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Kapellen-Drusweiler

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kapellen-Drusweiler
Kapellen-Drusweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kapellen-Drusweiler hervorgehoben

Koordinaten: 49° 6′ N, 8° 2′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Bad Bergzabern
Höhe: 159 m ü. NHN
Fläche: 5,77 km2
Einwohner: 936 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 162 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76889
Vorwahl: 06343
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 045
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Königstraße 61
76887 Bad Bergzabern
Website: www.kapellen-drusweiler.de
Ortsbürgermeister: Karl Hoffmann (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Kapellen-Drusweiler im Landkreis Südliche Weinstraße
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Über dieses Bild

Kapellen-Drusweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern an.

GeographieBearbeiten

Der Weinort ist ein Straßendorf und liegt zwischen dem Biosphärenreservat Pfälzerwald und dem Rhein. Der Erlenbach fließt durch das Siedlungsgebiet und stellt die räumliche Trennung zwischen den Ortsteilen Drusweiler im Norden und Kapellen im Süden dar, die baulich inzwischen zusammengewachsen sind. Zu Kapellen-Drusweiler gehören neben den beiden Ortsteilen auch die Wohnplätze Deutschhof, Eichenhöfe und Kaplaneihof.[2] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Niederhorbach, Oberhausen, Dierbach, Oberotterbach, Dörrenbach, Bad Bergzabern und Pleisweiler-Oberhofen.

GeschichteBearbeiten

Drusweiler wurde im Jahr 1179 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1200 errichtete das Kloster Klingenmünster gegenüber der Kirche von Drusweiler eine Kapelle. Um sie herum entwickelte sich die eigenständige Siedlung Kapellen. Der Herzog von Pfalz-Zweibrücken vereinigte 1410 die beiden Gemeinden.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war die Gemeinde in den Kanton Bergzabern eingegliedert. 1815 wurde sie Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war „Kapellen und Drußweiler“ Bestandteil des Landkommissariat Bergzabern, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1939 wurde Kapellen-Drusweiler in den Landkreis Bergzabern eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde Kapellen-Drusweiler der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Bad Bergzabern zugeordnet.

ReligionBearbeiten

 
Evangelische Kirche

Ende des Jahres 2013 waren 50,1 Prozent der Einwohner evangelisch und 25,5 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Auf dem Deutschhof gibt es seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Mennonitengemeinde[4], seit 1842 einen Kirchenbau.[5] Im Jahr 2013 zählte die Gemeinde 74 Mitglieder; in dieser Zahl sind Kinder nicht enthalten, da Mennoniten nur Menschen taufen, nachdem sie im mündigen Alter ein eigenes Glaubensbekenntnis abgelegt haben. Die Gemeinde gehört dem Verband deutscher Mennonitengemeinden und über diesen der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland an.[6]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Kapellen-Drusweiler besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

Wahl SPD CDU FDP FWG WG Gesamt
2019 2 - - 3 7 12 Sitze
2014 3 5 1 3 - 12 Sitze
2009 3 4 2 3 - 12 Sitze
2004 3 4 2 3 - 12 Sitze

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Schwarz und Gold gespalten, rechts eine goldene Pflugschar, links ein schwarzes Sesel.“[8]
Wappenbegründung: Es wurde 1981 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1744.

KulturBearbeiten

Der Friedhof ist als Denkmalzone ausgewiesen. Hinzu kommen insgesamt fünf Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Kapellen-Drusweiler ist ein Winzerort und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Vor Ort befindet sich die Einzellage Rosengarten. Vor Ort wird Hopfen angebaut; die Gemeinde ist Standort einer sogenannten Siegelhalle.

VerkehrBearbeiten

Kapellen-Drusweiler verfügt über einen Halt an der 1870 eröffneten Bahnstrecke Winden–Bad Bergzabern. Zeitweise trug die Bahnstation den Namen Kapellen-Niederhorbach. Der Personenverkehr wurde 1981 zunächst eingestellt. Im Zuge des Rückbaus der Strecke im Jahr 1983 verlor sie ihr Abstellgleis. Das frühere Empfangsgebäude ist für seinesgleichen untypisch. Stilistisch lehnt es sich an Bauten der 1920er Jahre an.1995 wurde die Strecke für die Personenbeförderung reaktiviert.

Die Bundesstraße 427 führt in Ost-West-Richtung entlang des südlichen Siedlungsrandes. Die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Bundesstraße 38, die nach Kreuzung mit ersterer zur Bundesstraße 48 wird, verläuft durch den äußersten Westen der Gemarkung. Zudem existiert innerhalb des Gemeindegebiets die Kreisstraße 16.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 101 (PDF; 2,2 MB).
  3. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  4. Kapellen-Drusweiler: Die Höfe. Deutschhof, Kaplaneihof und Eichenhof (Memento des Originals vom 9. August 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kapellen-drusweiler.de, Stand 14. Juni 2014.
  5. Artikel Deutschhof (Rheinland-Pfalz). Stand 27. Juli 2014, bei GAMEO.
  6. Mennonitisches Jahrbuch. 113 (2014), S. 170.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.