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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Edesheim
Edesheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Edesheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 16′ N, 8° 8′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Edenkoben
Höhe: 151 m ü. NHN
Fläche: 16,32 km2
Einwohner: 2361 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67483
Vorwahl: 06323
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 021
Adresse der Verbandsverwaltung: Poststraße 23
67480 Edenkoben
Website: www.edesheim.de
Ortsbürgermeister: Christian Sternberger (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Edesheim im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild
Gesamtansicht – Blick vom Sieges- und Friedensdenkmal Edenkoben

Edesheim, pfälzisch Esem, ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Edenkoben an, innerhalb derer sie sowohl gemessen an der Einwohnerzahl als auch gemessen an der Fläche die zweitgrößte Ortsgemeinde darstellt. Edesheim ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Ortsgemeinde liegt im Modenbachtal östlich des Pfälzerwaldes, zwischen Neustadt an der Weinstraße und Landau, drei Kilometer südlich von Edenkoben, zwischen der Haardt – dem Ostrand des Pfälzerwaldes – und dem Rhein in der Region Weinstraße. Zudem umfasst das Gemeindegebiet insgesamt drei Exklaven im Pfälzerwald. Zu Edesheim gehören zusätzlich die Siedlung Eckel und die Wohnplätze Erlenmühle, Forsthaus Wolfseck Haus Guth, Aussiedlerhof, Raiffeisenweg 10, und Aussiedlerhof, Im Leiselfeld.[3] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Edenkoben, Venningen, Großfischlingen, Essingen, Knöringen, Roschbach, Hainfeld und Rhodt unter Rietburg.

ErhebungenBearbeiten

Die mittlere Exklave umfasst die Ostflanke des 581,3 m hohen Hermeskopfs. Innerhalb der am weitesten westlich liegenden Exklave liegt die Westflanke des 455,5 m hohen Birkenkopfs.

GewässerBearbeiten

Durch das Siedlungsgebiet fließt der Modenbach, der innerhalb der mittleren Waldexklave der Gemeinde entspringt und der die nördliche Grenze der am östlichsten gelegenen bildet. Letztere wird im Westen durch den Ziegelbach begrenzt. die am weitesten westlich liegende Exklave wird im Norden durch den Helmbach und im Westen durch den Grobsbach begrenzt. Durch Norden des Gemeindegebiets fließt der Leißelgraben, der weiter östlich Lachgraben genannt wird. Der äußerste Süden der Gemarkung wird vom Bruchbach durchflossen.

GeschichteBearbeiten

Bereits im Jahr 714 fand Edesheim unter der Bezeichnung „villa Auduino“ beziehungsweise „Auduinovilla“ Erwähnung in einer Urkunde der Abtei Weißenburg, die hier einen Herrenhof und zwei Kirchen besaß. 755 und 756 wurde der Name Autineshaim geschrieben, später Otdensheim, Ödesheim und Edesheim. Der Ort Edesheim gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Hochstift Speyer.

Während des Ersten Koalitionskriegs fand außerdem vor Ort ein Gefecht statt. Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Edenkoben zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Edesheim dem Landkommissariat Landau im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Landau zugeordnet.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Landau in der Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Edesheim am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde die Gemeinde der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Edenkoben zugeordnet.

ReligionBearbeiten

Die einst vor Ort ansässige jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Edesheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 2 8 6 16 Sitze
2009 3 8 5 16 Sitze
2004 3 8 5 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Edesheim e. V.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot der heilige Petrus, wachsend, in silbernem Gewand und blauem Mantel, mit goldener Gloriole, in der Rechten ein mit dem Bart nach oben gekehrter goldener Schlüssel, in der Linken ein rotes Buch mit goldenem Beschlag.“
Wappenbegründung: Das Wappen der Gemeinde Edesheim, welches schon seit 1493 geführt wird, zeigt St. Petrus in silbernem Gewand mit blauem Umhang auf rotem Grund. In der Rechten hält er einen nach links gewendeten goldenen Schlüssel, in der Linken ein gold eingefasstes rotes Buch. Das Haupt ist von einem goldenen Heiligenschein umgeben.[5]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturdenkmalerBearbeiten

Das Schloss Edesheim und die Ortskerne von Nieder-Edesheim sowie Ober-Edesheim sind jeweils als Denkmalzonen ausgewiesen. Ersteres wurde bereits vor dem Jahr 756 durch die Abtei Weißenburg erbaut. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss dann im Jahre 1694 vollständig zerstört und musste neu errichtet werden, lediglich die Wasseranlagen aus dem 12. Jahrhundert konnten erhalten werden. Nachdem das Schloss immer mehr an Bedeutung verlor, wurde es schließlich im Jahr 1748 abgerissen. Erst im 19. Jahrhundert wurde damit begonnen, das Schloss im zeitgemäßen Stil erneut zu errichten. Es wechselte mehrfach den Besitzer und wurde um das Jahr 2000 komplett saniert. Seitdem befindet sich in den Räumlichkeiten ein Hotel.

Hinzu kommen außerdem zahlreiche Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter das Schloss Kupperwolf. Es wurde von Franz Adam Baron von Holbach erbaut, dem Onkel des Aufklärers und Philosophen Paul Henri Thiry d’Holbach. Es wurde nach seinem späteren Besitzer, einem österreichischen General, benannt.

NaturBearbeiten

Die drei Waldexklaven sowie der westliche Teil des Siedlungsgebiet liegen im Naturpark Pfälzerwald, der wiederum Bestandteil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Vosges du Nord ist.

MusikBearbeiten

Die Ortsgemeinde verfügt über einen Lese- und Gesangsverein (gegründet 1869), sowie den MGV Concordia Edesheim, der im Jahr 1878 gegründet wurde.[6]

VeranstaltungenBearbeiten

Von 1968 bis 2011 wurde in Edesheim jährlich die Goldene Zeile überreicht.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang unter allen
rheinland-pfälzischen
Weinbaugemeinden
nach Rebfläche
Bestockte
Rebfläche 2017
(in ha)
Rebsorten
weiße  rote 
(in %)
Pfalz 23.652 65 35
Landau (Pfalz) 1 2.067 66 34
Neustadt (Weinstr.) 2 2.031 67 33
Billigheim-Ingenheim 4 843 62 38
Bad Dürkheim 6 819 68 32
Kirrweiler 14 589 67 33
Edesheim 17 505 61 39
Deidesheim 18 498 85 15
Wachenheim (Weinstr.) 20 473 75 25
Göcklingen 22 464 65 34
Freinsheim 25 437 61 39
Quelle: Faltblatt Weinbau 2018. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Bad Ems, Mai 2018

WirtschaftBearbeiten

Der Ort ist erheblich vom Weinbau geprägt und zählt zu den größten Weinbaugemeinden der Pfalz. Vor Ort befinden sich die Großlage Ordensgut sowie die Einzellagen Forst, Mandelhang, Rosengarten und Schloß. In Edesheim hat das Weingut Anselmann seinen Sitz. Im Zuge der Haingeraide war Edesheim außerdem an der sogenannten dritten Haingeraide beteiligt, die in der frühen Neuzeit aufgelöst und die teilweise der Gemeinde unterstellt wurde.

VerkehrBearbeiten

Straße

Durch die Gemeinde führen die Landesstraße 506 und 507. Außerdem liegt sie an der Buslinie 501 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die nach Landau und Neustadt an der Weinstraße führt. Durch den Osten der Gemarkung verläuft in Nord-Süd-Richtung die Bundesautobahn 65; in diesem Bereich befindet sich die Raststätte Pfälzer Weinstraße.

Schiene
 
Haltepunkt und früherer Bahnhof Edesheim

Der Haltepunkt und frühere Bahnhof Edesheim (Pfalz) liegt an der 1855 eröffneten Bahnstrecke Neustadt–Wissembourg und wird von den Linien RB 51 (Neustadt–Karlsruhe) und RB 53 (Neustadt–Wissembourg) bedient, sodass pro Stunde und Richtung zwei Züge vor Ort Halt machen. Die Station befindet sich am östlichen Siedlungsrand der Ortsgemeinde innerhalb einer lang gezogenen S-Kurve. Bis in die 1980er Jahre wurde der einstige Bahnhof zuletzt von Landau aus im Güterverkehr bedient.

Bei Umbaumaßnahmen wurde der Mittel- durch einen Seitenbahnsteig ersetzt und der Bahnhof als Haltepunkt zurückgebaut. Das frühere Gütergleis wurde inzwischen abgebaut. Das Empfangsgebäude entspricht der in der Pfalz üblichen Typenbauweise. Sein Kopfbau ist zur Bahnseite hin giebelständig. Die Fenster haben eine rechteckige Form. Das Bauwerk hat wie der frühere Güterschuppen keine Bedeutung mehr für den Bahnbetrieb und wird inzwischen als Restaurant genutzt.

InstitutionenBearbeiten

In Edesheim gibt es eine Grundschule, die den Namen des Ortes trägt und die zusätzlich für Großfischlingen sowie Kleinfischlingen zuständig ist. Zudem existieren vor Ort ein Kindergarten sowie im Westen der Gemarkung ein Freibad.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Alfred Metzger

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

 
Einblick in die Ludwigstrasse in Edesheim. Im Haus Nr. 4 steht auch heute noch das Geburtshaus von Paul Henri Thiry d’Holbach. Alte Postkarte aus dem Jahre 1940.

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Arnold Frey: Die Gemarkung Edesheim. Zur Agrar- und Forstgeschichte eines vorderpfälzischen Dorfes. Schriften des Heimat- und Kulturvereins Edesheim 9. Heimat- und Kulturverein Edesheim, Edesheim 2006, 200 S.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 102 (PDF; 2,2 MB).
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Rathaus Edesheim
  6. Männergesangverein „Concordia“ Edesheim (abgerufen am 21. April 2011)