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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Rinnthal
Rinnthal
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Rinnthal hervorgehoben

Koordinaten: 49° 13′ N, 7° 56′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Annweiler am Trifels
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 13,81 km2
Einwohner: 672 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76857
Vorwahl: 06346
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 067
Adresse der Verbandsverwaltung: Messplatz 1
76855 Annweiler am Trifels
Website: www.rinnthal.de
Ortsbürgermeister: Torsten Hertel
Lage der Ortsgemeinde Rinnthal im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild
Ortseingang

Rinnthal ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die sechstkleinste Ortsgemeinde darstellt.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Naturpark Pfälzerwald am nördlichen Rand des Wasgaus, wie der Südteil des Pfälzerwaldes und der sich anschließende Nordteil der Vogesen auch genannt wird. Im äußersten Nordwesten der Gemarkung hat die Gemeinde außerdem Anteil an der Frankenweide. Nachbargemeinden sind – einschließlich Exklaven – im Uhrzeigersinn Annweiler am Trifels, Birkweiler, Eußerthal, Annweiler am Trifels, Wernersberg, Spirkelbach und Wilgartswiesen.

ErhebungenBearbeiten

Im Osten an der Gemarkungsgrenze zu Annweiler und Eußerthal erhebt sich der 529,7 m hohe Kehrenkopf, im Südwesten an der Grenze zu Spirkelbach der 437 m hohe Rindsberg und im Westen an der Grenze zu Wilgartswiesen der 422,1 m hohe Göckelberg sowie der 419 m hohe Am Kopf. Unmittelbar nordwestlich des Siedlungsgebiets befindet sich der Schwerwoogkopf und im Osten der 393,8 m hohe Dingentalkopf.

GewässerBearbeiten

Die Queich durchfließt das Siedlungsgebiet in West-Ost-Richtung. Westlich von diesem mündet der Wellbach in die Queich, der zuvor den Freischbach und das Langenbächel aufnimmt. Der Kaltenbach – ebenfalls ein Nebenfluss des Wellbach – bildet die nordwestliche Gemarkungsgrenze zu einer Waldexklave von Annweiler und dessen rechter Nebenfluss Modenbach wiederum stellenweise diejenige zu Wilgartswiesen.

GeschichteBearbeiten

Bis Ende des 18. Jahrhunderts bildete die Gemeinde ein Kondominium, da sie gemeinschaftlich zu Zweibrücken und Leiningen gehörte.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Rinthal – so die damalige Schreibweise – in den Kanton Annweiler eingegliedert und unterstand der Mairie Wilgartswiesen. 1815 hatte die Gemeinde insgesamt 368 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Rinnthal dem Landkommissariat Bergzabern an; aus diesem ging anschließend das Bezirksamt Bergzabern hervor. 1849 ereignete sich im Zuge des Pfälzischen Aufstandes das Gefecht bei Rinnthal.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Bergzabern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rinnthal innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde Rinnthal der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels zugeordnet.

ReligionBearbeiten

Seit der Reformation im 16. Jahrhundert ist Rinnthal wie Wilgartswiesen und Spirkelbach evangelisch geprägt. 2007 waren etwa 75 % der Einwohner evangelisch und 10 % katholisch. Die übrigen 15 % gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Rinnthal besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[2] 2014 bestand der Gemeinderat noch aus zwölf Mitgliedern.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber ein stilisierter goldbewurzelter grüner Eichenbaum mit goldenen Eicheln.“

KulturBearbeiten

 
Klassizistische Kirche in Rinnthal

BauwerkeBearbeiten

Der Ortskern bildet eine Denkmalzone; hinzu kommen insgesamt acht Einzeldenkmäler.[3] Das Zentrum des Ortes bildet die von Joseph Daniel Ohlmüller unter Einfluss von Leo von Klenze entworfene klassizistische Dorfkirche, die 1834 nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht wurde.

Im Südosten des Siedlungsgebiets befindet sich am Bachlauf der Queich die Villa Steiner, die 1896 erbaut wurde. Nach der Renovierung im Jahr 2003 steht sie für den Tourismus wieder zur Verfügung.

NaturBearbeiten

Rinnthal ist Bestandteil des Klettergebiet Südpfalz. Zudem befindet sich nordwestlich des Siedlungsgebiets der Langenfelsen. Im Osten der Gemarkung befindet sich außerdem der Ritterstein 184, der die Bezeichnung Grimmeisenpfad trägt; er weist auf einen Wanderpfald hin, der von Annweiler zum Forsthaus Taubensuhl führt. Benannt wurde er nach Albert Grimmeisen, einem Mitbegründer des Pfälzerwald-Vereins, der 1908 bei einer Klettertour tödlich verunglückte.

MedienBearbeiten

Der Jugendfilm Treffer aus dem Jahr 1984 wurde teilweise auf der Gemarkung von Rinnthal gedreht.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Vor Ort spielte früher die Holzindustrie eine große Rolle. Zudem war Rinnthal zeitweise Standort einer Stuhlfabrik.

VerkehrBearbeiten

Schiene

1875 erhielt Rinnthal Eisenbahnanschluss, als die Bahnstrecke Landau–Zweibrücken auf voller Länge eröffnet wurde. Der Bahnhof entstand am östlichen Ortsrand und wurde zwischenzeitlich zum Haltepunkt zurückgebaut. Am westlichen Siedlungsrand passiert die Strecke den Schwerwoogkopf-Tunnel.

 
Kostenfelstunnel
Straße

Zu bayerischen Zeiten führte die Staatsstraße 151 von Landau in der Pfalz über Pirmasens und Zweibrücken durch den Ort. Nach Fertigstellung der nördlich der Bebauung verlaufenden Ortsumgehung der in diesem Bereich gemeinsam verlaufenden Bundesstraßen 10 und 48 wurde Rinnthal im Jahr 1997 vom Durchgangsverkehr befreit. Die dafür erbauten Tunnel – einschließlich der vor Ort befindliche Kostenfelstunnel – gehören zu den längsten in Rheinland-Pfalz. Zahlreiche Häuser wurden anschließend renoviert und das Ortsbild stark aufgewertet. Die B 10 führt in die westliche Richtung nach Pirmasens und in die östliche nach Landau; die B 48 verbindet Rinnthal mit Bingen am Rhein sowie Bad Bergzabern. Es existieren Pläne, die Umgehung in diesem Bereich vierspurig auszubauen, wogegen die Dorfbewohner jedoch Widerstand leisten. Durch die Ortsmitte verläuft seither die Landesstraße 490, die von Niederschlettenbach bis nach Queichhambach führt.

TourismusBearbeiten

Durch Rinnthal führen der Queichtalradweg und ein Wanderweg, der mit einem roten Punkt markiert ist.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Moritz von Hirschfeld (1790–1859), preußischer General der Infanterie, nahm 1849 am Gefecht bei Rinnthal teil
  • Martin Schöneich (* 1955), Bildhauer, entwarf 2003 das Torobjekt, das vor Ort als Fahrbahnteiler fungiert

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rinnthal – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  3. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Südliche Weinstraße. Mainz 2019, S. 82 f. (PDF; 10 MB).