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GeographieBearbeiten

Insheim liegt in der Südpfalz. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Landau in der Pfalz, Herxheim bei Landau/Pfalz, Erlenbach bei Kandel, Steinweiler, Rohrbach (Pfalz) und Impflingen.

GeschichteBearbeiten

Bei Baggerarbeiten für eine Baustraße im Baugebiet Ober den Baumgärten kamen am 24. April 2012 zwei menschliche Skelette zum Vorschein. Bei der Besichtigung der Fundstelle wurden insgesamt zehn Gräber festgestellt. Da es sich, der Knochenstruktur zufolge, um sehr alte Knochen handeln dürfte, wurde die Generaldirektion Kulturelles Erbe, Speyer unterrichtet, dessen verantwortlicher Grabungsleiter vor Ort feststellte, dass gerade ein frühmittelalterliches Gräberfeld aus dem 7. Jahrhundert entdeckt worden war.[2] Bereits zuvor hatten Ausgrabungen, die zwischen den Jahren 2000 und 2002 durchgeführt wurden, eine Besiedelung in der Gemarkung Insheim bereits vor der ersten urkundlichen Erwähnung bestätigt.

Diese erfolgte im Jahr 782 durch eine Ackerschenkung an das Kloster Lorsch. Dort ist von Ansilheim die Rede, was so viel bedeutet wie „Ansiedlung“. Eines der ältesten befestigten Häuser war das Zehnthaus (zurzeit in Privatbesitz). Später im 13. Jahrhundert war der Ort im Besitz des Klosters Klingenmünster.

Nach dem Friedensschluss von Luneville am 9. Februar 1801 zwischen Frankreich und Österreich wurde der Ort Frankreich zugeschlagen. Erst 1816 kommt es dann zum Königreich Bayern.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

(Stand: 31. Dezember 2006)

Die Bevölkerung verteilt sich wie folgt:

Kriterium Einwohneranzahl
Gesamte Einwohnerzahl 2175
Männlich 1057
Weiblich 1118

BodennutzungBearbeiten

Kriterium Prozent der gesamten Fläche
Gesamte Fläche 100 %
Landwirtschaftlichsfläche 60,7 %
Waldfläche 20,1 %
Wasserfläche 0,6 %
Siedlungs- und Verkehrsfläche 18,6 %

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Insheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU GRÜNE FWG Gesamt
2019 3 4 3 6 16 Sitze
2014 3 6 2 5 16 Sitze
2009 3 6 2 5 16 Sitze
2004 3 6 1 6 16 Sitze

WappenBearbeiten

Die Bedeutung des Insheimer Wappens ist ungeklärt. Eine mögliche Deutung durch Historiker ist nicht die Symbolisierung eines Sterns, sondern eines Wagenrades. Dieses symbolisiert in der Heraldik den Handel, der in Insheim dank der günstigen Lage stark ausgeprägt war.

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Rathaus Insheim
  • Zeppelinplatz mit Zeppelinbrunnen – Der Platz wurde im Jahr 2000 errichtet. Vorher diente das bis dahin unbebauten Grundstück als Abstellfläche. Heute ist der Zeppelinplatz Festplatz für die Veranstaltungen im Dorf, wie beispielsweise der Weihnachtsmarkt. Der Platz wurde zudem von der Bevölkerung als Kommunikationstreff angenommen.
  • Rathaus – Das Insheimer Rathaus wurde 2003–2005 renoviert und beherbergt nun neben Ratssaal und Bürgermeisterbüro auch einen Multi-Raum, der für Gesellschaften bis zu 30 Personen gebucht werden kann. Auch das Dachgeschoss und der denkmalgeschützte Dachboden mit der Insheimer Glocke wurde instand gesetzt.
  • Kirchen – Die großzügig ausgestatteten Kirchen liegen im Ortskern. Der Kirchhof mit Gräbern aus dem frühen 19. Jahrhundert befindet sich bei der evangelischen Kirche. Auf dem Gelände der katholischen Kirche befindet sich das etwa 50 Personen fassende Gemeindeheim.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Insheim

NaturdenkmälerBearbeiten

  • Insheimer Wald – Der Insheimer Wald, bestehend aus 80 Hektar Mischwald, war bis 2000 noch der Schauplatz des alljährlichen Maifests, damals noch vom örtlichen Pfälzerwaldverein veranstaltet. Seit der Fertigstellung des Zeppelinplatzes wird dies dort unter der Leitung des Kulturvereins vollzogen.
  • Fischweiher – Der Fischweiher, der sich im etwas abgelegenen Flurstück „Am Roten Graben“ befindet, besteht neben dem eigentlichen Fischweiher, also einem kleineren See, auch noch aus dem gleichnamigen angrenzenden Wald.

VeranstaltungenBearbeiten

Der Kulturverein ist Träger mehrerer Aktivitäten:

  • Faschingsumzug. Der Faschingsumzug, der in der Regel am Sonntag vor Rosenmontag durchgeführt wird, startet an der katholischen Kirche und endet am Sportplatz. Anschließend werden Preise für die besten bzw. einfallsreichsten Fastnachter verteilt. Mit einer Auszeichnungsfeier wird das närrische Treiben abgerundet.
  • Weinfest. Das Weinfest Insheims ist, ebenso wie die Weingüter, bis weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Neben einem Vergnügungsbetrieb stehen die Weingüter Besuchern offen.
  • Weihnachtsmarkt auf dem Zeppelinplatz.

Bildung und ErziehungBearbeiten

Eine katholische Kindertagesstätte und die Grundschule Insheim bilden die Bildungseinrichtungen.

Sport- und FreizeitstättenBearbeiten

  • Tennisplatz
  • (Rasen-) Fußballplatz
  • Abenteuerspielplatz
  • Bolzplatz
  • Spielplatz in der Gartenstraße
  • Spielplatz in den Baumäckern
  • Multifunktionsgelände
  • Bouleplatz

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Geothermiebohrung in Insheim

WirtschaftBearbeiten

Die Insheimer Wirtschaft zeichnet sich vor allem durch die große Anzahl von Weingütern, aber auch durch Industrie aus.

(Stand: 2003; dennoch aktuell)

Kriterium Stück
Landwirtschaftliche Betriebe 20
Weingüter (Definition: Betriebe mit 0,3 ha und mehr bestockter Rebfläche) 18

Seit Juni 2008 liefen Bohrungen für ein Geothermie-Projekt in Insheim. Das Geothermiekraftwerk Insheim sollte ursprünglich 2011 in Betrieb gehen.[4] Nachdem die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße Anfang 2012 die Genehmigung für den Bau des Kraftwerks erteilt hatte,[5] wurde es von September 2011 bis Oktober 2012 fertiggestellt. Nach weiteren Vorbereitungsmaßnahmen wurde das Kraftwerk am 13. November 2012 in Betrieb genommen und soll 4,8 Megawatt leisten.[6][7]

Medizinische VersorgungBearbeiten

In Insheim gibt es zwei Arztpraxen, eine für Allgemeinmedizin und eine für Zahnmedizin.

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde ist mit einer Buslinie nach Herxheim und einen Bahnhof an der Bahnstrecke Neustadt–Wissembourg, der die Gemeinde mit den Hauptbahnhöfen Landau in der Pfalz, Neustadt an der Weinstraße und Karlsruhe verbindet, an den Personennahverkehr angebunden.

EhrenbürgerBearbeiten

  • Max Bergdoll, Altbürgermeister[8]

SonstigesBearbeiten

  • Der lokale Spitzname „Isemer Stecher“ kommt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, als die Rivalität der Gemeinden untereinander noch groß war und nahezu jeder Ort einen solchen Spitznamen hatte. Einige haben die Zeit bis heute „überlebt“.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Insheim, Frühmittelalterliches Gräberfeld entdeckt (Memento des Originals vom 21. Mai 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.polizei.rlp.de
  3. [1]
  4. hotrock.de: Neues Geothermieprojekt in Rülzheim@1@2Vorlage:Toter Link/hotrock.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., 29. Juni 2009, Zugriff am 15. Dezember 2011
  5. rheinpfalz.de: Geothermie: Genehmigung für Kraftwerk Insheim@1@2Vorlage:Toter Link/www.rheinpfalz.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., 4. Januar 2012, Zugriff am 7. Januar 2012
  6. pfalzwerke.de: Geothermie-Kraftwerk in Insheim bereitet Betriebsphase vor, Pressemeldung, 4. Oktober 2012, abgerufen am 31. Oktober 2012
  7. Pfalzwerke: Geothermie-Kraftwerk in Insheim offiziell in Betrieb genommen. Pressemitteilung. 13. November 2012, abgerufen am 9. Dezember 2012.
  8. Gerhard Sommer: Mit Herz und Verstand. Altbürgermeister Max Bergdoll zum Ehrenbürger ernannt – Urgestein mit Ecken und Kanten. In: rheinpfalz.de. 17. August 2014, abgerufen am 5. November 2018.