Schweigen-Rechtenbach

Gemeinde in Deutschland

Schweigen-Rechtenbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie entstand 1969 durch Zusammenlegung der Gemeinden Schweigen und Rechtenbach. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern an; gemessen an der Fläche ist die deren größte Ortsgemeinde und gemessen an der Einwohnerzahl ihre viertgrößte. Schweigen-Rechtenbach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort sowie Grenzort zu Frankreich.[2] In Schweigen-Rechtenbach beginnt seit den 1930er Jahren in Form des Deutschen Weintor die Deutsche Weinstraße, wodurch die Gemeinde überregionale Bekanntheit erlangte.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Schweigen-Rechtenbach
Schweigen-Rechtenbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Schweigen-Rechtenbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 3′ N, 7° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Bad Bergzabern
Höhe: 217 m ü. NHN
Fläche: 16,04 km2
Einwohner: 1362 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76889
Vorwahl: 06342
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 071
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Königstraße 61
76887 Bad Bergzabern
Website: www.schweigen-rechtenbach.de
Ortsbürgermeister: Dieter Geißer
Lage der Ortsgemeinde Schweigen-Rechtenbach im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild
Ortsbild von Schweigen-Rechtenbach

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Süden der Pfalz an der deutsch-französischen Grenze. Der Westen der Gemarkung ragt in den Wasgau hinein, wie der Südteil des Pfälzerwaldes und der sich anschließende Nordteil der Vogesen auch genannt wird. Zudem ist dieser Bereich Bestandteil des Oberen Mundatwaldes. Dort befindet sich außerdem das Langental. Der Osten des Gemeindegebiets gehört zum Haardtrand, alternativ Region Weinstraße genannt, das zur Obereinheit Nördliches Oberrheintiefland gehört.

Die Ortsgemeinde besteht aus den Ortsteilen Rechtenbach im Norden und Schweigen im Süden.[3] Baulich sind diese inzwischen zusammengewachsen, sodass eine räumliche Trennung mittlerweile nicht mehr möglich ist. Auf französischer Seite ihr gegenüber liegt Wissembourg. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Oberotterbach, Schweighofen, Wissembourg und Bobenthal.

ErhebungenBearbeiten

Im Westen der Gemarkung befinden sich mehrere Erhebungen des Pfälzerwaldes. Im äußersten Norden der Gemarkung erstreckt sich die 402 m ü. NHN hohe Steinbühl; nordwestlich von ihr erhebt sich der 503 m ü. NHN hohe Schloßberg, dessen Südostflanke Teil der Gemeindegemarkung ist. Etwas weiter westlich befinden sich der Hohe Kopf (497 m ü. NHN) und der Obere Kirchberg. Näher am Siedlungsgebiet erstrecken sich der Pitzberg, unmittelbar nordwestlich von Rechtenbach der Wachtberg und in der Nähe der Grenze zu Frankreich der Hasenberg.

GewässerBearbeiten

Der Rußbach fließt in Nordwest-Südost-Richtung mitten durch den Ortsteil Rechtenbach. Im äußersten Westen bildet der Reisbach die Gemarkungsgrenze zu Bobenthal. Der Otterbach streift den nördlichen Rand der Gemarkung.

GeschichteBearbeiten

Schweigen-Rechtenbach wurde im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform am 7. Juni 1969 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Schweigen und Rechtenbach neu gebildet.[4] Seither liegt sie im Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde sie zudem Bestandteil der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern.

ReligionBearbeiten

Zur Neugründung der in der Reformationszeit untergegangenen katholischen Pfarrei Schweigen stiftete der königlich französische Präfekt Johann Jakob Menweeg, um 1685, 20.000 Gulden aus seinem Privatvermögen.[5]

Ende des Jahres 2013 waren 47,4 Prozent der Einwohner evangelisch und 29,8 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[6] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer und unterstehen dort dem Dekanat Landau, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Schweigen-Rechtenbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019 5 4 7 16 Sitze
2014 4 6 6 16 Sitze
2009 4 5 7 16 Sitze
2004 4 4 8 16 Sitze

FWG = Freie Wählergruppe Schweigen-Rechtenbach e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Im Juni 2014 wurde Dieter Geißer (FWG) zum Nachfolger von Helmut Geißer (FWG) gewählt.[8] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 65,35 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[9]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geteilt und unten gespalten, oben in Schwarz ein rotbedachtes goldenes Tor mit goldenem Steg, mit beiderseits anschließendem niedrigerem Anbau in gleicher Tinktur, darin drei schwarze Zugänge, unten links in Grün eine bestielte goldene Traube, unten rechts in Silber drei grüne Bäume auf nach links verschobenem grünem Dreiberg.“[10]
Wappenbegründung: Es wurde 1970 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und enthält Elemente der alten Wappen von Schweigen und Rechtenbach.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

 
Deutsches Weintor
 
Blick vom Friedhof Richtung Frankreich

In Schweigen-Rechtenbach befinden sich insgesamt 15 Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter das Deutsche Weintor. Es wurde 1936 unter der Regie der Landauer Architekten August Josef Peter und Karl Mittel erbaut, um das Weinbaugebiet Pfalz bekannter zu machen.

NaturBearbeiten

Auf der Gemarkung der Gemeinde befinden sich die Naturschutzgebiete Haardtrand – Am Hasenberg und Haardtrand – Am Wachtberg. Mit zwei Linden in der Hauptstraße befindet sich vor Ort zudem ein Naturdenkmal

VereineBearbeiten

Neben dem ADAC OC Deutsches Weintor e. V., dem Verein 1. Deutscher Weinlehrpfad, dem ASV Schweigen-Rechtenbach und dem Jugendorchester Schweigen-Rechtenbach zählt ebenso der SV Schweigen-Rechtenbach 1929 e. V. mit Sportanlage auf dem hiesigen Wachtberg zu den an Mitgliederzahl größten örtlichen Vereinen.

RittersteineBearbeiten

Auf der Waldgemarkung der Gemeinde befinden sich insgesamt drei Rittersteine. Ritterstein 6 hat die Aufschrift Schanze 1704 und verweist auf eine Schanze aus dem Spanischen Erbfolgekrieg hin. 7 Wegscheid markiert einen Treffpunkt von insgesamt fünf Wegen. Ritterstein 8 trägt die Bezeichnung Mundathütte.

VeranstaltungenBearbeiten

Am 31. August 2008 war Schweigen-Rechtenbach Eröffnungsort des Erlebnistags Deutsche Weinstraße; das Motto lautete „Goldige Pfalz“.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

 
Weinberge in Schweigen-Rechtenbach
Weinbau

Schweigen-Rechtenbach ist ein Winzerort und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Vor Ort befinden sich die Großlage Guttenberg sowie die zwei Einzellagen, die beide jeweils die Bezeichnung Sonnenberg tragen. In der Gemeinde haben die Weingüter Friedrich Becker und Bernhart ihren Sitz, die beide zum Verband Deutscher Prädikatsweingüter gehören. Vor dem Umzug nach Ilbesheim bei Landau war die Gemeinde außerdem Hauptsitz der Winzergenossenschaft Deutsches Weintor.

Eine weitere Institution bildet der 1. Deutsche Weinlehrpfad am Schweigener Sonnenberg. Der rund einen Kilometer lange Weg wurde 1969 eröffnet; er bietet einen Einblick in die Geschichte des Weinbaus, wie beispielsweise die verschiedenen Traditionen des Anbaus, die Arbeit im Weinberg oder der Einfluss von Böden und Klima.

Als Kuriosum ist zu erwähnen, dass einige Schweigener Winzer aufgrund alter Pachtverträge auch Wein auf französischer Seite heranwachsen lassen. So können deutsche Winzer geographisch geschützte Weine wie „Crémant d’Alsace“ produzieren.

Andere Bereiche

Die Gemeinde gehört zum Geschäftsgebiet der VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau. Zudem existiert vor Ort das Wirtshaus Elwetritsch.

VerkehrBearbeiten

 
Bundesstraße 38 in Schweigen-Rechtenbach

Durch Schweigen-Rechtenbach verläuft in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 38 nach Landau in der Pfalz, die in diesem Bereich mit der Deutschen Weinstraße identisch ist. Östlich von Schweigen zweigt die Landesstraße 546 nach Minfeld ab und östlich von Rechtenbach die Kreisstraße 27; beide führen nach Schweighofen. Die Kreisstraße 28 führt mitten durch Schweigen; die beginnt und endet jeweils an der Bundesstraße und verläuft ringförmig.

Die Gemeinde ist über die Buslinie 543 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die die beiden Bahnhöfe Bad Bergzabern und Wissembourg miteinander verbindet, an das Nahverkehrsnetz angeschlossen.

TourismusBearbeiten

Schweigen-Rechtenbach ist gut eingebunden in das rheinland-pfälzische Radwander- und Wanderwegenetz. So beginnen beziehungsweise enden sowohl der Kraut und Rüben-Radweg als auch der Radweg Deutsche Weinstraße in Schweigen-Rechtenbach. Auch die Fernwanderwege Pfälzer Mandelpfad, Pfälzer Weinsteig und Pfälzer Waldpfad binden die Ortsgemeinde an, deren südlichen Endpunkt sie bildet.[11] Zudem liegt Schweigen-Rechtenbach an dem mit einem gelben Balken markierten Fernwanderweg Pirmasens-Belfort.

Darüber hinaus verläuft durch die Waldgemarkung ein Wanderweg, der mit einem blauen Kreuz gekennzeichnet ist und der von Niederhausen bis zum Sankt Germanshof führt.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Schweigen-Rechtenbach – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2020 liegt vor.]. S. 160 (PDF; 3 MB).
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 178 (PDF; 2,8 MB).
  5. Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des königlich bayerischen Rheinkreises Band 1, S. 457, F. C. Neidhard, Speyer 1836; (Digitalscan)
  6. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. http://www.rheinpfalz.de/lokal/landau/artikel/stichwahl-dieter-geisser-neuer-ortsbuergermeister/
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Bad Bergzabern, Verbandsgemeinde, 19. Ergebniszeile. Abgerufen am 23. April 2020.
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  11. Tourenplanung Pfalz. Tourenplaner Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 17. November 2013.