewährleisten der Bahnhof in der Kernstadt und zusätzlich der Haltepunkt Annweiler-Sarnstall.

BildungBearbeiten

Annweiler verfügt über eine Grundschule und eine Realschule plus. Weiterhin gibt es eine Schule für Lernbehinderte sowie eine Berufsbildende Schule. Das Trifels-Gymnasium steht unter kirchlicher Trägerschaft, es ist zum Teil als Internat organisiert. Annweiler ist Sitz des von Jean Firges gegründeten Sonnenberg Verlags, der einen Schwerpunkt bei der Literatur auf Französisch schreibender Autoren setzt.

ReligionenBearbeiten

Am Ende des Jahres 2013 waren 37,5 % der Einwohner evangelisch und 37,0 % katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos[9].

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Georg Biundo, Hans Heß: Annweiler. Geschichte einer alten Reichsstadt. Kraemer, Landau 1968. (1. Teil: Nachdruck von Biundo: Annweiler. Geschichte einer alten Reichsstadt; 2. Teil: Der Trifelsstadt neues Gesicht).
  • Verkehrsverein Annweiler a. Tr. (Hrsg.): Annweiler anno dazumal. Bilder aus der Stadtgeschichte von 1870–1930. Verlag Pfälzer Kunst Blinn, Landau i. d. Pfalz 1980, ISBN 3-922580-03-3.
  • Verkehrsverein Annweiler a. Tr. (Hrsg,): Annweiler anno dazumal. Bilder aus der Stadtgeschichte von 1930–1950. Stock, Annweiler 1982.
  • Georg Biundo, Dennis Castens: Annweiler families. 1477–1927. Bd. 1–5. Kastens, Colorado Springs Co.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Annweiler am Trifels – Sammlung von Bildern
  Wikivoyage: Annweiler – Reiseführer
  Wikisource: Annweiler am Trifels – Quellen und Volltexte
  Wikinews: Annweiler am Trifels – in den Nachrichten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Annweiler wird Ausrichter. In: rlp.de. Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, 4. Juli 2017, abgerufen am 4. Juli 2017.
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, S. 168 (PDF; 2,6 MB).
  5. Erich Keyser (Hrsg.): Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland. Stuttgart 1964, S. 56
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Stadt Annweiler.
  8. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  9. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013.