Bornheim (Pfalz)

Gemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße, Deutschland

Bornheim (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die kleinste Ortsgemeinde darstellt. Bornheim ist durch die Aktion Pfalzstorch bekannt, die erfolgreich eine Wiederansiedelung des Weißstorchs betreibt und hier ihren Sitz hat.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Bornheim
Bornheim (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bornheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 13′ N, 8° 10′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Offenbach an der Queich
Höhe: 139 m ü. NHN
Fläche: 3,55 km2
Einwohner: 1543 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 435 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76879
Vorwahl: 06348
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 014
Adresse der Verbandsverwaltung: Konrad-Lerch-Ring 6
76877 Offenbach an der Queich
Website: www.storchendorf-bornheim.de
Ortsbürgermeisterin: Elke Thomas (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Bornheim im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Bornheim liegt wenige Kilometer vom Ostrand des Pfälzerwalds in den hügeligen Ausläufern des pfälzischen Weinbaugebiets naher der Deutschen Weinstraße. Westlich der Gemeinde breitet sich die Stadt Landau aus, östlich bestimmt die überwiegend als Grasland genutzte Niederung des etwa 3 km südlich an Bornheim vorbeifließenden Flüsschens Queich die nun flache Landschaft der Oberrheinischen Tiefebene. Durch die Gemeinde selbst fließt der Hofgraben, der etwa 15 km unterhalb von links in den Lingenfelder Altrhein mündet, eine alte Flussschlinge des Oberrheins.

Angrenzende Orte sind außer Landau im Uhrzeigersinn Essingen und Offenbach an der Queich.

GeschichteBearbeiten

Bornheim wurde im 10. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Von 1500 bis 1709 teilten sich das Hochstift Speyer und die Kurpfalz die Herrschaft, bis das Dorf im Rahmen eines Tauschgeschäfts ganz zur Kurpfalz kam und dort bis zur Französischen Revolution verblieb.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Bornheim in den Kanton Edenkoben eingegliedert und bildete eine eigene Mairie. 1815 hatte der Ort insgesamt 460 Einwohner. Im selben Jahr wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später gelangte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Zur selben Zeit wechselte die Gemeinde in den Kanton Landau. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Landau an; aus diesem ging das Bezirksamt Landau hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Landau in der Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bornheim innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte die Gemeinde am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. Seit 1972 gehört Bornheim der Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich an, die ihren Verwaltungssitz in Offenbach hat.

ReligionBearbeiten

2012 waren 39,8 % der Einwohner evangelisch und 39,2 % katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[2] Die Evangelischen gehören zur Evangelischen Kirche der Pfalz, die Katholiken zum Bistum Speyer. Protestantischerseits bildet der Ort zudem zusammen mit Dammheim und Essingen die Kirchengemeinde Essingen-Dammheim-Bornheim.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Bornheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019 3 5 8 16 Sitze
2014 3 7 6 16 Sitze
2009 3 8 5 16 Sitze
2004 4 6 6 16 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Elke Thomas (FWG) ist seit 21. August 2019 Ortsbürgermeisterin von Bornheim. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 72,8 % für fünf Jahre gewählt.[4] Ihre Vorgänger waren Karl Keilen (CDU), der im April 2012 zum Nachfolger des zuvor verstorbenen Ortsbürgermeisters Lothar Bach (CDU) gewählt wurde, und Dieter Hörner (CDU, Amtszeit 1989–2004).[5][6]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot ein silbernes Gemarkungszeichen in Form von zwei waagrechten dicken Balken, die in der Mitte durch einen schmäleren senkrechten Pfahl verbunden sind.“[7]
Wappenbegründung: Es wurde 1956 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1709.

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

OrtsbildBearbeiten

In der Ortsgemeinde existieren insgesamt sechs Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die protestantische Kirche.

Weitere Bauwerke, die das Ortsbild prägen, sind das Wachthaus von 1835, die Storchenscheune mit WebCams auf dem Dach und Weißstorch-Pflegestation, das Storchenzentrum, das Rathaus, der vom Bildhauer Gernot Rumpf geschaffene Saubrunnen, der Max-und-Moritz-Platz, der Hirtenplatz, das Schulhaus von 1868 und das Dorfgemeinschaftshaus.

Bei Wettbewerben zum Ortsbild erreichte die Gemeinde verschiedene Auszeichnungen:

Goldmedaille 1993
1995: 1. Platz auf Kreisebene, 1. Platz auf Bezirksebene, 5. Platz auf Landesebene
1999: 2. Platz in der Sonderklasse auf Kreisebene
2012: 2. Platz in der Sonderklasse auf Kreisebene

VereineBearbeiten

Ein überregional bekannter Verein ist die Aktion Pfalzstorch. Daneben gibt es den Boule-Club „Nooh draa“ Bornheim; dessen Vereinsmitglied Rolando Jecle nahm an den Deutschen Pétanque-Meisterschaften 2008 teil. Das Boulegelände am Sportplatz ist ganzjährig kostenlos nutzbar. Zudem existiert vor Ort ein Freizeitpark.

Weitere Vereine sind der Freundeskreis „Die Wachthäusler“, die Kinderinitiative Bornheim (KIB), der Diakonieverein Bornheim, der Feuerwehrverein St. Florian Bornheim und die Chorgemeinschaft Concordia.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Der BC Bornheim veranstaltet jährlich am 30. April und 1. Mai das sogenannte Hexennachtturnier. Eine Woche nach Pfingsten findet das Saubrunnenfest statt. Das Storchenfest der Aktion Pfalzstorch im Juli oder August ist mit einer „Versteigerung“ der Jungstörche verbunden; die Erlöse fließen in den Storchenschutz. Anfang September wird die Kerwe veranstaltet.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

 
Verwaltungszentrale der Hornbach Baumarkt AG

Bornheim ist durch den Weinbau geprägt und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Vor Ort befindet sich die Einzellage Neuberg.

Im Gewerbegebiet im südöstlichen Teil der Gemarkung befindet sich u. a. der Sitz der Zentrale der Hornbach Baumarkt AG. Der erste Baumarkt der Kette wurde 1968 in Bornheim eröffnet.

Seit 2006 finden auf einer früheren Bahnlinie (s. Abschnitt Verkehr) Draisinenfahrten statt, die dem Tourismus dienen. Der westliche Wendepunkt der Südpfalz-Draisine liegt auf Höhe des Gewerbegebiets Bornheim.

VerkehrBearbeiten

 
Schienen der Südpfalz-Draisine

Nördlich von Bornheim führt die Bundesstraße 272 (Landau–Speyer) vorbei, zu der es zwei Zufahrten gibt. Die B 272 mündet 2 km westlich an der Anschlussstelle Landau Nord in die Autobahn 65 (Ludwigshafen am RheinKarlsruhe). Die Kreisstraße 42 verläuft durch die Gemeinde. Der Ort ist über die Buslinie 539 an das Nahverkehrsnetz angeschlossen.

1872 wurde die durch das Gemeindegebiet verlaufende Bahnstrecke Germersheim–Landau eröffnet; nächstgelegener Bahnhof war auf dem Gemeindegebiet von Essingen der Bahnhof Dreihof, der als gemeinsame Station für Bornheim, Essingen und Offenbach an der Queich ausgelegt war. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts bestand zusätzlich ein Bahnhof im benachbarten Dammheim. Mangels Rentabilität wurden beide Betriebsstellen bereits einige Jahre vor der Einstellung des Personenverkehrs im Jahr 1984 aufgegeben. Die Schienenanlagen blieben weitgehend erhalten.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Albert Wilhelm Hornbach (1935–2015), Unternehmer[8]
  • Dieter Hörner (1941–2014), Politiker (CDU), von 1989 bis 2004 Ortsbürgermeister

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Egon Ehmer (Red.): Bornheim – Ein Dorf und seine Geschichte. Ortschronik. Hrsg.: Ortsgemeinde Bornheim. Bornheim 2004.
  • Egon Ehmer, Dieter Hörner (Hrsg.): Bornheim – Bilder und Geschichten erzählen aus vergangenen Tagen. Bilder und Texte. Geiger, Horb am Neckar 1995, ISBN 3-89570-020-7.

WeblinksBearbeiten

Commons: Bornheim – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012.
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Offenbach a.d.Queich, Verbandsgemeinde, erste Ergebniszeile. Abgerufen am 18. April 2020.
  5. Andreas Schlick: Bornheim: Ortsbürgermeister Karl Keilen hört auf. Die Rheinpfalz, 2. April 2019, abgerufen am 18. April 2020.
  6. CDU Bornheim: Karl Keilen ist Bürgermeisterkandidat – Liste für den Gemeinderat aufgestellt. Pfalz-Express, 28. Januar 2014, abgerufen am 18. April 2020.
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  8. Zum Tode eines prägenden Unternehmers. Hornbach Holding, 27. Februar 2015, abgerufen am 27. Februar 2020.