Gleiszellen-Gleishorbach

Gemeinde in Deutschland

Gleiszellen-Gleishorbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die neuntgrößte Ortsgemeinde darstellt.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gleiszellen-Gleishorbach
Gleiszellen-Gleishorbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gleiszellen-Gleishorbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 8′ N, 8° 1′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Bad Bergzabern
Höhe: 216 m ü. NHN
Fläche: 5,32 km2
Einwohner: 810 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76889
Vorwahl: 06343
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 029
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Königstraße 61
76887 Bad Bergzabern
Website: www.gleiszellen-gleishorbach.de
Ortsbürgermeister: Klaus-Peter Gittler (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Gleiszellen-Gleishorbach im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild
Winzergasse in Gleiszellen
Gasthaus „Zum Lam̅“ in der Winzergasse

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt in der Region Weinstraße am östlichen Rand des Wasgaus, der vom Südteil des Pfälzerwaldes und dem Nordteil der Vogesen gebildet wird. Sie besteht aus den Ortsteilen Gleiszellen im Norden und Gleishorbach im Süden; baulich sind beide inzwischen fast zusammengewachsen. Zur Gemeinde gehört neben den beiden Ortsteilen zusätzlich der Wohnplatz Villa Bender, der sich im Südosten der Gemarkung befindet.[2] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Klingenmünster, Heuchelheim-Klingen, Pleisweiler-Oberhofen, Bad Bergzabern und Silz. Auf dem Gebiet der Gemeinde befinden sich zudem die Naturschutzgebiete Haardtrand – Wolfsteig, Haardtrand - Lehnsberg und Haardtrand – Am Klingbach.

Erhebungen und GewässerBearbeiten

Markante Erhebungen auf der Gemarkung der Gemeinde sind der Röhlberg (448 m), der Spitzenberg (413 m) und das Steinköpfchen (388 m). Durch die Gemeinde fließt in West-Ost-Richtung der Horbach. Vor Ort mündet von links in diesen der Brühlgraben. Im Westen der Gemarkung mitten im Pfälzerwald befindet sich der Sauhäuselbrunnen, der als Naturdenkmal eingestuft ist.

GeschichteBearbeiten

1136 folgte die erste urkundliche Erwähnung von Gleiszellen als „Glizencella“, 1304 die erste von Gleishorbach als „Horbach“. Der Ortsname Gleiszellen deutet auf einen Zusammenhang mit dem Kloster Blidenfeld hin. Ausgrabungen belegen, dass oberhalb des Ortes, am Kirchberg, eine „Filiale“ des Klosters gestanden hat.

Ab Ende des 18. Jahrhunderts waren beide Orte Teil der Französischen Republik, anschließend bis 1815 Teil des Napoleonischen Kaiserreichs, und in den Kanton Bergzabern im Departement des Niederrheins eingegliedert. 1815 wurden sie Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselten sie wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Vom 1818 bis 1862 gehörten „Gleis-Horbach und Gleis-Zellen“ dem Landkommissariat Bergzabern an; aus diesem ging das Bezirksamt Bergzabern hervor.

1939 wurde Gleiszellen-Gleishorbach in den Landkreis Bergzabern eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde Gleiszellen-Gleishorbach der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Bad Bergzabern zugeordnet.

ReligionBearbeiten

Ende des Jahres 2013 waren 42,3 Prozent der Einwohner evangelisch und 35,9 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Gleiszellen-Gleishorbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG WGR 1 WGR 2 Gesamt
2019 5 5 2 12 Sitze
2014 4 4 1 3 12 Sitze
2009 4 4 2 1 1 12 Sitze
2004 3 4 3 2 12 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Klaus-Peter Gittler (CDU) wurde am 1. Juli 2019 Ortsbürgermeister von Gleiszellen-Gleishorbach.[5] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit 85,58 Prozent der Stimmen für fünf Jahre gewählt worden.[6] Seine Vorgänger waren Karl-Heinz Wegmann (CDU), der das Amt in den Jahren 2004 bis 2009, und dann wieder ab 2014 ausübte,[7] sowie in der dazwischen liegenden Wahlperiode Sven-Erik Ball.[8] Von 1974 bis 2004 war Heinz Wissing (FWG) Ortsbürgermeister.[9]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Rot und Silber geteilt, oben zwischen zwei sechsstrahligen silbernen Sternen ein sowohl einem S als auch einem G gleichendes goldenes Zeichen, unten drei blaue Blumen mit goldenen Butzen an grünem Stiel.“[10]
Wappenbegründung: Es wurde 1982 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1596.

KulturBearbeiten

DenkmälerBearbeiten

 
Gleiszellen, südlich des Ortes: Katholische Kirche St. Dionysius

Die Ortskerne von Gleiszellen und Gleishorbach sowie der Veteranenfriedhof sind als Denkmalzonen ausgewiesen; hinzu kommen 19 Einzelobjekte. die unter Denkmalschutz stehen.

VeranstaltungenBearbeiten

In Gleiszellen-Gleishorbach findet das Große Blütenfest statt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Gleiszellen-Gleishorbach ist ein Winzerort und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Vor Ort existiert die Einzellagen Frühmess und Kirchberg. Der Ort ist vor allem eine Hochburg des Muskatelleranbaus in Deutschland. Etwa 12 Hektar Gelber Muskateller, dies entspricht etwa 7 % der mit Muskateller bestockten deutschen Rebfläche, konzentrieren sich auf den Lagen der Gemeinde. Aus diesem Grund wurde 2007 auch ein entsprechender Muskateller-Rundwanderweg eingerichtet, der südlich des Ortes an der dem Dionysius von Paris geweihten Katholischen Kirche beginnt.[11]

Die Gastronomie Gleiszellens und die traditionellen Weinfeste in der Winzergasse sind ein bedeutender Tourismus- und Wirtschaftsfaktor.

VerkehrBearbeiten

Die Deutsche Weinstraße, die in diesem Bereich mit der Bundesstraße 48 identisch ist, verläuft östlich der Bebauung. Glelszellen-Gleishorbach ist über die Buslinie 540 im Verkehrsverbund Rhein-Neckar an das Nahverkehrsnetz angeschlossen. Nächstgelegener Bahnhof ist der derjenige in Bad Bergzabern.

Die Gemeinde liegt zudem am Radweg Deutsche Weinstraße und am Pfälzer Mandelpfad.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Friedrich Jossé (1897–1994), der Maler lebte lange im Ort und hat viele Aquarelle von der Südl. Weinstraße hinterlassen.
  • Hans Kindermann (1911–1997), Bildhauer, starb vor Ort.

WeblinksBearbeiten

Commons: Gleiszellen-Gleishorbach – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2020 liegt vor.]. S. 101 (PDF; 2,2 MB).
  3. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Gerhard Sommer: Gleiszellen-Gleishorbach: Zwei Beigeordnete neben neuem Ortschef. Die Rheinpfalz, 3. Juli 2019, abgerufen am 20. April 2020.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Wahl der ehrenamtlichen Orts- und Stadtbürgermeister
  7. Gerhard Sommer: Zur Sache II: Welche Ortschefs in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern wieder kandidieren. Die Rheinpfalz, 1. Oktober 2018, abgerufen am 20. April 2020.
  8. Herzlich willkommen in Gleiszellen-Gleishorbach. Ortsbürgermeister bis 2014. Wolfgang Hax, Gleiszellen-Gleishorbach, abgerufen am 20. April 2020.
  9. Dorfgeschichte. Kleine Dorfchronik, Jahr 1974. In: Geschichte von Gleiszellen-Gleishorbach und der Südpfalz. Wolfgang Hax, Gleiszellen-Gleishorbach, abgerufen am 20. April 2020.
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  11. Pfalz – Im Zeichen des Muskatellers. In: Der Deutsche Weinbau. Nr. 19, 23. September 2011.