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Herxheim bei Landau/Pfalz

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Herxheim bei Landau/Pfalz
Herxheim bei Landau/Pfalz
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Herxheim bei Landau/Pfalz hervorgehoben
Koordinaten: 49° 9′ N, 8° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Herxheim
Höhe: 129 m ü. NHN
Fläche: 29,12 km2
Einwohner: 10.588 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 364 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76863
Vorwahl: 07276
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 038
Adresse der Verbandsverwaltung: Obere Hauptstraße 2
76863 Herxheim
Website: www.herxheim.de
Ortsbürgermeister: Franz-Ludwig Trauth (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Herxheim bei Landau/Pfalz im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild
Klingbach innerhalb von Herxheim

Die Ortsgemeinde Herxheim bei Landau/Pfalz (pfälzisch Herxe(m)) in Rheinland-Pfalz ist bezogen auf die Einwohnerzahl die größte Kommune im Landkreis Südliche Weinstraße. Herxheim ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Ortsgemeinde liegt in der Oberrheinischen Tiefebene im Osten des Landkreises Südliche Weinstraße. Sie besteht aus dem Kernort Herxheim sowie dem im Süden des Gemeindegebiets befindlichen Ortsteil Hayna, die durch ein Waldgebiet voneinander getrennt sind. Im Osten der Gemarkung liegt zudem der Weiler Sandhof. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Offenbach an der Queich, Ottersheim bei Landau, Knittelsheim, Herxheimweyher, Rülzheim, Hatzenbühl, Erlenbach bei Kandel, Insheim und Landau in der Pfalz.

GewässerBearbeiten

Zentrales Gewässer vor Ort ist der in West-Ost-Richtung fließende Klingbach. Inmitten eines Gewerbegebiets im Südosten der Gemeinde nimmt der als Entwässerungsgraben angelegte Rottenbach seinen Anfang. Im äußersten Osten der Gemeinde an der Grenze zur Herxheimweyher nimmt er von rechts den etwas weiter südlich fließenden Saugraben auf.

GeschichteBearbeiten

Das Gebiet von Herxheim war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Westlich von Herxheim wurden mit der Grubenanlage von Herxheim Reste einer etwa 7000 Jahre alten Siedlung entdeckt. Im 6. Jahrhundert gründen fränkische Siedler den Ort. Erstmals erwähnt wird Harieschaim 773 in einer Urkunde für das Kloster Weißenburg, als ein Sigibald seinen Besitz dem Kloster überschreibt. Im Rahmen des sogenannten „Weißenburger Klosterraubes“ (985/991) entrissen die Salier Herxheim und andere Besitzungen dem Kloster. Unter dem Saliern wird im Jahr 1004 auf dem Kirchberg eine Kirche errichtet, von der sich der untere Teil des Glockenturms erhalten hat. 1057 gelangte Herxheim durch eine Schenkung des salischen Kaisers Heinrich IV. wieder in geistlichen Besitz, nämlich an das Hochstift Speyer. Bei diesem verblieb Herxheim rund 600 Jahre und unterstand innerhalb diesem dem Oberamt Lauterburg.

Nach dem Frieden von Nimwegen 1678/79 fiel Herxheim mit allen Gemeinden südlich der Queich an Frankreich. Ab 1798, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war die Gemeinde in den Kanton Landau im Departement des Niederrheins eingegliedert. 1814 hatte die Gemeinde insgesamt 2.675 Einwohner. Ein Jahr später gehörte der Ort zunächst zu Österreich. 1816, nach dem Wiener Kongress, wurde die Pfalz zur achten Provinz des Königreiches Bayern. Herxheim gehörte ab 1818 – weiterhin als Bestandteil des Kantons Landau zum Landkommissariat Landau; aus diesem ging 1862 das Bezirksamt Landau hervor. Während der Zugehörigkeit zu Bayern wurden das Schulhaus eingeweiht (1824), die erste Tabakfabrik gegründet (1879) und die Bahnlinie Herxheim–Landau eröffnet (1898).

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Landau in der Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Herxheimweyher innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz, womit die bayerische Zeit endete. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. Drei Jahre später wurde er Sitz der ebenfalls neu gebildeten gleichnamigen Verbandsgemeinde. Am 17. März 1974 wurde der bis dahin selbständige Nachbarort Hayna eingemeindet.[3]

ReligionBearbeiten

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
hier steht nur was zum (historischen) Judentum
Hilf der Wikipedia, indem du sie recherchierst und einfügst.

Vor Ort befand sich ab 1842 eine Synagoge, die 1938 den Novemberpogromen zum Opfer fiel. Die in Herxheim lebenden Juden wurden in Rülzheim begraben.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Herxheim besteht aus 28 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU GRÜNE FWG Gesamt Wahl-
beteiligung
2014 6 13 3 6 28 Sitze 56,82 % [4]
2009 7 15 6 28 Sitze 59,0 % [5]
2004 5 15 2 6 1 28 Sitze 2 62,6 % [6]
1999 4 13 1 24 Sitze 68,2 % [6]
1 Gesamtergebnis zweier Wählergruppen mit je 3 Sitzen
2 Erhöhung der Sitzanzahl auf 28 aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl (gem. Gemeindeordnung Rheinland-Pfalz)

BürgermeisterBearbeiten

Der ehrenamtliche Ortsbürgermeister wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von 5 Jahren gewählt.

Bei der Wahl am 7. Juni 2009 wurde der parteilose Franz-Ludwig Trauth als Kandidat der CDU mit 59,0 Prozent gewählt.[7] Wie sein Vorgänger Elmar Weiller war er damit sowohl Bürgermeister der Verbandsgemeinde und der Ortsgemeinde Herxheim. Bei der Wahl am 25. Mai 2014 wurde Trauth ohne Gegenkandidat mit 69,19 Prozent Zustimmung als Ortsbürgermeister bestätigt.[8]

JugendparlamentBearbeiten

Als erste Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße hat Herxheim im Mai 2000 ein Jugendparlament eingeführt. Es kümmert sich um die Belange von Jugendlichen aus der Ortsgemeinde und umfasst zwölf Mitglieder, die bei der Aufstellung zur Wahl zwischen 14 und 18 Jahren alt sein müssen. Die Wahl erfolgt im Abstand von zweieinhalb Jahren mittels Mehrheitswahl.[9]

Das Jugendparlament hat u. a. die Möglichkeit, Veranstaltungen zu organisieren. Beispielsweise Podiumsdiskussionen für Jugendliche anlässlich von Bundestags- oder Kommunalwahlen.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Im von Silber und Blau geteilten Schild eine heraldische Lilie mit verwechselten Farben, oberes Ende begleitet von zwei goldenen Sternen.“[10]

Genehmigung: 20. Februar 1923, Bayerisches Staatsministerium des Innern, München

Wappenbegründung: Die Anfänge des Herxheimer Wappens gehen auf das späte 17. und das frühe 18. Jahrhundert zurück.

Nach dem Frieden von Nimwegen (1679) war das Gebiet südlich der Queich unter die Oberherrschaft Frankreichs gekommen. Dazu gehörte auch das fürstbischöflich speyerische Oberamt Lauterburg, zu dem Herxheim zählte. Einige Rechte verblieben dem Fürstbischof. Die Franzosen versuchten, die Bevölkerung für sich zu gewinnen. Der Fürstbischof versuchte seinerseits, durch größeres Entgegenkommen als bisher seine Untertanen sich gewogen zu halten. Das könnte ein Grund gewesen sein, der Gemeinde Herxheim ein Siegel für das Dorfgericht zu verleihen. Mit der Aufnahme der Lilie in das neue Gerichtssiegel dürfte sowohl an die Zugehörigkeit Herxheims zum Hochstift Speyer mit seinem Mariendom als auch zugleich an die Lilien der französischen Bourbonen, deren mächtigster Vertreter Ludwig XIV. nun der oberste Herr auch über Herxheim war, erinnert worden sein.

Die erste Darstellung der Lilie in Herxheim und damit für alle sichtbar erfolgte im Eckständer des ehemaligen Gemeindehauses Untere Hauptstraße 132, das 1716 errichtet wurde. Die erste Urkunde, in der das Herxheimer Gerichtssiegel mit der Lilie und sieben darüber angedeuteten Sternen bzw. einer siebenperligen Krone erscheint, stammt aus dem Jahr 1733.

Zu dem heute noch gültigen Aussehen des Herxheimer Wappens kam es Anfang der 1920er Jahre. Nach langer Diskussion einigte man sich darauf, die Lilie auch in dem neuen Wappen zu verwenden. Grund war in erster Linie die frühere Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer – die Lilie ist das Symbol der Gottesmutter, der Patronin des Domstifts. Hinsichtlich der verwendeten Farben Silber und Blau orientierte man sich sowohl an den Farben des Domstifts als auch an denen der früher hier ansässigen Familie Holzapfel von Herxheim.

In Anlehnung an das aus dem Jahr 1733 stammende Siegel mit der siebenperligen Krone wurde die Lilie mit zwei goldenen Sternen „geschmückt“.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Partnerschaften werden mit Ilfracombe in England und Saint-Apollinaire in Frankreich unterhalten.

ArchäologieBearbeiten

 
Schädel aus den Herxheimer Funden. Er befindet sich im Museum des Institutes für Geowissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Im Zeitraum von 1996 bis 1999 wurde im Vorfeld des Gewerbegebietes West eine Siedlung der Linearbandkeramischen Kultur ausgegraben. Wegen ungewöhnlicher Ergebnisse wurden die Grabungen in den Jahren 2005 und 2006 fortgesetzt. Die Untersuchungen dauern an.[11] Die Siedlung bestand von der Älteren Bandkeramik (Phase Flomborn) bis in die Jüngste Bandkeramik, nämlich etwa 5300–5150 v. Chr.

Südlich davon wurde eine Vielzahl von Gruben festgestellt, die so dicht beieinander lagen und sich immer wieder überschnitten, dass zunächst der Eindruck zweier um das Dorf laufender Gräben entstand. Dieses Grabensystem ist später als Erdwerk erkannt worden. In den Gruben, die dem jüngsten Abschnitt zuzuordnen sind, lagen eine Vielzahl menschlicher Knochen, vielfach zerschlagen, fast immer aus dem anatomischen Verband gelöst. Die Zahl von mindestens 450 Schädeln (bei noch nicht abgeschlossener Ausgrabung der Grubenanlage) belegt, dass in Herxheim sehr viel mehr Menschen bestattet wurden, als dort innerhalb der jüngsten Phase der Bandkeramik gewohnt haben können. In den Gruben fanden sich außerdem zahlreiche andere Funde, wie Töpferware, Silex oder Mahlsteine, die vielfach ebenfalls bewusst zerstört wurden.[12]

Die Untersuchung der von Kalksinter gereinigten Knochen und der daran befindlichen Schnittspuren brachte Bruno Boulestin, einen Anthropologen der Universität Bordeaux, zu der Vermutung, dass die gefundenen Knochen Reste kannibalischer Mahlzeiten seien. Die Schnittspuren weisen darauf hin, dass die Haut abgezogen wurde, Sehnen durchtrennt wurden, um Gliedmaßen abzutrennen und Körperteile systematisch entfleischt wurden. Die Spuren seien solchen vergleichbar, die man an den Knochen geschlachteter Tiere findet. Ebenso deuten Analysen des in den Knochen enthaltenen Kollagens eindeutig darauf hin, dass dieses durch Kochen erhitzt und dabei teilweise zerstört worden ist. Desgleichen werden Brandspuren an einigen Schädeln dahin gehend gedeutet, dass diese Schädel durch kurzzeitig einwirkende Feuerhitze geschädigt wurden. Denn brandtypische Verfärbungen ließen sich nur an den Vorderzähnen finden, nicht aber an den Backenzähnen. Die an der Untersuchung beteiligten Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass derartige Spuren stets entstehen, wenn sich die Lippen eines Menschen durch das Verbrennen aufrollen und die Vorderzähne freilegen, während die Backenzähne meistens durch das dickere Muskelfleisch der Wangen besser vor der Feuereinwirkung geschützt seien. Ein Massaker konnte aufgrund des Fehlens von Kampfverletzungen ausgeschlossen werden. Denkbar wären also rituelle Opferungen oder Tötungen Gefangener.

Die Archäologin Andrea Zeeb-Lanz wies darauf hin, dass ein echter Beweis der Kannibalismus-These, wie der Nachweis menschlichen Myoglobins in Fäkalien, nicht vorliege. Außerdem würde die Zahl der Toten bezogen auf die Dauer der Besiedelung bedeuten, dass für Jahre Menschenfleisch ein Hauptnahrungsmittel der Bandkeramiker gewesen sei. Die Untersuchung der Isotope Strontium-86 und Strontium-87 in dem Zahnschmelz von 54 Individuen zeigte, dass diese aus granitreichem Bergland stammten. Sie waren also keine Bandkeramiker, die aus landwirtschaftlichen Gründen nur auf lössreichen Talebenen siedelten.[13]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Kirchberg mit Kirche St. Maria Himmelfahrt und Kriegergedächtniskapelle. In der Dorfmitte erhebt sich nördlich der Unteren Hauptstraße der Kirchberg mit Kirche und Kriegergedächtniskapelle. Der älteste erhaltene Teil der Kirche ist der Kirchturmstumpf von 1004. Der netzgewölbte Chor (1507) und die oberen Turmgeschosse (Glockengeschoss von 1585) sind spätgotisch, das Langhaus wurde 1776/77 errichtet. Unterhalb der Kirche steht die Kriegergedächtniskapelle. Es handelt sich um ein eingeschossiges langgestrecktes Gebäude mit klassizistischen Elementen wie einem Vorbau mit Dreiecksgiebel. 1831 wurde das Gebäude als Wacht- und Arresthaus erbaut. An seiner Stelle befand sich bis dahin das Rathaus. In den Jahren 1921 und 1922 wurde das Wachthaus zu einer Kriegergedächtniskapelle umgebaut.
  • Villa Wieser. 1856/57 ließ Leonhard Peters in der Ortsmitte, gegenüber dem heutigen Rathaus, ein neubarockes Schlösschen erbauen. Die Villa Wieser ist ein zweigeschossiges Wohnhaus mit Mansardwalmdach, Türmchen und neogotischem Anbau. Zur Oberen Hauptstraße hin wird das Anwesen von zwei klassizistischen Vorbauten (um 1850) flankiert. Zwischen beiden befindet sich heute der vom Bildhauer Gernot Rumpf gestaltete Dorfbrunnen.
  • Insgesamt acht Kapellen – darunter die Landauer Kapelle – bilden einen Kapellenkranz rund um Herxheim.

MuseenBearbeiten

Vor Ort existiert das im November 2004 eröffnete Museum Herxheim, das die Dauerausstellung „Steinzeit im Scheunenkeller“ beinhaltet, die wiederum der Bandkeramik und ihren örtlichen Funden gewidmet ist.

SportBearbeiten

Die Sondersportanlage Waldstadion ist eine Mehrzweckanlage für Pferderennsport, Motorradrennen und Fußball.

Überregional bekannt ist Herxheim durch die dort stattfindenden Motorradrennen. Das Waldstadion bietet eine 1.000-m-Sandbahn, auf der u. a. jährlich an Christi Himmelfahrt das so genannte Vatertagsrennen stattfindet, an welchem meistens die Weltspitze der Langbahn-Fahrer teilnimmt. Mehrfach (1984, 1990, 1996, 2001) war das Waldstadion schon Austragungsort der Langbahn-Weltmeisterschaft sowohl der Solo- als auch der Gespannklasse. Veranstalter der Rennen ist die Motorsportvereinigung Herxheim (MSVH), für die u. a. auch der mehrfache Langbahn-Weltmeister Gerd Riss gestartet ist.

Die Fußballmannschaft des SV Viktoria Herxheim spielte einige Jahre in der Oberliga Südwest und nahm 1991/92 am DFB-Pokal teil.

Das Waldstadion bietet eine 1100 Meter lange Grasbahn für Galopprennen, sowie eine 1000 m Sandbahn für Trabrennen. Beide Bahnen sind Linkskurs. Der Renn- und Reitverein Südliche Weinstraße Herxheim verfügt zudem über eine 900 m Galopp-Trainings-Sandbahn und veranstaltet Pferderennen.

TheaterBearbeiten

Herxheim ist Sitz des Chawwerusch Theaters.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

 
Tabaktrockenschuppen am Bruchweg

Herxheim ist nach wie vor stark von der Landwirtschaft geprägt. Im Gemeindegebiet sind zahlreiche, meist hölzerne Tabakschuppen erhalten geblieben. Um 1860 wurde in Herxheim der Tabakanbau eingeführt. Die älteren Hochschuppen befinden sich in der Regel auf dem Hofgelände, neuere Flachschuppen stehen meist am Ortsrand oder direkt auf den Feldern. Am Bruchweg bilden mehrere ältere Schuppen die einzige beidseitig bebaute Schuppenstraße. Nach dem Ende der Subventionen für Tabakanbau von Seiten der EU ist dieser Wirtschaftszweig, der durch seine markanten Schuppen zum Trocknen des Tabaks jahrzehntelang das Ortsbild geprägt hat, vollständig zum Erliegen gekommen. Stark vertreten ist der Anbau von Gemüse mitsamt nachgelagerter Branchen wie Gemüsegroßhandel und -logistik.

Ab den 1950er Jahren war die Gemeinde Standort von Akkord-Radio, bis das Unternehmen in der Folgezeit von anderen Firmen übernommen wurde. Zudem ist sie Sitz des Busunternehmens Hetzler Busreisen, der Business Unit Electrical Heaters der Eberspächer-Gruppe. Die Eberspächer catem GmbH & Co. KG hat ihren Sitz im Gewerbegebiet West. Zudem befinden sich in Herxheim zwei große Einrichtungshäuser, Ehrmann-Gilb und Weber. Bereits seit 1911 besteht die Süßwarenfabrik Eugen Trauth & Söhne, die ihre Produkte wie z. B. Schokoküsse überwiegend im Direktverkauf vermarktet.[14] Im Ortsteil Hayna befindet sich mit dem Restaurant Zur Krone, Küchenchef Karl-Emil Kuntz, ein mit einem Michelin-Stern und 18 von 20 möglichen Gault Millau-Punkten bewertetes Gourmet-Restaurant.

VerkehrBearbeiten

Herxheim ist über die Autobahn 65 an das Fernstraßennetz angebunden. Aus Richtung Norden kommend gelangt man über die Anschlussstelle Nr. 19 (Rohrbach), aus Richtung Süden kommend über die Anschlussstelle Nr. 20 (Kandel-Nord) dorthin.

Herxheim ist durch Buslinien nach Landau (555), Kandel (554) und Rülzheim (555, 557) angebunden. Die Buslinien sind mit den dortigen Bahnhöfen vertaktet. Innerhalb der Verbandsgemeinde Herxheim verkehrt ein Ruftaxi (Linie 5929).

Von 1898 bis 1983 fuhren Personenzüge auf der Eisenbahnstrecke zwischen Landau und Herxheim, eine Reaktivierung und Weiterführung bis Rülzheim wurde im Jahr 2003 vom Land Rheinland-Pfalz untersucht, vorerst aber abgelehnt. Ein Trassensicherungsabkommen besteht jedoch noch.

BildungBearbeiten

Seit 1995 existiert das Gymnasium im PAMINA-Schulzentrum Herxheim.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Elmar Weiller (1939–2017), Altbürgermeister, ab 2009

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Jakob Friedrich Bussereau (1863–1919), katholischer Geistlicher, Ordensgründer und Gründer des St. Paulusstiftes in Herxheim
  • Michael Bauer (* 1947), Journalist und Autor, wohnt seit 1995 in Herxheim
  • Rosi Eichenlaub (* 1958), Fußballspielerin, spielte von 1987 bis 1989 beim SV Viktoria Herxheim
  • Karl-Emil Kuntz (* 1958), Koch, betreibt im Ortsteil Hayna das Restaurant Zur Krone
  • Gerd Riss (* 1965), mehrfacher Motorrad-Weltmeister auf der Sandbahn (Langbahn)
  • Drangsal (* 1993), Musiker, wuchs vor Ort auf[15]
  • Ferdinand Dudenhöffer (* 1951), Professor, wuchs vor Ort auf
  • Monika Kleebauer, Trägerin des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz

LiteraturBearbeiten

  • 1225 Jahre Herxheim : Streifzüge durch die Geschichte des südpfälzischen Großdorfs. Heimatverein, Herxheim 1998, ISBN 3-9804888-1-0.
  • Andrea Zeeb-Lanz u. a.: Die bandkeramische Siedlung mit "Grubenanlage" von Herxheim bei Landau (Pfalz), erste Ergebnisse des DFG-Projektes. In: Varia neolithica. Beier und Beran, Langenweissbach 2006. ISBN 3-937517-43-X
  • Egon Ehmer: Flur- und Strassennamen von Herxheim und Hayna. Heimatverein, Herxheim 1996, ISBN 3-9804888-0-2.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 179 (PDF; 2,6 MB).   Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  4. Kommunalwahlen: Wahlergebnisse 2014: Gemeinderatswahlen Herxheim bei Landau/Pf. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 9. Juni 2014.
  5. Kommunalwahlen: Wahlergebnisse 2009: Gemeinderatswahlen Herxheim bei Landau/Pf. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 9. Juni 2014.
  6. a b Kommunalwahlen: Ergebnisse der Ratswahlen: Wahlergebnisse 2004: Gemeinderatswahlen: Herxheim bei Landau/Pf. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 9. Juni 2014.
  7. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahlen, Termine und Ergebnisse der Direktwahlen, Landräte und Bürgermeister ab 2009
  8. Wahlergebnis Ortsbürgermeister Herxheim 2014, Endergebnis. Verbandsgemeinde Herxheim, abgerufen am 9. Juni 2014.
  9. http://www.jupa-herxheim.de/8-news/32-bericht-wahlen-zum-7-jupa.html
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Gräber, Neustadt a.d. Weinstraße 1988. ISBN 3-9801574-2-3.
  11. „Die Menschenschlachter von Herxheim“ Artikel von Angelika Franz in spiegel.de vom 7. Dezember 2009
  12. „Mass cannibalism in the Linear Pottery Culture at Herxheim“ - Free Online Library (englisch)
  13. „Rituelle Massaker - oder Kannibalismus“ - Artikel von Hans Holzhaider in SZ online vom 3. Juni 2011
  14. Nanette Buhl: Ein Traum aus Schaum – Die Schokokuss-Legende aus der Pfalz, SWR Fernsehen, Made in Südwest vom 10. Oktober 2018
  15. Drangsal sagte im April 2018 in einem Interview: "Mein größter Tag war, als ich sah, dass ich im Wikipedia-Artikel von Herxheim unter 'Personen, die vor Ort gewirkt haben' aufgeführt werde." (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=WFUgatwDie0 ab 7:44 min)